Heim

Lohrheim

Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 50° 19′ N, 8° 3′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Rhein-Lahn-Kreis
Verbandsgemeinde: Hahnstätten
Höhe: 175 m ü. NN
Fläche: 4,13 km²
Einwohner: 605 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 146 Einwohner je km²
Postleitzahl: 65558
Vorwahl: 06430
Kfz-Kennzeichen: EMS
Gemeindeschlüssel: 07 1 41 081
Adresse der Verbandsverwaltung: Austraße 4
65623 Hahnstätten
Ortsbürgermeister: Bodo Schäfer

Lohrheim ist eine Ortsgemeinde im Rhein-Lahn-Kreis in Rheinland-Pfalz.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Lohrheim liegt im Taunus gelegenen Aartal (Limburger Becken) etwa sieben Kilometer südwestlich von Limburg an der Lahn und sechs Kilometer südlich von Diez. Die höchsten Erhebungen in der Gemarkung sind der Eichelsberg (312 Meter) und der Ergenstein (420 Meter).


Geschichte

Der Ort wurde 790 in einer Schenkungsurkunde Karls des Großen als Larheim erstmals urkundlich erwähnt.

Die Namensendung „-heim“ deutet auf eine Gründung zu fränkischer Zeit hin.

In der Nähe des Ortes im Oberneiser Wald sind keltische Hügelgräber zu finden, bei Bauarbeiten wurden weitere keltische Überreste entdeckt.

Erstmals 1276 sind die beiden Adelsfamilien "von Larheim" und "Donner von Larheim" verbürgt. Sie starben 1543 und 1571 aus.

Seit 1564 bei Einführung der Reformation gehörte Lohrheim, Oberneisen und Netzbach im selben Kirchspiel zusammen.

Lohrheim gehörte von 1816 bis 1866 zum Herzogtum Nassau, das als Ergebnis der Wiener Kongresses gebildet wurde. 1868 kam Lohrheim zur preußischen Provinz Hessen-Nassau und war nach dem Zweiten Weltkrieg Teil der französischen Besatzungszone. 1947 wurde der Ort Teil des neu gegründeten Landes Rheinland-Pfalz.

Anfang des Jahres 1914 wurde die Gemeinde an die öffentliche Wasserversorgung und an das Stromnetz angeschlossen. Ebenfalls im Jahre 1914 fanden Probebohrungen zur Erkundung von Tonvorkommen statt, bei der recht mächtige Kaolinvorkommen entdeckt wurden. Diese werden bis heute abgebaut, wohingegen der Abbau von Eisenstein, Pyrit eingestellt wurden. Der Abbau von Baryt in der Grube „Amalie“ wurde im Mai 1924 eingestellt.

1930 wurde der Friedhof in Lohrheim eröffnet, zuvor wurden die Lohrheimer in Oberneisen begraben. Bei den Bauarbeiten zur Errichtung wurden mehrere Scherbenfunde gemacht, die später auf die fränkische Zeit datiert wurden.

1967 wurde die Mehrzweckhalle mit angrenzendem Sportplatz fertiggestellt.


Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat setzt sich aus zwölf Ratsmitgliedern sowie dem ehrenamtlichen und vorsitzenden Ortsbürgermeister zusammen und wurde bei den Gemeinderatswahlen am 13. Juni 2004 in einer Mehrheitswahl gewählt. Die Wahlbeteiligung lag bei 64,7%.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Östlich von Lohrheim verläuft in Nord-Süd-Richtung die B 54, die in südlicher Richtung nach Wiesbaden führt und nach Norden nach Diez und auf die bei Limburg an der Lahn verlaufende A 3 führt.


Bildung

Um 1770 fand in Lohrheim erstmals Schulunterricht statt. Anfangs wurde dafür das Privathaus des Lehrers genutzt. Als 1781 der Lehrer starb wurde Lohrheim Einzugsgebiet der Schule in Oberneisen, 1836 wurde an der Stelle des heutigen Feuerwehrhauses eine Schule mit Lehrerwohnung gebaut.

Die nächstgelegenen Grundschulen befindet sich heute in Oberneisen und Hahnstätten. Eine Regionale Schule befindet sich ebenfalls in Hahnstätten.

In Lohrheim gibt es noch eine evangelische Kindertagesstätte.