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Diemel

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Diemel

Diemel zwischen Trendelburg und Wülmersen

Daten
Lage Hessen und Nordrhein-Westfalen, Deutschland
Länge 110,5 km [1]dep1
Quelle zwischen Auf'm Knoll
und Kahle Pön
51° 15′ 59″ N, 8° 39′ 5″ O
Quellhöhe 650 m ü. NN
Mündung In Bad Karlshafen in die WeserKoordinaten: 51° 38′ 33″ N, 9° 26′ 51″ O
51° 38′ 33″ N, 9° 26′ 51″ O
Mündungshöhe 96 m ü. NN
Höhenunterschied 554 mdep1
Flusssystem Weser
Einzugsgebiet 1.761,964 km² [1]dep1
Mittelstädte Marsberg, Warburg
Gemeinden Diemelsee
Rechte Nebenflüsse Twiste
Linke Nebenflüsse Hoppecke
Durchflossene Stauseen Diemelsee

Die Diemel ist ein 110,5 km langer, linker bzw. westlicher Nebenfluss der Weser in Hessen und Nordrhein-Westfalen (Deutschland).

Die Diemel stellt neben deren eigentlichen und noch größeren Quellflüssen Fulda und Werra den südlichsten großen Zufluss der Ober-Weser dar.

Inhaltsverzeichnis

Flusslauf

Quelle

Die Diemel entspringt im nordwestlichen Teil Hessens nur etwa 300 m nördlich der Grenze zu Nordrhein-Westfalen im Nordostteil des Rothaargebirges. Ihre Quelle befindet sich an der Nahtstelle der Bergregionen Upland und Sauerland, die nordöstliche Ausläufern des Rheinischen Schiefergebirges sind. Sie liegt am Südrand des Naturparks Diemelsee knapp 2,5 km süd-südwestlich von Usseln (Ortsteil von Willingen). Auf rund 650 m Höhe entfließt sie dem Nordosthang des 738 m hohen Bergs Auf'm Knoll im Westen bzw. dem Nordwesthang des 775,3 m hohen Bergs Kahle Pön im Osten.

Wasserscheide: Die Quellgegend der Diemel liegt auf der Diemel-Eder/Fulda/Weser-Wasserscheide. Dies bedeutet, dass sich die nach Nordosten fließende Diemel direkt in die Weser entwässert, während das Wasser der südlich des Bergs entspringenden Bäche einen südlicheren Umweg über die Wilde Aa (ab Mittellauf Aar genannt), die am wenige Kilometer weiter südwestlich gelegenen Krutenberg entspringt und von dort in östliche Richtungen fließt, Orke, Eder und Fulda zur Weser machen.

Die Quelle der Diemel liegt aber - entgegen anderen Aussagen - nicht auf der Rhein-Weser-Wasserscheide, weil diese etwas weiter südwestlich über den Hopperkopf verläuft und dort nach Süden zum Hille- und Ruhrkopf abknickt.

Oberlauf

Von ihrer Quelle fließt die Diemel im nordwestlichen Teil Hessens innerhalb des Landkreises Waldeck-Frankenberg zuerst sanft bergab nach Usseln und dann nordwärts durch ein schönes Tal, in dem drei Dörfer liegen: Hemmighausen (Ortsteil von Willingen), Deisfeld und Giebringhausen (Ortsteile der Gemeinde Diemelsee). Danach erreicht ihr Wasser von Süden kommend den Diemelsee, in den die von Westen heran fließende Itter einmündet. Kurz vor der Staumauer verläuft durch diesen See die Grenze der eben erwähnten Bundesländer, so dass der Fluss fortan in Nordrhein-Westfalen im Hochsauerlandkreis fließt.

Mittellauf

Unterhalb der Staumauer und damit ab Helminghausen (nicht zu verwechseln mit Hemmighausen) durchfließt die Diemel in nordöstlicher Richtung ein schönes Tal, in dem mal geplant war (oder immer noch ist?) einen weiteren Stausee zu errichten (was z. B. in zahlreichen Landkarten verzeichnet ist) und, in dem man glaubt, in einer Voralpenlandschaft zu sein. Bis zu 595 m hoher Berge thronen dort majestätisch über dem Tal, in dem es außer Helminghausen keine weiteren Dörfer gibt, bis auf Padberg, das aber in dieser Gegend auf einem Berg hoch oben über der Diemel liegt. In diesem Tal wird die Diemel zuerst von der aus Richtung Süden kommenden Rhene und dann von der aus westlicher Richtung heran fließenden Hoppecke gespeist. Danach verlässt die Diemel den Naturpark Diemelsee, wobei sie südöstlich am Sintfeld vorbei fließt und über Marsberg nach Westheim gelangt, von wo sie teils auf der Landesgrenze der eingangs genannten Bundesländer verläuft und die an dieser Grenze in Hessen gelegene Gemeinde Diemelstadt erreicht. Nach dem Unterqueren der A 44 (Diemeltalbrücke; 100 m lang) durchfließt sie dessen Ortsteil Wrexen, an dessen nordöstlichem Ortsrand die von Süden kommende Orpe einmündet. Nördlich dieser Ortschaft befinden sich die südlichsten Ausläufer des Eggegebirges, das den Südteil vom Naturpark Teutoburger Wald / Eggegebirge bildet, dessen südliche Begrenzung im Diemeltal liegt.

Unterlauf und Mündung

Danach gelangt die Diemel in zunehmend weitläufig werdender Landschaft wieder nach Nordrhein-Westfalen und somit in den Landkreis Höxter. Darin verläuft sie durch die Warburger Börde, wo sie unweit südlich die Ruinen der Burg Desenberg passiert und ihr in Warburg die von Süden kommende Twiste zufließt. Etwas weiter flussabwärts erreicht sie erneut die Landesgrenze beider Bundesländer, an der hiesig der von Norden kommende Eggel einmündet, und gelangt direkt anschließend nach Nordhessen und somit in den Landkreis Kassel. Unmittelbar unterhalb Liebenaus mündet die von Süden kommende Warme ein.

Danach verläuft die Diemel durch Trendelburg, wo die Burg Trendelburg steht und ihr beim Stadtteil Wülmersen die von Südosten kommende Holzape zufließt. Nach dem Durchfließen eines erneut schönen Tals am Nordwestrand des Reinhardswalds, in dem die Sababurg steht, erreicht sie Helmarshausen mit der Krukenburg. Nach der letzten Flussschleife und damit nur etwas weiter nördlich mündet die Diemel in Bad Karlshafen auf 96 m Höhe in die Ober-Weser.

Nebenflüsse

Im Folgenden werden die Nebenflüsse der Diemel mit ihrer Länge genannt. Die Reihenfolge der Nennung erfolgt von der Quelle zur Mündung.

(Alle Längenangaben gemäß Landesvermessungsamt Nordrhein-Westfalen [1])

Einzugsgebiet

Das Einzugsgebiet der Diemel, das sich zu etwa 70 % in Hessen und zu rund 30 % in Nordrhein-Westfalen befindet, umfasst etwa 1.760 km².

Stauanlagen und Kraftwerk

Zum Einzugsgebiet der Diemel gehören insgesamt drei Stauanlagen:

Rund 300 m nord-nordwestlich von Wülmersen, unweit östlich der B 83 bzw. nahe der Sackgassen-Zufahrstraße nach Wülmersen steht nebst einer Stauanlage zur Versorgung des Kraftwerks das Diemelkraftwerk Wülmersen, das seit 1921 in Betrieb ist und mit seinen drei Turbinen ungefähr 565 KW Strom erzeugt.

Höhenunterschied

Von der Quelle (650 m ü. NN) der Diemel im Rothaargebirge bis zu ihrer Mündung (96 m ü. NN) in die Weser im Stadtgebiet von Bad Karlshafen überwindet die Diemel 554 m Höhenunterschied.

Schiffbarkeit und Wassersport

Der Abschnitt Stammen (vor Trendelburg) bis Bad Karlshafen wurde 1710 bis 1723 durch Ausbau, begleitende künstliche Kanäle und Schleusen schiffbar gemacht und war Teil des von der Lahn zur Weser geplanten aber nie vollendeten Landgraf-Carl-Kanals.

Im Mittellauf der Diemel hängt die Befahrbarkeit von der Wasserabgabe des Elektrizitätswerks am Diemelsee ab, so dass der Flussabschnitt mit Kajaks bei 3 bis 4 m³/s befahrbar ist.

Der Unterlauf der Diemel ab Warburg ist für Sportboote (Kajak und Kanadier) ganzjährig befahrbar und ein lohnendes Ziel für Kanuten. Einige Wehre sind schwierig zu umtragen. Am Diemelkraftwerk Wülmersen beim Hofgut Wülmersen ist ein Umtragungsweg angelegt. Es gibt Bootsverleih und geführte Paddeltouren. Ab 01. Mai 2007 treten für den hessischen Unterlauf zwischen Haueda und Bad Karlshafen neue Befahrungsregeln in Kraft. Private Bootsfahrer werden kontingentiert und müssen sich zum Beispiel über das Internet beim Regierungspräsidium Kassel anmelden ([1]). Voraussetzung für eine Befahrung ist ein Pegelstand in Helmarshausen von 173 cm. Dies korreliert mit den Rot-Grün-Wasserstandsanzeigern an den Einstiegen (Befahrung nur bei „Grün“).

Kurioses

Interessant am Oberlauf der Diemel ist, dass sie bis zu ihrer Mündung in den Diemelsee wesentlich kürzer ist als Itter und Hoppecke (die wesentlichsten Zuflüsse im Diemel-Oberlauf) mit ihren Quellbächen, so dass vor allem die Hoppecke - wenn man es von der Länge her betrachtet - der eigentliche Diemel-Quellfluss ist.

Ortschaften

Zu den Ortschaften an der Diemel gehören (flussabwärts gesehen):

Ausflugsmöglichkeiten

Ausflugsziele bzw. Sehenswürdigkeiten unmittelbar an oder unweit der Diemel sind der Diemelsee, die Ruinen der Burg Desenberg, die Trendelburg, die Wolkenbrüche bei Trendelburg, das Wasserschloss Wülmersen, das ehemalige Benediktinerkloster in Helmarshausen, die Ruine der Krukenburg und die Barockstadt Bad Karlshafen.

Entlang der Diemel − von der Quelle bis zur Mündung − führt der Diemelradweg.

Einzelnachweise

  1. a b c Landesvermessungsamt NRW