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Amun

Dieser Artikel behandelt die ägyptische Gottheit Amun; zu dem gleichnamigen Asteroiden siehe Amun (Asteroid).
Amun in Hieroglyphen
Ideogramm
oder


Amon, Amoun, Ammon,
Amen, Imenand
(jmn)
der Verborgene
oder
mit Determinativ

dito auch


oder



Amun-Re
(jmn-re)
griechisch Ammon oder Hammon
Bohairisches Koptisch ⲁⲙⲟⲩⲛ
(Amun)
In keilschriftlicher Überlieferung amâna / amûnu
Amun
Amun in der Nach-Amarna Zeit

Amun (auch Amon, Amoun, Ammon, Amen oder seltener Imenand), nicht zu verwechseln mit Ameni, einem Beinamen des Re, ist der Wind- und Fruchtbarkeitsgott der altägyptischen Religion. Er galt als „Hauch des Lebens für alle Dinge“, ähnlich dem Pneuma der alten Griechen (siehe auch Atemseele), vom säuselnden Hauch bis zum Sturm, als Allesbeweger, der allen, dem Küken im Ei, den Fischen im Wasser, den Raubtieren, den Menschen, den Sternen das Leben gab. Das einfache Volk verehrte ihn eher in direkter unveränderter Widdergestalt als Gott der Fruchtbarkeit.

Inhaltsverzeichnis

Herkunft

Amun war seit der 11. Dynastie Lokalgottheit Thebens. Nachdem die Familie der Hermonthen den Bürgerkrieg der Ersten Zwischenzeit für sich entschieden hatte, versuchte sie der neu gegründeten Reichsstadt Theben eine hinreichende Legitimation zu verschaffen. Deshalb belebte sie die Verehrung eines vergangenen Gottes neu, damit dessen Status als Urgott positiv auf die Stadt abfärbte.

Darstellung

Amun wurde in der vor-Amarna Zeit als normale Menschengestalt mit Krone und Stab dargestellt. In der nach-Amarna Zeit, mit blauer Farbe und mit doppelter Federkrone aus zwei aufrechtstehenden Pfauenfedern. Die blaue Haut soll die Luft und die Schöpfung symbolisieren. Das Volk verehrte ihn eher in seiner Urversion als Widder, Gott der Herden und Weiden und deren Fruchtbarkeit, und liegende Widder auf Podesten säumten mit Blick zum Weg auch die Wege zum Tempel. Manchmal wurde er auch in Menschengestalt mit Widderkopf dargestellt.

Bezüge

In Theben wurde auch als Gattin des Amun die Lokalgöttin Mut und der Sohn des Paars, der vogelköpfige Mondgott Chons verehrt.

Geschichtliche Entwicklung

Um sich gegenüber der starken Re-Verehrung zu behaupten, die noch auf das Alte Reich zurückgeht, zogen die Priester Amun und Re zu Amun-Re zusammen. Amun wurde oft als der "Re, den man in Karnak anbetet" verehrt. Im Neuen Reich wurde er als "König der Götter und Herr der Throne Beider Länder Hauptgott.

Später unter dem umstrittenen Pharao Amenophis IV. (Echnaton) nahm die Verehrung des Amun-Re ab; ob infolge eines kurzzeitigen Monotheismus oder der räumlichen Trennung von Pharao und Elite ist nicht einstimmig in der Forschungswelt geklärt.

Tempel des Amun-Re in Karnak

Der Tempel des Amun-Re in Karnak war der größte und reichste des Reiches. Letztlich herrschte Re in der Maske des Amun bis zum Ende der Pharaonenzeit. Mit der Zerstörung Thebens 663 durch die Assyrer stieg allerdings Osiris zum Hauptgott auf.

Bedeutung bei anderen Völkern

Die Griechen identifizierten Amun mit Zeus, die Römer später mit Jupiter. So blieb der Amun-Kult auch nach dem Niedergang des ägyptischen Weltreichs noch einige Zeit erhalten.

Erwähnung in der Bibel

In der Bibel (Jer 46, 25; Nah 3, 8) wird Amun Re als Amon von No-Amon erwähnt. Der Prophet Jeremia sagt die Vernichtung des Amun durch den Gott Israels voraus.

In der griechischen Mythologie

Ammon war ein sagenhafter König von Libyen. Er hatte Rhea, die Tochter des Uranus und Schwester des Saturnus, zur Gattin. Später wurde er seiner Frau mit Amaltheia untreu. Daraus entstand deren Sohn Bacchus, den sie der Eifersucht der Hera entziehen mussten und ihn deshalb nach Nysa (ein mythischer Berg) brachten. Hier erhielt das Kind den Namen Dio-Nysus (Dionysos) und wurden von Nymphen aufgezogen. Nach seinem Tod wurde Ammon dann unter die Götter aufgenommen.

Siehe auch

Literatur

 Commons: Amun – Bilder, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Aamon – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik