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Joseph Larmor

Sir Joseph Larmor (* 11. Juli 1857 in Magheragall, County Antrim, Nordirland; † 19. Mai 1942 in Holywood, County Down) war ein irischer Physiker und Mathematiker.

Von 1903 bis 1932 war er Professor auf dem Lucasischen Lehrstuhl für Mathematik am Trinity College der University of Cambridge; sein Vorgänger in dieser Position war George Gabriel Stokes, sein Nachfolger wurde Paul Dirac.

Inhaltsverzeichnis

Werk

Larmor veröffentlichte 1897 [1] als Erster die Lorentz-Transformation, zwei Jahre vor Hendrik Antoon Lorentz und acht Jahre vor Albert Einstein. Er sagte dabei den Effekt der Zeitdilatation voraus und bestätigte die FitzGerald-Lorentzkontraktion, vorausgesetzt die Moleküle werden durch elektromagnetische Kräfte zusammengehalten. 1900 [2] präsentierte er die Transformationen in etwas klarerer Gestalt, wobei er jedoch wie Lorentz, aber im Gegensatz zu Einstein, die damit verbundenen Effekte als dynamisch und nicht kinematisch verstand. Obwohl er die Relativitätstheorie für kurze Zeit befürwortete, lehnte er sie später ab, da er die Raumzeitkrümmung ablehnte und meinte, dass die absolute Zeit für die Astronomie unverzichtbar sei.

Larmor nahm an, dass man sich den Äther als ein homogenes, fluides Medium vorstellen kann, das inkompressibel und elastisch sei. Wie Lorentz glaubte er, dass die Bewegung von Äther und Materie streng voneinander zu trennen seien. Dabei vereinigte Larmor Kelvins Vortex-Äthermodell mit seiner Theorie. Die Materie wurde von ihm wie Lorentz als Strom von Partikeln bzw. Elektronen geschildert. Dabei ging Larmor davon aus, dass Materie bzw. Elektronen keine eigene Substanz besitzen und nur eine besondere Form des Äthers seien.

Larmor errechnete die Rate der Energiestrahlung eines beschleunigten Elektrons und er erklärte die Trennung der Spektrallinien in einem magnetischen Feld durch die Oszillationen der Elektronen.

Auszeichnungen

1880 wurde Larmor der Senior Wrangler der Universität Cambridge, die ihn im gleichen Jahr mit dem Smith's Prize auszeichnete; 1898 verlieh sie ihm den Adams Prize.

1892 wurde er als Mitglied („Fellow“) in die Royal Society gewählt, die ihm 1915 die Royal Medal und 1921 die Copley Medal verlieh. 1909 wurde er zum Ritter geschlagen. Die London Mathematical Society zeichnete ihn 1914 mit der De-Morgan-Medaille aus.

Der Mondkrater Larmor wurde nach ihm benannt.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. J. Larmor: On a Dynamical Theory of the Electric and Luminiferous Medium, Part 3, Relations with material media. In: Phil. Trans. Roy. Soc.. 190, 1897, S. 205-300.
  2. J. Larmor: Aether and Matter. Cambridge University Press, 1900.

Veröffentlichungen

Larmor gab die gesammelten Werke von George Gabriel Stokes und Lord Kelvin heraus und er verfasste Nachrufe zu Stokes, Kelvin und Josiah Gibbs.

Sekundäre Quellen

PND: Datensatz zu Joseph Larmor bei der DNB
Keine Treffer im DNB-OPAC, 7. Mai 2008
Personendaten
Larmor, Joseph
irischer Physiker und Mathematiker
11. Juli 1857
Magheragall, County Antrim, Nordirland
19. Mai 1942
Holywood, County Down