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Melibokus

Melibokus

Melibokus - Blick vom Schloss Auerbach

Höhe 517,4 m
Lage Hessen, Deutschland
Gebirge Odenwald
Geographische Lage 49° 43′ 30″ N, 8° 38′ 13″ OKoordinaten: 49° 43′ 30″ N, 8° 38′ 13″ O
DEC
Der Melibokusturm auf einer Postkarte von 1905
Der Gipfel des Melibokus auf einer Postkarte von 1897
der Melibokus nach Otto Ubbelohdeum 1905

Der Melibokus (bzw. Melibocus; auch Malschen oder Malchen und früher Spitzberg genannt) ist ein 517,4 m hoher Berg im Odenwald bei Zwingenberg in Hessen. Der Gipfel liegt in der Gemarkung Auerbach einem Stadtteil von Bensheim.

Er stellt den höchsten Berg des vorderen Odenwalds bzw. an der südhessischen Bergstraße dar.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Der Berg befindet sich am Westrand des Odenwalds oberhalb der Bergstraße zwischen Darmstadt im Norden und Heidelberg im Süden auf der Höhe von Zwingenberg. Er erhebt sich weithin sichtbar über die Oberrheinische Tiefebene.

Auf seinen nördlichen Ausläufern steht das Alsbacher Schloss, südlich des Bergs auf dem Auerberg (339,7 m) das Auerbacher Schloss.

Auf dem Berggipfel stehen militärische Anlagen der US-Armee und ein Aussichtsturm. Der Weg zum Gipfel ist durchgängig asphaltiert und dient vielen Radsportlern als Herausforderung (8,2 % mittlere Steigung auf 4,8 km Länge).

Ab dem Parkplatz zwischen Melibokus und Auerberg ist die Straße für Kraftfahrzeuge gesperrt, die letzte Wegstrecke zum Gipfel muss zu Fuss zurückgelegt werden.

Gipfelbereich

US-Armee

Auf dem Gipfel des Melibokus befand sich eine Radio-Relais-Station (X-Ray Sierra und X-Ray Uniform) der United States Army mit der Bezeichnung Rover / Site 4 und 6, mit dazu gehörigen Beton- bzw. Sendemast, der von einer Kasernenanlage umgeben und eingezäunt war. Die gesamte Anlage ist zur Zeit nicht mehr besetzt. Sämtliche Antennen und sonstigen funktechnischen Anlagen wurden bis Mitte des Jahres 2007 entfernt. Es ist wahrscheinlich, dass man die Kosten scheute, den gesamten Turm abzubauen. Er besitzt nun keine Funktion mehr.

Der alte Melibokusturm wurde 1772 von Landgraf Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt erbaut und vor seiner Zerstörung 1945 als Flugsicherungspunkt genutzt. Auf einer Nachtflugstreckenkarte von 1936 liegt dieser als „Flugstreckenfeuer“ gekennzeichnete Punkt auf der Flugstrecke Frankfurt–Darmstadt–Stuttgart. In der Kartenbeschreibung werden seine Koordinaten mit 49° 43′ 33″ N, 8° 38′ 14″ O7 (Kreis Bensheim, Provinz Starkenburg) angegeben. Das „Feuer“ war ein elektrisch betriebener Drehscheinwerfer (ähnlich einem Seefahrtleuchtturm), dessen Blinklicht nach 3,8 Sekunden Pause für 0,2 s sichtbar war. Er wurde gewartet von der Signaldienst GmbH, einem Vorläufer der heutigen Deutschen Flugsicherung DFS GmbH. Das Turmlicht befand sich auf 28,4 m Höhe über dem Berggipfel; es konnte etwa 65 km weit gesichtet werden. Beim Einrücken der Alliierten 1945 wurde der Turm von zwei 18-Jährigen gesprengt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden aus vielen sichtbaren Leuchtfeuern „Funkfeuer“, die also ihre Informationen per hochfrequenter Welle Tag und Nacht abstrahlen. Doch ihre Tage sind gezählt, denn zukünftige Navigationssatelliten übernehmen die Aufgabe der Streckenführung auch in der Luftfahrt.

Aussichtsturm

Unweit davon steht ein Aussichtsturm mit Gaststube im Sockelgebäude, die nur an Wochenenden geöffnet wird. Vom Turm ist der Blick frei über das Alsbacher Schloss, den Rheingraben und Rheinhessen bis zu Donnersberg, Soonwald, Hunsrück und Taunus. Im Südwesten sind der Pfälzerwald und bei guter Sicht die Vogesen zu sehen.

Felswand/Steinbruch

Knapp unterhalb dieses Turms, Richtung Nordwest, befindet sich im Wald eine Felswand/Steinbruch, die der sichtbare Teil des vulkanischen Kerns des Melibokus ist. Info zur Geologie befinden sich in den Artikeln Oberrheinische Tiefebene und Odenwald.

Hängegleiter

Eine Rampe auf der Spitze der Felswand dient erfahrenen Hängegleiter-Piloten (Drachenfliegern) als Startplatz. Die Felswand ist auch ein schöner Aussichtspunkt.