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Kernkraftwerk Würgassen

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Kernkraftwerk Würgassen

Das Kernkraftwerk in Würgassen im August 2006

Lage
DEC
Koordinaten 51° 38′ 21″ N, 9° 23′ 29″ O7Koordinaten: 51° 38′ 21″ N, 9° 23′ 29″ O
Land: Deutschland
Daten
Eigentümer: E.ON
Betreiber: E.ON Kernkraft
Projektbeginn: 1967
Kommerzieller Betrieb: 11. Nov. 1971
Stilllegung: 26. Aug. 1994

Stillgelegte Reaktoren (Brutto):

1  (670 MW)
Eingespeiste Energie seit
Inbetriebnahme:
72.922 GWh
Website: E.ON Kernkraft
Stand: Januar 2007

Das Kernkraftwerk Würgassen (KWW) war ein Siedewasserreaktor der ersten Generation mit einer elektrischen Bruttoleistung von 670 MW und einer elektrischen Nettoleistung von 640 MW.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Bau des Reaktors begann am 26. Januar 1968; bereits die Planungsphase war begleitet von erheblichen Protesten örtlicher Bürgerinitiativen. Der Reaktor wurde am 20. Oktober 1971 zum ersten Mal kritisch[1]. 1971 ging das Kernkraftwerk als erstes in Deutschland vollständig kommerziell genutztes KKW in Betrieb. 1972 begann der reguläre Betrieb. Der zunehmende Energiebedarf in der Umgebung und das durch die Weser zur Verfügung stehende Kühlwasser waren Gründe für die Standortentscheidung. Der Bau kostete 400 Millionen DM.

Am 20. August 1982 tritt beim Auswechseln eines Sandfilters radioaktiver Staub aus, der nach Angaben des nordrhein-westfälischen Arbeitsministeriums unter der zulässigen Strahlendosis lag und keine Personen durch den Austritt betroffen waren.

Das Kernkraftwerk Würgassen wurde 1994 aufgrund technischer Mängel stillgelegt und befindet sich derzeit im Rückbau. Während der Laufzeit wurden 72.922 GWh Energie erzeugt.

Die Artikel Lauenförde#Zeitgeschehen und Kernkraftwerk Würgassen#Geschichte überschneiden sich thematisch. Hilf mit, die Artikel besser voneinander abzugrenzen oder zu vereinigen. Bitte äußere dich in der Diskussion über diese Überschneidungen, bevor du diesen Baustein entfernst. 85.177.62.23 20:08, 18. Feb. 2008 (CET)

Am 22. Februar 2007 wurden in einem Vorgarten im Nachbarort Lauenförde 110 Gramm angereichertes Uran gefunden. Der Eigentümer des Gartens hatte die zuständigen Behörden über Jahre hinweg über das radioaktive Material informiert, war jedoch nicht ernst genommen worden. Die nicht beschossenen Pellets stammen wahrscheinlich aus dem ehemaligen Siemens-Werk in Hanau. Es handelte sich um 14 Pellets zu je 7,8 Gramm Uran mit 3,7 prozentiger Anreicherung. Nach einer Information der FAZ vom 2. März 2007 (S. 4),welche sich auf einen Bericht der Zeitung Westfalen-Blatt stützt, soll der Mann - der nach Angaben seines Anwalts bereits mehrmals in psychiatrischer Behandlung gewesen war -vorübergehend in einer Putzkolonne beschäftigt gewesen sein, welche im Jahre 1994 stillgelegten Kernkraftwerk Würgassen tätig war. Die Betreiberfirma E.ON Kernkraft (vormals Preussen Elektra) dementiert jedoch, dass es eine Verbindung zwischen den gefundenen Pellets und dem Kernkraftwerk gebe.

Technische Probleme

Abschaltung

Geplant war ursprünglich ein Betrieb des Kraftwerkes bis ins Jahr 2010. Im September 1994 entdeckte der TÜV bei einer Routineinspektion Haarrisse in einem Stahlzylinder am Reaktorkern. Es konnte nicht festgestellt werden, ob diese Risse schon beim Bau entstanden sind oder erst während des Betriebs. Von den Behörden wurde unabhängig davon ein Austausch des Zylinders verlangt und ein neues Genehmigungsverfahren angekündigt. Dies war PreussenElektra zu kostenaufwändig und riskant, deshalb wurde der Reaktor abgeschaltet. Für die Gemeinde war dies finanziell ein erheblicher Verlust, weil sie während des Betriebs des Kraftwerkes Gewerbesteuereinnahmen in Millionenhöhe erhielt.

Rückbau

Erwartet wird, dass der seit 1997 andauernde Rückbau nicht vor 2010 abgeschlossen ist. Als wahrscheinlicher wird jedoch der Zeitraum 2012–2018 angenommen. Für den Rückbau wurden 700 Millionen Euro zurückgestellt.

Daten des Reaktorblocks

Das Kernkraftwerk Würgassen hat einen Kraftwerksblock:

Reaktorblock[1] Reaktortyp Netto-
leistung
Brutto-
leistung
Baubeginn Netzsyn-
chronisation
Kommerz-
ieller Betrieb
Abschal-
tung
Würgassen - (KWW) Siedewasserreaktor 640 MW 670 MW 26.01.1968 18.12.1971 11.11.1975 26.08.1994

Einzelnachweise

  1. a b Power Reactor Information System der IAEA: „Germany, Federal Republic of: Nuclear Power Reactors“ (englisch)

Siehe auch