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Sechstagekrieg

Sechstagekrieg
Teil von: Nahostkonflikt

Eroberung der Sinai-Halbinsel am 7.–8. Juni 1967
Datum 5. Juni10. Juni 1967
Ort Naher Osten
Ausgang israelischer Sieg
Konfliktparteien

Israel

Ägypten


Jordanien


Syrien
Befehlshaber
Yitzhak Rabin
Moshe Dayan
Uzi Narkiss
Israel Tal
Ariel Scharon
Abdel Hakim Amer
Abdul Munim Riad
Sharif Zaid Ibn Shaker
Hafiz al-Assad
Truppenstärke
50.000 Soldaten
(264.000 mit Reservisten)
280.000 Soldaten
(Ägypten: 150.000;
Syrien: 75.000;
Jordanien: 55.000);
812 Flugzeuge
Verluste
780 Tote
2.000 Verwundete
21.000 Tote
mind. 45.000 Verwundete

Der Sechstagekrieg (arabisch حرب الأيام الست‎ ḥarb al-ayyām as-sitta, hebr. מלחמת ששת הימים, milchémet schéschet haJamim englisch Six-Day War oder Six Days' War) zwischen Israel und den arabischen Staaten Ägypten, Jordanien und Syrien dauerte vom 5. Juni bis zum 10. Juni 1967. Als Teilaspekt des Nahostkonfliktes war er nach dem Israelischen Unabhängigkeitskrieg (1948) und der Sueskrise (1956) der dritte arabisch-israelische Krieg.

Dem Krieg ging unmittelbar die Sperrung der Straße von Tiran für die israelische Schifffahrt und ein Aufmarsch arabischer Armeen an den Grenzen Israels voraus. Der Krieg begann am 5. Juni mit einem Angriff der israelischen Luftwaffe auf ägyptische Luftwaffenbasen, aus israelischer Sicht ein Präventivschlag, der einem Angriff der arabischen Staaten zuvorkommen sollte.

Am Ende des Krieges beherrschte und besetzte Israel den Gazastreifen, die Sinai-Halbinsel, die Golanhöhen, das Westjordanland und Ostjerusalem. Die Besetzung der Golanhöhen und des Westjordanlands hält über 40 Jahre später weiterhin an. Ostjerusalem wurde 1980 durch das Jerusalemgesetz annektiert und zu israelischem Staatsgebiet erklärt. Die syrischen Golanhöhen wurden 1981 ebenfalls durch Israel annektiert[1].

Inhaltsverzeichnis

Die Lage vor dem Krieg

Die Lage im Nahen Osten war schon in britischer Mandatszeit vor Gründung des Staates Israel gespannt. Größere militärische Auseinandersetzungen mit den arabischen Nachbarn lagen 1967 allerdings schon 11 (Sueskrise) beziehungsweise 19 Jahre (Unabhängigkeitskrieg) zurück.

Die Krise um den Sueskanal endete 1956 zwar mit einer militärischen Niederlage, aber dem politischen Sieg Ägyptens. Deshalb gelang es Gamal Abdel Nasser, eine quasi unanfechtbare Position als Führer der arabischen Welt aufzubauen. Auf Drängen der USA und Frankreichs hatten auch die israelischen Truppen sich vom Sinai wieder zurückgezogen, wofür im Gegenzug Ägypten dazu gebracht werden sollte, auf Basis beiderseitigen Einvernehmens keine Guerilleros mehr in das israelische Staatsgebiet zu schicken. Die Stationierung von UN-Friedenstruppen in Gaza und im Sinai (UNEF) mit dem Auftrag, die Grenzregion zu demilitarisieren, trug auch zeitweise zu einer Beruhigung des Konflikts bei.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte kein arabischer Staat Israel und damit die Existenzberechtigung des jüdischen Staats anerkannt, auch war kein Friedensvertrag zwischen einem der Staaten und Israel unterzeichnet worden. Syrien, das ein Verbündeter der Sowjetunion war, unterstützte in den 1960er Jahren Einfälle von Guerilleros in das israelische Gebiet. Dies war Teil des Volksbefreiungskriegs der syrischen Baʿth-Partei.

Die territorialen Verhältnisse unterschieden sich insofern von den heutigen (2008), dass der Gaza-Streifen noch zu Ägypten, die Golanhöhen zu Syrien und das Westjordanland einschließlich der Altstadt Jerusalems zu Jordanien gehörten.

Militärische Lage in Ägypten

Die ägyptische Armee war seit fünf Jahren auf den Bürgerkrieg im Jemen konzentriert, der nicht nur Teile der besten Einheiten band, sondern auch einen hohen Verschleiß an Material kostete und sich schlecht auf die Moral auswirkte. Teile der Armeeführung waren davon überzeugt, dass die ägyptische Armee keinerlei Kriegshandlungen gegen die israelische Armee durchführen könnte, solange noch eigene Verbände im Jemen seien. Ein entsprechender Bericht wurde allerdings vom damaligen Generalstabschef Amer in den Wind geschlagen. Dieser hatte seinen Posten vor allem aufgrund seiner Loyalität gegenüber Nasser erhalten, der jemanden suchte, um die Armee unter Kontrolle zu halten. Wie sich schon in der Sueskrise gezeigt hatte, war Amer für die Kriegsführung ungeeignet.

Auch die ägyptische Armeeführung hatte nicht aus den Erfahrungen des Krieges von 1956 gelernt und vor allem nichts an der unzureichenden Ausbildung und der schlechten Behandlung der Soldaten geändert.

Zudem unterschätzte Nasser die Auswirkungen eines israelischen Erstschlags. Vermutungen zur Folge ging Nasser zudem von einem Stellungskrieg aus, den die seiner Ansicht nach starke ägyptische Armee gewinnen müsse. Er zeigte sich überzeugt, Israel habe den Krieg von 1956 nur wegen der Mithilfe Großbritanniens und Frankreichs gewonnen.

Von den Sowjets wurde 1966 der „Schild-und-Schwert-Plan“ für einen Krieg Ägyptens gegen Israel entworfen, der die Weiten der Sinaiwüste ausnutzen sollte. Die Israelis wussten zwar von diesem Plan, aber obwohl die Landstreitkräfte Israels entlang der Linie von Anvil stationiert waren, ging der israelische Verteidigungsplan von einer Vorwarnzeit von 48 Stunden aus, von der man nicht sicher sein konnte, ob sie ausreichend sein würde, um einen möglichen Angriff durch Gegenmaßnahmen zu stoppen. Die israelische Bevölkerung fürchtete den Kriegseintritt Ägyptens, dessen Armee zahlenmäßig der israelischen Armee weit überlegen war − die israelischen Militärs jedoch wussten, dass es ihre Streitkräfte mit den ägyptischen aufnehmen konnten.

Nachteilig für den Kriegseintritt Ägyptens wirkte sich die Tatsache aus, dass seine Vorbereitungen für den Schild-und-Schwert-Plan im Jahre 1967 noch nicht abgeschlossen waren und einige Offiziere, die sich mit dem Plan auskannten, durch Männer Amers ersetzt wurden.

Militärische Lage in Syrien und Jordanien

Nach vielen Militärputschen war die syrische Armee durch die politischen Ambitionen einzelner Offiziere mehr ein Mittel zur Erlangung politischer Macht als eine kriegsfähige Streitmacht.

Die Lage an der syrisch-israelischen Grenze

In den 1960er Jahren war die Grenze zwischen Syrien und Israel ein dauernder Konfliktherd.

Einer der Konflikte beinhaltete die strategische Wasserversorgung. Israel hatte 1964 den National Water Carrier, ein Wasserverteilsystem, fertiggestellt, das gemäß dem Johnston-Plan von 1955 Wasser aus dem See Genezareth pumpte und damit den Weiterfluss in den Jordan verminderte. Als Antwort auf diesen Bau arbeitete Syrien daran, die Jordanzuflüsse Dan und Banyas umzuleiten, so dass deren Wasser Israel und den See Genezareth nicht mehr erreichen konnte. Diese Anlagen wurden deshalb im selben Jahr von Israel zerstört.

Ein weiterer Konfliktherd waren die seit dem Waffenstillstand von 1949 zwischen Israel und Syrien umstrittenen und demilitarisierten Gebiete. Diese lagen zwischen der Waffenstillstandslinie und der Grenze Palästinas, wie sie während des Völkerbundsmandats für Palästina seit 1922 bestanden (der UN-Teilungsplan von 1947 schlug die Gebiete dem jüdischen Staat zu). Es war vorgesehen, bei Abschluss des endgültigen Friedensvertrages eine Einigung über diese Gebiete zu erreichen. Allerdings versuchten beide Seiten, mit intensivierten Kultivierungsmaßnahmen vollendete Tatsachen zu schaffen, wobei Israel erfolgreicher war als Syrien.

Syrien erweiterte seine Grenzbefestigungen auf den Golanhöhen mit sowjetischer Hilfe. Es unterstützte die palästinensischen Guerilleros in ihrem Kampf gegen Israel. Diese Angriffe gingen oft von libanesischem und jordanischem Gebiet aus, was nicht dem Willen König Husseins entsprach. Außerdem beschoss Syrien Zivilisten in den israelischen Ortschaften im nordöstlichen Galiläa von seinen Grenzposten auf dem Golan aus. Im Frühjahr 1966 war deutlich geworden, dass Israels Nachbarstaaten ihre anti-israelischen Aktivitäten verstärkten. Zwischen Juni 1965 und dem Ausbruch des Krieges wurden 16 Israelis an der Grenze getötet und 67 verwundet.

Diese Konflikte führten zu einer Zunahme der Grenzzwischenfälle. Manchmal eskalierten die Schusswechsel zu Artillerieduellen oder Luftkämpfen, so etwa am 7. April 1967. Die israelische Luftwaffe schoss mit ihren Dassault Mirage III vier syrische MiG-21 über Jordanien und zwei weitere über den Vororten von Damaskus ab und überflog demonstrativ die Stadt.

Angriff auf Jordanien; Einfluss der Sowjetunion

Innerhalb Israels wurden 1966 immer stärkere Rufe nach einem harten Vorgehen gegen Syrien laut, nach dem Abschluss des Verteidigungspakts zwischen Ägypten und Syrien wurde allerdings das wesentlich schwächere Jordanien als Ziel ausgewählt. Der Angriff im November 1966 auf das Dorf Samua im heutigen Westjordanland setzte einen Schlusspunkt unter dreijährige Geheimverhandlungen König Husseins und Israels. Hussein sah seinen Thron in direkter Gefahr, da die Palästinenser und Teile des Militärs begannen, ihm die Gefolgschaft zu verweigern. Zudem hatte ihm Israel wenige Tage vorher versichert, keinen Angriff auf Jordanien zu planen. Das Vertrauen Husseins in die Politik Israels war damit zerstört. Der Angriff wurde folgenlos vom Sicherheitsrat verurteilt [2], ebenso von den Vereinigten Staaten, die mittels einer militärischen Lieferung versuchten, König Husseins Position zu stützen.

Die Sowjetunion unterstützte die arabische Position und war wegen falscher Geheimdienstinformationen schließlich für eine weitere, zuspitzende Eskalation der Ereignisse verantwortlich. Sie behauptete nämlich, Israel würde Truppen an der syrischen Grenze zusammenziehen. Israel lud den sowjetischen Botschafter ein, selbst die Gebiete zu bereisen, um sich ein Bild zu machen. Die Behauptungen von israelischen Truppenkonzentrationen an der syrischen Grenze wurden auch von dem eigens entsandten ägyptischen General Muhammad Fawzi, der am 14. Mai Syrien bereist hatte, nicht bestätigt. Er berichtete Nasser:

Dort ist nichts. Keine massive Truppenzusammenziehung. Nichts.

Ähnlich äußerte sich auch der Chef des ägyptischen Militärgeheimdienstes. Trotzdem behauptete Nasser weiterhin, die Israelis hätten aggressive Pläne.

Arabische Propaganda

Die Rhetorik der arabischen Führer war im Vorfeld des Krieges von anti-israelischer Aggressivität geprägt. So erklärte zum Beispiel Syriens Präsident am 22. Mai 1966:

Wir wollen einen totalen Krieg ohne Limits, einen Krieg, der die zionistische Basis zerstören wird.

Am 20. Mai 1967 verkündete Hafiz al-Assad (syrischer Verteidigungsminister):

Unsere Streitkräfte sind nun voll bereit (...) dem Akt der Befreiung den Anstoß zu geben und die zionistische Anwesenheit im arabischen Heimatland in die Luft zu jagen. Ich als Militär glaube, dass die Zeit gekommen ist, den Vernichtungskrieg zu führen.

Die arabische Propaganda verfehlte ihre Wirkung auf die arabische -und israelische- Bevölkerung nicht. Da ihr größter Teil weder lesen noch schreiben konnte, baute Nasser mit Hilfe seines Radiosenders „Saut al-Arab” (Stimme der Araber) seinen Einfluss weiter aus. Die von Saut al-Arab propagierte Überlegenheit der arabischen Armeen über Israel wurde von manchen Offizieren für Wirklichkeit gehalten. Die Niederlagen von 1948/49 und 1956 wurden allgemein verdrängt.

Eskalative Maßnahmen

Remilitarisierung des Sinai durch ägyptische Truppen

Am 15. Mai 1967, dem israelischen Unabhängigkeitstag, der traditionsgemäß mit einer Militärparade begangen wurde, nahmen die Ägypter ihre Positionen gemäß ihrem Eroberungsplan ein. Dies war eine unerwartete Entwicklung, da die Situation an der ägyptischen Grenze (dank der UN-Truppen) bisher relativ ruhig gewesen war. Außerdem war die ägyptische Armee seit fünf Jahren in einen unentschiedenen Krieg im Jemen verwickelt, wo sie eine linksgerichtete Revolution unterstützte.

Wegen des Truppeneinmarschs wurden am nächsten Tag die Truppen im Negev von Jitzchak Rabin eingewiesen, der zusätzlich eine oder zwei Brigaden von Reservisten einberufen wollte. Israel befand sich seiner Ansicht nach in einer Zwangslage: Wäre keine Reaktion erfolgt, hätten die Ägypter den Eindruck gewinnen können, man sei sich der feindlichen Truppenbewegungen nicht bewusst, oder gar mit ihnen einverstanden. Später sagte Rabin dazu:

Auf der anderen Seite hätte eine Überreaktion unsererseits die arabischen Befürchtungen nähren können, dass wir aggressive Absichten hätten, was einen vollkommen ungewollten Krieg hätte provozieren können.

Israels Ministerpräsident Eschkol erklärte sich mit einer Erhöhung der Alarmstufe auf die niedrigste Stufe einverstanden, wies aber zu diesem Zeitpunkt die Einberufung von Reserveeinheiten zurück.

Auch wenn von verschiedenen israelischen Offiziellen (unter ihnen Rabin) in dieser Vorphase nicht davon ausgegangen wurde, dass Nasser angreifen wolle, war man übereinstimmend der Ansicht, dass durch den vollzogenen arabischen Truppenaufmarsch das Abschreckungspotential und die Verteidigungskraft Israels abnehmen könnte, bis die Araber die Möglichkeit sahen, anzugreifen. 1982 erklärte der damalige israelische Ministerpräsident Menachem Begin, dass die Initiative zum Krieg von Tel Aviv ausging und die ägyptischen Maßnahmen keinen Beweis für einen unmittelbar bevorstehenden Angriff auf Israel darstellten.

Es war ein Krieg der Selbstverteidigung im edelsten Sinne des Wortes. Die Regierung der nationalen Einheit hat dann einstimmig beschlossen: Wir werden die Initiative ergreifen und den Feind angreifen, zurückdrängen und damit die Sicherheit von Israel und die Zukunft der Nation gewährleisten. Wir taten dies nicht, weil wir keine Alternative gehäbt hätten. Wir hätten weiter abwarten können, wir hätten die Armee nach Hause schicken können. Wer weiß, ob ein Angriff gegen uns erfolgt wäre? Es gibt keinen Beweis dafür. Es gibt mehrere Argumente für das Gegenteil. Während es in der Tat richtig ist, dass die Schließung der Straße von Tiran ein Akt der Aggression war, ein causus belli, ist immer noch Raum für die Überlegung, ob es notwendig ist, aus einem casus einen bellus zu machen.[3]

Zusätzlich zu den bereits 30.000 im Sinai stationierten Soldaten und den 10.000 Soldaten der Palästinensischen Befreiungsarmee im Gazastreifen wurde in den Nächten des 15. und 16. Mai die 5. ägyptische Armee in den Sinai verlegt. Rasch folgten ihr die 2. und die 7. Infanteriedivision und schließlich auch die 6. Panzerdivision über den Kanal. Dort hatte sich die 4. Division unter dem Kommando Generalmajors Sidki al Ghul in Bir al-Thamada eingegraben. Jede Division bestand aus 15.000 Mann, um die 100 T-54- und T-55-Panzern, 150 bewaffneten Truppentransportern sowie einer großen Menge sowjetischer Artillerie (Haubitzen, Schwere Mörser, Katjuscha-Raketen, SU-100 Panzerabwehrwaffen). Was für die Israelis besonders schwer wog, war die von ihnen vermutete Bewaffnung der MiG-17 und MiG-21 mit Giftgasbomben. Der Atomreaktor von Dimona im Negev befand sich inzwischen in Reichweite der 4. ägyptischen Division. Eschkol stimmte am 17. Mai auf massiven Druck Rabins widerwillig einer Einberufung von 18.000 Mann zu. Gemäß eines im Magazin Stern abgedruckten Artikels[4] sagte Jitzchak Rabin, der im Sechstagekrieg Stabschef der Streitkräfte Israels war, nach dem Krieg zu der Frage danach, ob vom damaligen ägyptischen Aufmarsch wirklich eine Bedrohung für Israel ausgegangen ist:

Ich glaube nicht, dass Nasser einen Krieg wollte. Die zwei Divisionen, die er am 15. Mai in den Sinai schickte, hätten nicht ausgereicht, um eine Offensive gegen Israel auszulösen. Er wusste es, und wir wussten es.

Abzug der UNEF-Truppen

Alle militärischen Vorbereitungen ließen jedoch nicht zwingend nur den Krieg übrig, denn bereits im Jahre 1960 hatte die ägyptische Armee den Sinai kurzzeitig remilitarisiert. Am 17. Mai 1967 verlangte Nasser jedoch den Abzug der UNEF (United Nations Emergency Force, die seit März 1957 - nach der Sueskrise - zur Friedenssicherung mit Hauptquartier in Gaza stationiert worden war) von der ägyptischen Sinaihalbinsel. Dem stimmte der damalige UNO-Generalsekretär Sithu U Thant ohne Widerspruch und ohne Rücksprache mit der israelischen Regierung sofort zu, der Abzug der UNEF-Truppen begann bereits am 19. Mai. Später gelang es U Thant auch nicht, Israel davon zu überzeugen, die Truppen auf seinem Gebiet zu stationieren. Israel lehnte dies mit der Begründung ab, dass Ägypten und nicht Israel den bewaffneten Konflikt seit 1956 durch das Einsickern von Guerilleros aufrechterhalten habe. Außerdem könne man die Soldaten der UNEF schwerlich als "israelfreundlich" bezeichnen. Ferner befürchtete man in Israel, die UNEF würde weniger den potentiellen ägyptischen Angriff aufhalten als vielmehr die israelischen Reaktionsmöglichkeiten einschränken.

Eine Verhandlung der strittigen Angelegenheit vor dem Weltsicherheitsrat nach Artikel 88 der UN-Charta schloss U Thant aus, da angesichts der ausgesprochen gegensätzlichen Positionen der Vetomächte USA und Sowjetunion hier keine Einigung zu erzielen war. Am 22. Mai 1967 war eine Unterredung des UN-Generalsekretärs mit Nasser geplant; kurz vor der Ankunft U Thants in Kairo jedoch verkündetet dieser die Schließung der Straße von Tiran. Im Zuge der anschließenden Kampfhandlungen wurden 15 Angehörige der UNEF, die noch auf ihre Repatriierung warteten, getötet. Am 13. Juni waren alle UN-Einheiten außer Landes, bis auf den indischen Kommandeur Generalmajor Indar J. Rikhye und seinen Stab, die Ägypten am 17. Juni 1967 verließen.[5]

Schließung der Straße von Tiran

Nassers Remilitarisierung der Sinaihalbinsel folgte am 22. Mai die Schließung der Straße von Tiran (dem einzigen Zugang Israels zum Roten Meer - über den ein Großteil des Erdölimports abgewickelt wurde) für israelische Schiffe und Schiffe mit „strategischer” Ladung für Israel (worunter auch Öl gefallen wäre). Damit verstieß er gegen internationale Vereinbarungen zur Freiheit der Meere. Von Ägypten wurde angeführt, der Zustand der Feindschaft mit Israel erlaube diese Blockade. Ein Vermittlungsversuch Großbritanniens blieb in Ansätzen stecken. Israel hatte eine Schließung der Straße von Tiran wiederholt als casus belli bezeichnet. Hassanein Heykal, der als Sprachrohr Nassers galt, schrieb in der Zeitung Al-Ahram vom 26. Mai, dass die Schließung der Straße von Tiran den Krieg unausweichlich mache. Er sagte voraus, dass Israel angreifen würde, zeigte sich aber überzeugt, dass die Ägypter dem Schlag standhalten und den Kampf in das israelische Kernland tragen würden.

Am 25. Mai wurden Syrien, Jordanien, der Irak und Saudi Arabien von Ägypten aufgefordert und ermutigt, ihre Truppen an Israels Grenzen zu stationieren. Der ägyptische Staatspräsident Nasser erklärte am 26. Mai 1967:

Unser Ziel ist die Zerstörung Israels. Das arabische Volk ist bereit, zu kämpfen. ... Sharm El-Sheikh ist eine Konfrontation mit Israel.

Nach dem Vorbild des im November 1966 zwischen Ägypten und Syrien geschlossenen „Verteidigungspakts” unterzeichnete Ägypten am 30. Mai und am 4. Juni weitere Verteidigungspakte mit Jordanien und dem Irak und vollendete damit die Einkreisung Israels bis auf den Libanon im Norden. Ungefähr 250.000 Soldaten, 2.000 Panzer und 700 Kampfflugzeuge wurden von den arabischen Staaten aufgeboten, die damit in etwa Parität mit den israelischen Streitkräften erreichten.

Trotzdem sah keine der drei Großmächte USA, Frankreich und Großbritannien Israel ernsthaft in Gefahr. Die militärischen Analytiker der drei Nationen waren sich nur darin uneinig, ob Israel eine oder zwei Wochen brauchen würde, die arabischen Armeen zu besiegen. Gründe für diese Einschätzung waren die hohe Professionalität der israelischen Streitkräfte, ihre Ausrüstung mit modernen Waffen und ihre höhere Kampferfahrung. Eine bedeutende Kehrtwendung war jedoch in der französischen Politik zu verzeichnen. Nachdem Frankreich in den Fünfziger- und Sechzigerjahren der bedeutendste Waffenlieferant der israelischen Armee gewesen war und die israelische Luftwaffe mit Mirage III und Fouga Magister sowie dem Kampfflugzeug SO-4050 Vautour beliefert hatte, die noch im Sechstagekrieg verwendet wurden, verhängte Charles de Gaulle am 2. Juni 1967 ein Waffenembargo über Israel.

Kriegsverlauf

5. Juni

Der Krieg begann am 5. Juni mit einem gut geplanten und erfolgreichen Angriff der israelischen Luftwaffe auf alle ägyptischen Flugfelder. Der Angriff erfolgte ohne Kriegserklärung. Die meisten der 385 modernen Flugzeuge sowjetischer Bauart wurden am Boden vernichtet und die Startbahnen der Flugplätze beschädigt. Somit hatten die ägyptischen Truppen im Sinai keine Luftunterstützung mehr und standen schon am ersten Tag des Krieges am Rande der Niederlage. Auch die modernen, aber weniger starken syrischen und jordanischen Luftstreitkräfte wurden in ähnlichem Umfang dezimiert. Dadurch hatte Israel für den Rest des Krieges die totale Luftüberlegenheit.

Gleichzeitig rückten Bodenstreitkräfte der israelischen Armee gegen die ägyptischen Positionen vor. Die nördlichste israelische Division, bestehend aus drei Brigaden, unter dem Entwickler der israelischen Panzerkriegsdoktrin Israel Tal, rückte durch den Gaza-Streifen vor. Im Zentrum stieß die Division von General Avraham Yoffe und im Süden die von Ariel Sharon vor.

Während in den ersten Stunden von israelischer Seite kaum Informationen über den Kriegsverlauf herausgegeben wurden, verkehrte die ägyptische Propaganda den Kriegsverlauf ins Gegenteil und berichtete von angeblichen Siegen der arabischen Truppen. So kam es in der übrigen Welt zu dem falschen Eindruck, nicht Israel, sondern Ägypten habe den Krieg begonnen.

Israel forderte König Hussein von Jordanien auf, nicht in den Krieg einzutreten. Er lehnte ab und ließ Westjerusalem und das Gebiet um Tel Aviv mit Artillerie beschießen. Israel antwortete mit Gegenangriffen. Die ersten Befehle, die Israels Verteidigungsminister Mosche Dajan für Jerusalem ausgab, lauteten: „Wir werden es, wenn es notwendig ist, umzingeln, werden es aber nicht stürmen.”

6. und 7. Juni

Am 6. und 7. Juni rückten die israelischen Truppen durch den Sinai auf die strategisch wichtigen Pässe Mitla und Gidi vor. Durch kombinierten Einsatz von Fallschirmjägern, Luftangriffen, Artillerie und Panzern konnten sie den zahlenmäßig überlegenen feindlichen Truppen eine vernichtende Niederlage bereiten – auch weil der ägyptische Verteidigungsminister Abdel Hakim Amer nach ersten Berichten von Niederlagen in Panik geriet und den Rückzug hinter den Sueskanal befahl. Dajan wollte ursprünglich einen Vormarsch bis zum Sueskanal unter allen Umständen verhindern, da er befürchtete, dass die Ägypter unter diesen Umständen nicht bereit seien, die Kämpfe zu beenden. Außerdem befürchtete er einen größeren internationalen Druck auf Israel für diesen Fall. Am 7. Juni wurde deshalb sogar einigen Truppen von Generalmajor Tal der Rückzug befohlen, doch der Vorwärtsdrang der Armee war nicht mehr zu stoppen.

Gleichzeitig rückten die Israelis in Ostjerusalem und auf der von Jordanien besetzten West Bank (Judäa und Samaria) vor. Auch die jordanischen Truppen konnten keinen entscheidenden Widerstand leisten. Der Angriff auf Jerusalem war schließlich vor allem auf Druck Menachem Begins und Jigal Allons gegen den Willen Dajans und orthodoxer Kabinettsmitglieder ausgeführt worden. Die Minister, die eine sofortige Besetzung Jerusalems verlangten, fürchteten, dass der UN-Sicherheitsrat einen Waffenstillstand verhängen würde, bevor das Gebiet um die Klagemauer erobert wäre. Die syrischen Golanhöhen wurden währenddessen heftig von Israels Artillerie und Luftwaffe beschossen.

8. bis 10. Juni

Am 8. Juni erreichten die israelischen Panzer den Sueskanal. Am 9. Juni griff Israel die syrischen Stellungen auf den Golanhöhen an, von wo aus Syrien 205 Häuser sowie Obstgärten und Ackerland beschossen und zerstört hatte. Durch die massive Unterstützung aus der Luft, die sich auf aufgeklärte Positionen der syrischen Stellungen durch Agenten des Mossad stützen konnte, gelang dies trotz des schwierigen Geländes. Die israelischen Luftstreitkräfte hatten schon am 5. Juni zwei Drittel der syrischen Luftwaffe zerstört, die übrig gebliebenen syrischen Flugzeuge wurden in entlegene Stützpunkte gezwungen und spielten deshalb keine Rolle mehr im Krieg. Eine kleine syrische Truppe versuchte, die Wasseranlage in Tel Dan zu erobern, die zwei Jahre zuvor der Grund einer zwischenzeitlichen Eskalation zwischen den beiden Staaten war. Es wurde berichtet, dass mehrere syrische Panzer im Jordan untergegangen seien, letztlich gab die syrische Armee einen Einmarsch recht schnell auf und verlegte sich darauf, israelische Städte im Hula-Tal mit Granaten zu beschießen. Diese Lage blieb auch am 7. und 8. Juni so. Dann begann eine Debatte in der israelischen Regierung darüber, ob der Golan auch bestürmt werden solle. Man ging von militärischer Seite davon aus, dass der Angriff viele Opfer fordern werde, da gegen höher und damit taktisch günstiger gelegene Einheiten gekämpft werden müsse, die sich äußerst gut verschanzt haben.

Der Westen der Golanhöhen besteht aus einer Steilstufe, die sich vom See Genezareth und dem Jordan aus mehr als 500 Meter in die Höhe erstreckt, um dann wieder etwas abzufallen. Mosche Dajan war davon überzeugt, dass eine solche Operation 30.000 Soldaten das Leben kosten würde, und war ihr entschiedener Gegner.

Levi Eschkol, auf der anderen Seite, war zusammen mit dem Chef des Nördlichen Kommandos, David Elazar, eher zu einer Operation auf den Golanhöhen bereit. Elazar dürfte mit seinem mitreißenden Enthusiasmus und seiner Überzeugung in die Durchführbarkeit der Operation einen Meinungsumschwung bei Dajan erreicht haben, und als sich die Lage an den südlichen und mittleren Fronten besser gestaltete, änderte Dajan seine Meinung und stimmte der Operation zu.

Die meisten syrischen Truppen flohen, so dass die Berge schon am 10. Juni völlig in israelische Hand gerieten. Nach nur sechs Tagen hatten die Israelis die feindlichen Linien durchbrochen und waren kurz davor, in Kairo, Amman und Damaskus einzumarschieren.

Kriegsfolgen und Nachwirkungen

Bereits am 11. Juni wurde der letzte Waffenstillstand unterzeichnet. Daraufhin fand im August 1967 in der sudanesischen Hauptstadt Khartum eine Gipfelkonferenz aller arabischen Staaten statt, die mit der Khartum-Resolution ihre weitere Politik auf drei klare „Nein“ festlegten: „Kein Frieden mit Israel, keine Verhandlungen mit Israel, keine Anerkennung Israels.“

Israel konnte große Gebiete unter seine Kontrolle bringen: Die Sinai-Halbinsel, den Gazastreifen, Judäa und Samaria (Westjordanland) mit der historischen Altstadt von Jerusalem sowie die Golanhöhen. Strategisch waren vor allem die Golanhöhen interessant, da das übersichtliche Gelände gut zu verteidigen ist. Die danach von Israel besetzten Gebiete Gazastreifen, Westjordanland und Ost-Jerusalem bleiben bis heute ständige Unruheherde. Die israelische Armee hat sich aus dem Gazastreifen zurückgezogen und die 38 Jahre andauernde Militärbesatzung beendet.

Die israelische Wirtschaft, die vor dem Krieg in einer Krise gesteckt hatte, florierte dank des Tourismus, Spenden aus dem Ausland und der Ölquellen auf dem Sinai. Generalstabschef Jitzhak Rabin durfte dem Krieg einen Namen geben-aus israelischer Sicht eine Ehre. Aus einer Reihe mehrerer Möglichkeiten (beispielsweise Erlösungskrieg) wählte er den am wenigsten großsprecherischen: „Sechstagekrieg”. Auf arabischer Seite bezeichnete man ihn als den „Rückschlag”, das „Desaster” oder „Juni-Krieg”, Nasser bezeichnete ihn nach dem UN-Diplomaten Ralph Bunche als den „Bunche-Krieg”.

Am 22. November 1967 erließ die UNO in New York die Resolution 242, in der Israel zum Rückzug „aus besetzten Gebieten” aufgefordert wurde. Im Gegensatz zum Sinaifeldzug zog sich Israel jedoch nicht hinter die Waffenstillstandslinien von 1949 zurück. Israel begann schon bald mit intensivem Bau von staatlich geförderten Wehrdörfern und Siedlungen. Obwohl nur Ostjerusalem offiziell und die Golanhöhen de facto annektiert wurden (der Golan steht, im Gegensatz zu Westjordanland und Gaza, unter israelischer Rechtsprechung, wurde jedoch nie offiziell annektiert), deutete dies auf den Willen hin, diese Gebiete langfristig zu kontrollieren oder gar zu behalten. Die Sinai-Halbinsel wurde 1982, nach dem Friedensvertrag von Camp David, an Ägypten zurückgegeben.

Die Waffenstillstandslinien von 1967 blieben bis 1973 die israelischen Grenzen. Die ägyptischen Terroranschläge hörten auf, die jordanischen und syrischen verringerten sich erheblich. Obwohl die israelischen Streitkräfte in der Lage waren, viele Terrorakte zu verhindern, war es den Terroristen trotzdem möglich, Sicherheitsbasen in Jordanien und im Libanon zu halten, die zu internen Konflikten in diesen beiden Ländern führten.

Die PLO bekam reichlich Zulauf und verstärkte ihren militärischen Druck unter anderem auch in Form von Terroranschlägen gegen Zivilisten, was 1968 zur Schlacht von Karame führte, die Widersprüche zwischen PLO und König Hussein von Jordanien auf die Spitze trieb, was im Schwarzen September zur Vertreibung der PLO aus Jordanien führte.

Ab 1968 führte Ägypten mit sowjetischer Unterstützung einen sogenannten Abnutzungskrieg gegen Israel.

Opfer und Kriegsgefangene

Die Opferzahl bei den ägyptischen Streitkräften wird mit 10.000 bis 15.000 Soldaten und 1.500 Offizieren sowie 40 Piloten angegeben, Tausende mehr wurden verwundet und weitere 5.000 Soldaten werden vermisst. Auch etwa achtzig Prozent ihrer Ausrüstung wurde zerstört. 700 jordanische Soldaten kamen ums Leben und über 6.000 wurden verwundet oder werden vermisst. Die syrischen Verluste betrugen 450 Tote und etwa dreimal so viele Verletzte. Acht indische Blauhelmsoldaten fielen dem Beschuss durch die israelische Armee zum Opfer. Die Verluste auf israelischer Seite werden mit 777 Toten und 2.586 Verletzten angegeben. Davon fielen allein 115 Israelis bei der Eroberung der Golanhöhen. Die israelische Luftwaffe verlor etwa 20 Prozent ihrer 200 Piloten und Flugzeuge.

Nicht nur Angehörige der Streitkräfte der beteiligten Staaten, sondern auch ungezählte Zivilisten, meist Frauen und Kinder, gehörten zu den Opfern. Sie kamen zumeist nicht durch die Kampfhandlungen selbst, sondern auf der Flucht (Wassermangel, totale Erschöpfung) oder in den Flüchtlingslagern ums Leben (katastrophale Hygiene). Juden in Ägypten, Jemen, Libanon, Tunesien und Marokko wurden gelyncht, verhaftet und ihre Synagogen angezündet. Nur die Staatschefs von Tunesien und Marokko verurteilten diese Handlungen. Aus den von Israel eroberten Gebieten, insbesondere aus dem Gaza-Streifen und dem Westjordanland, aber auch aus Ost-Jerusalem, flohen zwischen 175.000 (israelische Schätzung) und 250.000 (jordanische Schätzung) Palästinenser, teils aufgrund von Vertreibungen.

5.000 ägyptische Soldaten (einschließlich 21 Generäle), 365 syrische Soldaten (darunter nur etwa 30 Offiziere) und 550 jordanische Soldaten sowie zwei sowjetische Militärberater gerieten in israelische Gefangenschaft. Auf der anderen Seite gerieten nur 15 Israelis in Kriegsgefangenschaft. Der Austausch der Kriegsgefangenen zog sich jedoch über Monate hin. Israel hoffte, auch ägyptische Juden, die seit 1954 wegen Spionage eingesperrt waren, sowie die Leichen exekutierter Agenten (unter anderem Eli Cohen) freizubekommen. Erschwert wurde der Austausch durch die Weigerung Syriens und Ägyptens, direkt mit Israel zu verhandeln.

Angebliche Kriegsverbrechen

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Es gibt seit damals Berichte über die Exekution und Misshandlungen von Kriegsgefangenen durch beide Seiten. Die Berichte, die 1995 und 1996 in der Washington Post und in der New York Times veröffentlicht wurden, wonach die israelische Armee angeblich 1000 ägyptische Kriegsgefangene systematisch ermordet haben soll, erwiesen sich nachträglich als falsch. Vorwürfe wurden weder von offizieller ägyptischer Seite zu irgendeiner Zeit gegenüber Israel erhoben, noch fanden sich nach Räumung des Sinai 1982 irgendwelche Massengräber. 1967 wurde von dem Überfall einer israelischen Panzerkolonne auf einen UN-Konvoi berichtet, bei dem 14 indische UN-Soldaten den Tod fanden.

Der Angriff auf die USS Liberty

Das mit vier MGs nur leicht bewaffnete US-amerikanische Aufklärungsschiff USS Liberty wurde am 8. Juni in internationalen Gewässern von der israelischen Luftwaffe und Marine angegriffen, obwohl es zuvor bereits einmal identifiziert worden war und unter US-amerikanischer Flagge fuhr. Die USA hatten wenige Tage vor dem Zwischenfall mitgeteilt, dass sie innerhalb einer 100-Meilen-Zone um die Kampfhandlungen keine Seestreitkräfte stationiert hätten. Dennoch kreuzte die USS Liberty, angeblich „aufgrund eines Fehlers in der Befehlskette”, nur 14 Meilen vor der Sinaiküste. Israels Streitkräfteführung hatte befohlen, jedes unidentifizierte Schiff in Küstennähe anzugreifen. Bei dem Angriff von Luftwaffe und Marine auf diesen Aufklärer wurden 34 US-Soldaten getötet und 172 teils schwer verletzt. Selbst die Rettungsflöße wurden gezielt beschossen.

Über die Gründe dieses Angriffs gibt es bis heute, trotz vielfacher offizieller Untersuchungen des Vorfalls durch die amerikanische Seite und dreimaliger Prüfung durch Israel, keine absolute Sicherheit. Eine Meinung zielt auf die relative Unerfahrenheit der nach dem Bombenangriff der Israelischen Luftstreitkräfte hinzugekommenen Torpedoboot-Besatzungen ab. Die andere Position spricht von einem gezielten Angriff auf das Schiff. Über die damit verbundenen Ziele gibt es nur Spekulationen. Der damalige Assistant Secretary of Defense for Command, Control, Communications, and Intelligence John Stenbit nannte den Vorfall 2003 mehrfach bei Erläuterungen von Strukturveränderungen in seinem Bereich als Beispiel für ein Versagen in der Kommunikation innerhalb des Ministeriums. Die Israelis hätten ein 24-Stunden-Ultimatum zum Abzug der Liberty unter Androhung der Versenkung gestellt. Diese Information habe die zuständige Stelle erst nach Ablauf der Frist erreicht, als das Schiff bereits angegriffen wurde. Das Motiv für das Ultimatum und seine rigorose Umsetzung bleibt unklar.

Wichtige israelische Personen

Wichtige arabische Personen

Quellen

  1. http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,110730,00.html
  2. Resolution 228
  3. by Prime Minister Begin, 8 August 1982., Internetpräsenz des israelischen Außenministeriums, engl.
  4. HISTORIE: Der Traum von Groß-Israel - Politik - stern.de
  5. Middle East - UNEF I - Background, Internetpräsenz der Vereinten Nationen, engl.

Literatur

Siehe auch