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Paul Verner

Paul Verner (* 26. April 1911 in Chemnitz; † 12. Dezember 1986 in Berlin) war Mitglied des Politbüros des Zentralkomitees der SED in der DDR.

Verner absolvierte eine Lehre als Maschinenschlosser. Er war in der kommunistischen Jugendarbeit aktiv, wurde 1925 Mitglied des Kommunistischen Jugendverbandes Deutschlands und 1929 der KPD und war danach Jugendfunktionär. Ab 1932 war er Korrespondent der Zeitschrift "Komsomolskaja Prawda" in Moskau, ab Ende 1933 im skandinavischen Büro der Kommunistischen Jugendinternationale Redakteur der "Jugendinternationale" und ab 1934 Redakteur der "Jungen Garde" in Paris. Über die Niederlande und Belgien kam er 1936 nach Spanien, wo er als Gehilfe des Kriegskommandos der 15. Internationalen Brigade und Redakteur bei "El Voluntaria" aktiv im Spanischen Bürgerkrieg war.

1939 ging er im Parteiauftrag nach Schweden. Dort wurde er verhaftet und war 1940-1942 in Smodsbo interniert bzw. im Gefängnis inhaftiert. Ab 1943 war er als Metallarbeiter tätig.

Nach seiner Rückkehr 1946 nach Deutschland war er Chefredakteur im Verlag Neues Leben. Er trat der SED bei, wo er im Parteivorstand für Jugendfragen zuständig war, und war Mitbegründer der FDJ. 1949 war er Leiter der Organisationsabteilung beim Zentralkomitee der SED. Seit 1950 war er Mitglied des Zentralkomitees, bis 1953 als Sekretär für gesamtdeutsche Fragen und bis 1958 als Leiter der Abteilung für gesamtdeutsche Fragen, in dieser Position verantwortlich für die konspirative Arbeit in der BRD.

1958 wurde er Kandidat, 1963 Mitglied des Politbüros des ZK der SED. Seit 1958 war er auch Abgeordneter der Volkskammer, außerdem 1963-1971 Stadtverordneter von Berlin. 1971 wurde er Mitglied des Staatsrates und Vorsitzender des Volkskammerausschusses für Nationale Sicherheit sowie ZK-Sekretär für Sicherheit. 1971-1983 war er Leiter der Jugendkommission beim Politbüro des ZK der SED, 1972-1976 Mitglied der Kommission zur Überarbeitung des SED-Statuts und seit 1981 stellvertretender des Staatsrates. 1984 trat er aus gesundheitlichen Gründen von allen Ämtern zurück.

Verner erhielt 1961 den Vaterländischen Verdienstorden, 1969 und 1976 den Karl-Marx-Orden, 1971 die Ehrenspange zum Vaterländischen Verdienstorden und 1986 den Großen Stern der Völkerfreundschaft. Seine Urne wurde in der Gedenkstätte der Sozialisten auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde in Berlin-Lichtenberg beigesetzt.

In seinem Lied "Das macht mich populär" dichtete Wolf Biermann über Verner: "Warum die Götter grad Berlin / Mit Paule Verner straften / Ich weiß es nicht. Der Gouverneur / Ließ neulich mich verhaften / ... / Das ist der ganze Verner Paul: / Ein Spatzenhirn mit Löwenmaul / Der Herr macht es sich selber schwer / Er macht mich populär / ...". (Erschienen 1974)

Sein jüngerer Bruder Waldemar Verner (1914-1982) machte in der DDR als Stellvertretender Minister für Nationale Verteidigung und Chef der Politischen Hauptverwaltung mit Dienstrang Admiral 1959 bis 1978 Offizierskarriere.


Personendaten
Verner, Paul
Mitglied des Politbüros des Zentralkomitees der SED in der DDR
26. April 1911
Chemnitz
12. Dezember 1986
Berlin