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Vektor (Biologie)

Der Begriff Vektor (lat. vector „jemand, der trägt, zieht oder befördert“) oder zu deutsch Krankheitsüberträger bezeichnet in der Biologie und der Medizin ganz allgemein einen Überträger von Infektionskrankheiten. Der Vektor transportiert einen Erreger vom Hauptwirt, Reservoirwirt auf einen anderen Organismus, ohne selbst zu erkranken. Das entspricht einem indirekten, horizontalen Infektionsweg.

Als Vektor bezeichnet man außerdem in der Gentechnik ein Transportmittel zur Übertragung einer Fremdnukleinsäure in eine Empfängerzelle, siehe Vektor (Gentechnik).

Allgemein

Bei Vektoren, die Infektionskrankheiten übertragen, werden generell zwei Übertragungsarten unterschieden:

Biologische Übertragung

Eine Erregerart wird von einem speziellen Vektor – beispielsweise ein blutsaugendes Insekt – während der Nahrungsaufnahme bei einem infizierten Hauptwirt aufgenommen, überlebt innerhalb des Vektororganismus im aktiven Zustand, kann sich möglicherweise noch zusätzlich vermehren und/oder wandeln und infiziert bei der nächsten Nahrungsaufnahme des selben Vektors bei einem noch nicht infizierten Lebewesen dieses neue Opfer. Grundsätzlich gilt auf diesem Wege, dass jeder einzelne Vektor nur jeweils seine speziellen Erreger übertragen kann. Der Vektor agiert hier als Zwischenwirt.

Mechanische Übertragung

Der Vektor ist nur äußerlich mit einem Erreger oder mehreren kontaminiert und überträgt diese per Kontaktinfektion bzw. Schmierinfektion auf einen anderen Organismus. Der Vektor agiert hier als Transportwirt. Beispiele hierfür sind u. a. die Stubenfliege, die Schmeißfliege und die Kakerlake. Auf diesem Wege gilt, dass jeder Vektor alle möglichen Erreger übertragen kann. Der Erregertransport über einen längeren Zeitraum ist hier nur mit luftunempfindlichen Erregern möglich.