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Eurovision Song Contest 1991

36. Eurovision Song Contest
Datum 4. Mai 1991
Austragungsland  Italien
Austragungsort Cinecittà Studio 15 Rom
Moderation Gigliola Cinquetti und Toto Cutugno
Pausenfüller Arturo Brachetti zaubert
Teilnehmende Länder 22
Gewinner  Schweden
Zurückkehrende Teilnehmer  Malta
Abstimmungsregel In jedem Land vergibt eine Jury 12, 10, 8, 7, 6, 5, 4, 3, 2 und einen Punkt an die zehn besten Lieder.

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Der 36. Eurovision Song Contest fand am 4. Mai 1991 im Cinecittà Studio 15 in Rom statt. Malta nahm wieder am Wettbewerb teil.

Inhaltsverzeichnis

Deutschland, Österreich und die Schweiz

Für Deutschland nahm die Gruppe Atlantis 2000 mit dem Titel Dieser Traum darf niemals sterben teil, der auf dem 18. Platz landete. Schon während der deutschen Vorentscheidung gab es Buhrufe aus dem Publikum, was Hape Kerkeling ohrkratzend mit einem „Ja, dat müssen die unter sich ausmachen“ kommentierte. Noch schlimmer ging es Österreich: Thomas Forstners zweite Teilnahme mit dem Lied "Venedig im Regen" endete mit null Punkten auf dem letzten Platz. Besser ging es der Schweiz: Sandra Studer, die als Sandra Simó antrat kam mit "Canzone per te" auf Platz 5.

Der Grand Prix

Der Eurovision Song Contest 1991 gilt als der schlechteste und chaotischste in der Geschichte des Wettbewerbs. Da der Eurovision Song Contest in Italien nicht sehr beliebt ist, wollte der verantwortliche Sender RAI die Kosten gering halten. Das fing bei dem Studio an, das ein Fassungsvermögen von nur 800 Personen hatte. Die beiden Moderatoren hielten sich größtenteils nicht an ihre Ansagetexte und waren – außer in ihrer Muttersprache – kaum zu einer Verständigung imstande. So wurden die teilweise verwirrten Jurysprecher ständig zu einem italienischen Gruß genötigt und Toto Cutugno brachte diverse Male Ländernamen und Punkte durcheinander. Dies wurde noch davon gekrönt, dass man sich dazu entschied, alle Ergebnisse dreisprachig zu wiederholen. Vorjahressieger Toto machte sich zudem mehrfach über bestimmte Jurysprecher lustig und flirtete mehr als aufdringlich mit den Interpretinnen. Gigliola Cinquetti hatte ihre liebe Not, Toto einigermaßen in den Griff zu kriegen, und Oberschiedsrichter Frank Naef zeigte sich äußerst entnervt und angesäuert. Die improvisiert wirkende Bühne war recht klein gehalten, direkt daneben wurde das RAI-Orchester platziert. Dieses setzte mehr als einmal kräftig die Töne daneben, so dass ein Saxophonsolo im griechischen Beitrag in ein unfassbares Gequäke ausartete. Im Rücken des Publikums platzierte man auf mehreren Etagen die Kommentatoren. Die Verkleidung dieser Lounge bestand aus rostigem Eisen – man sagte vor der Veranstaltung, dass eine Renovierung nicht notwendig sei, da dies auf dem Fernsehschirm wie Marmor aussehen werde. Während der sehr spannenden Punktewertung zeigte man selten die Anzeigetafel und präsentierte dem Zuschauer stattdessen ausgedehnte Kamerafahrten durch den Green Room. Die Bildauswahl war sehr amüsant, weil man sonst eigentlich nie die Gelegenheit bekommt, die völlig zerknirschten Interpreten auf den letzten Rängen zu beobachten, die entnervt oder heulend mit ihrer Zigarettenpackung herumspielen, sich betrinken oder aus Bierdeckeln kleine Fetzen herauszureißen. Sehr häufig zeigte man auch die völlig verschwitzten Kommentatoren in ihren kleinen Käfigen, was ebenfalls zur Erheiterung beitrug.

Die Wertung endete mit einem Gleichstand zwischen Schweden und Frankreich. Der Schwedin Carola wurde der Sieg zugesprochen, da sie mehr 10-Punkte-Wertungen erhielt als ihre französische Konkurrentin.

Kuriosum

Einzigartig war der Beitrag Jugoslawiens: Dragana Saric alias Bebi Dol (auch Baby Doll) präsentierte sich ganz in türkis, von der Stumpfhose bis zum Ballonröckchen, hinzu kam ein mit Strass verziertes Stirnband, silbern glitzernde Pumps und drei Backgroundtänzer/-innen.

Auch Norwegen setzte auf Kuriosität: Die Gruppe Just 4 Fun von Hanne Krogh nahmen mit dem Titel „Mrs. Thomson“ teil. Während des Auftritts tanzten und alberten sie ungewöhnlich viel.

Außerdem sei das Ergebnis zu erwähnen: Mittlerweile wurde die Regel bei Gleichstand verändert, sodass derjenige gewinnt, der aus mehr Ländern Punkte bekam, dann erst kommen die 12-Punkt-Wertungen usw. Nach dieser Regel hätte Amina für Frankreich gewonnen.

Platzierungen

Platz Land Interpret Titel Punkte
1 Schweden Carola Fångad av en stormvind 146
2 Frankreich Amina C'est le dernier qui a parlé qui a raison 146
3 Israel Duo Datz Kan 139
4 Spanien Sergio Dalma Bailar pegados 119
5 Schweiz Sandra Simó Canzone per te 118
6 Malta Georgina & Paul Giordimaino Could It Be 106
7 Italien Peppino di Capri Comme è ddoce 'o mare 89
8 Portugal Dulce Lusitana Paixão 62
9 Zypern Elena Patroklou S.O.S. 60
10 Großbritannien Samantha Janus A Message To Your Heart 47
11 Irland Kim Jackson Could it be that I'm in love? 51
12 Türkei İzel Çeliköz, Can Uğurluer, Reyhan Karaca İki dakika 44
13 Griechenland Sofia Vossou Anixi 36
14 Luxemburg Sarah Bray Un baiser volé 29
15 Island Stefan & Eyfi Nína 26
16 Belgien Clouseau Geef het op 23
17 Norwegen Just 4 Fun Mrs. Thompson 14
18 Deutschland Atlantis 2000 Dieser Traum darf niemals sterben 10
19 Dänemark Anders Frandsen Lige der hvor hjertet slår 8
20 Finnland Kaija Hullu yö 6
21 Jugoslawien Bebi Dol (Baby Doll) Brazil 1
22 Österreich Thomas Forstner Venedig im Regen 0

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