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Schloss Westerwinkel

Das Barockwasserschloss Westerwinkel liegt im Ascheberger Ortsteil Herbern im Münsterland.


Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Für das Jahr 1225 ist die Existenz einer Burganlage in Westerwinkel urkundlich belegt. Eine trutzige Wasseranlage muss es dort gegeben haben, geschützt durch ein doppeltes Grabensystem mit Wällen, die - für die Zeit des Dreißigjährigen Krieges bezeugt – so hoch waren, dass sie die untere Fensterreihe fast völlig verdeckten. Eine Wehrbefestigung muss an diesem Standort jedoch bereits zu einem früheren Zeitpunkt existiert haben. So ist beispielsweise verbrieft, dass Graf Arnold von Altena-Isenberg, der zudem den Titel Graf von Hövel führen durfte, um 1190 im Besitz einer Wehranlage im Bereich von Westerwinkel war. Westerwinkel gehörte bis etwa zum Jahr 1000 zur Grafschaft Werl und wurde nach der Erbteilung integraler Bestandteil der 1003 gegründeten Grafschaft Hövel. Am Nordwestrand der Werler bzw. Höveler Grafschaft gelegen, war Westerwinkel zusammen mit Stockum ein einsamer Außenposten am Rande des Interessengebietes von Münster. Die strategische Bedeutung des Standortes dürfte sich also reziprok zur Anzahl der erhaltenen Quellen verhalten, was das Bestehen einer Wehranlage in dieser Zeit für den gesamten Zeitraum des Bestehens der Grafschaften Werl und Hövel wahrscheinlich, aber nicht belegbar macht. Dies gilt umso mehr, als von der ursprünglichen Burganlage keinerlei Bausubstanz erhalten ist und niemand sagen kann, wie die Burganlage ursprünglich ausgesehen hat. Zu Zeiten der Werler Herrschaft existierte aber jedenfalls bereits das heute zu Ascheberg gehörende Dorf Herbern, in dessen unmittelbarer Nähe Westerwinkel liegt – Herbern wird geschichtlich erstmals um 889 in den Büchern des Klosters Werden an der Ruhr erwähnt[1]. Für seinen Besitzer dürfte zwingerweise die Notwendigkeit bestanden haben, diesen Besitz am Nordwestrand der Grafschaft gegen mögliche Invasoren abzusichern. Zudem lag Herbern an der alten Handelsstraße Münster - Dortmund - Köln, der heutigen B54, die durch Herbern führte, was die strategische Bedeutung des Platzes unterstreicht.

Die Burg wechselte mehrfach den Besitzer. Bis 1430 waren die Grafen von Ascheberg Inhaber der Burg. Um 1430 wurden dann die Grafen von Merveldt mit dem Besitz Westerwinkel belehnt. Familie von Merveldt gehört zum westfälischen Uradel. Sie stammt von Burg Merfeld, die nordwestlich von Dülmen liegt, wo sie seit 1251 urkundlich belegt ist. Der neue Besitzer der Burg hörte auf den Namen Hermann von Merveldt (1399 – 1450), Marschall des Fürstbischofs von Münster und Droste des Amtes Stromberg. Als die Familie in finanzielle Engpässe geriet, wechselte der Besitz kurzzeitig wieder an die Familie von Ascheberg. Hermanns Neffe kaufte ihn jedoch im Jahre 1498 wieder zurück. 1515 musste die Familie Westerwinkel erneut verkaufen. So ging er an die Raesfeld zu Ostendorf über, und dann über den Grafen von Limburg an die Diepenbrock zu Lake (1523). Als Dirk von Merveldt eine wichtige Rolle bei der Eroberung Münsters aus den Händen der Wiedertäufer spielte und selbst den Täuferkönig Jan van Leyden gefangennahm, ging es mit den Merveldts finanziell wieder aufwärts – die Kriegsbeute war reichlich. Mit ihrer Hilfe baute Dirk von Merveldt in Wolbeck ein Meisterwerk der Ranaissance – den Drostenhof. Im Jahre 1555 ehelichte er die Erbtochter der Familie Diepenbrock, Ursala von Diepenbrock von Westerwinkel. Auf diese Weise gelangten die Merveldts wieder in den Besitz von Westerwinkel, der ihnen bis heute geblieben ist.

Als weiterer bedeutender Vertreter der Familie ist Dietrich Hermann von Merveldt zu nennen (1598 – 1658). Er war Droste zu Wolbeck, Geheimer Rat, Oberstmarschall und Kanzler.

Das heutige Schloss Westerwinkel hat mit der ursprünglichen Burganlage nichts mehr gemeinsam. Die Gebäude der Vorburg wurden zwischen 1663 und 1668 errichtet. Vier Jahre nach Baubeginn trat rechtlich gesehen eine entscheidende Wende ein. Bis zu diesem Zeitpunkt war Westerwinkel noch ein Lehensgut gewesen. 1667 gelang es jedoch, es aus dem Hohenlimburger Lehensverhältnis herauszulösen. Westerwinkel wurde auf diese Weise persönliches Eigentum der Familie von Merweldt. Nur ein Jahr später, am 17.2.1668, wurde Theodor Hermann von Merveldt (1624 – 1696) von Kaiser Leopold I. in den erblichen Reichsfreiherrenstand erhoben. Diese Standeserhöhung zog ein gehobenes Repräsentationsbedürfnis nach sich. Die Anlage wurde also insgesamt großzügiger und weitläufiger angelegt. Dies bedingt die Tatsache, dass Schloss Westerwinkel eines der frühesten Barockschlösser Westfalens ist.

Der gesellschaftliche Aufstieg der Familie war damit noch nicht beendet. Am 20.12.1726 wurden die Reichsfreiherren von Kaiser Karl VI. in den erblichen Reichsgrafenstand erhoben.

Ab 1840 wurde den Merveldts die Erbmarschallswürde des Fürstbistums Münster verliehen, was durch das Aussterben der Plettenbergs bedingt war.

Ferdinand, der letzte Graf von Merveldt, hatte nur eine Tochter. Diese heiratete 1949 Freiherr Johannes von Twickel. Um den Namen fortzuführen, wurde der gemeinsame Sohn der beiden vom Großvater adoptiert. Die Familie lebt nun fort unter dem Namen Reichsgraf von Merveldt, Freiherr zu Lembeck, Freiherr von Twickel.

Die Grafen von Merveldt haben an Schloss Westerwinkel keine Umbauten vorgenommen. Aus diesem Grunde zeigen die Gebäude seit dem 17. Jahrhundert keine Veränderungen und entsprechen seitdem dem jetzigen Zustand, allerdings mit einer gewichtigen Einschränkung: Einer der Flügel, aus denen die Gebäude bestehen, ist inzwischen einem Brand zum Opfer gefallen und verschwunden.

Erscheinungsbild des Schlosses

Die idyllische, naturnahe Lage des Schlosses, das sich ein ganzes Stück abseits der menschlichen Besiedlung befindet, veranlasste den Autor des Informationszettels am Schlosseingang zu folgenden poetischen Zeilen:

Die Besonderheit dieses Schlosses beruht nicht auf einer ereignisreichen Vergangenheit oder auf einer faszinierenden Baugeschichte. Vielmehr unterscheidet es sich von allen anderen Schlössern eher durch seinen eigenen Charakter. Es ist zurückhaltend, wie die Einwohner dieses Landstrichs; es versteckt sich in den Hochwäldern und in den mit Hecken eingefriedeten Wiesen und Feldern; es scheint viel eher allein bleiben zu wollen, verborgen vor jedem Fremden, mit sich selbst und seiner kleinen Welt zufrieden. Dieses Dornröschenschloss wurde inmitten eines englischen Garten errichtet. Es handelt sich hierbei um einen Komplex von Wassergräben, deren Ursprung im frühen Barockstil zu suchen ist, und dessen Prinzipien den Wassergräben der Burg des Mittelalters entsprechen. Zum Zeitpunkt der Erbauung wurden die Wassergräben ausgehoben, jedoch nicht zu Verteidigungszwecken (denn dieses System der Verteidigung war damals schon veraltet), sondern mit einer architektonischen Zielsetzung, die für den barocken Stil repräsentativ ist. Die Gesamtanlage erstreckt sich auf zwei rechteckigen Inseln; die Gebäude liegen auf der östlichen Insel, un der Garten befindet sich auf der westlichen Insel.

Schloss Westerwinkel liegt etwa 1 km westlich von Herbern inmitten eines weitläufigen, parkartigen Geländes im Stile eines englischen Landschaftsparks, das heute teilweise von einem Golfplatz eingenommen wird. Es ist als Wasseranlage errichtet und von einem mehrfachen, rechteckig angelegten Gräftensystem eingefasst. Insgesamt vermitteln die verschachtelte Zufahrt und die wehrhaften Anlagen den Eindruck einer Verteidigungsanlage aus früheren Jahrhunderten. Westlich schließt sich die Garteninsel an. Im Inneren des alten Gemüsegartens befindet sich ein Pavillon mit zwei Etagen im barocken Stil. Der inzwischen naturbelassene Schlossgarten, der zahlreichen einheimischen Tier- und Pflanzenarten eine Heimstatt bietet, wurde im vergangenen Jahrhundert als englischer Garten angelegt. Er hat einen Bestand an seltenen Bäumen, darunter auch eine 600jährige Linde.

Das kastellartige Hauptschloss liegt auf der östlichen Insel, die der Garteninsel gegenüber liegt, und erhebt sich direkt aus dem Wasser der Innengräfte. Es handelt sich um eine in sich geschlossene Vierflügelanlage mit quadratischem Pavillonturm an jeder Ecke – diese Türme sind in den Jahren 1663 – 1668 errichtet worden. Der Vier-Flügel-Bau wird von drei Wällen und der Vorburg umschlossen. Die verschieferten, achtzeilen, steilen und eingezogenen Turmhauben sind erst Anfang des 19. Jahrhunderts aufgesetzt worden. Jeder Turm des Schlosses (insgesamt 6 – die vier Ecktürme des Hauptschlosses, der Glockenturm und ein weiterer am Rande der Vorburg) ist mit einem Zwiebeldach geschmückt, das von einer Wetterfahne gekrönt wird. Über den vier Flügeln befinden sich einfache Satteldächer.

Damit folgt die Anlage dem so oft in Westfalen zu beobachtenden Bautypus des auf zwei Inseln angelegten Schlosses, eine Insel für die Hauptburg und eine für die Vorburg, hier auf besondere Weise, da die wallartigen Fortführungen der Insel der Vorburg die innerste Gräfte konzentrisch umschließen. Weitere Wassergräben folgen im Westen und schließen die viereckige Garteninsel ein, die insgesamt so groß ist wie Hauptschloss und Wirtschaftshof zusammen. Alles zusammen bildet ein System von 200 x 350m. Was an Schloss Westerwinkel vor allem beeindruckt, ist zum einen die große bauliche Geschlossenheit: das Schloss ist wie aus einem Guss erbaut. Dazu trug natürlich im Wesentlichen die kurze und ungestörte Bauphase bei. Zum anderen ist es die Weitläufigkeit und Großzügigkeit der Landschaftsplanung rings um das Schloss.

Für diesen Baustil gibt es berühmte Vorbilder und Vergleichsbauten, z. B. Ancy-le-Franc in Burgund, Aschaffenburg, Schloss Sternberg in Franken usw. Im Grunde steckt darin ein Kastelltyp, das als regelmäßige Bauform in der Renaissance wiederentdeckt wurde und hier eine späte Blüte erfährt, angesichts der Bauzeit aber konzeptionell schon etwas altertümlich wirkt. Als Baumeister gilt der fürstbischöfliche Ingenieur Peter Pictorius d. Ä. (1626-1685). Alle Seiten sind gleich gestaltet, und zwar mit zwei Reihen gleichförmiger Steinkreuzfenster für Erdgeschoss und Obergeschoss. Unten befinden sich kleine Luken der Keller. Die Fenstergestaltung wird auf den Eckpavillons fortgesetzt. Wasserschlaggesimse gliedern die Fassade horizontal. Das Material ist Bruchstein für den Sockel sowie Ziegel für die Mauern, alles verputzt. Für die Eckquaderung wurde sichtbarer Sandstein verwendet. Im Erdgeschoss liegen alle Repräsentationsräume in einfacher Folge in voller Breite der Flügel hintereinander. Im Südflügel befand sich das Quartier für hochrangige Gäste. Im Obergeschoss ist ein hofseitig umlaufender Flur, von dem die einzelnen Zimmer und Appartements abgehen - ein ganz anderes Anordnungskonzept.

Nur über eine einzige Brücke besteht eine Verbindung zur Vorburg. Diese besteht aus mehreren unregelmäßig angelegten Gebäuden, die zur Vierflügelanlage hin offen sind. Blickt man auf den Eingang zum Hauptschloss in der Nordseite des Flügelbaus, kann man feststellen, dass Brücke und Torweg etwas aus der Mittelachse verschoben sind. Der Portalrahmen ist von toskanischer Ordnung und wird von einem Sprenggiebel gekrönt. Die Jahreszahl ist mit 1668 angegeben. Am Westflügel über einer doppelläufigen Freitreppe befindet sich ein weiteres Torhaus mit Brücke über eine zweite, viereckig das Ganze umschließende Gräfte. Das barocke Innenhofportal ist reich gegliedert und befindet sich genau in der Mittelachse. Die Bauinschrift lautet: DOMINE REFUGIUM FACTUS ES NOBIS A GENEATIONE IN GENERATIONE ANNO MDCLXIII – „Gott ist unsere Zuflucht von Generation zu Generation.“ bzw. „Herr, du bist für uns von Generation zu Generation Zuflucht“, Anno 1663. Trotz dieser Jahreszahl ist das Portal aber erst 1680-1690 eingefügt worden.

In der Mitte - gegenüber dem Tor, das zum Innenhof führt - erhebt sich der Uhrturm. Nachdem man das Eingangstor durchschritten hat, gelangt man in die Eingangshalle. Hier sieht man eine holländische Uhr. Sie wird auch als "astronomische Uhr" bezeichnet, da sie nicht nur die Uhrzeit anzeigt, sondern auch den Wochentag, das Datum und den Monat sowie das aktuelle Sternzeichen. Die Haupttreppe aus Eichenholz führt zum Obergeschoss.

Das Haus des Verwalters liegt zwischen den beiden Inseln. Es wurde im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts errichtet. Aus farbigen Ziegeln bestehende Ornamente verleihen ihm eine heitere und ganz besondere Note, wie es auf dem Informationsblatt im Eingangsbereich heißt.

In unmittelbarer Nachbarschaft des Schlosses befindet sich zudem das Café Zum letzten "Tee", ein Restaurant mit angeschlossenem Biergarten. Auf der Tafel mit der Speisekarte findet sich ein Hinweis auf das „Original Höveler Ritterbier, seit 1893“. Der Golfplatz wird von der „Golfanlage Westerwinkel GmbH & Co. KG“ betrieben, deren Verwaltung sich in der Nähe des Schlossgeländes befindet. Ihr ist das „Golf Bistro“ angegliedert, das freitags bis dienstags nach Vereinbarung genutzt werden kann (Mittwoch/Donnerstag gelten als Ruhetag).

Am Rande des Golfplatzes steht ein dem Heiligen Hubertus gewidmeter Gedenkstein mit der Aufschrift „Sct. Hubertus, den 3. November 1885’’. Er zeigt Hubertus am Waldrand stehend, sein Pferd schaut nur mit dem Kopf aus dem Wald heraus, der Körper muss sich noch darin befinden. Der Hubertusfigur fehlt leider inzwischen der Kopf.

Die Wanderwege um das Schloss sind von Tafeln gesäumt, die dem Wanderer die einheimische Tier- und Pflanzenwelt näherbringen sollen und teilweise nostalgischen Charakter haben, da sie – natürlich in alter Rechtschreibung – auch Tierarten wie das Rehhuhn beschreiben, die inzwischen zu den stark gefährdeten Arten gehören und hoffentlich noch lange in der Region anzutreffen sein werden. Die Beschreibung einer Lärche – direkt vor einem Eichbaum platziert – verleiht den Hinweistafeln eine unfreiwillig heitere Note.

Wer die Ruhe und Idylle dieses scheinbar so verschlafenen Ortes sucht, sollte die zahlreichen Jogger und Radfahrer meiden, die bei sonnigem Wetter die Oase der Ruhe mit Leben erfüllen und deren Zahl eigentlich nur von der der Mücken übertroffen wird. Der Ausflug ins Grüne dürfte also vor allem für jene Menschen erholsam sein, die menschliche Gesellschaft suchen.

Wappen

Insgesamt gibt es auf Schloss Westerwinkel drei wappengeschmückte Portale:

Alle Wappen über den Portalen tragen das zusammengeschobene Wappen von Merveldt/von Westerholt.

Die Beziehungen zwischen beiden Häusern sind mannigfaltig. Die von Merveldt und die von Westerholt sind beide westfälische Uradelsgeschlechter. Die gleichnamige Stammburg der von Westerholt liegt in der Herrschaft Recklinghausen. 1634 wurden sie in den Reichsfreiherrenstand erhoben, die von Merveldt 34 Jahre später. Mehrere Ehen verbinden beide Familien:

Das Stammwappen der von Merveldt zeigt in Blau ein goldenes Gitterwerk aus zwei sich überschneidenden Sparren und zwei Schrägstäben, einer schrägrechts, der andere schräglinks gelegt. Es handelt sich nicht um ein verflochtenes Schräggitter, selbst wenn manche fehlerhafte Abbildungen (auch im Siebmacher) das so darstellen. Dieser Sichtweise widerspricht der Augenschein auf Schloss Westerwinkel, denn über den oben spitz endenden Sparren ist immer ein Leerraum gelassen. Ferner finden sich unten - obwohl Platz wäre - keine weiteren Schrägstäbe. Das Kleinod zeigt den Schild verkleinert zwischen zwei blauen und mit schrägen goldenen Stäben belegten Straußenfedern. Helmdecken blau-golden. Es gibt im Siebmacher andere Beschreibungen der Federn, nämlich nur golden, der Augenschein aller Wappen auf Schloss Westerwinkel spricht jedoch für die oben beschriebene Darstellung.

Das Wappen derer von Westerholt ist geviert. Feld 1 und 4 zeigen das Stammwappen Westerholt, von Schwarz und Silber gespalten und zweimal geteilt. Helmzier auf schwarz-silbern bewulsteten Helm ein rot-bewehrter silberner Schwan mit offenen Flügeln, Flügel insgesamt in Farben und Teilungen wie der Schild (das Feld). Der rechte Flügel ist schwarz mit silbernem Balken, der linke Flügel silbern mit schwarzem Balken. Feld 2 und 3 zeigen das Wappen Lembeck, in Rot auf silbern gezacktem Feld drei deichselförmig gestellte, mit den Spitzen auf das Zentrum gerichtete silberne Nägel. Dazu auf gekröntem Helm ein Flug, rechts silbern, links rot. Im Siebmacher finden sich auch abweichende Angaben, nämlich für Feld 2 und 3 in rot einen silbernen Widderkopf, mit 3 blauen Nägeln besteckt. Dem widerspricht der Augenschein auf Schloss Westerwinkel deutlich. Später machte das Wappen Westerholt Veränderungen durch. Das Wappen wurde um die Elemente Gysenberg und Raitz von Frentz erweitert (freiherrliches und gräfliches Wappen von Westerholt). Das neue Wappen trägt nun auf einem von Gysenberg und Raitz von Frentz gevierten Schild einen von Westerholt und Lembeck gevierten Herzschild.

Wie gesagt: Alle Wappen tragen über den Portalen das zusammengeschobene Wappen von Merveldt/von Westerholt. Beider Eheleute Wappen nehmen jeweils eine Spalthälfte ein. Alle drei Helmkleinode werden auf dem kombinierten Schild vereinigt.

Im Schloss hingegen finden sich weitere heraldische Dokumente aus späterer Zeit, die eine Weiterentwicklung zeigen: Während außen am Schloss noch die Wappen Merveldt und Westerholt säuberlich in gespaltenem Schild getrennt sind, verschmelzen sie in späterer Zeit zu einem, und das Merveldt’sche Wappen kommt als Herzschild auf dem Westerholt-Lembeck’schen Hauptschild zu liegen.

Zu erwähnen ist noch der Eckpavillon. Früher waren hier Dienerwohnungen und Brauküche untergebracht. Der Pavillon diente als Speicher. Die Jahreszahl datiert das Gebäude auf 1663. Blickt man auf das zweigeschossige Torhaus mit Zugbrücke und den Eckpavillon zur Linken, erkennt man über dem Portal mit Zugbrücke das Ehewappen. Es ist gespalten in Merveldt (vorne) und Westerholt (hinten). Helmkleinode optisch von links nach rechts Westerholt, Merveldt, Lembeck.

Siehe auch

Literatur

Koordinaten: 51° 44' 22.70" N, 7° 38' 32.72" O