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Dolomiten

Dieser Artikel behandelt die Gebirgskette; zu anderen Bedeutungen siehe Dolomit (Begriffsklärung).

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Dolomiten

Lage der Dolomiten innerhalb der Ostalpen nach AVE

Höchster Gipfel Marmolata (3.342 m) p2
Lage Südtirol, Belluno und Trentino

Die Dolomiten (ital. Dolomiti) sind eine Gebirgskette der Südlichen Kalkalpen und verteilen sich auf die italienischen Regionen Trient-Südtirol (Trentino-Alto Adige) und Venetien (Veneto) (Norditalien) bzw. - zu etwa gleichen Teilen - auf die Provinzen Südtirol, Belluno und Trentino.

Inhaltsverzeichnis

Begriffsklärung

Die Abgrenzung der Dolomiten ist strittig. Nach herkömmlichem Verständnis werden sie im Norden durch das Pustertal, im Osten durch Sexten, Kreuzbergsattel und Piave, im Süden wiederum durch den Piave, die Linie Feltre-Genebe/Enego und das Valsugana, und im Westen durch die Täler von Etsch und Eisack begrenzt.

Nach der Alpenvereinseinteilung der Ostalpen zählen die westlichen, zur Etsch hin gelegenen Gebirgsgruppen der Fleimstaler Alpen und Vizentiner Alpen nicht mehr zu den eigentlichen Dolomiten.

Zuweilen werden auch die Berge und Täler östlich des Piave, wie Friauler Dolomiten, Val Montanaia, Cima dei Preti, Monte Duranno oder Col Nudo, zu den Dolomiten gezählt; teilweise auch die Kalkberge westlich der Etsch, welche als Brenta (Dolomiti di Brenta) bezeichnet werden. Im Folgenden wird der Begriff aber auf die Berge zwischen Etsch und Piave beschränkt.

Weder die Unterengadiner Dolomiten noch die Lienzer Dolomiten gehören zu den Dolomiten.

Bergmassive und Gipfel

360°-Panorama der Dolomiten vom Kronplatz

Höchster Berg der Dolomiten ist die Marmolata mit 3.342 Metern Höhe. Weitere bekannte Massive sind die Drei Zinnen in den Sextener Dolomiten, die Sella, der Rosengarten, die Geislergruppe, die Langkofelgruppe.

Die wichtigsten Bergmassive der Dolomiten heißen

Täler

Die wichtigsten Täler sind

Geomorphologie

Charakteristisch für die Dolomiten ist der abrupte Wechsel zwischen sanft gewellten Almen und den darauf sitzenden steilen Riffen aus Kalkstein. Die Riffe ragen zum Teil bis in eine Höhe von etwa 3.000 bis 3.200 m. Interessant ist hierbei eine deutliche Terrassierung bei ca. 2300 m (Schlern) und 2800 m (Sella-Massiv). Auch Fanes-Alpe oder die Gardenaccia-Crespaina-Hochfläche zählen zu diesen Terrassen. Im Kontrast dazu stehen die stark zerklüfteten Massive wie etwa Langkofel, Sextener Dolomiten und Rosengarten. Ursachen dieser unterschiedlichen Erscheinungsformen sind u. a. der stark gegliederte Schichtaufbau (gut zu sehen an der Rosengarten-Westflanke), die abwechselnde Hebung und Senkung ganzer Gesteinsblöcke mit unterschiedlichen Überflutungsphasen (sichtbar z. B. am Sellastock) sowie das Aufbrechen der geschlossenen Formationen durch Magmagänge.

Das Gebirge besteht zu großen Teilen aus Sedimentgestein, das deutlich typische Schichtungen aufweist. Dazwischen findet man auch Lagen aus versteinerten Korallenriffen, die in der absinkenden Tethys der unteren Trias gewachsen waren. Dieses Gestein wird als Dolomit bezeichnet, dabei wird zwischen verschiedenen Gesteinssorten wie beispielsweise Schlerndolomit und auflagerndem Hauptdolomit differenziert. Auch vulkanische Spuren lassen sich entdecken: So findet man z. B. im Latemar tiefe Einschnitte in den Hauptkamm - nur wenige Meter breit, aber bis zu 200 Meter tief -, an deren Grund dunkles und kissenartig abgerundetes Lavagestein zutage tritt. Der kleine Padonkamm zwischen Sella und Marmolada besteht zur Gänze aus Lavagestein.

Da die erkaltete Lava wesentlich weicher ist als das umgebende Kalkgestein, sind diese Gebiete stärker verwittert und weniger hoch. Sie bildet oft das Grundgestein der weiten Almen in den Dolomiten und ist zum Teil auch verantwortlich für die wilde Zerklüftung mancher Massive (etwa des Latemar).

Früher trugen einige Berggruppen noch nennenswerte Gletscher, der einzige heute noch existierende Gletscher ist der Marmolatagletscher.

Der Name der Dolomiten wie auch des Dolomitgesteins leitet sich von dem französischen Geologen Déodat de Dolomieu (1750–1801) ab. Bevor dieser das Dolomitgestein beschrieben hat, war die Bezeichnung „Monti pallidi“ (bleiche Berge) verbreitet. Das eigentliche, von Dolomieu beschriebene Gestein bzw. das darin enthaltene Mineral Dolomit macht jedoch nur einen kleinen Teil der Dolomiten aus. Es ist aufgrund des hohen Magnesiumgehaltes gelblich gefärbt und findet sich u. a. im Bereich der Fanes (Kreuzkofelgruppe), der drei Zinnen und des Rosengartens, erkennbar an der Gelbfärbung der senkrechten Wandabbrüche (geneigte Felspartien sind durch Verwitterung grau gefärbt). Die übrigen Gebiete bestehen hauptsächlich aus weißlich-grauen Kalksedimenten mit geringem Dolomit-Anteil, wie man sie auch in den nördlichen Kalkalpen findet. Wegen der ähnlichen Gesteinsstrukturen hat sich der Name im Sprachgebrauch auf die gesamten Dolomiten sowie auf das entsprechende Kalk-Sedimentgestein übertragen, die Unterschiede werden dann mit anderen Bezeichnungen differenziert (siehe oben).

Bevölkerung

Die Dolomiten bilden das Verbreitungsgebiet der Ladiner (vgl. Ladinische Sprache) und werden daneben von der Sprachgrenze zwischen Deutsch und Italienisch durchlaufen. Die Ladiner bewohnen vor allem die vier von der Sella ausgehenden Täler Gröden, Fassa, Buchenstein und Badia (Gadertal). In diesen Tälern sind die Ortschaften häufig dreifach in allen drei Sprachen benannt.

Geschichte

Die Dolomiten gingen aus der Völkerwanderung als ladinisches Sprachgebiet hervor, wurden aber mit der Entstehung Tirols und der Eingliederung des Trentino in das heilige römische Reich ab dem Mittelalter durch bajuwarische Siedler teilweise germanisiert, daneben stößt vom Süden her bis heute das Italienische vor.

Durch die Dolomiten verlief während des ganzen hohen und späten Mittelalters sowie bis in die napoleonische Zeit die Grenze zwischen Deutschland beziehungsweise Österreich und Italien. Auch zwischen 1866 und 1918 verlief hier die österreichisch-italienische Grenze. Sie folgte im Wesentlichen der heutigen Provinzgrenze zwischen Trentino-Südtirol und Venetien, wobei aber das Buchenstein (also der oberste Teil des Cordevole-Tals) und Cortina österreichisch waren.

Während des Gebirgskriegs 1915-1918, als Italien auf Seiten der Entente im Ersten Weltkrieg kämpfte, war die Grenze Gebirgsfront. Es gelang den Italienern allerdings im Zuge ihrer Offensive, nur Cortina und Teile des Buchensteins zu besetzen, so dass die Front nach ihrer Stabilisierung in etwa vom Passo San Pellegrino über Marmolata, Col di Lana, Lagazuoi (siehe Lago di Lagazuoi), die Tofanen, Hohe Gaisl, Schluderbach, Monte Piana, Drei Zinnen und Paternkofel zum Kreuzbergsattel verlief. Vielerorts sind noch Kriegsspuren zu sehen, insbesondere der durch Sprengung zum Einsturz gebrachte Gipfel des Col di Lana.

Das Museum Gröden in St. Ulrich beherbergt eine reiche Sammlung zur Geschichte des Grödnertals und der Dolomiten (u. a. Fossilien und Mineralien).

360°-Panorama der Dolomiten vom Westgrat der Marmolata. Links und rechts der Gipfel Punta Penia, am Horizont Palagruppe, Latemar, Rosengarten, Langkofel, Sella und Ampezzaner Dolomiten.

Wirtschaft

Der größte Wirtschaftsfaktor der Region ist der ganzjährige Tourismus. Bekannteste Orte sind Cortina d'Ampezzo, St. Ulrich, Seiseralm, Arabba, Wolkenstein, Corvara im Gadertal, San Martino di Castrozza im Primierotal und Canazei im Fassatal.

Die Almwirtschaft (hauptsächlich die Viehzucht), die durch die dortige Bevölkerung betrieben wird, ist mit ihren Traditionen heute zu einem bedeutenden Bestandteil des Fremdenverkehrs geworden, so dass ihre ursprüngliche Funktion als reiner Nahrungsmittellieferant inzwischen an wirtschaftlicher Bedeutung eingebüßt hat. In einigen Orten der Dolomiten hat das Kunsthandwerk (kunstvolle Holzschnitzereien) große Tradition und nimmt eine wichtige wirtschaftliche Rolle ein.

Bergsport

Die Dolomiten können auf zehn verschiedenen Dolomiten-Höhenwegen durchquert werden.

 Commons: Dolomiten – Bilder, Videos und Audiodateien