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Iserlohn

Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 51° 23′ N, 7° 40′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Arnsberg
Kreis: Märkischer Kreis
Höhe: 106–494 m ü. NN
Fläche: 125,5 km²
Einwohner: 96.362 (30. Juni 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 768 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 58636–58644 (alt: 5860)
Vorwahlen: 02371 (Iserlohn)
02374 (Iserlohn-Letmathe)
02304 (Schwerte,
Iserlohn-Hennen)

02352 (Altena,
Iserlohn-Kesbern)

02378 (Fröndenberg- Langschede, Iserlohn- Drüpplingsen)
Kfz-Kennzeichen: MK, bis 1974 IS, bis 1979 LS
Gemeindeschlüssel: 05 9 62 024
Stadtgliederung: 5 Stadtbezirke
Adresse der Stadtverwaltung: Schillerplatz 7
58636 Iserlohn
Webpräsenz:
www.iserlohn.de
Bürgermeister: Klaus Müller (CDU)
Lage der Stadt Iserlohn im Kreis Märkischer Kreis

Iserlohn (westfälisch Iserlauhn) ist eine Große kreisangehörige Stadt im Märkischen Kreis (Regierungsbezirk Arnsberg) in Nordrhein-Westfalen. Die Einwohnerzahl liegt knapp unter der 100.000er-Marke, somit ist Iserlohn zwar keine Großstadt, aber die größte Stadt des Märkischen Kreises und des Sauerlandes. Iserlohn gehört zudem zur europäischen Metropolregion Rhein-Ruhr.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Iserlohn liegt in Südwestfalen und grenzt im Nordwesten an das Ruhrgebiet. Das Stadtgebiet Iserlohns ist Teil des Sauerlandes. Das Gebiet zwischen Lenne und Ruhr gehört zum Niedersauerland, der andere Teil der Stadt zum mittelsauerländischen Oberland. Große Teile der Stadt sind von Wald bedeckt, weshalb Iserlohn den Beinamen Waldstadt führt. Das Stadtgebiet wird im Westen auf einer Länge von 7,2 km von der Lenne durchquert und von der Ruhr im Norden zum Kreis Unna hin begrenzt.

Geologie

Geologisch gehört Iserlohn zum Rheinischen Schiefergebirge. Die Gesteine stammen vor allem aus dem Mitteldevon und aus dem Oberkarbon. Das Relief Iserlohns entstand durch die Auffaltung des Remscheid-Altenaer Sattels, dessen Scheitellinie durch den Süden Iserlohns verläuft. Im Westen Iserlohns befindet sich im unteren Lennetal ein Gebiet mit mitteldevonischem Massenkalk, in diesem Bereich befindet sich die Dechenhöhle, eine weithin bekannte Tropfsteinhöhle. Die Erdgeschichte des Gebiets um Iserlohn ist etwa 380 Millionen Jahre alt.

Ausdehnung des Stadtgebiets

Das Stadtgebiet erstreckt sich über das Tal der Ruhr mit dem niedrigsten Punkt Iserlohns (ca. 106 m) im Norden bis zu den Höhen des Naturparks Homert im Süden. Der höchste Punkt ist mit ca. 494 m über NN der Rüssenberg in Kesbern. Das Stadtzentrum liegt in einer Höhe von 250 m über NN.

Die maximale Nord-Süd-Ausdehnung beträgt 18,5 km, in West-Ost-Richtung sind es 10,7 km.

Nachbargemeinden

Die Nachbargemeinden Iserlohns von Norden im Uhrzeigersinn: Holzwickede, Fröndenberg, Menden, Hemer, Altena, Nachrodt-Wiblingwerde, Hagen, Schwerte

Stadtgliederung

Die Stadt Iserlohn ist in folgende fünf Stadtbezirke gegliedert:

Klima

Klimadiagramm von Iserlohn[2]


Geschichte

Die erste zweifelsfreie, urkundliche Erwähnung Iserlohns datiert etwa auf das Jahr 1150, die Bauernkirche wurde wahrscheinlich schon 985 geweiht und 1059 wurde in einer Urkunde eine Siedlung erwähnt, womit wahrscheinlich auch das heutige Iserlohn gemeint war.

Der Name setzt sich aus den althochdeutsch Begriffen Isen − was Eisen bedeutet − und Lôh − Wald − zusammen, also Eisenwald. Letmathe wurde um 1036, Genna 980, Hennen um 1150 und Rheinen um 1050 erstmals erwähnt. 1124 erfolgte die erste Nennung des auf die Eisenerzlagerstätten bezogenen Namens Iserlohn im Unterschied zu den umliegenden Wüstungen Nordlohn, Südlohn und Ortlohn.

Die Stadt gliederte sich in die Altstadt um die Bauernkirche sowie die Festungsstadt und die Zitadelle nahe der Obersten Stadtkirche, und wurde durch Graf Engelbert I. von der Mark (1249−1277) als Planstadt angelegt. 1278 wurden die Stadtrechte (von 1237) durch Graf Eberhard I. von der Mark bestätigt. Die ursprüngliche Trennung beider Verwaltungseinheiten bestand noch bis Anfang des 19. Jahrhunderts.

Reste der Stadtbefestigung sind noch auf dem Bilstein, einem kahlen Massenkalkfelsen über dem Baarbach zu sehen: Der Rest der ehemaligen landesherrlichen Zitadelle, zuletzt Burgmannshäuser und Kirche. Die alten Parzellenzuschnitte sind noch heute zwischen dem ehemaligen Westertor und dem Kirchtor, der heutigen Kirchtreppe, ablesbar. 1715 zerstörte ein Brand große Teile der Stadt.

Um 1800 bildete der Raum Iserlohn mit Draht-, Nadel-, Messing- Bronze- und Seidenindustrie zusammen mit der südlich angrenzenden Region um Altena und Lüdenscheid eines der weltweit größten Industriegebiete der damaligen Zeit. Bis weit ins 19. Jahrhundert hinein war Iserlohn die größte Industriestadt Westfalens und eine der reichsten Handelsstädte Preußens. Die ersten Zeichen der Drahtindustrie stammen vom Ende des 14. Jahrhunderts, Nadeln wurden in den letzten Jahren des 17. Jahrhunderts erstmals produziert.

Im Mai 1849 fand in der Stadt mit dem sogenannten „Iserlohner Aufstand“ eine Höhe- und Schlusspunkt der Revolution von 1848/49 in Westfalen statt.

Iserlohn war von 1817−1974 Sitz des damaligen Kreises Iserlohn und von 1907 bis 1974 kreisfreie Stadt. Im Zuge der kommunalen Neugliederung in Nordrhein-Westfalen (Sauerland/Paderborn-Gesetz) verlor Iserlohn 1975 seine Kreisfreiheit und wurde große kreisangehörige Stadt im Märkischen Kreis.

Religionen

Infolge der Reformation wurde Iserlohn mit Ausnahme der Stadtteile Letmathe und Sümmern evangelisch. Als die Industrialisierung begann, sind viele Katholiken nach Iserlohn gekommen. Die Flüchtlinge nach dem Zweiten Weltkrieg taten ein übriges, so dass sich im Gesamtstadtgebiet ein beinahe ausgewogenes Verhältnis zwischen diesen Glaubensrichtungen einstellte. Die Gottesdienste der beiden großen Konfessionen finden in 14 evangelischen und 13 katholischen Kirchen statt.

Ende 2005 hatte Iserlohn 37.479 evangelische und 34.194 katholische Einwohner. 29.574 gehörten einer sonstigen oder keiner Religionsgemeinschaft an. [3]

Iserlohn ist Sitz des Kirchenkreises Iserlohn der Evangelischen Kirche von Westfalen. Der Bekenntnisstand der evangelischen Kirchengemeinden Iserlohns ist seit 1931 uniert. Die katholischen Pfarrgemeinden sind dem Dekanat Märkisches Sauerland angegliedert.[4]

In Iserlohn befinden sich eine italienische, eine portugiesische und eine griechisch-orthodoxe Gemeinde. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sind auch zahlreiche Gastarbeiter muslimischen Glaubens nach Iserlohn gekommen. Sie haben in den 90er Jahren eine Moschee in Iserlohn errichtet. Seit 1886 hat die Neuapostolische Kirche (NAK) in Iserlohn eine starke Gemeinde. Ihr Begründer war der spätere Apostel Bornemann. Von dieser Gemeinde aus, die heute Bezirksgemeinde für den Ältestenbezirk Iserlohn ist, wurden viele Gemeinden in der Nähe, aber auch bis nach Hessen gegründet. Heute gibt es im Stadtgebiet drei Gemeinden.

Eingemeindungen

Um folgende Gebiete wurde das Iserlohner Stadtgebiet seit Ende des 19. Jahrhunderts erweitert:

Einwohnerentwicklung

Mit Beginn der Industrialisierung beschleunigte sich das Bevölkerungswachstum in Iserlohn. Lebten 1820 erst 5.000 Menschen in der Stadt, so waren es 1900 bereits 27.000. Durch den Zusammenschluss mit der Stadt Letmathe (28.718 Einwohner 1974) und weiterer Orte stieg die Einwohnerzahl von 56.000 im Jahre 1974 auf 97.000 am 1. Januar 1975.

Im Jahre 1996 erreichte die Bevölkerungszahl mit 99.802 ihren historischen Höchststand. Am 30. Juni 2005 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Iserlohn nach Fortschreibung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 97.478 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern).

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1820 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes. Die Angaben beziehen sich ab 1871 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1871 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Jahr Einwohner
1765 4.001
1798 4.449
1820 5.308
1. Dezember 1831 ¹ 8.095
1. Dezember 1840 ¹ 10.311
3. Dezember 1843 ¹ 10.700
3. Dezember 1855 ¹ 13.429
3. Dezember 1858 ¹ 13.535
3. Dezember 1861 ¹ 14.600
3. Dezember 1864 ¹ 14.900
3. Dezember 1867 ¹ 15.341
1. Dezember 1871 ¹ 15.763
1. Dezember 1875 ¹ 16.800
1. Dezember 1880 ¹ 18.600
Jahr Einwohner
1. Dezember 1885 ¹ 20.102
1. Dezember 1890 ¹ 22.117
2. Dezember 1895 ¹ 24.722
1. Dezember 1900 ¹ 27.265
1. Dezember 1905 ¹ 29.590
1. Dezember 1910 ¹ 31.274
1. Dezember 1916 ¹ 25.255
5. Dezember 1917 ¹ 25.469
8. Oktober 1919 ¹ 29.263
16. Juni 1925 ¹ 30.915
16. Juni 1933 ¹ 34.272
17. Mai 1939 ¹ 38.457
31. Dezember 1945 41.414
29. Oktober 1946 ¹ 42.216
Jahr Einwohner
13. September 1950 ¹ 46.221
25. September 1956 ¹ 50.912
6. Juni 1961 ¹ 55.257
31. Dezember 1965 58.860
27. Mai 1970 ¹ 57.577
31. Dezember 1975 96.174
31. Dezember 1980 93.823
31. Dezember 1985 89.539
25. Mai 1987 ¹ 92.183
31. Dezember 1990 96.314
31. Dezember 1995 99.341
31. Dezember 2000 98.790
31. Dezember 2004 97.728
31. Dezember 2005 97.285

¹ Volkszählungsergebnis

Politik

Rat der Stadt Iserlohn 2004

Partei Sitze
CDU 25
SPD 18
Grüne 4
FDP 4
UWG 3

Seit dem 7. Mai 2008 stellen die Grünen drei Stadträte, die SPD 19, da ein Ratsmitglied von den Grünen zur SPD wechselte.

Ergebnisse der Kommunalwahlen ab 1975

In der Liste[5] werden nur Parteien und Wählergemeinschaften aufgeführt, die mindestens 2,95 % der Stimmen bei der jeweiligen Wahl erhalten haben:

Jahr CDU SPD FDP GABI Rep Grüne UWG
1975 47,4 43,4 6,1
1979 49,7 43,9 6,2
1984 46,3 39,3 4,6 8,0
1989 36,8 39,5 5,7 6,5 8,9
1994 40,3 42,3 3,3 3,0 7,8
1999 54,3 34,3 3,6 4,8 3,0
2004 45,3 33,7 7,5 7,6 5,9

(Ober-)Bürgermeister

Wappen

Ursprung des Iserlohner Stadtwappens ist eine Darstellung am Chorgestühl der Obersten Stadtkirche. Auf dem oberen Teil ist der heilige Pankratius abgebildet, die Türme symbolisieren die alte Stadtbefestigung. Der Schachbalken unterhalb der Türme ist Zeichen der ehemaligen Grafschaft Mark, ist gleichzeitig aber, in Verbindung mit den Türmen, ein weiteres Zeichen des Schutzes. Das Wappen wurde 1913 genehmigt und nach der Gebietsreform 1975 von der alten auf die neue Stadt Iserlohn übertragen. Die Stadtbezirke Hennen, Kesbern, Letmathe und Sümmern führen seit der Eingemeindung nach Iserlohn keine eigenen Wappen mehr.

Städtepartnerschaften

Städtepartnerschaften Iserlohns bestehen mit

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater

Das Parktheater entstand von 1961 bis 1964 durch Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen aus dem Gebäude der so genannten Neuen Halle auf der Alexanderhöhe (die direkt daneben befindliche Alte Halle wurde bekannt als Parkhalle) durch die Architekten Ernst Dossmann und Hans Reime aus Iserlohn. Oberbürgermeister Alfred Potthoff eröffnete es am 4. April 1964. Die Eröffnungsvorstellung gab das Deutsche Theater Göttingen mit der Komödie „Was ihr wollt“ von William Shakespeare unter der Regie von Heinz Hilpert. Im Theater bestehen zwei Spielstätten: Das Große Haus verfügt über 803 (bei Nutzung des Orchestergrabens 769) Plätze. Die Studiobühne bietet Platz für 110 Zuschauer. Der Löbbecke-Saal, ein mit Tonanlage und Konferenztechnik ausgestatteter Konzert- und Veranstaltungssaal, hat 180 Plätze.

Theatergruppen

1989 gründete sich aus Amateuren die Theatergruppe Schauspielensemble Iserlohn. Seit dem Gründungsjahr treten sie alljährlich mit einem Stück aus der klassischen oder zeitgenössischen Theaterliteratur im Parktheater auf. Seit 1996 gehört zum Repertoire des Vereins auch die Aufführung von Märchenstücken im Rahmen des Kindertheaters, bei welchen auch Kinder und Jugendliche mitwirken.

Der Iserlohner Theaterverein [pu:r vu] besteht seit 1997 als eigenständiger Verein. Er wurde 1993 als „[pu:r vu] VHS-Theatergruppe Iserlohn“ gegründet. Von 1987 bis zur Vereinsgründung wurde Theater als Untergruppe der VHS-Theatergruppe gespielt. Aufführungen des Vereins finden in der Regel auf der Studiobühne des Parktheaters statt.

Beide Theatervereine sind Mitglied im Amateurtheater-Verband Nordrhein-Westfalen und im Bund Deutscher Amateurtheater.

Es gibt in Iserlohn noch weitere Amateurgruppen, die sich dem Theaterspiel widmen, u. a. die im Jahr 1919 gegründete Volksbühne Grürmannsheide, den Theaterverein Dröschede und die Volksbühne Höchsten.

Das Iserlohner Frauenkabarett Hauhechel tritt seit 2000 mit literarischen, politischen oder komödiantischen Programmen im heimischen Raum auf. Den Namen gab sich die Gruppe nach dem dornigen und bodenverbessernden Gewächs.

Museen

Galerien

Musik

Jazz

In Iserlohn ist der Jazzclub Henkelmann des „Hot Club Iserlohn“, des ältesten deutschen Jazzclubs, beheimatet. Im Henkelmann treten regelmäßig bekannte Jazzgrößen wie die WDR Bigband, Billy Cobham und Nils Landgren auf.

Bauwerke

Kirchen

Zweischiffige, gotische Hallenkirche aus dem 14. Jahrhundert, besondere Kunstschätze sind der flandrische Schnitzaltar aus der Zeit um 1400 mit 18 Apostel- und Heiligenfiguren und Tafelgemälde aus der Zeit um 1450 mit Szenen aus dem Marienleben. Die Oberste Stadtkirche ist die größte evangelische Kirche in Iserlohn und ein Wahrzeichen der Stadt.
Ältestes noch erhaltenes Gebäude im Bereich der Stadt Iserlohn ist die evangelische St. Pankratiuskirche, bekannt als „Bauernkirche“. Sie war ursprünglich eine kreuzförmige, romanische Pfeilerbasilika aus Bruchstein aus der Zeit um 1000. Der Chor und die Fenster sind spätgotisch. Die Bauernkirche wurde früher als Taufkirche genutzt.
Der Vorgängerbau der heutigen Friedenskirche im Stadtteil Letmathe wurde am 14. März 1877 geweiht und 97 Jahre später niedergelegt. Das heutige Gotteshaus wurde in den späten 1950er Jahren vollendet.
Die um 1200 erbaute Kirche im Stadtteil Hennen ist eine im romanischen Stil erbaute Saalkirche. Westturm und Kirchengebäude wurden nicht gleichzeitig, sondern in zwei Bauphasen errichtet.
Baubeginn der reformierten Kirche Iserlohn war im Jahr 1710. Nach dem Stadtbrand 1712, bei dem auch der Rohbau dieser Kirche zerstört wurde, konnte sie erst 1718 fertig gestellt werden. Die Bezeichnung reformierte Kirche erinnert an die Zeit vor der Herstellung der Union im Bereich der evangelischen Kirche in Iserlohn im Jahre 1931, wo es seither keine Trennung mehr zwischen lutherischem und reformiertem Bekenntnisstand gibt. Die Reformierte Kirche in der Fußgängerzone der Innenstadt dient heute als „Kirche in der Stadt“ - u. a. mit Wiedereintrittsstelle und Kurzandachten.
Dieses dreischiffige katholische Gotteshaus, das in neuromanischem Stil erbaut wurde, ist 1894 geweiht worden, nachdem 1891 der Grundstein gelegt wurde. Der neugotische Altar aus dem Jahr 1899 stand vor 1985 noch in der Pfarrkirche St. Peter und Paul zu Hemer. St. Aloysius ist die zweitgrößte Kirche im Märkischen Kreis.
Von der Bevölkerung wird diese 1917 geweihte katholische Hallenkirche als „Dom“, auch „Lennedom“ bezeichnet, da sie bei einem Blick über Letmathe sofort ins Auge sticht. Sie wurde vom Aachener Dombaumeister Joseph Buchkremer geplant und ist als größte Kirche im Märkischen Kreis sowie im Tal der Lenne längst ein Wahrzeichen des Stadtteils.
Die neubarocke Saalkirche im Stadtteil Oestrich aus dem Jahr 1917 wurde 1942 durch einen Luftangriff im Zweiten Weltkrieg zerstört. Ab Oktober 1943 erfolgte der Wiederaufbau.

Im Iserlohner Stadtgebiet gibt es noch etliche weitere Kirchen, die aber eine nicht so hohe historische Bedeutung haben.

Herrensitze

In Iserlohn befinden sich einige alte Herrensitze. Das wohl berühmteste ist das Haus Letmathe im gleichnamigen Ortsteil, das heute als Museum und Bücherei genutzt wird. Früher gehörte es lange Zeit der Familien von Brabeck. Daneben befanden sich allein in Hennen mit dem Haus Gerkendahl, dem Haus Hennen, dem Haus Lenninghausen und dem Haus Ohle vier Herrenhäuser. Die Häuser Gerkendahl und Hennen bestehen heute nicht mehr.

Denkmäler

Der Turm lag bis zur kommunalen Neuordnung 1975 noch im Hemeraner Teil des Seilerwaldes. Seitdem gehört er, wie auch große Teile des betreffenden Waldgebietes, zu Iserlohn.
Nach der Errichtung 1908 erfolgte ein Jahr später am 22. Mai die Einweihung auf dem 392 Meter hohen Fröndenberg. Den Namen erhielt der Turm nach dem Iserlohner Ehrenbürger Prof. Ernst Danz, der den Sauerländischen Gebirgs- und Wanderverein gründete und durch zahlreiche Aktivitäten für eine Aufforstung des Waldes sorgte.

Innenstadtbauten

Das Alte Rathaus ist das vierte Rathaus Iserlohns am heutigen Alten Rathausplatz und wurde 1875/1876 errichtet. Gemäß alter Rechtschreibung ist es als Rathhaus beschriftet. Sein Vorgänger war das erste steinerne Iserlohner Rathaus und nahm etwa 1738 seinen Betrieb auf. Der Standort ist nicht genau bekannt, lag aber wahrscheinlich nahe des Alten Rathauses. Auch über die ersten beiden Rathäuser gibt es kaum Informationen.
Das Alte Rathaus beherbergt heute, nachdem Rat und Verwaltung 1974 in das neue Rathaus umgezogen sind, die Hauptstelle der Stadtbücherei Iserlohn.
Es ist bereits das fünfte der Iserlohner Geschichte. Der Umzug vom Alten Rathaus in das neuere Gebäude am Schillerplatz wurde 1974 getätigt. Mit neun oberirdischen Stockwerken zählt es zu den höchsten Gebäuden in der Innenstadt. Aufgrund des früheren Galmeibergbaus in dem Bereich hat sich ein Teil des Gebäudes bereits um ein paar Zentimeter abgesenkt.
Verlagshaus des Iserlohner Kreisanzeigers. Viergeschossiger Backsteinbau, zur Mitte hin stufenartig gesteigert, 1927 in Formen der Neuen Sachlichkeit erbaut. Der Dekor deutlich vom Expressionismus beeinflusst. Im Inneren bleiverglaste expressionistische Fenster.
1908 wurde das Gebäude in Jugendstilformen errichtet. Am 5. Mai des gleichen Jahres wurde hier die erste Badeanstalt für Iserlohn eröffnet. Es gab ein großes Schwimmbecken und auch Brause-, Wannen- und medizinische Bäder wurden angeboten.
An dieser Stelle wurde unter Einbeziehung der unter Denkmalschutz stehenden Teile des Jugendstilgebäudes eine Senioren-Wohnanlage erbaut, die 1987 ihrer Bestimmung übergeben wurde. Erhalten blieben der Turm, das Jugendstiltreppenhaus und das ehemalige Hauptportal mit dem ursprünglichen Mosaik.
Reste der im 13. Jahrhundert errichteten Stadtmauer sind vor allem an der Süd- und Westseite noch erhalten
Das Stadtbild ist seit der in den 1970er Jahren durchgeführten Innenstadtsanierung an einigen Stellen empfindlich gestört. Es sind aber noch reizvolle Straßenzüge erhalten, so z. B. am Knallenbrink.
Im Einzelnen sind hervorzuheben:

Natur

Eines der beliebtesten Ausflugsziele für Iserlohner ist der Seilersee. Er wurde am Anfang des 20. Jahrhunderts künstlich angelegt und erlangte in den 1970er Jahren auch außerhalb der Stadt Berühmtheit: erst wurde die Eissporthalle Iserlohn direkt ans Ufer gebaut, auch führt seitdem eine Autobahnbrücke der A 46 über den See zum bis heute vorläufigen Ende, dem Anschluss Hemer/Iserlohn-Löbbeckenkopf, der noch auf Iserlohner Stadtgebiet liegt. Wanderer können den kompletten See umrunden, auch der angrenzende Seilerwald ist bei Wanderern beliebt. Am Ufer befinden sich außerdem ein Fußballplatz, das städt. Hallenbad Seilerseebad (ein Sport- und Solebad) und das Freibad Schleddenhof. Ein Parkplatz nördlich des Fußballplatzes wird jährlich für die Oster-Kirmes genutzt. Dann findet mit Seilersee in Flammen auch immer das zweitgrößte Feuerwerk Nordrhein-Westfalens statt. Ein weiterer, wenn auch weitaus kleinerer See ist der Rupenteich in der Nähe des Danzturms.

Aus dem Kalkgestein des Massenkalkes im Westen der Stadt formte kohlensäurehaltiges Wasser einige weitläufigere Höhlensysteme:

Die Dechenhöhle ist die berühmteste Tropfsteinhöhle auf Iserlohner Stadtgebiet. Sie wird von einigen Kreisen als eine der bedeutendsten Schauhöhlen Deutschlands bezeichnet, die insgesamt schon von gut zwölf Millionen Besuchern besichtigt wurde.
Wie die Dechen- wurde auch die Emsthöhle beim Bahnbau entdeckt. Sie bildet ein 850 m langes Höhlensystem am Südhang der Emst.
Die Grürmannshöhle ist eine 30 m lange Höhle in der Felsformation Pater und Nonne in Letmathe.
Nahe der Dechenhöhle gelegen befindet sich diese auf 800 m erforschte Höhle. Da der hintere Teil unter Wasser steht ist die wirkliche Länge noch unbekannt.
In der Grüne liegt die etwa 750 m lange Kreuzhöhle. Der Name stammt vom Eisernen Kreuz, das direkt über der Höhle liegt.

In fast jeder Höhle wurden bei Ausgrabungen Knochen von frühzeitlichen Tieren und Menschen gefunden.

Die markante Felsformation Pater und Nonne im Bereich Letmathe ist eines der berühmtesten Naturdenkmale auf Iserlohner Stadtgebiet.

Sport

Die Stadt Iserlohn hatte sich darum beworben, während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 ein Nationalteam aufzunehmen. Dafür wurden die Sportplätze am Hemberg saniert und ein WM-Beauftragter bestellt. Die Bemühungen blieben jedoch erfolglos.

Regelmäßige Veranstaltungen

In jedem Jahr finden die Oster-Kirmes am Seilersee, die Kilian-Kirmes und das Brückenfest im Stadtteil Letmathe und die Appeltaten-Kirmes in Oestrich statt.

Ferner gehören diverse Schützenfeste, Weihnachtsmärkte und andere Veranstaltungen (beispielsweise „Iserlohn Kulinarisch“) zu den wiederkehrenden Volksfesten.

Zeitgleich mit dem Schützenfest des „Iserlohner Bürgerschützenvereins“ (IBSV) auf der Alexanderhöhe (größtes Volksfest Südwestfalens) fand seit 1991 das vom Friedensplenum organisierte Musikfestival Friedensfest − ein über drei Tage gehendes „umsonst und draußen“-Fest − bisher jährlich statt.

Am Pfingstmontag ist es Tradition, um sechs Uhr in der Frühe zum Ballotsbrunnen zu wandern, dort dem Elfentanz zuzuschauen und Quellwasser zu trinken, dem heilende Wirkung zugesprochen wird. Entsprechend einer alten Sage lebt derjenige ein Jahr länger, der an diesem Tag von diesem Wasser trinkt.

Seit 2001 veranstaltet die Schwul-lesbische Initiative Märkischer Kreis e. V. an jedem 2. Samstag im September den „Christopher-Street-Day Märkischer Kreis“, ein schwul-lesbisches Kreisfest in der Innenstadt.

Kino

Die Stadt Iserlohn verfügt über ein CineStar Multiplexkino mit 1.274 Plätzen in sieben Sälen, Gastronomie und Freizeitflächen. Das Kino ist baulich mit dem Parkhaus Ohl verbunden, so dass rund 200 Parkplätze zur Verfügung stehen.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

In Iserlohn existiert eine hohe Anzahl von mittelständischen Betrieben. Die Ansiedlung von Einzelhandelsunternehmen ist in Iserlohn durch eine Gestaltungssatzung politisch geregelt.

Wirtschaftsverbände und -initiativen

Ansässige Unternehmen

Verkehr

Schienen- und Busverkehr

Im Stadtgebiet gibt es sechs in Betrieb befindliche Bahnhöfe bzw. Haltepunkte der Deutschen Bahn AG.

Der im Stadtzentrum gelegene Bahnhof Iserlohn wird derzeit mit Hilfe eines Investors als so genannter „Stadtbahnhof“ komplett neu gebaut und liegt an den DB-Kursbuchstrecken 427 und 433, auf denen im Schienenpersonennahverkehr

Zusätzlich verkehren vom Bahnhof Iserlohn-Letmathe im Stadtteil Genna auf der Ruhr-Sieg-Strecke (DB-Kursbuchstrecke 440) Essen-Hagen-Siegen

Die früher verkehrende Regionalbahn „Der Iserlohner“ (RB 56) ist mit dem Fahrplanwechsel vom 9. Dezember 2007 als Flügelkonzept in den Linien RE16 und RB91 aufgegangen. Die Trennung und Koppelung der Einheiten erfolgt im Bahnhof Letmathe. Der Streckenabschnitt Letmathe-Essen (RE16) bzw. Letmathe-Hagen (RB91) werden gemeinsam als Doppeltraktion befahren.

Durchgeführt wird der Schienenpersonenahverkehr von DB Regio NRW und von der ABELLIO Rail NRW.

Bereits seit 1864 ist das Zentrum Iserlohns durch die Iserlohner Bahn an das Bahnnetz angeschlossen, schon vier Jahre eher wurde durch die Strecke Hagen-Letmathe das heutige Stadtgebiet erreicht. Bei Erweiterungsbauarbeiten an der Iserlohner Bahn im Bereich des Stadtteils Grüne wurde 1868 die Dechenhöhle entdeckt. Ab 1885 bestand eine Bahnlinie von Iserlohn über Iserlohn Ost, Hemer und Menden (Sauerland) nach Fröndenberg. Seit 1989 ist diese Strecke zwischen Iserlohn und Menden für den Personenverkehr stillgelegt und zwischen Iserlohn und Hemer mittlerweile abgebaut. Somit gibt es keinen direkten Zugverkehr mehr von Iserlohn nach Hemer, Menden und Fröndenberg.

Im Straßenpersonennahverkehr erschließen 22 innerstädtische und überörtliche Buslinien (unter anderem nach Schwerte, Hagen-Hohenlimburg, Lüdenscheid, Altena, Hemer und Menden (Sauerland)) das Stadtgebiet und die Region.

Durchgeführt wird der Busverkehr überwiegend von der Märkischen Verkehrsgesellschaft (MVG).

Für den gesamten Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gilt der Tarif der Verkehrsgemeinschaft Ruhr-Lippe (VRL) und tarifraumüberschreitend der NRW-Tarif.

Straßen

Durch Iserlohn führen die Autobahn A 46 ( HeinsbergBestwig ) sowie die Bundesstraßen B 7, B 233 und B 236.

Folgende fünf Anschlussstellen der A 46 befinden sich auf Iserlohner Stadtgebiet: Iserlohn-Letmathe, Iserlohn-Oestrich, Iserlohn-Zentrum, Iserlohn-Seilersee, Hemer / Iserlohn-Löbbeckenkopf. Die Abfahrt Hagen-Elsey / Iserlohn-Letmathe-West liegt nahe der westlichen Stadtgrenze in Hagen.

Abfahrten an der A 1 (Hagen-Nord), A 45 (Kreuz Hagen) und A 44/A 443 (Kreuz Unna-Ost) weisen nach Iserlohn.

Flugplätze

Der nächste Flughafen ist in Dortmund.

Weiterhin gibt es Flug- und Segelplätze in

Schiffsverkehr

Lenne und Ruhr sind im Bereich der Stadt nicht schiffbar. Der nächste Binnenhafen ist der Hafen Dortmund.

Medien

Öffentliche Einrichtungen

Gerichte

Das Amtsgericht Iserlohn ist für die Städte Iserlohn und Hemer, das Arbeitsgericht Iserlohn ist für den gesamten Märkischen Kreis zuständig.

Behörden

Gesundheitswesen

Bildung und Wissenschaft

Militär

Nach einer Pause wurde Iserlohn 1969 wieder Garnisonsstadt. Im selben Jahr eröffnete die Truppendienstliche Fachschule der Luftwaffe als Bildungseinrichtung für ganz Deutschland. 1971 wurde das Fallschirmjägerbataillon 271 aus Stetten am kalten Markt nach Iserlohn in die Winkelmann-Kaserne verlegt. 1982 wurde dort das Fallschirmjägerbataillon 273 neu aufgestellt. Nach der deutschen Wiedervereinigung und den damit verbundenen Truppenreduzierungen wurden das Bataillon 271 nach Varel und das Bataillon 273 nach Oldenburg verlegt und die Winkelmann-Kaserne geschlossen. 1994 wurde das Britische Militärhospital, in dessen Gebäuden sich heute die Business and Information Technology School und die Internatsschule am Seilersee befinden, geschlossen. Schon im Jahr zuvor wurde über die Weiterverwendung der Winkelmannkaserne diskutiert. 1997 konnten in den mittlerweile geschlossenen Kasernen neue Projekte eröffnet werden: Seither finden sich in der Corunna-Kaserne ein Gewerbezentrum und in der Bernhard-Hülsmann-Kaserne unter anderem das Zentrum für Gerontotechnik. Die Winkelmannkaserne wurde aufwendig in den „Wohnpark Buchenwäldchen“ umgebaut. Heute ist Iserlohn kein Bundeswehrstandort mehr.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Söhne und Töchter der Stadt

Persönlichkeiten, die vor Ort wirken oder gewirkt haben

Sonstiges

Literatur

 Commons: Iserlohn – Bilder, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Iserlohn – Nachrichten

Quellen

  1. LDS NRW: Amtliche Bevölkerungszahlen
  2. Geoklima 2.1 und [1]
  3. Bevölkerungsdaten Märkischer Kreis
  4. Dekanat Märkisches Sauerland
  5. Verzeichnisse der Kommunalwahlergebnisse des Landes Nordrhein-Westfalen (LDS NRW) von 1975 bis 2004