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Warnweste

DIN EN 471
Bereich Warnkleidung
Regelt Warnkleidung - Prüfverfahren und Anforderungen
Kurzbeschreibung
Aktuelle Ausgabe 12.2003, Änderung A1 = 01.2006
ISO

Eine Warnweste ist eine gelb, orange oder rot reflektierende Weste oder ein Überwurf mit retroreflektierenden Streifen, was zur besseren Sichtbarkeit von Personen im Straßenverkehr dienen soll und zählt in einigen Ländern zu den mitzuführenden Ausrüstungsgegenständen im Kraftfahrzeug. In Deutschland ist das Mitführen einer Warnweste nur in gewerblich genutzten Fahrzeugen vorgeschrieben, wird aber auch für Privatleute empfohlen.

Warnwesten werden zum Beispiel von Arbeitern im Straßenbau oder von LKW-Fahrern getragen. Besonders auf der Autobahn bei einer Panne oder bei einem Verkehrsunfall ist es wichtig, schon aus großer Entfernung gesehen zu werden. In europäischen Ländern müssen die Warnwesten dem europäischen Kontrollzeichen EN 471 entsprechen, die unter anderem eine bestimmte Fläche von reflektierendem Material vorschreibt.

Inhaltsverzeichnis

Warnwestenpflicht in Europa

Für alle Länder (außer Deutschland) gilt, dass die Verwendungspflicht nur außerhalb geschlossener Ortschaften besteht. Im Detail bestehen bei den Vorschriften der einzelnen Länder große Unterschiede. In manchen Ländern muss nur eine Weste mitgeführt werden; in anderen muss für jeden vorhandenen Sitzplatz eine Warnweste vorhanden sein. Eine weitere Spielart ist die Vorschrift, dass keine explizite Mitführverpflichtung, aber eine Verwendungsverpflichtung im Fall einer Panne oder eines Unfalles besteht.

In Deutschland ist die Tragepflicht nicht durch eine straßenverkehrsrechtliche Vorschrift, sondern durch eine Unfallverhütungsvorschrift der Berufsgenossenschaften geregelt. Es muss mindestens eine Weste für den Fahrer, bei Fahrzeugen, die regelmäßig mit Beifahrern besetzt sind, auch für die Beifahrer mitgeführt werden. Die Weste ist bei jedem Aufenthalt außerhalb des Fahrzeuges auf öffentlichen Straßen zu tragen. Das Nichtmitführen und das Nichtbenutzen sind nach der Unfallverhütungsvorschrift Ordnungswidrigkeiten im Sinne des Sozialgesetzbuches. Sie können von der Berufsgenossenschaft mit einem Bußgeld geahndet werden.

Sonstige Verwendung

Als Funktionskennzeichnung

Gelegentlich tragen Warnwesten auch noch zusätzliche Aufschriften, wie zum Beispiel bei der Feuerwehr.
In Österreich trägt der Einsatzleiter zur besseren Kenntlichmachung seiner Funktion eine Warnweste. In Deutschland wird durch die Farbe der Westen nicht nur der Einsatzleiter mit Gelb, sondern auch andere Führungskräfte z. B. Zugführer, Gruppenführer oder Fachberater mit unterschiedlicher Farbgebung der Westen gekennzeichnet. Der Einsatz von Warnwesten bei Verkehrsunfällen ist (aus versicherungstechnischen Gründen) für die Einsatzkräfte verpflichtend, sofern die persönliche Schutzausrüstung nicht der DIN EN 471 entspricht.

Auch andere Einsatzleiter beispielsweise beim Roten Kreuz oder bei Eisenbahnunfällen werden so farblich hervorgehoben. Die Farben sind jedoch nicht genormt und können daher regional oder je nach Organisation abweichen.

Bei der Jagd

Bei Veranstaltung einer Gemeinschaftsjagd sind Warnwesten Pflicht (siehe UVV Jagd §4 Abs.12). Nicht nur für Jäger und Treiber, sondern auch für Hunde gibt es inzwischen Warnwesten für den jagdlichen Einsatz. Bei Drück- oder Treibjagden dienen diese der besseren Unterscheidung zwischen Wild und Hund.

Aufbewahrung

Oft sieht man, dass die Warnweste in Kraftfahrzeugen aus verschiedensten Gründen nur über einen der Sitze gehängt wird. Dabei ist aber zu bedenken, dass die reflektierenden Fasern, wenn sie dauernder Sonnenbestrahlung ausgesetzt werden, ihre Reflexionsfähigkeit in kurzer Zeit verlieren und die Warnweste ihre Schutzwirkung verliert. Außerdem können solcherart aufbewahrte Warnwesten bei einem Verkehrsunfall die Wirkung des in Sitzlehnen angebrachten Airbags beeinträchtigen.

Importschwierigkeiten in Anfangszeit

Hinsichtlich der Tarifierung von Warnwesten bestand im Zeitraum der Einführung der Pflicht zur Mitnahme von Warnwesten in Kraftfahrzeugen in Deutschland seitens des Handels Unsicherheit, ob die Warnwesten als Waren aus Kunststoff oder als Textilien zu deklarieren seien. Letztere sind bei der Einfuhr aus China genehmigungspflichtig.

In der Folgezeit wurden gegen jene Importeure, die falsch deklariert hatten, zum Teil empfindliche Geldbußen in fünf- oder gar sechsstelliger Höhe verhängt. Die erhofften Gewinne aus dem Geschäft mit den Warnwesten wurde somit in vielen Fällen nicht erzielt.

Siehe auch