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Diskussion:Despotie

An sich ist eine Despotie nicht totalitär, dies ist meiner Ansicht nach ein Begriff des 20J.h., die Despoten der Antike kann man wohl kaum als Herrscher über totalitäre Staaten ansehen, höchstens noch als absolute Herrscher, deswegen habe ich es mal herausgenommen.


Kann man das Kaiserreich als Despotie ansehen? Wer vertritt solch eine Meinung? - Simeon Kienzle 23:27 7.Apr 2004

Keine Ahnung. Ich tu es jedenfalls auch nicht. Und drum nehm ich das auch raus. Andere Frage: Was unterscheidet eine Despotie eigentlich von einer Diktatur? Der Artikel beantwortet diese Frage jedenfalls nicht. - Samwise 01:19, 2. Apr 2005 (CEST)
Wenn Du das wilhelminische Kaiserreich meinst: Dann nicht. Es war vielmehr de jure eine konstitutionelle Monarchie und de facto eine ziemlich heterogene Oligarchie.--Lycopithecus 13:30, 11. Jul 2005 (CEST)


Das Wesen der Diktatur bzw. Despotie?

Diktatur und Despotie sind dem Wesen nach dasselbe. Wobei ich denke, das der Begriff Despotie lediglich den psychischen Charakter der politisch gesellschaftlichen Erscheinungsform Diktatur benennt. Wichtiger erscheint mir zu klären, wie Despotie bzw. Diktatur überhaupt funktioniert. Eine Mitläufermehrheit zur gewaltsamen Unterdrückung der Gegenminderheit ist dazu unbedingt erforderlich, wobei diese Mehrheit aus innerer Überzeugung mitlaufen muss. Despotie heisst ja eigentlich Unterdrückung bzw. Unfreiheit aller - außer dem Despoten selbst. Doch wie erreicht ein Despot, dass sich eine Mehrheit aus innerer Überzeugung, sozusagen freiwillig, ihm anschließt, obwohl sie sich damit dann in die eigene Unterdrückung bzw. Unfreiheit begibt? Indem siese Mehrheit gar nicht merkt, worauf sie sich da eigentlich einlässt! Doch wie kriegt das ein Despot hin? Ich glaube, daß es sich um einen Taschenspielertrick handelt, der da angewandt wird: Zu erreichen gilt, daß sich die Unterdrückten bzw. Unfreien in ihrer vom Despoten aufgenötigten Unfreiheit bzw. Unterdrückung selbst gar nicht unfrei bzw. unterdrückt "fühlen", es jedoch aber tatsächlich sind! Daraus ergibt sich die Frage: Geht das überhaupt? Kann man Menschen dazu "verführen", ihren eigenen Gefühlen nicht mehr zu folgen? Ich denke: ja. Und zwar unter Anwendung des weiter oben schon erwähnten Taschenspielertricks, der nämlich ganz einfach darin besteht, Gefühlen ein Werteschema überzustülpen. Es wird einfach suggeriert, dass es minderwertige und höherwertige Gefühle gibt und das die höherwertigen Gefühle die des Despoten sind und die minderwertigen die der Unterdrückten oder besser gesagt: die der erst noch zu unterdrückenden Mehrheit. Allein dieser Trick, wenn die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen gegeben sind, führt letztendlich dazu, dass die Mehrheit die Gefühle des Despoten annimmt und somit wie eine Herde Schafe in die Richtung läuft, welche ihm - der Despot - weist: in die Unterdrückung und Unfreiheit. Frei allein bleibt dabei nur der Despot; aber weil die Masse seine Gefühle verinnerlicht und die eigenen aus dem Blick verloren hat, glaubt sie dann, auch frei zu sein - wie der Despot selbst. Ich möchte betonen, dass mein Erklärungsansatz eher ein psychischer ist und das Grundprinzip jeder Unterdrückung, ob der in einzelnen menschlichen Beziehungen sowie gesellschaftlichen oder gar gesamtgesellschaftlichen, meint.

Meine grundsätzliche Meinung zur Bewertung im Sinne eines Wertmaßstabes von Gefühlen ist: dass es überhaupt keine minderwertigen oder höherwertigen Gefühle gibt. Das Gefühle, egal wie sie sind, grundsätzlich gleichwertig sind! Hier einen Bewertungsmaßstab anzusetzen, betrachte ich als bewußt eingesetzten höchst gefährlichen und aus egoistischen Ansinnen heraus verfolgten Betrug an anderen Menschen, mit dem Ziel, sich an diesen in allen möglichen Bereichen des menschlichen Lebens zu bereichern. Und wenn man sich die unzähligen Diktaturen und Despotien der menschlichen Geschichte anschaut, waren es immer nur in zweiter Linie reine Gewaltherrschaften. Immer war ein "Volk" nötig, was aktiv "mitmachte" und somit die Diktatur am Leben erhielt. Oft hört man auch, dass dieses Volk an die "Sache" des Despoten "glaubte". Ja sicher, denn: Kann man denn "nur" mit Waffengewalt ein ganzes Volk unterdrücken? Nie und nimmer konnte man das!

Geschrieben von Waldemar 11.09.05


Wenn man tatsächlich vertreten könnte, dass Despotie nur ein Synonym für Diktatur ist, warum machen wir dann nicht gleich eine Weiterleitung zur Diktatur? Hier muss definitiv eine genauere Definition und Abgrenzung her! --Memorator 19:40, 6. Sep 2006 (CEST)

Machiavelli kein Machiavellist

Im Artikel findet sich folgende Stelle: "[...]In der Renaissance (frz. für Wiedergeburt) forderte Machiavelli die unbeschränkte Macht für die Fürsten.[...]". Dies ist falsch, da Machiavelli in seinem Werk 'Il Principe' lediglich die damaligen Machtverhältnisse beschreibt und nicht seine Vorstellung einer Machtstruktur. Er forderte also zu keiner Zeit die unbeschränke Macht für die Fürsten. Die Interpretation seines Werkes, die in dem genannten Satz zum Ausdruck kommt ist die Interpretation der damaligen Fürsten, welche das Werk so auslegten, dass es für sie von Vorteil war, den Autor allerdings nicht verstanden haben. Das Vorwort des Werkes, indem Machiavelli sagt, dass er für die schreibt, die ihn verstehen, sollte den geneigten Leser bereits hellhörig werden lassen.


Mittelalter

Ein mittelalterlicher König mit Streben nach absoluter Macht ist absurd! Der französische König hatte abgesehen von ein paar Bischofseinsetzungen lange Zeit nur Macht über die Region um Paris, in England erkämpften sich die Barone bald mitspracherechte, im Heiligen Reich lag die Macht verteilt auf eine breite Gruppe von mächtigen Adelsgeschlechtern. Auch wenn beispielsweise Barbarossa alte antike Kaiserrechte für sich beansprucht, ist seine tatsächliche Herrschaft ständig vom Wohlwollen der herrschenden Schichten abhängig, weshalb er ihr auch gerne entgegenkommt (etwa erst in der Belehnung, später in der Verurteilung Heinrichs des Löwen). Die zahllosen Gegenkönige und Revolten zeigen, wiwe selbstbewusst eigene Rechte gegen das Königtum durchgesetzt wurden. Deshalb ist ein Ansatz für einen Vergleich mit Despotismus nicht gegeben. Eher lässt er sich in kleinen Räumen entdecken, vielleicht etwa ind en Städten Italiens.



--62.218.25.35 15:29, 13. Okt 2005 (CEST)kyp

Der Artikel ist viel zu grob und unspezifisch. Beispielsweise ist Despotismus nicht gleich Absolutismus und es wird auch nochmal in aufgeklärten Despotismus unterschieden (wie ja auch beim Absolutismus). Siehe "Handbuch der europäischen Geschichte" oder Bayer/Wende: Wörterbuch zur Geschichte.


Ich denke mal, dass ein Zeichen der Despotie vor allem die (Pseudo)-Legitimation durch das Volk ist. Alle Taten des Despoten geschehen immer im Sinne des Volkes (natürlich nur aus der Sicht des Despoten bzw. in der Sicht nach außen). Da ist die Abgrenzung zu klassischen Antiken Tyrannis.