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Dominante

Dieser Artikel behandelt die Dominante in der Musiktheorie; zu anderen Bedeutungen siehe Dominante (Begriffsklärung).

"Dominante heißt die Quinte der Tonart, sowie der auf derselben basierte Akkord" (Hugo Riemann). Der Begriff bezeichnet in der musikalischen Funktionstheorie den Dreiklang, dessen Grundton eine Quinte über dem Grundton der Haupttonart, der Tonika liegt. In der Stufentheorie entspricht dies dem Akkord der fünften Stufe.

Als Dominante wird in der Regel ein Akkord bezeichnet, dessen Erscheinen die Tonika ankündigt. Jean-Philippe Rameau, der als Begründer der Funktionsharmonik gilt, fand heraus, dass Akkorde, die andere Akkorde vorbereiten, meistens eine Quinte über oder eine Quarte unter dem Zielakkord liegen. Er nannte den vorbereitenden Akkord Dominante.

Später wurde der Begriff nur auf den Akkord angewendet, der den Akkord der Haupttonart Tonika vorbereitet. In einer Dur-Tonleiter ist dieser Akkord ebenfalls ein Durakkord dessen Terz als charakteristischer Leitton zum Grundton der Tonika führt. In Moll ist der Leitton nicht leitereigen, wird aber bei Verwendung als Dominante häufig hinzugefügt (harmonisches Moll) – dann ist der Dominantakkord auch bei einer Moll-Tonika ein Durakkord. Wird der Leitton nicht verwendet, spricht man verdeutlichend von einer „Moll-Dominante“.

Eine Dominante kann neben ihrer Funktion zur Vorbereitung harmonischer Akkorde in der Haupttonart auch in eine andere Tonart führen (modulieren). Tritt dies auf, wird der Akkord als Zwischendominante (auch Doppeldominante) bezeichnet und mit einem Pfeil über dem D für Dominante dargestellt. Beispiel: Bei beabsichtigtem Wechsel von C-Dur nach G-Dur ist G-Dur die Dominanttonart von C-Dur, aber für einen Wechsel in der Tonart wird eine Überleitung benötigt; die Zwischendominante D-Dur bietet sich an, weil sie die Dominante der Zieltonart G-Dur ist.

Durch Hinzufügung der Septime entsteht ein Dominantseptakkord.