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Ernst Jakob Henne

Ernst Jakob Henne, genannt „Schneller Henne“ (* 22. Februar 1904 in Weiler im Allgäu, † 22. Mai 2005 auf Gran Canaria) war ein deutscher Motorrad- und Autorennfahrer und Unternehmer.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Ernst Jakob Henne wurde als viertes Kind des Sattlermeisters Jakob Henne geboren. Mit fünf Jahren Vollwaise, wuchs er bei einer Bauernfamilie auf. Im Jahr 1919 begann Henne eine Lehre zum Kraftfahrzeugmechaniker und erwarb mit 15 Jahren den Motorradführerschein. Vier Jahre später machte er sich als Zweiradmechaniker in München selbstständig [1]. Im selben Jahr (1923) entschloss er sich beim Besuch eines Motorradrennens (Sandbahnrennen in Mühldorf) spontan zur Teilnahme und belegte auf einer geliehenen Megola-Maschine den dritten Platz. Nach weiteren Rennerfolgen wurde BMW auf ihn aufmerksam und verpflichtete ihn 1926 als Werksfahrer. In den folgenden Jahren war Henne einer der erfolgreichsten deutschen Motorradrennfahrer auf der Straße und im Gelände. Unter anderem wurde er 1926 Deutscher Meister in der 500-cm³-Klasse, 1927 Deutscher Meister in der 750-cm³-Klasse und 1928 Sieger der Targa Florio in Sizilien. In den Jahren 1933 bis 1935 siegte die deutsche Nationalmannschaft unter seiner Führung bei den Internationalen Sechstagefahrten, den Meisterschaften der Geländefahrer.

Ab 1934 fuhr Henne auch Automobilrennen, zunächst für Mercedes, ab 1935 für BMW. Im Jahr 1936 gewann er mit dem Prototyp des BMW 328 das Eifelrennen auf dem Nürburgring und 1937 zwei weitere Grand-Prix-Rennen.

Ab 1929 unternahm Ernst Jakob Henne für BMW zahlreiche Motorrad-Weltrekordversuche. Seinen ersten offiziellen Geschwindigkeits-Weltrekord stellte er auf einer 750-cm³-BMW am 19. September 1929 mit 216,75 km/h über die Meile mit fliegendem Start auf. In den Jahren 1929 bis 1937 folgten insgesamt 76 Geschwindigkeits-Weltrekorde, zuletzt am 28. November 1937 mit 279,5 km/h auf einer vollverkleideten 500-cm³-Kompressor-BMW. Diese Bestleistung wurde erst 14 Jahre später, im April 1951, von Wilhelm Herz überboten. Nach diesem letzten Rekord zog sich Henne vom aktiven Motorsport zurück.

Henne war einer der erfolgreichsten Motorradsportler in der Motorsport-Geschichte und wurde in den 1930er Jahren mit Sportstars wie Max Schmeling, Gottfried von Cramm, Rudolf Harbig oder den Motorsportlern Rudolf Caracciola, Manfred von Brauchitsch und Bernd Rosemeyer in einem Atemzug genannt.

In Meckenbeuren verhalf Ernst Henne drei unschuldigen Bürgern der Gemeinde aus der Gestapo-Haft entlassen zu werden.

Nach Kriegsende baute er ab 1949 die Daimler-Benz-Niederlassung in München auf und wurde einer der größten Händler Deutschlands. Im Jahr 1991 gründete er mit einem beträchtlichen Teil seines Vermögens die Ernst-Jakob-Henne-Stiftung zur Unterstützung schuldlos in Not geratener Menschen.

1996 zog er sich in den Ruhestand zurück. Als sein Sohn Ernst Theodor Henne, seit 1987 fünfter Ehemann der Unternehmerin und Aga-Khan-Schwiegermutter Renate Thyssen-Henne, die Firma Auto-Henne 1997 an die Daimler-Chrysler AG verkaufte, war sie eine der letzten selbstständigen Generalvertretungen in Deutschland.

Henne wohnte zuletzt zurückgezogen auf Gran Canaria und verstarb am 22. Mai 2005 im Alter von 101 Jahren.

Siehe auch

Anmerkungen

  1. Zusammen mit seiner Frau baute er die Motorrad- und Automobilwerkstatt mit der Zeit zu einem großen Unternehmen mit über 500 Beschäftigten aus
Personendaten
Henne, Ernst Jakob
Schneller Henne
deutscher Rennfahrer
22. Februar 1904
Weiler im Allgäu
23. Mai 2005
Gran Canaria