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Adriaen de Vries

Adriaen de Vries (* geb. um 1545 oder um 1560 in Den Haag; † vor 15. Dezember 1626 in Prag) war ein niederländischer Bildhauer.

Er kam früh nach Florenz, wo er bei Giovanni Bologna arbeitete und Kopien antiker Bildwerke und eigne Kompositionen in Wachs bossierte und in Erz ausführte. Nach einem kürzeren Aufenthalt in Rom ging er nach Augsburg, wo in Zusammenarbeit mit dem Gießer Wolfgang Neidhardt seine Hauptwerke entstanden: der Merkurbrunnen (1599) und der Herkulesbrunnen (1602 eingeweiht) mit zahlreichen aus Metall gegossenen Figuren, welche sich durch Eleganz des Aufbaues und durch Feinheit der Einzelbildungen auszeichnen. Später wurde er von Kaiser Rudolf II. nach Prag berufen, wo er als Hofbildhauer für den Kaiser und andere fürstliche Persönlichkeiten, wie z.B. Fürst Ernst zu Holstein-Schaumburg etliche Werke ausführte, u. a. 1603 eine lebensgroße bronzene Christus-Statue für die Kirche in Rothsürben bei Breslau (heute im Nationalmuseum (Muzeum Narodowe) Warschau) sowie 1613 - 1620 das Grabdenkmal des Fürsten im Mausoleum der St. Martini-Kirche in Stadthagen.

Literatur

Ursel Berger, Björn R. Kommer [Hrsg.]: Adriaen de Vries: 1556 - 1626; Augsburgs Glanz - Europas Ruhm. Katalog zur gleichnamigen Ausstellung der Städtischen Kunstsammlungen Augsburg, 11. März - 12. Juni 2000, Stadt Augsburg, 2000 ISBN 3-8295-7024-4

Larsson, Lars Olof: Adrian de Vries. Adrianus Fries Hagiensis Batavus 1545–1626, Wien/München/Frankfurt a. M. 1967

Personendaten
Vries, Adriaen de
Fries, Adriaen de; Frys, Adriaen de
niederländischer Bildhauer
um 1545 oder um 1560
Den Haag
vor 15. Dezember 1626
Prag