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Erwin Rommel

Johannes Erwin Eugen Rommel (* 15. November 1891 in Heidenheim an der Brenz; † 14. Oktober 1944 in Herrlingen bei Ulm) war deutscher Heeresoffizier, seit 1942 Generalfeldmarschall. Zunächst württembergischer Infanterieoffizier, war Rommel im Ersten Weltkrieg u. a. in den Alpen eingesetzt, wo er für seine Erfolge ausgezeichnet wurde. Ein auf Grundlage dieser Erfahrungen verfasstes Lehrbuch zur Infanterietaktik veranlasste Adolf Hitler 1938/1939, Rommel zum Kommandanten des Führerhauptquartiers während der Besetzung des Sudetenlandes sowie des Polenfeldzuges zu bestimmen. Im weiteren Verlauf des Zweiten Weltkrieges befehligte Rommel eine Panzerdivision im Frankreichfeldzug, die deutsch-italienischen Truppen in Libyen (u. a. Deutsches Afrikakorps) sowie schließlich die deutsche Heeresgruppe B, die bei der Landung der Alliierten in der Normandie diesen gegenüberstand. Sein damals unkonventioneller und scheinbar überraschend erfolgreicher, aber auch riskanter Einsatz der Panzertruppe in Frankreich und besonders in Nordafrika, wo die Kriegsführung von einer umfangreichen Berichterstattung beider Seiten begleitet war, trug ihm Bewunderung auch von Seiten der Gegner, aber auch Kritik ein. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 wurde er wegen seiner Verbindung zu den Attentätern zum Selbstmord genötigt.

Erwin Rommel ist der Vater des langjährigen Stuttgarter Oberbürgermeisters Manfred Rommel.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Kindheit, Jugend und Eintritt in die Armee

Erwin Eugen Rommel wurde am 15. November 1891 in Heidenheim an der Brenz als zweiter Sohn des evangelischen Professors Erwin Rommel († 5. Dezember 1913) und dessen Frau Helene (geb. Luz) geboren. Er wurde am 17. November 1891 getauft. Seine Geschwister waren Gerhard, Helene und Karl. Eigentlich wollte er Flugzeugingenieur werden, doch sein Vater stellte ihn vor die Wahl, entweder Lehrer, wie er selbst, oder Offizier zu werden. Rommel entschied sich für letzteres. Nach dem Ende des Realgymnasiums in Schwäbisch Gmünd trat Rommel als Fahnenjunker in das Infanterie-Regiment König Wilhelm I. Nr. 124 (6. Württembergisches) in Weingarten (Württemberg) ein.

Im März 1911 lernte er bei einem Ball in der Danziger Kriegsschule die damals siebzehnjährige Lucia Maria Mollin („Lucie“) kennen, die er 1916 heiratete. Rommel verliebte sich jedoch auch in die zwanzigjährige Walburga Stemmer, mit der er eine Tochter namens Gertrud hatte. Dieses uneheliche Kind wurde zunächst geheim gehalten und später im Dritten Reich als seine Nichte ausgegeben. Mit seiner Ehefrau hatte Rommel einen gemeinsamen Sohn, Manfred, geboren am 24. Dezember 1928.

Es wurde ihm jedoch von der Propagandaabteilung der NSDAP eine weitere Lebensgeschichte angedichtet. In dieser wurde er als Sohn eines Handwerkers dargestellt, der später zu den ersten Mitgliedern der NSDAP gehörte. Man beabsichtigte damit, Rommel – aus propagandistischen Zwecken – zu einem „Vorzeige-Mitglied“ der NSDAP zu machen. Rommel selbst protestierte heftig gegen diese Lebensgeschichte.

Rommel im Ersten Weltkrieg

Am 27. Januar 1912 zum Leutnant befördert, wurde der damalige Leutnant Erwin Rommel vom 1. März 1914 an als Zugführer in der 4. Batterie (Fuchsenbatterie) des Feldartillerieregiments Nr. 49 in Ulm eingesetzt. Mit Beginn des Ersten Weltkrieges am 1. August 1914 wurde er zu seinem alten Regiment zurückversetzt und kämpfte gleich in den ersten Tagen des Ersten Weltkriegs im Raum Longuyon, an der Maas und westlich von Verdun. Im September 1914 erhielt er das Eiserne Kreuz zweiter Klasse, im Januar 1915 folgte das Eiserne Kreuz erster Klasse und am 18. September die Beförderung zum Oberleutnant.

Nach einer Verwundung wurde er als Kompanieführer der 9. Kompanie Infanterieregiment 124 in die Argonnen versetzt. Nach einer Verletzung am Bein kam er 1915 zum Württembergischen Gebirgsbataillon Herzog-Albrecht-Kaserne in Münsingen (Württemberg). Dort wurde er Kompanie- und Kampfgruppenführer. 1916 folgte die Verlegung an die rumänische Front und im Oktober 1917 nahm er als Oberleutnant an der Offensive der Isonzo-Front (12. Isonzoschlacht) teil, bei der die italienischen Truppen eine schwere Niederlage erlitten. Im Verlauf dieser Schlacht wurde von deutscher Seite Giftgas (Blaukreuz und Grünkreuz) eingesetzt.

In diesem Oktober 1917 erstürmte er mit seinen Soldaten die wichtige italienische Bergstellung auf dem Matajur in den Julischen Alpen, was den Höhepunkt seines Einsatzes im Ersten Weltkrieg darstellte. Es wurden mit gezielten Kanonenschüssen Lawinen erzeugt, um feindliche Stellungen unhaltbar zu machen. An diesem Kriegsschauplatz der Österreichisch-Italienischen Front in den Dolomiten, Karnischen und Julischen Alpen gab es in Relation zur Zahl der kämpfenden Truppe die meisten Toten; die meisten Soldaten fielen nicht bei Kriegshandlungen, sondern wurden in der Nachschubversorgung, durch Lawinen und Bergunfälle getötet. Rommel erhielt für die Erstürmung des Berges den Orden Pour le Mérite. Er musste sich allerdings beschweren, um diesen Orden zu erhalten, da eine andere Einheit fälschlicherweise zuerst den Erfolg für sich reklamierte und eine andere Person die begehrte Auszeichnung bekam. Sein Buch über diesen Angriff unter dem Titel Infanterie greift an hatte 20 Jahre später großen Erfolg.

Im Januar 1918 wurde Rommel Ordonnanzoffizier im Württembergischen Generalkommando z. b. V. 64 im Stabsdienst in Friedrichsburg, wo er am 18. Oktober noch zum Hauptmann befördert wurde. Gegen Weihnachten 1918 kehrte er dann zur 7. Kompanie des Infanterieregiments Nr. 124 nach Weingarten zurück.

Zwischen den Weltkriegen

Im März 1919 wurde Rommel als Hauptmann zur Sicherungskompanie 32 nach Friedrichshafen versetzt und wurde am 25. Juni 1919 vorläufiger Kompaniechef in der Württembergischen Reichswehr-Brigade, 1. Württembergisches Schützen-Regiment 25, I. Bataillon. Im Frühjahr 1920 wurde er gegen Aufständische im Münsterland und in Westfalen eingesetzt. Von Dezember 1921 bis 30. September 1929 war Rommel Chef einer Maschinengewehrkompanie im Infanterieregiment 13 in Stuttgart und Ludwigsburg.

Im Oktober 1928 starb Walburga Stemmer an einer Lungenentzündung, so dass sich von da an Rommel und seine Frau Lucie um seine uneheliche Tochter Gertrud kümmerten. Rommel allerdings bezeichnete Gertrud in der Öffentlichkeit immer als seine Nichte. Im Dezember 1928 wurde sein Sohn Manfred Rommel geboren. (Zu diesem Verlauf gibt es abweichende Darstellungen: Mehrere Quellen, u. a. der britische Fernsehsender Channel Four, geben an, dass Walburga Stemmer Selbstmord beging, nachdem sie von der bevorstehenden Geburt von Erwin und Lucie Rommels Sohn erfahren hatte. Sie und Rommel hatten Heiratspläne gehabt, die am Widerstand der Familie Rommel gescheitert waren).

Am 1. Oktober 1929 wurde Rommel Inspektionschef an der Infanterieschule in Dresden. Am 1. April 1932 wurde er zum Major befördert und am 1. Oktober 1933 zu den Goslarer Jägern versetzt, um das Kommando des III. Bataillons des Infanterieregiments 17 zu übernehmen. Mündlichen Überlieferungen zufolge hat Rommel in Goslar den pensionierten General Ernst von Oven vor SA-Männern geschützt, indem er einen Maschinengewehrposten in Ovens Treppenhaus postierte. Oven wurde von den SA-Männern bedroht, weil er trotz Boykott in jüdischen Geschäften eingekauft hatte.

Am 15. Oktober 1935 wurde Rommel im Rang eines Oberstleutnant, zu dem er am 1. Oktober 1933 befördert wurde, zum Leiter der neuen Infanterieschule in Potsdam ernannt, die er am 1. Oktober 1938 wieder verlassen sollte. Hier entstand 1937 das Buch Infanterie greift an, welches eine halbe Million mal verkauft wurde und auch die Aufmerksamkeit Adolf Hitlers erregte. Weitere Stationen seiner Karriere waren die Beförderung zum Oberst am 1. Oktober 1937, seine Ernennung zum ersten Kommandeur des von ihm aufzustellenden Führer-Begleitbataillons vom 1. bis zum 9. Oktober 1938, als Teil des „Wachregiments“, das später Regiment „Großdeutschland“ hieß, und die kurzzeitige Übernahme der damaligen Kriegsschule (heute wieder: Theresianische Militärakademie) in Wiener Neustadt am 10. November 1938 als Kommandeur. Diese Position hatte er bis März 1939 inne.

Rommels Rolle im Zweiten Weltkrieg

Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde Rommel zum Kommandanten des Führerhauptquartiers ernannt, das während des Polenfeldzuges in einem Eisenbahnzug untergebracht war. Rückwirkend zum 1. August 1939 wurde Rommel zum Generalmajor befördert. Der Zug folgte dem Frontverlauf und Rommel begleitete Hitler oftmals bei Ausfahrten mit dem Auto vom Zug zu den Führungsstäben der Truppenteile. Er hatte somit direkten Kontakt mit Hitler.

Nach dem Polenfeldzug kam Hitler Rommels Wunsch nach, eine Panzerdivision zu führen. Rommel wurde von Hitler im Februar 1940 zum Kommandeur der 7. Panzerdivision ernannt. Er hatte bis dato keinerlei praktische Erfahrung in der Führung eines Panzerverbandes, bewies jedoch, dass er über die notwendigen Kenntnisse in der Blitzkriegstaktik verfügte, die er schon intuitiv während seiner Operationen im Ersten Weltkrieg in der Infanterie angewandt hatte. Während des Westfeldzugs operierte seine Division so schnell, dass selbst das eigene Oberkommando nicht immer wusste, wo sie sich gerade aufhielt. Deshalb erhielt sie den Beinamen Gespensterdivision. Hier ist anzumerken, dass die Division stark in die Länge gezogen wurde, weshalb sogar Rommels Stab zeitweise nicht wusste, wo sich ihr Kommandeur befand.

Anders als die meisten anderen Divisionskommandeure der Wehrmacht hielt sich Rommel immer in der Nähe der Front auf. „Wo Rommel ist, ist vorn.“ – Dieses Sprichwort prägte sich seinen Soldaten schon vom ersten Kampftag an ein. Als Führungspanzer diente ihm während des gesamten Frankreichfeldzuges ein Panzerkampfwagen III („Kommandowagen“). Rommel scheute sich auch nicht, unter feindlichem Feuer höchstpersönlich einen Angriff zu leiten, wie bei der Brücke von Chenterfontaine, wo er sich unter französischem MG-Beschuss mit einer Handvoll Infanteristen zur anderen Uferseite vorkämpfte.

Rommels Einheit forcierte die Maas, durchbrach die Maginotlinie und stieß an den La-Bassée-Kanal vor. Dort bekam er am 27. Mai das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen.

Rommels Einsatz in Nordafrika

Im September 1940 hatte Italien von Libyen aus, bei erheblicher zahlenmäßiger Überlegenheit, eine zögerlich ausgeführte Offensive gegen Ägypten unternommen. Die britische Gegenoffensive ab Anfang Dezember 1940 ließ die 10. italienische Armee zusammenbrechen und führte bis zum 8. Februar 1941 zum vollständigen Verlust der Cyrenaika. Dabei wurden weit über 100.000 italienische Soldaten gefangen genommen. Unter diesem Eindruck einigten sich Mussolini und Hitler im Verlauf des Januar auf eine direkte deutsche Unterstützung in Libyen. Diese sollte neben zusätzlichen Luftwaffenverbänden aus einem Panzerkorps mit zwei Divisionen bestehen.

Rommel, der im Januar 1941 zum Generalleutnant befördert worden war, wurde für das Kommando von Hitler persönlich gegen den Widerstand des Oberbefehlhabers des Heeres ausgesucht. Am 14. Februar 1941 übernahm er als kommandierender General das nun so genannte Deutsche Afrikakorps. Sein Auftrag war, den Bündnispartner Italien bei der Verteidigung zu unterstützen und einen britischen Vorstoß auf Tripolis zu verhindern sowie bis zum 20. April einen Plan für die Rückeroberung der Cyrenaika vorzulegen. Am 20. März 1941 wurde er mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz ausgezeichnet. Rommel wartete nur das Eintreffen der ersten seiner beiden Divisionen ab, der 5. leichten. Am 24. März besetzte er Agheila, das die Briten am 8. Februar erreicht hatten. Mit Unterstützung von zwei ebenfalls neu nach Afrika verlegten italienischen Divisionen, einer motorisierten und einer gepanzerten, gelang ihm bis zum 11. April die vollständige Rückeroberung der Cyrenaika, lediglich die Festung Tobruk wurde von den Briten gehalten. Zu diesem überraschenden Erfolg trug allerdings auch die Verlegung britischer Kräfte des Kommandos Mittelost nach Griechenland bei. Weder das OKH noch Italo Gariboldi, Rommels deutsche bzw. italienische Vorgesetzte, waren informiert worden.

Ein weiterer Vormarsch war ohne Eroberung Tobruks nicht möglich. Ein Versuch dazu, von Rommel Anfang Mai nach Eintreffen der noch fehlenden 15. Panzerdivision unternommen, scheiterte, ebenso eine britische Gegenoffensive Mitte Mai. Mitte Juni scheiterte die britische Operation Battleaxe, mit der die Rückeroberung des Gebiets bis zum immer noch gehaltenen Tobruk beabsichtigt war.

Das Tagessoll an Nachschub für die italienischen und deutschen Truppen belief sich auf rund 5.000 Tonnen – eine Menge, die zu keinem Zeitpunkt erreicht wurde. Rommel hatte von Beginn an ein recht gespaltenes Verhältnis zu dem Bündnispartner Italien und vermutete, dass italienische Kommandostellen die Auslaufzeiten der Nachschubschiffe an die Engländer verrieten. Möglich wäre jedoch auch, dass die Engländer durch die Entschlüsselung des Enigma-Codes an ihre Informationen kamen. Rommels Situation wurde jedoch hauptsächlich durch die deutsche Führung, insbesondere durch Hitler selbst, erschwert, die Afrika nur als Nebenkriegsschauplatz betrachteten. Nachschublieferungen erfolgten vorrangig in den Osten, wo seit Mitte des Jahres 1941 das Unternehmen Barbarossa lief. Die Eroberung Maltas, von dem aus britische Flugzeuge den Nachschub für die Häfen Tripolis und Benghazi zeitweise erheblich dezimierten, wurde immer wieder verschoben. Im August 1941 betrugen die Nachschubverluste 35 %, Ende des Jahres 75 %, erst dann erfolgten wirksame Maßnahmen gegen Malta durch Luftwaffe und Marine.

Im Juli wurde Rommel zum General der Panzertruppen befördert. Im August 1941 gab er das Kommando über das Afrikakorps ab und wurde mit Zustimmung Mussolinis Befehlshaber der Panzergruppe Afrika, die praktisch die gesamten, zu zwei Dritteln italienischen Achsenstreitkräfte in der Cyrenaika umfasste. Die Verbände, die Rommel kommandierte, blieben aber immer dem italienischen Oberbefehlshaber in Libyen unterstellt.

Einem für den 23. November 1941 geplanten weiteren Angriff Rommels auf Tobruk kam am 19. November die britische Großoffensive Crusader zuvor. Die im September 1941 aufgestellte britische 8. Armee zwang Rommel nach schweren Kämpfen zum ersten Mal zum Rückzug. Ab dem 5. Dezember zogen sich Rommels Kräfte kämpfend zurück und bezogen am 11. Januar 1942 eine starke Stellung bei Agheila, wo Rommel seinen Feldzug im Frühling 1941 begonnen hatte. Die 8. Armee musste den Vormarsch zunächst einstellen, in der Erwartung, einen Monat später die Kämpfe mit geordneten Kräften wieder aufnehmen zu können.

Am 20. Januar 1942 wurde Rommel mit den Schwertern zum Ritterkreuz mit Eichenlaub ausgezeichnet. Die Panzergruppe Afrika hatte erhebliche Verluste erlitten, war unterdessen aber nominell weiter verstärkt worden und wurde am 21. Januar 1942 zur Panzerarmee Afrika. Damit war Rommel Armee-Oberbefehlshaber. Bereits am gleichen Tag unternahm er wieder völlig überraschend eine Offensive, bei der die unerfahrene 1. britische Panzerdivision überrollt und die 8. Armee bis zum 7. Februar wieder bis Gazala/Bir Hacheim zurückgedrängt wurde. Rommel wurde seinem neuen Dienstposten entsprechend zum Generaloberst befördert.

Am 26. Mai griff Rommel erneut an. Nach teilweise verwirrenden Kämpfen, in denen Rommel zeitweise am Rand einer völligen Niederlage stand, gelang es ihm durch Konzentration seiner Kräfte auf eine entscheidende britische Stellung die Initiative zurückzuerlangen. In der Folge konnte er am 12. und 13. Juni praktisch die gesamten Panzerkräfte der Briten vor Tobruk vernichten; die britische Infanterie musste sich zurückziehen. Wieder entschied sich der Oberbefehlshaber der 8. Armee, Tobruk zu halten, diesmal allerdings ohne Vorbereitung und mit zusammengewürfelten Kräften. Am 20. Juni 1942 griff Rommel Tobruk nach seinem Plan vom 23. November 1941 an. Am folgenden Tag fiel die Festung, Rommel persönlich soll die deutsche Flagge über ihr gehisst haben.

Für die Eroberung Tobruks wurde Rommel zum Generalfeldmarschall befördert und war mit 51 Jahren der jüngste dieses Ranges in der Wehrmacht. In Tobruk wurden trotz britischer Versuche, sie zu vernichten, Versorgungsgüter in erheblichem Umfang erbeutet. Bekannt wurde später der so genannte „Rommel-Schnaps“.

Vom 1. bis 31. Juli 1942 fand die Erste Schlacht von El Alamein statt. Die Schlacht endete in einer Pattsituation. Claude Auchinleck, der sich geweigert hatte, einen erneuten Angriff durchzuführen, bevor er seine Truppen neu gruppiert habe, wurde durch General Bernard Montgomery als Befehlshaber der 8. Armee ersetzt. Ein zweiter Versuch Rommels, die alliierten Stellungen zu überbrücken oder zu durchbrechen, wurde in der Schlacht von Alam Halfa im August verhindert. Der Angriff der Achsenmächte auf Alexandria und dann Kairo war endgültig gestoppt. Am 21. August 1942 ging ein Fernschreiben von Rommels Internisten nach Berlin, in dem stand, dass Rommel aufgrund des Klimas und Magenproblemen krank sei. Rommel solle sich in der Heimat auskurieren. Rommel schlug Generaloberst Guderian als Ersatz vor. Allerdings war Guderian bei Hitler in Ungnade gefallen und zur selben Zeit krank. Somit entschloss Rommel, dass er einen bevorstehenden Angriff selber leiten werde.

Die britische Flotte begann vorsorglich mit der Räumung des Hafens von Alexandria. Rommels Truppen rückten schließlich bis El Alamein in Ägypten vor. Die Folge waren hoffnungslos überdehnte Versorgungswege, ein Mangel an Material und die physische Ermüdung der Soldaten. Die deutschen Nachschubwege wurden zudem von Malta aus von den Briten bekämpft. Rommel verfügte nur noch über 70 Panzer. Die Landung der Amerikaner in Afrika und die sich langsam erholende britische Armee wendeten das Blatt. Die Erfolge gegen die Nachschublinien beruhten zum großen Teil auf entzifferten Funkbotschaften der deutschen Verschlüsselungsmaschine Enigma durch Bletchley Park, teilweise kamen hier auch Verdachtsmomente auf.

Vom 23. Oktober bis zum 3. November begannen die Alliierten ihre Gegenoffensive, auch Zweite Schlacht von El Alamein genannt, unter General Bernard Montgomery. Dabei besaßen die Briten rund 150.000 Mann, 1.000 Panzer und Flugzeuge. Rommel musste den Rückzug antreten. Am 3. November besaß das Deutsche Afrikakorps noch 24 Panzer. Die Hälfte der Mannschaften und der Artillerie war verloren. Der Großmufti von Jerusalem, Mohammed Amin al-Husseini, bot angeblich Rommel an, alle „Mohammedaner“ in Nordafrika gegen die Anglo-Amerikaner zu mobilisieren und einen Partisanenkrieg gegen sie zu führen. Dafür wollte er die Zusicherung Hitlers und Mussolinis, nach dem Kriege Nordafrika zu entkolonialisieren. Dieses Angebot war in Rommels Strategie ein Faktor – aber Hitler lehnte aus Rücksicht auf Mussolini ab. Am 2. November erhielt Rommel ein Telegramm von Adolf Hitler, der ihn darin aufforderte bis zum letzten Mann zu kämpfen und die Niederlage abzuwenden. Rommel widersetzte sich dem Führerbefehl, obwohl er dafür sofort hingerichtet hätte werden können und zog sich in der Nacht vom 3. auf den 4. November, aufgrund hoffnungsloser Unterlegenheit, vollständig zurück. Am 6. November ergaben sich 30.000 Soldaten der Achsenmächte an die Alliierten.

Am 23. Februar 1943 wurde Rommel Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Afrika und am 11. März wurden ihm für seine Erfolge in Afrika die Brillanten zum Ritterkreuz mit Eichenlaub und Schwertern verliehen. Einen Monat später wurde er auf Befehl von Hitler aus dem Kessel, in dem sich das deutsche Afrikakorps nun befand, ausgeflogen, um ihm eine Niederlage zu ersparen. Am 13. Mai 1943 kapitulierte Rommels Nachfolger Generaloberst Hans-Jürgen von Arnim bei Tunis. Fast 160.000 deutsche und rund 87.000 italienische Soldaten gerieten in Gefangenschaft, der Afrikafeldzug war somit beendet.[1] Neben anderen deutschen Soldaten wurden die Überlebenden des Afrikakorps in die USA verschifft und dort bis 1946 in im ganzen Land verteilten Kriegsgefangenenlagern gefangen gehalten.[2]

In Afrika hatte Rommel auch unkonventionelle Methoden zur Täuschung des Feindes entwickelt. So ließ er Panzerattrappen auf Kübelwagen montieren, womit es gelang, die feindliche Luftaufklärung zu täuschen. Lkws und Panzer wurden auf seine Initiative mit Vorrichtungen versehen, um möglichst viel Staub aufzuwirbeln, womit eine wesentlich größere Stärke von Panzerkräften vorgetäuscht wurde.

Krieg ohne Hass?

Bis heute herrscht unter den meisten Fachleuten die Ansicht vor, der Kampf des Afrikakorps gegen die britische 8. Armee sei ein „ritterlicher Kampf“ und beiderseits ohne Hass gewesen. Dies wird kaum bestritten und wird durch Zeitzeugen beider Seiten bestätigt. So vereinbarte man regelmäßig Kampfpausen, um die Verwundeten zu versorgen. Dabei wurden auch die Verwundeten des Gegners versorgt, je nachdem wo sie lagen. Ähnliches wurde auch von der Schlacht um Monte Cassino berichtet. In den Kampfpausen kam es zu nahezu kameradschaftlichem Umgang der Gegner (Zigarettenaustausch usw.). Dies ist beispiellos, nicht nur für den Zweiten Weltkrieg. Es mag wohl auch daran gelegen haben, dass in Afrika kein derart mit rassistisch bzw. ideologisch motiviertem Hass aufgeladener Kampf tobte wie z. B. an der deutsch-russischen Front. Ein weiterer Grund für diese „Fairness“ war die extrem lebensfeindliche Umgebung, in der beiden Parteien sich gegenüber standen. Die Wüste Nordafrikas war für beide Seiten, Deutsche wie Briten, der wohl größte Feind in diesem Feldzug.

Besonders bedeutsam aber war die Befehlsverweigerung Rommels gegenüber Hitler, gefangengenommene, deutschstämmige Soldaten der französischen Fremdenlegion sowie zu den Briten übergelaufene Deutsche als „Verräter“ erschießen zu lassen. Für diese „Ritterlichkeit“ und für seine brillante Kriegsführung war Rommel auch bei den Alliierten geachtet und sogar beliebt. Winston Churchill „grüßte“ ihn gar in einer öffentlichen Ansprache.

Der Vormarsch Rommels nach Ägypten 1942 wurde nicht nur von antibritischen und antijüdischen Propagandamaßnahmen begleitet, sondern auch von SS-Einsatztruppen. Sie sollten die in Osteuropa bereits angelaufenen systematischen Tötungen von Juden auch in Palästina und in anderen Teilen des Vorderen Orients durchführen. Als nach der Niederlage von El Alamein die Reste von Rommels Truppen sich im Herbst 1942 nach Westen zurückziehen mussten, konzentrierte sich die SS auf Tunesien, wo muslimische SS-Einheiten formiert wurden [3].

Rommel in Italien

Rommel war vom 20. Mai bis zum 12. Juli 1943 Leiter des nach ihm benannten Arbeitsstabes und mit den Vorbereitungen für die deutschen Gegenmaßnahmen beim erwarteten Kriegsaustritt Italiens befasst. Als im Juli die Alliierten in der Operation Husky auf Sizilien landeten, wurde Erwin Rommel das Kommando über die Heeresgruppe B übergeben. Nach dem Sturz Mussolinis im August besetzte Rommel mit seinen Truppen Italien, um bei einer alliierten Invasion die Gegner zurückzuschlagen. Ab September übernahm Rommel den Oberbefehl über die Einheiten in Norditalien. Am 3. September 1943 landeten alliierte Truppen auf italienischem Festland. Vier Tage später, also am 8. September, folgte der italienische Waffenstillstand.

Ab Herbst 1943 führte die Wehrmacht in Italien einen „schmutzigen“ Krieg: Am 23. September 1943 gab Rommel, der den ehemaligen italienischen Verbündeten überaus kritisch gegenüberstand, die Weisung:

„Irgendwelche sentimentalen Hemmungen des deutschen Soldaten gegenüber badogliohörigen Banden in der Uniform des ehemaligen Waffenkameraden sind völlig unangebracht. Wer von diesen gegen den deutschen Soldaten kämpft, hat jedes Anrecht auf Schonung verloren und ist mit der Härte zu behandeln, die dem Gesindel gebührt, das plötzlich seine Waffen gegen seinen Freund wendet. Diese Auffassung muss beschleunigt Allgemeingut aller deutschen Truppen werden.“

Von Kriegsverbrechen auf Grund direkter Weisung oder mit ausdrücklicher Billigung Rommels ist nichts bekannt.

Rund 1.070.000 entwaffnete italienische Soldaten wurden als Militärinternierte im Arbeitseinsatz für die Kriegswirtschaft zwangsverpflichtet. Rommels Befehl vom 1. Oktober 1943 hierzu:

„Dieser Krieg ist ein totaler Krieg. Soweit die Männer Italiens nicht mehr die Gelegenheit haben, mit der Waffe für die Freiheit und Ehre ihres Vaterlandes zu kämpfen, haben sie die Pflicht, ihre volle Arbeitskraft in diesem Kampf einzusetzen.“

Am 19. Oktober 1943 wurde Rommel versetzt, da man ihm Pessimismus vorwarf.

Einsatz am Atlantikwall – Invasion in der Normandie

Im November 1943 erhielt Rommel als Oberbefehlshaber der Heeresgruppe B auch das Kommando über den Atlantikwall an der französischen Atlantikküste. Rommel ging davon aus, dass der Feind, im Falle einer Invasion in der Normandie, direkt am Strand mit Panzern zurückgeschlagen werden müsste. Doch wegen Meinungsverschiedenheiten mit von Rundstedt über den Ort der alliierten Landung wurde diese Taktik nicht umgesetzt. Für den 6. Juni 1944 wurde vom deutschen Wetterdienst ein Unwetter vorausgesagt, was eine alliierte Invasion unmöglich erscheinen ließ. Zudem hatte Rommels Frau Lucie an diesem 6. Juni ihren 50. Geburtstag. Rommel entschied sich, zu seiner Frau zu fahren. Folglich befand sich Rommel am Tag der Invasion, dem D-Day, bei seiner Frau in Deutschland. Außerdem befanden sich der Befehlshaber der 7. Armee, Generaloberst Friedrich Dollmann, bei einem Planspiel in Rennes und der Kommandeur des I. SS-Panzerkorps, Oberstgruppenführer Sepp Dietrich, in Brüssel. Kurz nach der Invasion, am 17. Juli, wurde Rommel bei einem amerikanischen Tieffliegerangriff schwer verwundet. Er musste somit den Oberbefehl über die Heeresgruppe niederlegen. Nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 wurde er von Mitgliedern der Wehrmachtsführung der Mittäterschaft beschuldigt, vor allem von Oberstleutnant Dr. Cäsar von Hofacker, der dies unter Folter aussagte.

Rommel und der Widerstand gegen Hitler

Rommel zählte nicht zum Widerstand, der das Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 plante und ausführte. Er gehörte allerdings zum weiteren Kreis der grundsätzlich in die Verschwörung eingeweihten höheren Offiziere.

Im Zusammenhang mit der Frage, wie weit Rommel inhaltlich in den Widerstand eingebunden war, ist eine Stellungnahme von Rommels Witwe erhellend, die im September 1945 unter anderem sagt: „Ich möchte nochmals feststellen, dass mein Mann nicht an den Vorbereitungen und der Ausführung des 20. Juli 1944 beteiligt war, da er es als Soldat ablehnte, diesen Weg zu beschreiten.“ Melchior von Schlippenbach, ein Offizier Rommels erinnert sich jedoch an folgende Worte, die Rommel in einer Unterhaltung einmal herausgerutscht seien: „Glauben Sie nicht, es wäre besser gewesen, es hätte am 20. Juli geklappt?“ Der Rommel-Porträtist Ralf Georg Reuth urteilt dagegen: Den Eid zu brechen und sich gegen den Mann zu verschwören, der ihn zum Feldmarschall erhoben hatte, entsprach nicht seinem Verständnis von Treue.

Es gab jedoch (allerdings sehr unterschiedliche) Interessen, Rommel mit dem Widerstand in Verbindung zu bringen. So hätten prominente Widerständler den „Faktor Rommel“ gern genutzt, obwohl sie in ihm den Hitler-Protegé sahen. Es wurden auf den populärsten deutschen Soldaten und weltweit neben Hitler zweitbekanntesten Deutschen zwei Offiziere angesetzt, die ihn für den Widerstand gewinnen sollten:

Stülpnagel und Hofacker wurden nach dem gescheiterten Attentat Opfer der brutalen Rache Hitlers. Der gefolterte und später hingerichtete Hofacker hatte aber Rommel belastet. Speidel (von 1957 bis 1963 Oberbefehlshaber der alliierten Landstreitkräfte in Mitteleuropa und maßgeblich beteiligt an der reibungslosen Integration der Bundeswehr in die NATO) konnte sich retten, indem er bei den auf das Attentat folgenden Verhören und (Ehrengerichts-)Verfahren angab, Rommel über die Pläne informiert und darauf gesetzt zu haben, mit dieser Meldung an seinen militärischen Vorgesetzten seine Pflicht getan zu haben.

Speidel hat nach dem Krieg abgestritten, Rommel belastet zu haben. Er gab auf die Frage, weshalb er habe überleben können und Rommel nicht, an: Der zu dem Zeitpunkt schon zum Tode verurteilte, bereits gefesselte und „von Spuren körperlicher Züchtigung gezeichnete“ Hofacker habe die ihn, Speidel, belastenden Aussagen bei einer Gegenüberstellung zurückgenommen. (Randbemerkung: Auch Rommels Nachfolger als Befehlshaber der Heeresgruppe B, Günther von Kluge, wurde von Speidel bearbeitet. Kluge wollte vor allem nach dem Scheitern des Attentats nichts damit zu tun haben. Er geriet in zusätzliche Schwierigkeiten Hitler gegenüber, weil er militärisch nicht erfüllen konnte, was gewünscht war und starb, nachdem er Zyankali genommen hatte.)

Da Rommel unter anderem auch auf der Liste des führenden Widerständlers und früheren Leipziger Oberbürgermeister Carl Friedrich Goerdeler als möglicher Nachfolger Hitlers als Reichskanzler geführt wurde, hatten Rommels Feinde (und Neider) im Oberkommando der Wehrmacht genügend gegen ihn in der Hand.

Dabei hatte Rommel noch wenige Wochen vor dem Attentat einen von ihm als unnötig und als unsoldatisch erachteten, erneuten Treueschwur der Feldmarschälle pro Hitler unterschrieben. Er hatte am 1. Oktober 1944, zwei Wochen vor seinem erzwungenen Suizid, ein Schreiben an Hitler, in dem er sich – nichtsahnend – für seinen militärischen Untergebenen Speidel verwandte, noch einmal mit einem absoluten Loyalitäts-Bekenntnis abgeschlossen (Schluss: „Nur ein Gedanke beherrscht mich immer, zu kämpfen und zu siegen für unser neues Deutschland. Heil, mein Führer.“).

Dennoch wurde Rommel in den Strudel der Ereignisse gezogen. Immerhin war er einer der wenigen Generäle, die nach der Invasion 1944 die Aussichtslosigkeit der Lage erkannten und sich nicht scheuten, dies auch deutlich zu sagen. Als feststand, dass die Alliierten sich festgesetzt hatten und nicht mehr zu vertreiben waren, schrieb er Hitler einen Bericht, in dem er ihn aufforderte, politische Konsequenzen aus der aussichtslosen Lage zu ziehen. Es gibt Anzeichen, dass er entschlossen war, notfalls sogar eigenständig zu kapitulieren. Seine Verwundung kurz vor dem 20. Juli 1944 beraubte ihn seiner Handlungsfreiheit. Als er sich mit Verweis auf seinen Gesundheitszustand weigerte, wie befohlen am 10. Oktober nach Berlin zu kommen, nahmen das diejenigen, die von einer vermeintlichen Beteiligung Rommels am Widerstand erfahren hatten, die Absage als weiteres Indiz und Eingeständnis seiner Schuld.

Rommels Tod und dessen Inszenierung

Am 14. Oktober 1944 trafen die Generäle Burgdorf und Maisel vom OKW bei ihm in Herrlingen ein. Sie stellten ihn vor die Wahl, sich vor dem Volksgerichtshof zu verantworten oder durch Suizid sein Leben zu beenden und seiner Familie die Sippenhaftung zu ersparen. Daraufhin tötete sich Rommel mittels einer Giftkapsel selbst. Sein Adjutant Hermann Aldinger gab später über diese Vorgänge Auskunft.[4]

Rommels Tod wurde von der Propaganda als Folge des Tieffliegerangriffs hingestellt. Am 18. Oktober 1944 wurde er nach einem Staatsakt in Ulm (aufgebahrt im Ulmer Rathaus) in Herrlingen, Gemeinde Blaustein, im Friedhof der St. Andreaskirche beigesetzt. Heute befindet sich das Grab, wo auch Rommels Ehefrau später beigesetzt wurde, unter einer Baumgruppe unterhalb der Kirche. Rommels Grab wird von einem hölzernen Grabmal geschmückt, auf welchem der Name eingeschnitzt ist. Auf dem Grabmal thront eine Abbildung des Eisernen Kreuzes, welche die ganze Umgebung dominiert.

Mit seinem Tagesbefehl förderte Hitler den Heldenkult:

„Mit ihm ist einer unserer besten Heerführer dahingegangen. Sein Name ist im gegenwärtigen Schicksalskampf des deutschen Volkes der Inbegriff für hervorragende Tapferkeit und unerschrockenes Draufgängertum. Das Heer senkt vor diesem großen Soldaten in stolzer Trauer die Reichskriegsflagge. Sein Name ist in die Geschichte des deutschen Volkes eingegangen.“

In seiner Trauerrede sprach Generalfeldmarschall von Rundstedt diese markigen und zynischen Worte:

„Der unermüdliche Kämpfer war erfüllt von nationalsozialistischem Geist, der die Kraftquelle und Grundlage seines Handelns bildete. Sein Herz gehörte dem Führer. Das deutsche Volk aber hat in einer geradezu einmaligen Art den Generalfeldmarschall Rommel geliebt und gefeiert. Sein Leben für Deutschland hat durch die Berufung zur großen Armee seine Krönung erfahren. … Mein lieber Rommel, Ihr Heldentum weist uns allen erneut die Parole: Kampf bis zum Sieg!“

Zusammenfassung

Mindestens drei Jahrzehnte nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Rommel weitgehend unkritisch gesehen, bisweilen wurde er verehrt. Dabei ist festzustellen: Viele Jahre hindurch sind Dokumente, darunter auch Personalakten mit Fakten, welche durchaus eine differenziertere Sicht auf den hochrangigen Offizier erzwungen hätten, gar nicht zur Kenntnis genommen worden.

Rommel wird noch heute bewundert für seine taktische Verwegenheit, seine Führungspersönlichkeit und seine überraschenden militärischen Züge im Zweiten Weltkrieg.

Kritisiert werden sein Ungestüm, seine Sturheit bei Lagebeurteilungen, die viele Soldaten das Leben kostete, und seine manchmal übertriebene militärische Sichtweise, vor allen Dingen seine Unkontrollierbarkeit, die er in Afrika und Frankreich mehrfach unter Beweis stellte. Dies überforderte, besonders in Afrika, häufig die Nachschubwege. Zeitgenossen beschrieben ihn bisweilen als „Nur-Soldaten“, der nie bereit war, über private Dinge zu sprechen. Für schwierige Lagen, als „Feuerlöscher“, war Rommel einer der besten Männer der Wehrmacht – aber als Führer eines großen Verbandes in konventionellen Lagen war er des öfteren überfordert.

Seine spektakulären Erfolge und seine Verdienste als Organisator müssen daher in Relation zu seinen Defiziten gesehen werden, da er viele Entscheidungen ohne Absprache traf und dies unzureichend begründete – er verursachte viele logistische Probleme, die nur schwer und unter größten Anstrengungen gelöst werden konnten (Truppen- und Materialversorgung). Seine Operationen schienen manchmal wenig geplant, schlecht koordiniert und dilettantisch vorbereitet. So zum Beispiel beim ersten Angriff auf die Festung Tobruk, bei dem mehr als 1.200 ihm unterstellte Soldaten ihr Leben verloren. Ihm wird vorgeworfen, wenig Sinn für gesamtheitliches Planen und Koordinieren aller Stabsabteilungen (von Personaleinsatz bis Versorgung) gehabt zu haben; eine Ausbildung für den höheren Stabsdienst hat er im Gegensatz zu den meisten anderen Generalen nie durchlaufen. Im Widerspruch zum traditionellen Offizierskodex wollte er Fehler in seinem Kommandobereich nicht verantworten, sondern wies (nach „oben“) die Schuld Untergebenen zu. Andererseits reichte er Lob nicht nach unten weiter, sondern schrieb Erfolge Unterstellter sich selber zu.

Einerseits stilisierten vor allem die Briten (aus Eigeninteresse) ihn zum „Wüstenfuchs“, und die NS-Propaganda feierte den erfahrenen Generalfeldmarschall als „Volkshelden“. Andererseits meinten führende Widerständler, Rommel für ihre Ziele gewinnen zu können. Am Ende gelang es, den General bei „seinem“ Führer in Misskredit zu bringen. Dazu hatte er selbst beigetragen. Er hatte sich Neider und Gegner in der Wehrmachtsführung geschaffen sowie mit Gegenvorstellungen zu militärischen Optionen sogar Hitler persönlich ungehalten gemacht. Es kam seinen Gegnern dann zupass, Rommel in die Nähe des Kreises der Widerständler und des Attentats vom 20. Juli 1944 rücken zu können.

Dies führte zu seinem erzwungenen Suizid im Oktober 1944.

Die Bundeswehr ehrte Erwin Rommel 1961 mit der Benennung der Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne in Augustdorf, der Generalfeldmarschall Rommel-Kaserne in Osterode am Harz und der Rommel-Kaserne in Dornstadt bei Ulm nach ihm. Auch die Bundesmarine taufte einen in der Zwischenzeit außer Dienst gestellten Zerstörer der Lütjens-Klasse auf den Namen Rommel. Des Weiteren sind Straßen in zahlreichen deutschen Städten nach Erwin Rommel benannt, z. B. in seinem letzten Wohnort Blaustein-Herrlingen (die Erwin-Rommel-Steige, früher Wippinger Steige, an der sein damaliges Wohnhaus liegt), in seiner Geburtsstadt Heidenheim oder auch in Erlangen.

Bis heute treffen sich an Rommels Grab jeweils an seinem Todestag Veteranen der Wehrmacht sowie der Alliierten.

Rommels Militärlaufbahn

Dienststellungen

Beförderungen

Auszeichnungen

Werke

Fußnoten

  1. ARD: 60 Jahre Kriegsende, 2005
  2. Deutsches Afrikakorps: Arnold Krammer, Deutsche Kriegsgefangene in Amerika 1942–1946, ISBN 3-924898-16-2.
  3. Klaus-Michael Mallmann, Martin Cüppers: Halbmond und Hakenkreuz. Das „Dritte Reich“, die Araber und Palästina. Darmstadt 2006, ISBN 3534197291.
  4. Captain Hermann Aldinger on the day of Fieldmarshal Erwin Rommel's death

Literatur

Filme

 Commons: Erwin Johannes Eugen Rommel – Bilder, Videos und Audiodateien
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Personendaten
Rommel, Erwin
Erwin Johannes Eugen Rommel
deutscher Generalfeldmarschall und Befehlshaber des deutschen Afrikakorps
15. November 1891
Heidenheim
14. Oktober 1944
Herrlingen