Linzertor (Freistadt)
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Linzertor (Freistadt)

Das Linzertor ist ein mittelalterliches Stadttor in Freistadt, Oberösterreich. Es wurde im 13. Jahrhundert am südlichen Zugang zur Stadt errichtet (im Norden steht das Böhmertor) und war somit einer der ältesten Türme der Stadtbefestigung.

Der Name stammt von der nächstgrößeren Stadt im Süden - Linz. Das Linzertor zählt mit seinen 28 m Höhe zu den mächtigsten Tortürmen Mitteleuropas und gilt als das Wahrzeichen der Stadt. Das Linzertor wurde im Laufe der Zeit öfters an den aktuellen Baustil angepasst. Um 1485 baute der Freistädter Baumeister Mathes Klayndl das Linzertor im spätgotischen Stil um. In dieser Zeit wurde auch eine Bastei davor aufgeworfen, was heute noch an den Grundstücksgrenzen erkennbar ist. In der Barockzeit wurde dem Linzertor ganz oben am Giebel des steilen Keildaches ein barockes Zwiebeltürmchen ausgesetzt.

Die Außenseite des Stadttores steht in fast gleicher Linie mit dem Verlauf der äußeren Stadtmauer. Hier liefen die alte Handelsstraße von Enns nach Böhmen, die spätere Reichsstraße (Linz - Prag) und dann die Bundesstraße 125 durch. Das Tor war im Mittelalter mit einer Zugbrücke versehen, wovon die langen Mauerschlitze (für die Schwungbalken) zeugen. In Friedenszeiten blieb die Zugbrücke auf dem Boden, nur das Stadttor wurde geschlossen und bei Einbruch der Dunkelheit versperrt und der Schlüssel wurde über Nacht dem Bürgermeister übergeben. Bei Tagesanbruch wurde das Tor wieder geöffnet.

Die Bezeichnung darüber "k.k. = kaiserlich - königliche landesfürstliche Stadt Freystadt" weist darauf hin, dass Freistadt dem Landesfürsten (Babenberger, seit 1282 Habsburger) gehörte, wie sieben weitere Städte in Oberösterreich. Der südliche und der nördliche der vier Dacherker tragen eine stillstehende Uhr. In den Jahren 1964 und 1971 wurden rechts und links neben dem Tor zwei sichere Durchgänge für Fußgänger geschaffen (durch die äußere Stadtmauer). Dies war nötig, um den Fußgänger einen sicheren Zugang zur Altstadt zu ermöglichen, da der Verkehr durch das Tor ständig zunahm.

Vom westlichen Fußgängerdurchgang führt eine Weg in den Zwinger und weiter zum Bürgerkorpsturm. Der Zwinger ist der Raum zwischen der äußeren und inneren Stadtmauer und in diesem Bereich sehr gut erhalten. Früher durfte der Zwinger aus Sicherheitsgründen nicht bebaut werden. Die einzige Ausnahme war, dass die Stadt um 1570 hier und beim Böhmertor je eine Fleischbank errichtet. Dadurch durfte innerhalb der inneren Stadtmauer kein Vieh mehr geschlachtet werden und diese Maßnahme solle aus sanitären Gründen mithelfen, Krankheiten zu verhindern.

Literatur

 Commons: Freistadt – Bilder, Videos und Audiodateien

7Koordinaten: 48° 30′ 36″ N, 14° 30′ 10″ O