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Washington (Bundesstaat)

Washington
(Details) (Details)
Liste der Bundesstaaten
Hauptstadt: Olympia
Fläche: 184.665 [1] km²
Einwohner: 6.395.798 (2006) (35 E./km²)
Mitglied seit: 11. November 1889
Zeitzone: Pacific: UTC-8/-7
Höchster Punkt: 4.392 m (Mount Rainier)
Durchsch. Höhe: 520 m
Tiefster Punkt: 0 m Pazifikküste
Gouverneur: Christine Gregoire (D)
Post / Amt / ISO WA / / US-WA
Karte von Washington (Bundesstaat)

Washington [ˈwɒʃiŋtən] ist ein Bundesstaat der Vereinigten Staaten von Amerika. Er liegt im äußersten Nordwesten der USA in der Region Pazifischer Nordwesten. Der Staat wurde nach dem ersten US-Präsidenten, George Washington, benannt und als 42. Staat im Jahr 1889 in die Vereinigten Staaten aufgenommen. Aufgrund der Vielzahl von Nadelbäumen (besonders Koniferen) trägt der Staat den Spitznamen Evergreen State (deutsch: "Immergrüner Staat"). Die Hauptstadt Olympia und die größte Stadt, Seattle, liegen im Westen des Bundesstaates am Puget Sound.

Um den Bundesstaat von der ebenfalls nach George Washington benannten Hauptstadt der USA, Washington D.C., abzugrenzen, wird für den Staat oft die Bezeichnung "Washington State" verwendet.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Washington grenzt an den Pazifik im Westen, an die Bundesstaaten Oregon im Süden, Idaho im Osten und Britisch-Kolumbien (Kanada) im Norden. Die Grenze zu Kanada verläuft dabei bis auf die kanadische Insel Vancouver Island und die Juan-de-Fuca-Straße entlang des 49. Breitengrades (festgelegt im Oregon-Kompromiss). Die Südgrenze verläuft größtenteils entlang des Columbia und im Osten entlang des 46. Breitengrades. Die Grenze zu Idaho wurde im äußersten Südosten des Staates festgelegt auf den Snake River. Nördlich des Zusammenflusses mit dem Clearwater River wurde die Grenze als derjenige Meridian definiert, der von diesem Zusammenfluss von Snake und Clearwater aus nach Norden verläuft.[2] Dieser Meridian ist nicht - wie oftmals angenommen - exakt der 117. Längengrad, sondern liegt etwa drei Kilometer weiter westlich.

Washington ist geprägt durch den scharfen Kontrast zwischen Berg- und Küstenregion im Westen und den trockenen Gebieten im Osten des Staates. Die Küstenlage und die natürlichen Häfen bieten beste Möglichkeiten für den Überseehandel am Pazifischen Ozean, mit Kanada und mit Alaska. Die Hochwälder auf der Olympic-Halbinsel gehören zu den regenreichsten Gebieten der Erde. 52 % der Landesfläche des Bundesstaates sind von Nadelwäldern (Koniferen, Zedern) bedeckt. Östlich des Kaskadengebirges liegen die Halbwüsten des Landes, die gänzlich ohne nennenswerte Vegetation sind. Mount Rainier, ein schlafender Vulkan, ist mit 4392 m der höchste Berg des Staates.

Geographische Lage

Gewässer

Der Westen des Bundesstaates ist geprägt durch den Puget Sound, eine weitverzweigte und inselreiche Meeresbucht, die etwa 150 Kilometer in den Bundesstaat hineinreicht. Der Puget Sound ist über die Juan-de-Fuca-Straße mit dem Pazifischen Ozean verbunden. In der Meeresbucht liegen zahlreiche Inseln, unter anderem Fidalgo Island und Whidbey Island. Auch die San Juan Islands werden oftmals noch dem Puget Sound zugerechnet. Wesentlich kleinere Buchten im Südwesten des Bundesstaates sind die Willapa Bay und Grays Harbor.

Sämtliche Flüsse Washingtons entwässern in den Pazifischen Ozean. Der wichtigste ist der Columbia, der Washington auf einer Länge von etwa 1.100 km durchfließt. Er entspringt in der kanadischen Nachbarprovinz British Columbia. Innerhalb Washingtons fließt er zunächst nach Süden und entwässert dabei den gesamten Osten Washingtons, über seine Nebenflüsse auch den Nachbarstaat Idaho sowie Teile von Oregon und Montana. Die wichtigsten Zuflüsse des Columbia sind Pend Oreille River, Spokane River, Okanogan River, Methow River, Wenatchee River, Yakima River, Snake River, Lewis River sowie Cowlitz River. Der Columbia ist der einzige Fluss, der die Kaskadenkette durchbricht. Die entsprechende Schlucht in der Kaskadenkette, Columbia River Gorge, weist viele Wasserfälle auf, darunter die Multnomah Falls und wurde 1986 zum ersten U.S. National Scenic Area erklärt. Auf seinen letzten etwa 480 Kilometern bildet der Columbia die Grenze zu Oregon. Im unteren Flussverlauf finden sich zahlreiche Inseln, unter anderem Tenasillahe Island und Puget Island.

Einige kleinere Flüsse entwässern den Westen des Bundesstaates. Dazu zählen der Skagit River, Snoqualmie River, Puyallup River und der Nisqually River, die in den Puget Sound münden, sowie Quinault River, Chehalis River und Willapa River, welche direkt in den Pazifik münden.

Der Columbia und seine Nebenflüsse eignen sich hervorragend zur Gewinnung von Wasserkraft. Zu den durch Staudämme künstlich entstandenen Seen zählen der Franklin-Delano-Roosevelt-See, der Rufus Woods Lake, Ross Lake, Lake Bonneville, Moses Lake und der Riffe Lake. Der größte natürliche See des Bundesstaates ist der 81 km lange und bis zu 453 m tiefe Lake Chelan. Zweitgrößter See ist der Lake Washington bei Seattle.

Berge


Verwaltungsgliederung

Washington ist in 39 Countys untergliedert. Das größte County ist das Okanogan County im Norden des Staates mit einer Fläche von etwa 13.766 km². Das kleinste County ist das San Juan County im Nordwesten des Staates mit einer Fläche von etwa 1.609 km², zu dem die meisten der Inseln der Inselgruppe San Juan Islands gehören.

Siehe auch: Liste der Countys in Washington

Bevölkerung

Der Bundesstaat Washington hat 6.395.798 Einwohner (Stand: U.S. Census 1. Juli 2006). Es gibt 2.699.658 Haushalte.[3]

Alters- und Geschlechterstruktur

Die Altersstruktur von Washington setzt sich folgendermaßen zusammen:

Das Medianalter beträgt 36,7 Jahre. 49,8 % der Bevölkerung ist männlich und 50,2 % ist weiblich.

Abstammung

20,9% der Einwohner sind deutscher Abstammung und stellen damit die größte Gruppe. Es folgen die Gruppen der Englisch- (12,9%) und Irischstämmigen (12,6%). Hispanics sind mit 9,1% und Asiaten mit 6,6% der Bevölkerung noch zahlreicher als die Norwegischstämmigen (6,3%). Der Anteil der Afroamerikaner liegt mit 3,4% deutlich unter dem nationalen Durchschnitt. 1,5% sind Indianer und 0,4% der Bevölkerung stammt von Bewohnern der Pazifikinseln (wie z.B. Hawaii) ab.[4]

Größte Städte

Geschichte

1775 wurde das Küstengebiet von Washington durch Spanier unter Führung von Bruno de Hezeta erkundet. 1792 befuhr der amerikanische Weltumsegler Robert Gray den Columbia River. 1810 gründeten kanadische Pelzhändler Spokane House, die erste dauerhafte weiße Siedlung auf dem Gebiet des heutigen Staates Washington. 1811 gründeten die Amerikaner unter Führung von Johann Jakob Astor das Fort Okanogan. 1836 wurde eine Siedlung bei Walla Walla gegründet. 1846 kam das Gebiet von Washington durch Teilung des britisch-amerikanischen Kondominiums Oregon in den Besitz der USA. 1853 entstand das Washington-Territorium - seit 1863 in den heutigen Grenzen. 1855 kam es zu Goldfunden im Nordosten. Nach mehreren Kriegen mit den Indianern - bekannt ist der Krieg mit den Nez Perce im Jahre 1877 - trat Washington 1889 als 42. Staat der Union bei.

Siegel

Das Siegel des Bundesstaates zeigt George Washington, nach einem Portrait von Gilbert Stuart. Der äußere Ring enthält den Schriftzug "The Seal of the State of Washington" ("Das Siegel des Staates Washington") und die Angabe des Jahres 1889, in dem Washington Bundesstaat wurde. Das Siegel wurde 1889 von dem Juwelier Charles Talcott entworfen

Politik

Washington ist politisch zweigeteilt. Westlich des Hauptkamms der Rocky Mountains, besonders in und um Seattle, sind die Demokraten dominant. Im ländlichen Osten um Spokane dominieren dagegen die Republikaner. Mehr noch als Oregon ist Washington inzwischen in der Addition den Demokraten zugetan und kann kaum noch als Swing State gelten.

Kongress

Gouverneure


Kultur und Sehenswürdigkeiten

Nationalparks

Nationalpark Lage Ansicht

Mount-Rainier-Nationalpark
gegründet 2. März 1899
1.312.415 Besucher (2003)
Bilder auf Commons

North-Cascades-Nationalpark
gegründet 2. Oktober 1968
1.000.000 Besucher (2004)
Bilder auf Commons

Olympic-Nationalpark
gegründet 29. Juni 1938
5.000.000 Besucher (2004)
Bilder auf Commons

National Monuments

State Parks


Bildung

Die wichtigsten staatlichen Hochschulen sind die University of Washington und die Washington State University. Andere staatliche Hochschulen sind die Central Washington University, die Eastern Washington University und die Western Washington University. Die wichtigsten privaten Hochschulen sind die Seattle University und die Gonzaga University. Weitere Hochschulen sind in der Liste der Universitäten in Washington verzeichnet.

Wirtschaft

Das reale Bruttoinlandsprodukt pro Kopf (engl. per capita real GDP) lag im Jahre 2006 bei USD 38.141 (nationaler Rangplatz: 15).[5]

Bedeutendster Wirtschaftszweig ist die Luft- und Raumfahrtindustrie. Der wichtigste Arbeitgeber des Bundesstaates und größtes Exportunternehmen der USA ist Boeing mit der Zivilflugzeugfertigung in Seattle und Everett. Von großer Bedeutung ist die Computertechnologie. Der Marktführer für Software Microsoft hat seinen Sitz in Redmond, einem Vorort von Seattle.

Weitere wichtige Wirtschaftszweige sind:

Einzelnachweise

  1. http://www.census.gov/population/www/censusdata/density.html
  2. Verfassung des Staates Washington, Article XXIV, SECTION 1 STATE BOUNDARIES. Online einsehbar unter http://www1.leg.wa.gov/LawsAndAgencyRules/Constitution.htm
  3. factfinder.census.gov
  4. U.S.Census Selected Social Charakteristics
  5. U.S. Bureau of Economic Analysis: Regional Economic Accounts