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40. Sinfonie (Mozart)

Wolfgang Amadeus Mozart schrieb seine 40. Sinfonie in g-Moll, KV 550 im Jahre 1788. Sie wird manchmal als die große g-Moll-Sinfonie bezeichnet, im Unterschied zur kleinen, der 25. Diese beiden Werke sind die beiden einzigen erhaltenen Sinfonien, die Mozart in einer Molltonart geschrieben hat; die Jugendsinfonie in a-Moll KV Anh. 220 ist verschollen.

Mozart schrieb seine Sinfonie während einer außergewöhnlich produktiven Phase innerhalb weniger Wochen, in denen auch die 39. und die 41., die später Jupiter-Sinfonie genannt wurde, entstanden. Es wird angenommen, dass Mozart sich mit diesen Kompositionen auf eine Englandreise vorbereitete, die aber niemals zustande kam.

Tatsächlich gibt es keinen Beweis, dass die 40. zu Mozarts Lebzeiten aufgeführt wurde. Lediglich die Tatsache, dass sie in zwei Versionen existiert, der ursprünglichen des Jahres 1788 und einer späteren, in der Mozart eine Partitur für 2 Klarinetten hinzufügte und die für Oboe änderte, lässt darauf schließen, dass er eine spezielle Aufführung im Sinn hatte.

Inhaltsverzeichnis

Die Musik

Die Sinfonie wurde (in ihrer revidierten Fassung) geschrieben für Flöte, 2 Oboen, 2 Klarinetten, Fagott, 2 Waldhörner und Streicher. Bemerkenswert ist, dass Trompeten und Kesselpauken fehlen.

Die Sinfonie hat vier Sätze im üblichen Arrangement (schnell, langsam, Menuett, schnell) für ein Orchester aus der Zeit der klassischen Musik.

  1. Molto allegro
  2. Andante
  3. Menuetto: Trio
  4. Allegro assai

Jeder Satz, mit Ausnahme des dritten, ist in Sonatenhauptsatzform; Menuett und das Trio weisen die übliche ABA-Form auf.

Der erste Satz beginnt nicht unmittelbar mit dem Thema, sondern mit einer pulsierenden Begleitfigur in den tiefen Streichern mit geteilten Bratschen. Ein solcher Beginn mit einer Begleitfigur wurde später in der Romantik ein beliebtes Verfahren. Beispiele dafür sind der erste Satz in Mendelssohns Violinkonzert, in Rachmaninows 3. Klavierkonzert und in den Sinfonien Bruckners.

Der zweite Satz ist ein lyrisches Stück im Sechsachteltakt in Es-Dur, also einer Mediante von g-Moll.

Das Menuett beginnt mit einem hemiolischen Rhythmus; verschiedene Kommentatoren führen aus, dass, obwohl die Musik Menuett genannt wird, sie kaum zum Tanzen geeignet sei. Das kontrastierend freundliche Trio, in G-Dur, alterniert das Spiel der Streicher mit dem der Holzbläser.

Der vierte Satz verläuft fast durchweg in achttaktigen Phrasen. Eine bemerkenswerte Modulation tritt zu Beginn der Durchführung auf, wo innerhalb von acht Takten fast alle Töne der chromatischen Tonleiter erscheinen. Anders als bei vielen Finali von Moll-Sinfonien bleibt der Satz bis zum Ende in Moll.

Rezeption

Die Komposition hat völlig unterschiedliche Reaktion der Kritiker hervorgerufen. Robert Schumann sah in ihr „griechische Leichtigkeit und Anmut“; Donald Francis Tovey entdeckte in ihr eine Opera buffa. Einig ist man sich jedoch, dass die Sinfonie tragisch im Ton und sehr emotional ist; so hat Charles Rosen (in The Classical Style) die Komposition a work of passion, violence, and grief (ein Werk der Leidenschaft, Gewalt und des Schmerzes) genannt.

Obwohl die Interpretationen voneinander abweichen, ist die Sinfonie fraglos eine von Mozarts gefeiertsten Kompositionen, die häufig aufgeführt und aufgenommen wird.

Sonstiges

Wie viele Kompositionen der klassischen Musik, spielt auch Mozarts 40. gelegentlich eine Rolle in der Popkultur, zum Beispiel, als sie 1971 als Popversion von Waldo de los Ríos zu einem Singlehit in Großbritannien und Deutschland wurde, ganz abgesehen von der Möglichkeit, sich die ersten Noten als Klingeltöne herunterzuladen.

Siehe auch

 Commons: 40. Sinfonie (Mozart) – Bilder, Videos und Audiodateien