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Leistungsdiagnostik

Die Artikel Laktatleistungsdiagnostik und Leistungsdiagnostik überschneiden sich thematisch. Hilf mit, die Artikel besser voneinander abzugrenzen oder zu vereinigen. Bitte äußere dich in der Diskussion über diese Überschneidungen, bevor du diesen Baustein entfernst. HyDi Sag's mir! 19:48, 25. Jun. 2008 (CEST)

Die Leistungsdiagnostik gibt Auskunft über den Leistungsstand eines Sportlers und zeigt dadurch Ansatzpunkte für ein zielorientiertes Training auf. Im Sport ist sie wesentlich für die sinnvolle Gestaltung eines Trainingsprogrammes auf hohem Niveau.

Inhaltsverzeichnis

Leistungsdiagnostik im Ausdauerbereich

Eine Leistungsdiagnostik umfasst einen Teil der gesundheitsrelevanten Daten, wie z. B. EKG und Belastungs-EKG, Blutdruckverhalten in Ruhe, Belastung und Erholung und Lungenfunktionsdiagnostik. Daneben ermittelt eine Leistungsdiagnostik Werte, nach denen Empfehlungen für das Training erarbeitet werden können. Dies erfolgt meist durch Angabe von Herzfrequenzbereichen.

In Ruhe ist der Stoffwechsel durch ca 50% Fettverbrennung und 50% Glykogenverbrennung ausreichend versorgt. Glykogen ist eine Speicherform von Zucker. Bei zunehmender Belastung nimmt der Glykogenverbrauch zu, zunächst durch zusätzlichen Abbau von Glykogen in Verbindung mit Sauerstoff (aerobe Glykolyse). Steht nicht mehr genug Sauerstoff zur Verfügung, wird Energie durch anaerobe Glykolyse bereitgestellt, bei der als Abbauprodukt Milchsäure entsteht, die sich im Blut anreichtert.

Genau genommen findet zur Energiegewinnung immer ein Mischstoffwechsel aus allen diesen Systemen statt. Welches System hier aber einen wie hohen Anteil liefert, ist Ergebnis einer Leistungsdiagnostik. Im Rahmen einer Leistungsdiagnostik ist es ratsam, die Atemgase und das Laktat parallel zu bestimmen. Damit lassen sich genaue Rückschlüsse auf die Sauerstoffaufnahme an der Dauerleistungsgrenze ziehen und die maximale Sauerstoffaufnahme ermitteln und bewerten. Ebenfalls lassen sich Aussagen über das Fettstoffwechsel- und aerobe Kohlenhydratstoffwechselverhalten treffen. Die zusätzliche Messung des Laktats gibt dann Aufschluss darüber, bei welcher Belastungsintesität die aerobe Belastungsschwelle erreicht wird und der Körper dann übersäuert. abhand der Milchsäurekonzetration im Blut wird also die individuelle anaerobe Schwelle ermittelt.

Ermittelt werden die Werte an sportartspezifischen Ergometern, da Leistung und Trainingsbereiche nur sinnvoll bestimmt werden können, wenn die jeweils trainierten Muskelgruppen im Test auch eingesetzt werden können. Für Läufer und Laufsportarten muss also ein Laufband, für Radfahrer ein Fahrradergometer eingesetzt werden. Für andere Sportarten gibt es spezielle Ergometer, z.B. für Schwimmer und Ruderer.

Leistungsdiagnostik ist nicht nur für ambitionierte (Hoch-)Leistungssportler geeignet. Gerade auch für Patienten mit manifesten Vorerkrankungen (z.B. Diabetes mellitus, Arterielle Hypertonie), für die eine bewegungstherapeutische Betreuung anzuraten ist, ist eine genaue Leistungsanalyse sinnvoll. Hier ist ein Laktattest, besser noch eine Spiroergometrie (auch Ergospirometrie) anzuraten.

Testverfahren

Die Leistung wird in Watt angegeben.

Da beim Laufen das Körpergewicht gehoben werden muss, ist die Leistung nicht mit der Geschwindigkeit ausreichend beschrieben. Hierbei findet u. a. die „MET“-Zahl Anwendung. MET steht für metabolisches Äquivalent. 1 MET entspricht dem Verbrauch von 3,5 ml Sauerstoff / min / kg Körpergewicht. Das maximale MET normaler Männer liegt bei 12 METs, bei Frauen bei 10 - 11 METs. Bei Weltklasseathleten ist der Wert doppelt so hoch.

Anhand der gemessenen Laktatkonzentration im Blut kann der Bereich der aerob-anaeroben Schwelle abgeschätzt werden. Dies erfolgt mit Hilfe einer kontrollierten stufenförmigen Belastung. Wurde die Schwelle ermittelt, kann die Trainingsintensität festgelegt werden, die notwendig ist, um einen Trainingsfortschritt im Bereich der aeroben oder anaeroben Leistungsfähigkeit zu erzielen. Betrachtet man die Entwicklung der Laktatkonzentration in einem Diagramm, so spricht man bei Verbesserung der Ausdauerleistungsfähigkeit auch von einer „Rechtsverschiebung der Laktatkurve“. Diese Methode der Leistungsdiagnostik eignet sich sowohl für Gruppen wie z. B. Vereinsmannschaften im Feldtestverfahren (Feldstufentest) als auch für einzelne Athleten unter Laborbedingungen im Rahmen einer Ergometrie.

Leistungsdiagnostik im Kraftbereich

Molekulare Leistungsdiagnostik

Die molekulare Leistungsdiagnostik (MLD) befasst sich mit der Identifizierung genetisch determinierter Parameter sportlicher Leistungsfähigkeit sowie der Beeinflussung und Regulation von zellulären Signalwegen durch exogene und endogene Einflüsse, die für die sportliche Leistung relevant sind, mit dem Ziel der Optimierung sportlicher Leistung. Sie bedient sich dazu molekularbiologischer Methoden.