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Spiel ohne Grenzen

Showdaten
Titel: Spiel ohne Grenzen
Produktionsland: Deutschland und weitere europäische Staaten
Produktionsfirma: RAI, WDR u. a.
Länge pro Sendung: etwa 90 Minuten
Genre: Spielshow
Erstausstrahlung: 1965
auf Das Erste (Deutschland)
Moderation:

Spiel ohne Grenzen war eine in den 1960er- und 1970er-Jahren beliebte Spielshow. Bei dieser in Deutschland vom Westdeutschen Rundfunk live ausgestrahlten Sendung mussten ausgewählte Städte mit ihren Mannschaften im nationalen Vergleich und danach im internationalen Vergleich bei diversen auch sportlich herausfordernden Geschicklichkeitsspielen gegeneinander antreten.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Originalsendung

Entstanden war die Idee in Frankreich, wo das Spiel zunächst auf nationaler Ebene unter dem Namen Intervilles gespielt wurde. Der Wettbewerb entwickelte sich im Fernsehen zu einem Quotenrenner. Die erste internationale Sendung war 1965, in der vier Nationen teilnahmen. Spiel ohne Grenzen wurde von dem italienischen Staatssender RAI organisiert. Die Sendung hieß international Jeux Sans Frontières oder It’s A Knockout. Der WDR und somit Deutschland stieg 1980 aus der Veranstaltung aus. 1982 lief die letzte Sendung der ersten Auflage. Sechs Jahre später wurde Jeux Sans Frontières „wiederbelebt“. Im Jahre 1999 wurde sie schließlich wegen Sparmaßnahmen nach 30 Sendungen von der Europäischen Rundfunkunion (EBU) abgesetzt.

Die EBU hatte im Sommer 2006 angekündigt, dass Jeux sans frontiéres ab Sommer 2007 wieder ausgestrahlt würde. Acht Staaten würden teilnehmen, Deutschland würde aber nicht zu dieser europäischen Veranstaltung zurückkehren. Im Mai 2007 hat die EBU jedoch erklärt, dass es aus finanziellen Gründen 2007 doch keine Rückkehr von Jeux sans frontiéres geben wird. Eine neue Sendung ist aber für 2008 geplant – man will in diesem einem Jahr nach Sponsoren und nach neuen Kandidaten suchen. Die EBU möchte auch die größeren Fernsehanstalten (insb. Italien, Portugal, Frankreich) zu einer Teilnahme überzeugen.

In Deutschland wurde die Sendung von Camillo Felgen moderiert (125 Sendungen von 1965 bis 1973), Co-Moderator war Frank Elstner. Weitere Moderatoren bis 1980 waren unter anderem Manfred Erdenberger und Heribert Faßbender.

Im Jahr 1980 hatte Peter Gabriel mit Games Without Frontiers, einem Song der im Titel und Text mehrfach auf die Show anspielt, seinen bis dahin größten Solo-Hit.

Nachfolgesendungen (Deutschland)

1989 gab es eine kurzlebige Neuauflage, die von Michael Schanze moderiert wurde, jedoch nicht an den Erfolg des Originals anknüpfen konnte.[1] Unter den Schiedsrichtern sah man u. a. den Eisschnellläufer Erhard Keller und in der Ausgabe von 1989 den Fußball-Bundesliga-Schiedsrichter Walter Eschweiler. Nach nur vier Sendungen wurde das Format bereits wieder eingestellt.

In ähnlicher Form lebte das Spiel im ersten Programm der ARD im Jahre 2003 (wenn auch nur national), übertragen aus dem Europapark Rust, wieder auf. Deutschland Champions wurde im Jahre 2004 als Wettbewerb der 16 deutschen Bundesländer mit prominenter Beteiligung ein zweites Mal veranstaltet. Moderatoren waren Gerd Rubenbauer, Sabrina Staubitz und Alexander Mazza. Ab 2005 wurden keine weitere Sendungen übertragen.

Spielprinzip

In der ersten national ausgetragenen Stufe kämpften pro Jahr acht nationale Städtemannschaften (jeweils 25 Teilnehmer und drei Reservespieler) in vier, jeweils Samstag Nachmittag ausgestrahlten Wettbewerben gegeneinander, um sich international zu qualifizieren. Die Spiele waren eine Mischung aus sportlicher und geschicklicher Herausforderung. So mussten die Teilnehmer zum Beispiel Gegenstände – häufig Behälter, in denen Wasser transportiert wurde – über (durch Schmierseife) rutschige, oft auch sich bewegende Untergründe zu einem Zielpunkt bewegen, um dabei meistens von Mitgliedern der gegnerischen Mannschaft daran gehindert zu werden. Pro gewonnenes Spiel gab es zwei Punkte; für ein Spiel konnte von jeder Mannschaft vorab ein Joker gesetzt werden, der bei einem Sieg vier Punkte einbrachte. Das letzte Spiel wurde punktemäßig doppelt gezählt. Die siegreiche nationale Mannschaft qualifizierte sich dann für jeweils einen internationalen Vergleich.

Die zweite, nun internationale Finalrunde fand jeweils Mittwoch Abend abwechselnd in den am Wettbewerb teilnehmenden Ländern (neben Deutschland waren dies Belgien, Großbritannien, Frankreich, Italien, Niederlande, Schweiz) statt. Diese vier Wettbewerbe wurden im Rahmen der Eurovision ebenfalls live übertragen.

Die nationalen Mannschaften, die das beste Ergebnis in der zweiten Runde der internationalen Ausscheidungen erzielt hatten, durften dann zu einer internationalen Endausscheidung reisen.

Teilnehmer

Zwischen 1965 und 1999 nahmen 20 Länder an 30 Jeux-Sans-Frontières-Ausgaben teil (wenn man Wales und die Tschechoslowakei auch einzeln zählt):

Land Jahre der Teilnahme Ausgaben Siege
 Belgien 1965–1982, 1988–1989 20 2
 Deutschland 1965–1980 16 6
 Frankreich 1965–1968, 1970–1982, 1988–1992, 1997–1999 25 3
 Italien 1965–1982, 1988–1999 30 4
 Schweiz 1967–1982, 1992–1999 24 2
 Vereinigtes Königreich 1967–1982 (1991–1994: nur Wales) 16 4
 Niederlande 1970–1977, 1997–1998 10 0
 Liechtenstein 1976 1 (eine Sendung) 0
 Jugoslawien 1978–1982, 1990 6 0
 Portugal 1979–1982, 1988–1998 15 5
 Spanien 1988, 1990–1992 4 1
 San Marino 1989–1991 3 0
Wales 1991–1994 4 0
 Tunesien 1992 1 0
 Tschechoslowakei 1992 1 1
 Tschechien 1993–1995 3 2
 Griechenland 1993–1999 7 0
 Ungarn 1993–1999 7 3
 Slowenien 1994, 1996–1997, 1999 (früher als Jugoslawien) 4 0
 Malta 1994–1995 2 0

Einzelnachweise

  1. http://www.gameshowkult.de/spiel.htm