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Unkel

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen werden unter Unkel (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 50° 36′ N, 7° 13′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Neuwied
Verbandsgemeinde: Unkel
Höhe: 56 m ü. NN
Fläche: 8,16 km²
Einwohner: 5048 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 619 Einwohner je km²
Postleitzahl: 53572
Vorwahl: 02224
Kfz-Kennzeichen: NR
Gemeindeschlüssel: 07 1 38 073
Stadtgliederung: 3 Stadtteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Linzer Straße 4
53572 Unkel
Webpräsenz:
www.unkel.de
Stadtbürgermeister: Gerhard Hausen (SPD)
Lage der Stadt Unkel im Landkreis Neuwied

Unkel ist eine Stadt im Landkreis Neuwied im Norden von Rheinland-Pfalz. Sie befindet sich etwa 20 Kilometer südlich von Bonn am rechten Rheinufer und ist Sitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde Unkel.

Bekannt ist sie sowohl durch ihren Ruf als Rotweinstadt als auch als Wohnsitz vieler bekannter Persönlichkeiten wie Willy Brandt, Stefan Andres, Ferdinand Freiligrath, Leonhard Reinirkens und Annette von Droste-Hülshoff.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geographische Lage

Flächennutzung
Nutzung Fläche in ha
Wohn- und Verkehrsfläche 198
Landwirtschaftsfläche 105
Waldfläche 441
Wasserfläche 57
Sonstige Flächen 14

Unkel liegt am östlichen Rheinufer im Norden von Rheinland-Pfalz und am Rande des Siebengebirges, dem Beginn des Rheinischen Schiefergebirges. Die Stadt befindet sich im äußeren „Speckgürtel“ der Bundesstadt Bonn und ist knapp 15 Kilometer vom Bundesviertel entfernt, das durch die dort ansässigen Bundesministerien, -behörden, internationalen Organisationen wie den Vereinten Nationen und mehreren Global Playern einen Arbeitsplatzschwerpunkt mit erheblicher nationaler und internationaler Ausstrahlung darstellt.

Das 8,16 Quadratkilometer große Stadtgebiet umfasst den südlicheren Teil des auch als Naherholungsgebiet genutzten Siebengebirges sowie das östlich davon liegende Gebiet. Die höchste Erhebung im Stadtgebiet ist der Stux, der tiefste Bodenpunkt befindet sich am Rheinufer.

Unkel grenzt – von Norden im Uhrzeigersinn – an Rheinbreitbach, Bruchhausen, Windhagen, Linz, Erpel und Remagen.

Hochwasser

Wie viele Orte am Rhein ist Unkel öfters vom Hochwasser betroffen. Da der alte Ortskern auf einer Anhöhe liegt, treten in der Innenstadt nur selten größere Schäden auf. Sobald der Pegelstand in Koblenz über 8,40 m steigt, nimmt der Rhein wieder seinen ursprünglichen Verlauf ein. Er verlässt bei Erpel sein Flussbett, fließt durch die Felder und gelangt nördlich von Unkel wieder zu dem Hauptstrom. Solche extremen Hochwasser traten 1784, 1845, 1920, 1926, 1947, 1955, 1970, 1983, 1988, 1993 und 1995 ein. Ein gefährliches Hochwasser bedrohte im Jahre 1926 den Stadtteil Heister. An dem Damm, der zur Burg Vilzelt führte, staute sich das hinter Erpel herfließende Rheinwasser und drohte Heister zu überfluten. Die Katastrophe konnte nur verhindert werden, in dem der Damm durchstochen wurde. Nach dem Hochwasser wurde der Damm durch die Flutbrücke ersetzt, die heute noch steht, aber als dringend sanierungsbedürftig gilt.

Klima

Die Stadt befindet sich in der gemäßigten Klimazone. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 9,4 °C, die mittlere jährliche Niederschlagsmenge 701 mm.

Die wärmsten Monate sind Juni bis August mit durchschnittlich 17,9–16,8 °C und die kältesten Dezember bis Februar mit 2,3–3,2 °C im Mittel.

Der meiste Niederschlag fällt von Juni bis August mit durchschnittlich 72–70 mm, der geringste von Februar bis April mit 40–53 mm im Mittel.

Geschichte

Der Name Unkel stammt wahrscheinlich aus dem Lateinischen (uncus = Bogen, Haken) beziehungsweise aus dem Fränkischen (angel = Bogen, Krümmung). Da der Rhein bei Unkel einen großen Bogen macht, wurde zunächst das ganze Gebiet rechts und links des Rheinbogens uncus genannt. Später wurden auch die anliegenden Siedlungen Unkel und Unkelbach so bezeichnet.

Fränkische Grabbeigaben aus dem 7. Jahrhundert, die 1900 und 1923 in Unkel entdeckt wurden, belegen, dass Unkel schon um 600 n. Chr. besiedelt war. Die erstmalige urkundliche Erwähnung als Unchele im Goldenen Buch der Abtei Prüm fand am 26. Februar 886 statt. 943 wurde Unkel letztmalig als Prümer Besitz erwähnt.

Kölner Zeit (1000–1803)

Mitte des 11. Jahrhunderts ging Unkel in den Besitz der Kölner Kirche über. Der Kölner Erzbischof Anno II. schloss mit der ehemaligen Königin Polens einen Vertrag, wonach sich Unkel auf Lebzeiten in ihrem Besitz befinden sollte. Nach ihrem Tod 1063 fiel Unkel wieder an die Kölner Kirche zurück. Erzbischof Anno II. gab Unkel dann an das neugegründete Stift Maria ad Gradus, in dessen Besitz es bis 1803 verblieb. Die Schenkung wurde offiziell 1075 bestätigt. Das Stift war sehr bedeutend für die Entwicklung der Stadt.

Da die Orte der Umgebung für Graf Ruprecht und gegen den Landgrafen Hermann von Hessen gerichtet waren, wurde Unkel am 13. Januar 1475 von kaiserlichen Truppen eingenommen. Erzbischof Ruprecht wurde nach Westfalen versetzt und Hermann von Hessen neuer Erzbischof von Köln.

Als Folge der Kölner Stiftsfehde verbanden sich 1475 verschiedene Städte am Rhein unter der Führung der Stadt Linz zur Linzer Eintracht. 1535 gehörten dieser schon Linz, Remagen, Unkel, Erpel, Honnef (jetzt Bad Honnef), Königswinter und viele weitere Städte der Umgebung an. 1597 traten noch Leutesdorf, Ober- und Niederhammerstein, Brohl und Hönningen bei. Inhalt des Linzer Abkommens waren unter anderem die gegenseitige Hilfeleistung, wenn ein Ort des Bündnisses überfallen werden würde, die gegenseitige Erstattung der durch Angriffe entstandenen Kosten und die gegenseitige Anerkennung der Gerichtsurteile. Die Linzer Eintracht bestand den Unterlagen zufolge bis 1640 und geriet bald danach in Vergessenheit.

Unkel erhielt seine Stadtbefestigung im Jahre 1553. Die Rheinseite erhielt die stärkste Mauer, sie wurde von dem Gefängnisturm und dem Turm des Fronhofs geschützt. Beide Türme sind nicht mehr im Original erhalten; der Turm des Fronhofs wurde 1803 im neu-gotischen Stil komplett umgebaut, der Gefängnisturm erhielt um 1700 ein neues Dach im barocken Stil. Eine aus Mauern und Wassergraben bestehende Festungsanlage führte durch den Stadtkern, der Graben wurde vom Hähnerbach (damals Ursbach) gespeist. Der Zugang zur Stadt wurde von zwei Stadttoren und mehreren Rheintoren geschützt. Die Stadttore und die Stadtmauern blieben bis in das 19. Jahrhundert erhalten, wurden jedoch 1823 abgerissen und versteigert, weil sie den Durchgangsverkehr behinderten.

Im Jahre 1578 wurde Unkel erstmalig in der Liste der kurkölnischen Städte aufgeführt. Eine förmliche Verleihung der Stadtrechte fand nie statt, deshalb wird dieses Datum als Stadtwerdung Unkels angesehen. Als Stadt war Unkel auch Mitglied des kurkölnischen Landtags, in den es einen Vertreter entsandte.

1583 war Unkel vom Kölner Krieg betroffen, überstand ihn aber ohne größere Schäden. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Unkel stark beschädigt, vor allem durch einen schwedischen Angriff im Jahre 1633. Außerdem gab es in Unkel viele Einquartierungs- und Kontributionskosten. Ein deshalb erbetener Pachtnachlass wurde jedoch abgelehnt.

Nassauische Zeit (1803–1815)

Das Herzogtum Nassau-Usingen hatte einige linksrheinische Besitztümer an Frankreich verloren und sollte nach dem Reichsdeputationshauptschluss vom 27. April 1803 als Entschädigung kurkölnische Besitzungen erhalten. Der Nassauische Fürst hatte jedoch schon im September 1802 von diesen Gebieten Besitz ergriffen. Unter der nassauischen Herrschaft waren die Rechte der Unkeler Bürger sehr eingeschränkt, so wurde Unkel die Gerichtsbarkeit entzogen, die Landstände wurden abgeschafft und die Heiratserlaubnis durfte nur noch das Linzer Oberamt erteilen.

Preußische Zeit (1815–1948)

Nach der Vertreibung Napoleons wurde das Rheinland am 8. Juli 1815 Preußen zugesprochen. Das katholisch geprägte Gebiet stand dem protestantischen Preußen zunächst ablehnend gegenüber. Unkel verlor seine Stadtrechte und wurde Sitz einer Bürgermeisterei. Es gehörte nun dem Kreis Linz an, der aber schon 1822 mit dem Kreis Neuwied zusammengeschlossen wurde. Preußen empfahl nach einer wirtschaftlichen Bestandsaufnahme, die Weinberge in Getreidefelder umzuwandeln. Die Unkeler standen diesem Ratschlag erst misstrauisch gegenüber, folgten dann jedoch den Empfehlungen. Durch seine romantische Lage zog Unkel viele Kölner Adelsfamilien, Dichter und Schriftsteller an.

Am 21. Oktober 1923 wurde in Aachen die Rheinische Republik ausgerufen. Ziel der Freien und unabhängigen Republik Rheinland war die Bildung eines an Frankreich grenzenden Reiches, das unabhängig vom Deutschen Reich sein sollte. Die ersten Separatisten rückten am 12. November 1923 in Unkel ein. Sie errichteten ihr Hauptquartier im Rathaus und durchsuchten das ganze Gebäude nach verwertbaren Gegenständen. Die Separatisten stellten Wachen auf und verhängten eine Ausgangssperre nach 19:00 Uhr. Einige Jugendliche leisteten aktiven Widerstand, wurden aber ergriffen und mussten erhebliche Misshandlungen hinnehmen. Kurz danach organisierte die rheinische Bevölkerung einen Widerstand. Es kam zur Abwehrschlacht im Siebengebirge, bei der die Separatisten völlig besiegt wurden.

Erster Weltkrieg (1914–1918)

Der Erste Weltkrieg wurde in Unkel wie in vielen anderen deutschen Städten zunächst mit patriotischer Begeisterung begrüßt. Die Reservisten fuhren mit der Bahn zu ihren Gestellungsorten. Eine Landwehrkompanie wurde in Unkel eingerichtet, die die Bahn, den Bahnhof, die Bahnunterführung, das Bürgermeisteramt und die Post- und Telegrafenstationen überwachte. Das Christinenstift wurde in ein Lazarett für mögliche Verwundete umfunktioniert. Weil viele Männer in den Krieg gezogen waren, herrschte bald ein Mangel an Arbeitskräften für die Bearbeitung der Felder und Weinberge. Deshalb mussten alte Männer und die Frauen auf den Feldern arbeiten, der Schulbesuch fiel aus, damit auch die Kinder auf den mithelfen konnten.

Im späteren Verlauf des Krieges wurden auch russische Kriegsgefangene aus dem Kriegsgefangenenlager in Wahn bei der Feldarbeit in Unkel eingesetzt. Da der erhoffte schnelle Sieg ausblieb und sich die Lebensmittelversorgung verschlechterte, stand die Unkeler Bevölkerung dem Krieg zunehmend skeptischer gegenüber; so gab es pro Person nur noch 150 Gramm Fleisch wöchentlich und 375 Gramm Kartoffeln am Tag. Da die Lebensmittel insgesamt sehr knapp waren, konnten viele Unkeler Einwohner nur überleben, weil sie in ihren Gärten Gemüse anbauten. Schüler der oberen Klassen konnten einen Teil des Schulgartens zum Gemüseanbau verwenden. Die Erträge wurden ihnen überlassen.

Weil viele Männer sich im Kriegseinsatz befanden, mussten Frauen und ältere Mädchen in Fabriken arbeiten, z. B. in der Pelzfabrik in Unkel oder der Munitionsanstalt in Troisdorf. Für die vielen Arbeiterinnen wurden Sonderzüge von Linz nach Troisdorf eingesetzt, die umgangssprachlich als Pulverzüge bezeichnet wurden.

Um den Kindern zu helfen, die durch die vorher nicht übliche Berufstätigkeit der Mütter zu verwahrlosen drohten, gründete Pfarrer Schwamborn im Jahre 1916 einen Verein, der ihnen warme Mahlzeiten und Brennholz zur Verfügung stellte.

Zur Finanzierung des Krieges wurden Kriegsanleihen gezeichnet. Bei mehreren Haussammlungen kamen in Unkel insgesamt 126.000 Reichsmark zusammen. Die Anleihen wurden nie zurückgezahlt.

Zeit des Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg (1933–1945)

Im Jahre 1930 wurde in Unkel eine Ortsgruppe der NSDAP gegründet, die vor der Machtergreifung Hitlers sieben Mitglieder hatte. 1933 waren es bereits 50. Nach der Machtübernahme wurde der Bürgermeister Unkels entlassen, da er sich nicht dem Nationalsozialismus unterordnen wollte. Es wurden auch alle Stadtratsmitglieder entlassen, die nicht mit den neuen Machthabern sympathisierten. Ab 1937 wurden Prozessionen verboten [1]. Geldsammlungen der Caritas durften nur noch in der Kirche und nicht mehr auf der Straße durchgeführt werden. Ein besonderes Ärgernis war, dass das Hetzblatt Der Stürmer in der Nähe der Schule aushing. Die seit Jahrzehnten leerstehende Unkeler Synagoge wurde am 10. November 1938 während der Novemberpogrome von zwei Unkelern angezündet, sie brannte vollständig nieder. Gegen die Brandstifter fand 1949 ein Gerichtsverfahren statt, sie wurden aber freigesprochen [1]. Der Pfarrer Joseph Vaassen wurde mehrmals wegen seiner regimekritischen Predigten zur Gestapo in Koblenz vorgeladen, außerdem wurde sein Haus durchsucht, er kam jedoch mit einem Verweis davon.

Die ersten Bomben auf Unkel fielen am 11. Dezember 1941, jedoch eher in dünnbesiedelte Gebiete. Die Glocken der Kirchen wurden 1942 eingeschmolzen und für die Rüstungsindustrie verwendet. Im Herbst 1944 wurde die Volksschule wegen ständiger Bombenangriffe geschlossen. Als das baldige Ende der nationalsozialistischen Herrschaft offensichtlich wurde, verbrannte man am 7. März alle Geheimakten des Amtes Unkel. Nach dem Übergang der Amerikaner über den Rhein am 7. März 1945 in Erpel-Remagen kamen am 8. März 1945 Teile der 99. US-Infanteriedivision in Unkel an. In Unkel selbst gab es kaum Widerstand, im Stadtteil Scheuren hatten sich jedoch einige Wehrmachtsangehörige verschanzt. Ein junger Soldat versuchte noch, mit einer Panzerfaust einen amerikanischen Panzer zu stoppen, er wurde jedoch sofort getötet. Die Amerikaner errichteten in Unkel einen Kommandoposten.

Nachkriegszeit

Nach der bedingungslosen Kapitulation am 8. Mai 1945 gerieten viele deutsche Soldaten in Gefangenschaft. Bei Remagen wurde ein Kriegsgefangenenlager errichtet. Unkel, das seit Anfang März ohne Strom gewesen war, erhielt am 9. Juli wieder Licht. Langsam normalisierte sich das Leben wieder, Hauptproblem war nun die Sicherstellung der Ernährung. Die mit Lebensmittelkarten rationierten Nahrungsmittel alleine reichten nicht zum Überleben aus. So waren viele Unkeler gezwungen, Schmuck und andere Wertgegenstände als Ersatzwährung gegen Eier, Butter und Speck bei den Bauern einzutauschen, da die Reichsmark praktisch wertlos war.

Am 22. Juli wurde unter großer Anteilnahme der Bevölkerung das Schulkreuz, das in der Zeit des Nationalsozialismus verboten war, wieder aufgestellt. Nach dem Abzug der Amerikaner Ende Juli rückten französische Truppen in Unkel ein. Am 12. Oktober wurde die Schule in Unkel wieder eröffnet. Sie war wenig beschädigt worden, doch es gab nur noch Mobiliar für zwei Klassen, deshalb musste der Unterricht schichtweise stattfinden. Besonders in den beiden ersten Nachkriegswintern herrschte Not an Feuerholz und Nahrungsmitteln.

Ab dem 21. September 1948 erhielten die Schulkinder in Unkel eine Schulspeisung, die durch amerikanische Spenden ermöglicht wurde. Es wurden täglich etwa 100 Liter Suppe für die Schulkinder im Christinenstift gekocht und an sie ausgegeben.

Nach der Wahl Bonns zur provisorischen deutschen Hauptstadt entwickelte sich Unkel zu einem beliebten Wohnort vor den Toren Bonns und verdoppelte beinahe seine Einwohnerzahl. Auch nach dem Wegzug des Bundestags und Teilen der Bundesregierung profitiert es von der günstigen wirtschaftlichen Lage in der Region. Ein Neubaugebiet im Süden der Stadt schafft dafür zusätzliche Wohnflächen.

Bevölkerung

Unkel ist wie das gesamte Rheinland katholisch geprägt. Etwa 55 % der Einwohner sind heute katholisch und 15 % evangelisch. 18 % der in Unkel wohnenden Menschen gehören einer anderen oder keiner Konfession an; circa 8 % sind Muslime. Der Ausländeranteil beträgt 10,29 %. Die Unkeler Bevölkerung ist von der Altersstruktur folgendermaßen verteilt: 22,5 % sind unter 20 Jahre alt, 51,1 % zwischen 20 und 59 Jahre und zu den über 60-Jährigen zählen 26,3 %.

Einwohnerentwicklung

In der frühen Neuzeit hatte Unkel nur wenige hundert Einwohner. Die Bevölkerung wuchs nur langsam und ging durch die zahlreichen Kriege, Seuchen und Hungersnöte immer wieder zurück. Erst mit dem Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert beschleunigte sich das Bevölkerungswachstum. Lebten 1790 erst 900 Menschen in der Stadt, so waren es 1921 bereits 1531.

Bis 27. Mai 1970 stieg die Bevölkerungszahl auf 3200. Am 30. Juni 2005 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Unkel nach Fortschreibung des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz 5003 (nur Hauptwohnsitze). Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Dabei handelt es sich um Volkszählungsergebnisse oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes. Die Angaben beziehen sich ab 1871 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1871 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Jahr Einwohner Jahr Einwohner
1815 923 1970 3140
1835 1083 1975 3312
1871 1153 1980 3737
1905 1371 1985 4024
1939 2020 1990 4350
1950 2695 1995 4724
1961 2869 2000 5042
1965 3106 2005 4999

Politik

Stadtrat

Der Stadtrat in Unkel besteht aus 20 Ratsmitgliedern sowie dem ehrenamtlichen und vorsitzenden Stadtbürgermeister. Durch die Stimme des SPD-Bürgermeisters haben SPD und Grüne/Bündnis 90 gemeinsam eine Mehrheit im Stadtrat.

Sitzverteilung im gewählten Stadtrat:

CDU SPD Grüne Gesamt
2004 10 9 1 20 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 13. Juni 2004)

Wappen

Die Wappenbeschreibung lautet: Geteilt von Silber und Rot; oben ein durchgehendes schwarzes Balkenkreuz; unten zwei schräggekreuzte goldene Schlüssel mit abgewendeten Bärten und mit Vierpaßreiten, bewinkelt von vier silbernen Sechsecken.

Das Unkeler Wappen geht auf das Siegel des 16. Jahrhunderts zurück. Am deutlichsten ist das Wappen auf dem Siegel von 1744 zu erkennen. Das schwarze Kreuz auf weißem Grund zeigt die Zugehörigkeit zu Kurköln bis 1803. Die beiden Schlüssel stellen die Attribute des hl. Petrus, den Schutzpatron der Kölner Kirche, dar. Die vier Sechsecke Punkte bezeichnen die so genannten Unkelsteine im Rhein, einst für die Schifffahrt gefährliche Basaltbelsen. Auf den alten Schöffenkannen von 1750 befindet sich eine der ältesten Darstellungen des Wappens, eine vereinfachte Version ist auf der Pumpe in der Pützgasse abgebildet. Erst im 19. Jahrhundert erhielt das Wappen seine heutige Form.

Städtepartnerschaft

Unkel unterhält eine Städtepartnerschaft zu Kamen im Ruhrgebiet (Nordrhein-Westfalen).

Sehenswürdigkeiten

Willy-Brandt-Zimmer

Im alten Rathaus wurde mit Unterstützung der Friedrich-Ebert-Stiftung das Willy-Brandt-Zimmer eingerichtet, eine Ausstellung zum Leben Willy Brandts mit Möbeln und persönlichen Erinnerungsstücken. Zentrum der Ausstellung ist ein Nachbau seines Arbeitszimmers, das mit Originalmaterial aus seinem Haus in der Freiligrathstraße ausgestattet ist. Zurzeit ist geplant, das Willy-Brandt-Zimmer in die ehemalige Filiale der Sparkasse Neuwied in der Innenstadt einziehen zu lassen. Hier soll, getragen von einer Stiftung, das Willy-Brandt-Forum mit einer großen Ausstellung, der Tourismusinformation und einer Automatenzweigstelle der Sparkasse entstehen.

Baudenkmäler

Wichtigstes Baudenkmal ist das an der Rheinpromenade gelegene Freiligrathhaus, ein barockes Adelspalais von 1760, in dessen Mansardgeschoss der Dichter Ferdinand Freiligrath von 1839 bis 1841 lebte. Die reich ausgestattete, katholische Pfarrkirche St. Pantaleon mit barockem Hochaltar besitzt einen romanischen Turm und drei parallele Satteldächer, die ihr einen reizvollen Anblick verleihen. Sie birgt einen hölzernen Reliquienschrein mit Temperabildern, auf denen das Leben des heiligen Pantaleon dargestellt ist. Außerdem sind noch große Teile der Stadtmauer erhalten, ebenso, wenn auch mit späteren Umbauten, die beiden Ecktürme. Ludwig van Beethoven soll angeblich eine Nacht im Gefängnisturm verbracht haben, was aber jeglichen Beweises entbehrt. Seit 1986 befindet sich in diesem Turm ein Museum, das auf Anfrage zur Besichtigung geöffnet ist. In der Vogtsgasse befindet sich die sogenannte "Sternenburg", ein einzigartiges Patrizierhaus aus dem 16. Jahrhundert mit einer reichen Ausstattung. Gegenüber befindet sich das sogenannte "Bachem-Haus", dessen Fundamente aus geschichtetem Säulenbasalt ebenfalls mindestens bis in das 16. Jahrhundert zurückreichen. Mit seinen ausreichend Platz bietenden Gewölbekellern stellt diese dreiflügelige Anlage eines der wenigen noch erhaltenen Beispiele eines Winzerhofes des 17./18. Jahrhunderts dar.

Am Scheurener Dorfplatz befindet sich die Scheurener Kapelle, die auch als Scheurener Dom bezeichnet wird und dem Heiligen St. Joseph geweiht ist. Sie wurde erstmals 1552 urkundlich erwähnt, vermutlich aber schon um 1500 erbaut. Im Jahre 1583 wurde sie während des Kölner Krieges in Brand gesteckt und blieb circa 100 Jahre ungenutzt. Die Kapelle wurde erst von 1680 bis 1683 wieder aufgebaut. Nur die Chorpartien blieben im Original erhalten, die anderen Wände wurde neu errichtet und es wurde eine Empore geschaffen. 1986 wurde die Kapelle erneut renoviert.

Rheinpromenade

Der Bau der Rheinpromenade erstreckte sich über viele Jahre mit einem enormen finanziellen Aufwand für die Stadt. Auf alten Ansichten kann man erkennen, dass das Rheinufer in Unkel sehr flach war. Vor dem Ufer befanden sich zahlreiche Sandbänke. Eine ähnliche Form des Rheinufers findet man heute noch im Bereich zwischen Gefängnisturm und Kanuheim. Bei jedem Hochwasser wurde ein Teil der Uferböschung abgetragen, wozu besonders die Dampfschiffe mit ihrem Wellenschlag beitrugen. Beim Hochwasser von 1845 stürzte direkt vor der Kirche die Stadtmauer durch Unterspülung ein. Nachdem die Mauer durch die Kirchengemeinde repariert worden war, versuchte die politische Gemeinde, eine bessere Befestigung des Rheinufers zu erreichen; die Rheinprovinz lehnte die entsprechenden Anträge jedoch ab. Erst im Jahre 1859 gab die Preußische Wasserbau-Inspektion einen Kostenvorschlag ab. Es wurden 7500 Taler für das Rheinufer vom Fronhof bis zum Turm veranschlagt. Da Unkel wegen des Neubaus einer Schule hoch verschuldet war, konnte die Summe jedoch nicht aufgebracht werden. Schließlich erklärte sich die Rheinbau-Verwaltung im Jahre 1866 bereit, die Kosten für die Uferbefestigung bei normalem Wasserstand (bis zwölf Fuß) zu übernehmen. Die Unkeler Bürger hätten lieber eine höhere Mauer bis 20 Fuß gehabt, da die finanziellen Mittel der Stadt aber zu dieser Zeit sehr beschränkt waren und man einen erneuten Einsturz der Mauer nicht ausschließen konnte, entschied man sich, den Vorschlag anzunehmen. Die Kosten für die Erhöhung der Ufermauer im Jahre 1867 wurden vollständig von der Rheinprovinz übernommen. 1870 erfolgte dann die Erhöhung der Promenade vom Turm bis zur Kirchgasse auf 20 Fuß, der restliche Teil der Rheinpromenade wurde 1873 erhöht. Die Kosten der Umbauten (2500 Taler) wurden aus dem Verkaufserlös des Unkeler Waldes aufgebracht. Nach Fertigstellung der Promenade legte man eine Allee aus Lindenbäumen an.

Tourismus

Der Fremdenverkehr in Unkel begann im 19. Jahrhundert. Vor allem Engländer besuchten Unkel, unter anderem wegen der Nähe zum Siebengebirge. Als Unkel ab 1870 mit der rechtsrheinischen Eisenbahnstrecke zu erreichen war, kam es zu einer Ausweitung des Fremdenverkehrs. Eine weitere Steigerung des Tourismus erfolgte 1883, als Unkel eine Landebrücke für Dampfschiffe erhielt. Deshalb wurde im Jahre 1881 eine Kur- und Verkehrsverein gegründet, der neue Wanderwege baute und alte erweiterte, die Rheinpromenade verschönerte und für eine wirkungsvolle Werbung sorgte. Im Jahre 1927 entstand ein modernes Strandbad, wo man im Rhein baden konnte. In den 30. Jahren wurde der Fremdenverkehr durch den Bau einer zweiten Landebrücke für Motorboote weiter gesteigert, erst durch den Zweiten Weltkrieg sank der Tourismus abrupt ab.

Unkel hatte zwar im Zweiten Weltkrieg kaum Beschädigungen erlitten, der Fremdenverkehr war aber wegen durch die Besatzungstruppen beschlagnahmte oder durch einquartierte Flüchtlinge aus dem Osten besetzte Hotels nicht möglich. Ab 1948 begann der Tourismus langsam wieder zu steigen, viele Hotels, Gasthöfe und Pensionen wurden wieder eröffnet. Die Wahl Bonns zur Bundeshauptstadt wirkte sich günstig für den Fremdenverkehr in Unkel aus. Das „Haus Henkel“ wurde als Gasthaus der Bundesregierung eingerichtet, dort fanden viele Tagungen statt. Da es später keine Verwendung für die Villa mehr gab, wurde sie im Jahre 1960 abgerissen und durch einen Bungalow ersetzt. Inzwischen hat das bekannte Hotel Schulz die Stelle des ehemaligen Länderhauses übernommen. Nachdem das Schiff Westmark, das 1945 vor dem Landesteg versenkt worden war, gehoben wurde, legten seit 1950 wieder Schiffe in Unkel an. Als in den 80er Jahren der Tourismus immer weiter abnahm, versuchte die Stadt durch eine neue Turnhalle, ein Schwimmbad, eine Tennisanlage und eine Sportanlage die Stadt für Touristen attraktiver zu machen. Dem selben Zweck diente die Verlegung der Parkplätze aus dem Stadtzentrum heraus und eine Sanierung der Altstadtstraßen. Trotz aller Bemühungen geht bis in das 21. Jahrhundert der Tourismus weiter zurück. Durch die Einbeziehung in den Fernwanderweg Rheinsteig von Bonn nach Wiesbaden sollen seit 2006 neue Impulse gesetzt werden.

Veranstaltungen

Rheinpanorama im nördlichen Unkel

Wirtschaft und Infrastruktur

Im Unkeler Gewerbegebiet gibt es ein Einkaufszentrum mit Lebensmitteldiscountern, einer Veranstaltungshalle, einem Baumarkt und vielen weiteren Geschäften. Weiterhin gibt es in der in den 90er Jahren sanierten historischen Innenstadt, die im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört wurde, weitere Lebensmittelgeschäfte und gastronomische Betriebe. Allerdings hat der Einzelhandel dort wie in den meisten kleineren Gemeinden aufgrund der in der Region angesiedelten Einkaufszentren Probleme.

Das Unternehmen Haus Rabenhorst hat seinen Firmensitz in Unkel und produziert hier seine Fruchtsäfte.

Die Stadt Unkel war am 31. Dezember 2005 mit 4,2 Millionen Euro verschuldet, was eine Verschuldung von 842 Euro pro Einwohner entspricht.

Verkehr

Straßen in Unkel

In kurkölnischer Zeit führte die damalige Hauptverkehrsstraße, der Heerweg, an Unkel vorbei. Ihr Verlauf entsprach ungefähr der heutigen Eisenbahnlinie. Mehrere Feldwege führten zu den Straßen, die heute Bruchhausener Straße, Freiligrathstraße und Schulstraße heißen. Die schnellste Verbindung nach Scheuren war der Kirchweg (heute Alter Kirchweg), der jedoch 1870 durch die neugebauten Eisenbahnschienen unterbrochen wurde. Die Hauptverbindung nach Erpel war der Pfortenweg (heute Linzer Straße) und das Heisterer Feld. Parallel dazu verliefen der Hohe Weg und die Lach.

Als Unkel 1815 an Preußen fiel, wurde die Landstraße auf Anordnung der damaligen Behörde im Jahre 1923 durch Unkel hindurch geführt. Fast hundert Jahre wurde die Straßenlage nicht verändert. Erst 1913 wurde die Straße nach dem Bau der beiden Eisenbahnunterführungen geändert, die Landstraße wurde am Bahnhof vorbei geleitet und stieß über die Siebengebirgsstraße wieder auf die alte Straßenführung zurück.

Als der Autoverkehr immer weiter zunahm wurde die Durchfahrt durch Unkel immer beschwerlicher und man versuchte das Problem über eine Umgehungsstraße zu lösen. So wurden 1932 zwei Varianten diskutiert: eine große Umgehung durch die Weinberge, wo sich heute die B42 befindet, und eine kleine Umgehung von der Bruchhausener Straße zur Fritz-Henkel-Straße. Der Stadtrat entschied sich für die große Umgehung, die auch wenig später, im Jahre 1933, umgesetzt wurde.

Fernstraßen

Unkel ist über die B 42 an die nördlicher (Bad Honnef, Königswinter, Bonn) und südlicher gelegenen Städte (Linz, Bad Hönningen, Neuwied) angebunden. Via L 252 erreicht man über Bruchhausen und den Bad Honnefer Stadtbezirk Aegidienberg die Anschluss-Stelle Bad Honnef/Linz der A 3. Die Verbindung zur A 3 ist auch über die Bad Honnefer Schmelztalstraße (L 144) möglich, die über einen wesentlich besseren Straßenzustand verfügt.

Eisenbahn

Vom Bahnhof Unkel fahren zu den Hauptverkehrszeiten im 30-Minuten-Takt der RE 8 (Rhein-Erft-Express) und die RB 27 (Rhein-Erft-Bahn) auf der rechten Rheinstrecke nach Mönchengladbach und Koblenz. Der Zug in Richtung Mönchengladbach hält u. a. in Bad Honnef, Königswinter, Bonn-Beuel und Köln, seit Sommer 2004 hält die RE 8-Linie auch am Köln/Bonner Flughafen. Der Zug in südliche Richtung hält u. a. an den Stationen Linz, Bad Hönningen, Rheinbrohl und Neuwied.

ÖPNV

Unkel gehört dem Verkehrsverbund Rhein-Sieg und dem Verkehrsverbund Rhein-Mosel an.

Die Linie 565 verkehrt vom Linzer Bahnhof zur Bad Honnefer Stadtbahn-Endhaltestelle der Linie 66 und verbindet Unkel somit mit dem Netz der Bonner Stadtbahn. Auf der Strecke liegen Bushaltestellen in Rheinbreitbach, Unkel-Scheuren, Unkel-Stadtmitte, Unkel-Heister, Erpel und Kasbach.

Die Linie 134 führt ins nahegelegene Bruchhausen und nach Orsberg, während die Linie 133 Verbindungen mit Rheinbreitbach und dessen Ortsteil Breite Heide schafft.

Fahrrad

Unkel liegt am Abschnitt Mittelrhein (rechtsrheinischen Variante) des Rheinradwegs. Die gut befahrbare und touristisch häufig genutzte Strecke nach Norden führt am Rhein entlang nach Bad Honnef, Königswinter und Bonn. In südliche Richtung führen breitere Wege nur bis nach Erpel, der weitere Weg ist oft schmaler und liegt etwas weiter weg vom Rhein. Im weiteren Verlauf ist er bis nach Neuwied gut befahrbar und ausgeschildert.

Schifffahrt

Die Rheinfähre von Unkel nach Remagen-Birgel wurde erstmals im Jahr 1110 erwähnt. Die Fähre gehörte zuerst dem Stift Maria ad Gradus und ging später in den Besitz des Orgelfonds über. Bekannt wurde die Fähre durch das Orgelwerk „Unkeler Fahr“ von Tilo Medek, der zu der Zeit in Unkel wohnte. Die Überfahrt erfolgte mit dem Fährnachen, ein langer Kahn, an dem auch ein Segel befestigt werden konnte. Die Fähre wurde auch genutzt um Personen zu den Ausflugsschiffen zu bringen, da Unkel zeitweise keine Landebrücke für Dampfschiffe hatte. Im Jahre 1906 wurde beschlossen den Kahn durch eine Motorbootfähre zu ersetzen. Die Fähre wurde von zwei Unkelern gekauft und vom Stadtrat mit 250 Mark jährlich unterstützt. Im Ersten Weltkrieg musste der Fährbetrieb wieder mit dem Ruderboot durchgeführt werden, da keine Person mit Schiffsführerschein aufgetrieben werden konnte. Im Jahre 1926 nahm eine weitere Motorfähre den Betrieb auf, nachdem zuvor eine weitere Motorbootlandebrücke am Rheinufer gebaut worden war. Später ließ der Fährverkehr stark nach, seit 1976 wird die Fähre nur noch nebenberuflich betrieben und später eingestellt.

Bildung

Unkel verfügt über eine Grundschule und eine Regionale Schule. Von den 774 Schülern, die in Unkel zur Schule gehen, besuchen 40 % die Grundschule Am Sonnenberg, 10 % den Hauptschulzweig der regionalen Stefan-Andres-Schule und die übrigen 50 % den Realschulzweig der Regionalen Schule.

Weinbau

Die Ersterwähnung Unkels im Bereich des Weinbaus war im Jahre 886, also wurde hier bereits zu fränkischer Zeit Weinbau betrieben. Im Mittelalter befanden sich die Unkeler Weingärten im Besitz von geistlichen und adeligen Personen, der Hauptgrundherr war das Stift „Maria ad Gradus“. Im Laufe der Jahrhunderte erhielten auch Einheimische Grundbesitz, da sich die Eigentumsverhältnisse stark änderten. Unter preußischer Regierung wurden 1815 alle ebenerdigen Weinbauflächen zu Getreidefeldern umgewandelt, weil nach preußischer Meinung in Unkel zu wenig Getreide angebaut wurde. So kam es zu einer starken Verminderung der Anbauflächen.

1871 wurden in Unkel durch die Pelzfabrik Profitlich und die Betonwarenfabrik Schwenzow etwa 100 neue Arbeitsplätze geschaffen, diese Situation nutzten viele Winzer aus und beendeten ihre unsichere Winzerkarriere. Des Weiteren konnten sie durch die neugebaute Eisenbahnstrecke auch in umliegenden Ortschaften Arbeit finden. Im Jahre 1875 betrug die Weinanbaufläche in Unkel etwa 200 Hektar.

Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Umsatz der Winzer wegen des verstärkten Vorkommens von Rebschädlingen und der Absatzschwierigkeiten des Rotweins durch billigere ausländische Konkurrenz deutlich gemindert.

Während nun viele Winzer den Beruf wechselten, schlossen sich etwa 60 Winzer zu einer Winzergemeinschaft zusammen und gründeten am 8. September 1895 den „Unkeler Winzerverein“. Durch diesen Zusammenschluss war es möglich, rationellere Arbeitsbedingungen zu schaffen. Aber auch der Winzerverein konnte den Niedergang des Weinbaus nur verzögern, nicht aber verhindern. Das 20. Jahrhundert fing für den Weinbau gut an. Da Jahr 1905 brachte einen vollen Herbst mit einer überdurchschnittlichen Quantität. Aber dann begann 1906 bis 1915 eine Reihe von Missernten bedingt durch massives Auftreten von Rebschädlingen. Infolgedessen wurden viele Weinberge aufgegeben.

Im Jahre 1928 wurden in der Bürgermeisterei Unkel nur noch circa 50 Hektar Weinberge genutzt, einige Jahre später waren es nur noch 40 ha. Da während der Zeit des Nationalsozialismus der Weinbau stark gefördert wurde, erlebt er einen kurze Aufschwung. Im Amt Unkel wurden circa 10 ha neue Weinreben gepflanzt. Im Jahr 1935 betrug die bearbeitete Weinbaufläche wieder circa 50 ha. Der Zweite Weltkrieg und die Zeit danach brachte eine enorme Verringerung der Weinbergsflächen. 1969 wurde mit der Schließung des Unkeler Winzervereins der Tiefpunkt in der Geschichte des Unkeler Weinbaus erreicht. Erst in den letzten Jahren haben einige Enthusiasten, zum Teil im Nebenerwerb, den Weinbau wieder belebt und die bepflanzte Fläche wieder erweitert.

Aus Unkel kommt auch der „Rotbäckchen“-Saft der ursprünglich 1805 von Pfarrer Johann-Heinrich Lauffs in Oberwinter als Weingut gegründeten Firma Haus Rabenhorst. Sein Enkel und Nachfolger als Firmenleiter, Alexander Lauffs, begann gegen Ende des 19. Jahrhunderts Traubenkelter als „alkoholfreien Wein“ zu verkaufen, was ihm nach einem Prozess 1910 am Königlichen Landgericht in Neuwied gestattet wurde. Die lange Zeit vom Nachkommen des Firmengründers und Unkeler Ehrenbürger Günther Lauffs (* 28. November 1901) geleitete Firma hat seit mehr als hundert Jahren in Unkel ihren Hauptsitz, stellt heute Fruchtsäfte her und führt auf Anfrage auch Führungen durch.

Bekannte Persönlichkeiten

Literatur

 Commons: Unkel – Bilder, Videos und Audiodateien

Quellen

  1. a b Rudolf Vollmer: Unkel am Rhein - Chronik einer Stadt Önel-Verlag, Unkel 1995, S. 61
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