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Matrix Reloaded

Filmdaten
Deutscher Titel: Matrix Reloaded
Originaltitel: The Matrix Reloaded
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 2003
Länge (PAL-DVD): ca. 133 Minuten
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: FSK 16
Stab
Regie: Wachowski-Brüder
Drehbuch: Wachowski-Brüder
Produktion: Joel Silver
Musik: Don Davis
Kamera: Bill Pope
Schnitt: Zach Staenberg
Besetzung

Matrix Reloaded ist die zweite von insgesamt drei Folgen eines Science-Fiction-Films, der 1999 mit The Matrix begann. Matrix Revolutions heißt der dritte und letzte Teil.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Der zweite Film setzt etwa 6 Monate nach dem Ende des ersten Filmes ein. „Neo“ und Gefährten haben in dieser Zeit mehr Menschen aus der Matrix befreit als in den 6 Jahren davor. Aber die Rebellion ist einem massiven Angriff von High-Tech-Drohnen (so genannte Wächter, Sentinels oder Squiddies) ausgesetzt, die einen Tunnel zur Stadt Zion im Erdinneren graben. Da sie damit die massive Befestigung der Eingänge zur Stadt Zion umgehen, bleiben nur 72 Stunden bis zur Vernichtung von Zion, der letzten Stadt der Menschen in der „realen Welt“.

Nicht alle Menschen in Zion glauben wie Morpheus an einen Auserwählten, so z. B. der für die Verteidigung der Stadt zuständige Commander Lock, der gerne alle Schiffe für die Entscheidungsschlacht in Zion haben möchte und der mit der ehemaligen Geliebten von Morpheus zusammen ist (Captain Niobe). Durch eine pathetische Rede gelingt es Morpheus, die Bewohner Zions auf seine Seite zu ziehen. Er erreicht, dass sein Schiff, die Nebuchadnezzar, auslaufen kann, um Kontakt mit dem so genannten Orakel herstellen zu können. Während ganz Zion tanzt, haben Neo und Trinity das erste Mal Zeit für ein wenig Zweisamkeit. Doch Neo sieht immer wieder in seinen Träumen, wie Trinity in einer Fenstersturz-Szene von einem Agenten getötet wird.

Nachdem Neo, Morpheus, Trinity und der neue Operator Link Zion verlassen haben, sucht Neo das Orakel auf. Allerdings ist sie nicht mehr in der alten Wohnung zu finden, sondern hat sich an einem geheimen Ort versteckt. Nach einer Kampfprüfung durch ihren Bodyguard Seraph trifft er in einem städtischen Hinterhof auf das Orakel.

Im Gespräch mit dem Orakel erfährt Neo einiges über das Wesen der Matrix und über die Person des Orakels selbst. Außerdem erfährt er, dass er sich auf die Suche nach dem Schlüsselmacher begeben soll, der die Schlüssel für die geheimen Hintertüren in der Matrix fertigt und auch die Tür zum Zentralcomputer öffnen könnte. Er wird aber zurzeit von einem der ältesten Programme der Matrix, dem sogenannten Merowinger, gefangen gehalten. Sie gibt ihm einen Tipp, wo und wann er diesen Merowinger treffen kann, und verlässt den Hof durch eine der Geheimtüren.

Neo muss sich daraufhin dem Kampf mit Agent Smith stellen, der inzwischen die Eigenschaft besitzt, sich (virusartig) reproduzieren zu können, indem er andere Programme (Zivilisten) überschreibt. Dies wird dadurch erklärt, dass bei Neos Versuch, Smith zu zerstören (im ersten Teil der Trilogie), ein Teil von Neos Code (ein Indiz dafür, dass Neo womöglich gar kein richtiger Mensch ist) auf das Programm Smith übertragen wurde, wodurch sich dieses stark veränderte - u.a. hat ihn Neo „befreit“, d. h. er ist nun kein Agent des „Systems“ mehr. Im Kampf gegen etwa hundert Agenten muss Neo schließlich einsehen, dass dieser Kampf nicht zu gewinnen ist, und flieht vor ihm.

Da die Nebuchadnezzar sich längere Zeit nicht in Zion gemeldet hat, schickt der Senat von Zion zwei weitere Schiffe aus, die den Auftrag haben, der Crew von Morpheus zu Hilfe zu kommen. Eines der Schiffe befehligt Morpheus' ehemalige Gefährtin Niobe.

Morpheus, Trinity und Neo treffen auf den Merowinger und seine hübsche Partnerin Persephone in einem schicken Restaurant, das sich in einem stark gesicherten Hochhaus befindet. Nach mehr oder weniger erfolgloser Verhandlung verlassen sie das Restaurant wieder, werden aber von Persephone abgefangen. Diese erklärt, für einen Kuss von Neo den Schlüsselmacher zu übergeben. Da die Menschheit gerettet werden soll, lässt Trinity es widerwillig zu, dass Neo Persephone küsst, ebenso wie er sie küssen würde. Kurz darauf können sie den Schlüsselmacher aus seinem Zellenverlies befreien, müssen sich aber dann doch den Gehilfen des Merowinger im Kampf stellen.

Während Neo die Horde von Kämpfern aufhält, kümmern sich Morpheus und Trinity um den fliehenden Schlüsselmacher. Sie gelangen durch eine Geheimtür plötzlich in eine Tiefgarage und flüchten vor den beiden Verfolgern mit einem Auto auf den Freeway. Vor Neos Nase schlägt aber einer der beiden Verfolger die Tür zu, und er befindet sich nach erneutem Öffnen auf dem Balkon einer Burg mitten in den Bergen. Der Operator Link erklärt ihm, dass 500 Meilen im Süden seine Gefährten mit verschiedenen Agenten auf dem Freeway kämpfen. Morpheus bekommt dort auch gerade Hilfe von Niobe, aber Neo kann Morpheus und den Schlüsselmacher nach einem schnellen Flug dorthin direkt aus einer extrem brenzligen Lage befreien.

Die Besatzungen der Nebuchadnezzar und der zwei anderen Schiffe erfahren vom Schlüsselmacher, dass sie nur durch eine gut geplante Aktion die Sicherheitssysteme für den Zugang zum Zentralcomputer überlisten können. Durch das Ausschalten der Notstromversorgung und der Sprengung eines Kraftwerks bestehe für kurze Zeit die Möglichkeit, eine Verbindung zu einer Etage in einem Hochhaus zu öffnen, in der sich dieser befinden soll.

Neo, der noch immer den Albtraum von Trinitys Fenstersturz im Kopf hat, bittet sie diesmal, auf keinen Fall in die Matrix zu gehen. Doch es kommt, wie es kommen muss: die gesamte Mission droht zu scheitern, da die Crew eines Schiffs bei dessen Zerstörung durch Wächter komplett ausgelöscht wird. In letzter Konsequenz würde dies auch Neo das Leben kosten, und in diesem Moment entschließt sich Trinity dazu, doch in die Matrix zu gehen.

Trinity gelingt es, das Notfallprogramm lahmzulegen, wodurch Neo, Morpheus und der Schlüsselmacher auf den Verbindungsflur zu der geheimnisvollen Etage gelangen. Dort werden sie von Agent Smith und seinen Klonen aufgehalten, erreichen letztlich aber doch das Ziel. Der Schlüsselmacher wird dabei tödlich verletzt. Er kann ihnen aber noch zeigen, welche Tür Morpheus nehmen soll und sagt, dass Neo seine Tür selbst erkennen würde. Schließlich stirbt er, nimmt es jedoch gleichgültig hin, da er seine Aufgabe erfüllt sieht, Morpheus und Neo herzuführen. Letztlich müsse jedes Programm seine Aufgabe erfüllen (siehe Matrix Revolutions).

Während Trinity mit einem plötzlich auftauchenden Agenten ringt, gelangt Neo in einen Raum mit tausenden Bildschirmen, in dessen Mitte der Architekt der Matrix sitzt - ebenfalls ein Programm. Dieser klärt ihn darüber auf, dass es vor dieser Matrix schon fünf andere gab. Der Architekt erklärt ihm außerdem, dass er zwei Möglichkeiten hätte: Entweder er rettet Trinity und zerstört dadurch die Matrix, oder er kehrt zur Quelle zurück und wählt mehrere Personen für den Wiederaufbau von Zion aus. Entscheidet er sich für Trinity, so wird Zion ausgelöscht werden, prophezeit ihm der Architekt. Trotzdem entscheidet sich Neo für Trinity und rettet seine große Liebe, aber sie ist bereits von einer Kugel getroffen und stirbt in seinen Armen. Neo setzt seine Fähigkeiten ein und entfernt die Kugel aus ihrem Körper. Er erweckt sie wieder zum Leben, indem er mit seiner Hand durch ihren Körper bis zu ihrem Herz greift und sie durch eine Herzmassage wiederbelebt.

Zurück auf dem Schiff werden sie von einem Bomben werfenden Wächter angegriffen und können sich nur durch Verlassen des Schiffs retten. Die Wächter zerstören das Schiff und greifen die Fliehenden an. Neo stellt sich den Wächtern, und es gelingt ihm diesmal in der „realen Welt“, die Angreifer mit einer Handbewegung außer Gefecht zu setzen, eine Aktion, die ihm bisher nur in der Matrix gelang. Im Film sieht es so aus, dass Neo sich bei der Abwehr der Wächter extrem verausgabt und daraufhin ins Koma fällt.

Das letzte noch übrig gebliebene Schiff (die Hammer) kann die Crew der Nebuchadnezzar aufnehmen. Dort erfahren sie, dass einige Schiffe von Zion aus gestartet wurden mit der Hoffnung, die Angreifer zu überraschen und wichtige Versorgungspunkte zu sichern. Der Überraschungsausfall endet im Desaster, da ein zu früh ausgelöster elektromagnetischer Impuls einen Großteil der Flotte zerstört; ob es sich dabei um ein Versehen oder gezielte Sabotage handelt, ist nicht klar. Der einzige Überlebende der Schlacht befindet sich ohnmächtig an Bord, es ist Bane. Bane wurde beim Versuch, Informationen vom Orakel an Neo zu liefern, von Agent Smith angegriffen, während dieser den Rücktransfer aus der Matrix einleitete. Es sieht so aus, als hätte es Agent Smith damit geschafft, seinen Geist in eine höhere Ebene zu transferieren, denn Bane versucht nach diesem Zwischenfall offensichtlich, Neo in der „realen Welt“ mit einem Messer anzugreifen, kann seinen Plan aber mangels Gelegenheit nicht umsetzen.

Am Ende des Films ist Zion noch nicht gefallen, es bleiben aber nur noch ungefähr 24 Stunden, bis die Maschinen die Grenze von Zion erreichen.

Hintergrund

Begleitet wurde der Start des Kinofilms von der 9-teiligen Anime-Serie Animatrix, dem Computerspiel Enter the Matrix und einem Fundus von Merchandising-Produkten.

Für die im Film enthaltene Verfolgungsjagd wurde auf einem Millitärstützpunkt ein Stück Highway nachgebaut, da sich kein Highway finden ließ, der für 48 Stunden hätte gesperrt werden können. Nach dem Dreh wurde der Highway wieder abgerissen, wobei aus dem Holz unter anderem 10.000 Sozialwohnungen in Mexiko entstanden.

Für die Rolle der Zee war eigentlich Aaliyah vorgesehen, doch sie starb kurz nach Beginn der Dreharbeiten bei einem Flugzeugabsturz. Ihre Rolle übernahm Nona Gaye. Die bereits gedrehten Szenen wurden nicht verwendet.

Die Handlung war zum Teil als Übergangshandlung zum dritten Teil gedacht.

Kritik

„Der spielerisch-philosophische Hintergrund leidet vor allem unter der Atemlosigkeit der Effekte, wobei überlange Dialoge uninspiriert mit lärmenden Action - und Kampfsequenzen wechseln. Die Abgründigkeit des gedanklichen Entwurfs geht dabei ebenso verloren wie der Sinn fürs Timing.“

film-dienst (12/2003)

„Revolutionäres Actionkino, das Kopf und Kreislauf anregt - trotz einiger Längen.“

Cinema (06/2003)

Siehe auch