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Prosopographie der mittelbyzantinischen Zeit

Die Prosopographie der mittelbyzantinischen Zeit (abgekürzt PmbZ) ist ein Projekt der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Sie erstellt ein Personenlexikon des Byzantinischen Reiches für die Zeit von 641 n. Chr. bis 1025. Es schließt damit an die Prosopography of the Later Roman Empire an. Das umfangreiche Projekt ist in zwei Abteilungen gegliedert: Die erste, bereits vollendete hat die Zeit von 641 bis 867 bearbeitet und die Ergebnisse (11.500 Personen und Personengruppen) bereits in Buchform publiziert. Die zweite Abteilung ist in Vorbereitung und soll 8.000 Personen umfassen.

Leiter des Projektes und der Arbeitsstelle ist seit 2007 Ralph-Johannes Lilie, der zur Zeit drei hauptamtliche wissenschaftliche Mitarbeiter beschäftigt. Zu den ehemaligen Mitarbeitern zählen Wolfram Brandes, Helga Köpstein, Friedhelm Winkelmann (Projektleiter bis Januar 2007)

Geschichte

Die Wiederaufnahme des Vorhabens Prosopographia Byzantina, das bereits von der Akademie der Wissenschaften der DDR angedacht war, ergab sich nach der Deutschen Einheit und der Gründung der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. In den Jahren 1992 bis 1994 wurde das Projekt unter Federführung des Byzantinisten Ralph-Johannes Lilie vorbereitet und an die modernsten technischen Standards angepasst. Die Aufnahme der Einträge erfolgt über eine Datenbank, die im Sommer 1998 einen umfassenden Kontrolldurchgang für die erste Abteilung erfuhr. Diese Abteilung wurde in fünf Bänden publiziert (1998–2002). Von der begleitenden Reihe Berliner Byzantinistischen Studien erschienen bisher sechs Bände.

Die Arbeit an der zweiten Abteilung wurde nach Abschluss der ersten (2002) aufgenommen. Derzeit werden die Quellen gesichtet und die Rahmendaten in die Datenbank eingegeben. Bis zum Jahr 2010 soll die zweite Abteilung komplett in gedruckter Form erscheinen.

Seit dem 1. August 2006 stellt die PmbZ einen Online-Index der ersten Abteilung bereit. Aus diesem Anlass war das Projekt im August 2006 Projekt des Monats der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.