Heim

Gifhorn

Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 52° 29′ N, 10° 33′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Gifhorn
Höhe: 50 – 68 m ü. NN
Fläche: 104,86 km²
Einwohner: 42.143 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 402 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 38501–38510, 38516, 38518 (alt: 3170)
Vorwahl: 05371
Kfz-Kennzeichen: GF
Gemeindeschlüssel: 03 1 51 009
Stadtgliederung: 6 Stadtteile
Adresse der Stadtverwaltung: Marktplatz 1
38518 Gifhorn
Webpräsenz:
www.stadt-gifhorn.de
Bürgermeister: Manfred Birth (parteilos)

Gifhorn ist die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises im Osten des Landes Niedersachsen. Mit etwa 42.000 Einwohnern bildet Gifhorn eines der Mittelzentren des Landes, geprägt durch die geringe Entfernung zu den Industrie- und Handelszentren Braunschweig und Wolfsburg. Außerdem ist Gifhorn Teil der geplanten Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Die Stadt liegt zwischen Hannover, Braunschweig und Wolfsburg, ca. 20 km nördlich von Braunschweig und dem Autobahnkreuz Braunschweig-Nord (A2/A391) und etwa 15 km westlich von Wolfsburg. Die Stadt befindet sich am Kreuzungspunkt der Bundesstraßen 4 (Nord-Süd Richtung, auch Salz-Straße) und 188 (Ost-West Richtung, auch Korn-Straße) sowie der Bahnlinien Braunschweig-Uelzen und Hannover-Wolfsburg am Rande der Lüneburger Heide. Die Ise mündet im Stadtgebiet in die Aller.

Geologie

In und um Gifhorn gibt es mehrere Erhöhungen, die als Eiszeitmoränen (Grund-/End-Moränen) entstanden sind. So liegt südlich der Flüsse der "Katzenberg", nördlich der "Weinberg" und im weiteren Verlauf bis zur Ortschaft Wilsche das "Hohe Feld".

Nachbargemeinden

Folgende Gemeinden grenzen an die Stadt Gifhorn. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt (alle im Landkreis Gifhorn): Wagenhoff, Sassenburg, Calberlah, Isenbüttel, Ribbesbüttel, Leiferde, Müden (Aller)

Stadtgliederung

Die Stadt Gifhorn besteht aus der Kernstadt mit ihrer historischen Altstadt sowie den Stadtteilen Kästorf, Gamsen, Wilsche, Neubokel und Winkel.

Namensgebung

Zwischen den in der Saale-Eiszeit um Gifhorn entstandenen Moränen (Grund-/End-Moränen), sowie den sich in nördlicher Richtung ausdehnenden großen Moorgebiet und dem schwer passierbaren Aller-Urstromtal bot der Mündungswinkel von Aller und Ise eine der wenigen geeigneten trockenen Stellen für eine Siedlung und für einen Flussübergang. Der Name könnte daher nach Wortdeutungen aus überlieferten Dokumenten und Ortsnamen (gerade im nördlichen niedersächsischen Raum) von Giffel, Gaffel, Gabel und Horn (gleichbedeutend mit "Erhöhung, die ins Wasser hineinragt") abgeleitet sein.


Geschichte

Mittelalter

Gifhorn wird erstmalig 1196 im Güterverzeichnis des Braunschweiger Stifts St. Cyriakus erwähnt. Ursprünglich war Gifhorn beschränkt auf eine kleine Siedlung im großflächig versumpften und schwer passierbaren Aller-Urstromtal (Barnbruch). Der Mündungswinkel von Aller und Ise war eine der wenigen Stellen, an denen dieses natürliche Hindernis überwunden werden konnte. Kurz vor dem Zusammenfluss mit der Aller teilte sich die Ise und bildete einen kleinen Werder. Entlang dieser trockenen Dünung vermutet man die erste Ansiedlung.

Der Ausbau des Brückenortes war durch mehrere Faktoren begünstigt. Zum einen besaß er eine geographisch günstige Schutzlage zum anderen eine gute Verkehrslage am Schnittpunkt zweier bedeutender mittelalterlicher Handelswege: Hier kreuzten sich in Nord-Süd-Richtung die verlängerte Alte Salzstraße von Lüneburg nach Braunschweig (heute B 4) und in Ost-West-Richtung die Kornstraße von Magdeburg nach Celle (heute B 188). Gegen die von Osten her drängenden sorbischen Stämme (siehe auch Wenden, Wendland) befestigte man Gifhorn mit einer Schutzburg, um die am Iseübergang entstandene einnahmeträchtige Zollstätte zu sichern.

Die Welfenherzöge ließen später eine Vogtei, eine Wassermühle (erstmals 1213 urkundlich erwähnt, an dieser Stelle wird bis heute ein Mühlenladen betrieben) und einen Wirtschaftshof anbauen. Dieser gesicherte und wirtschaftlich bedeutsame Knotenpunkt zog viele Bauern, Handwerker und Kaufleute an. Auch die Post mit ihren Postkutschen richtete hier für die Mitreisenden (heute"Deutsches Haus"), eine Haltestation ein. Zudem entstanden zahlreiche Gaststätten und Stallungen, in denen die Fuhrleute ihre Pferde ausspannten, aber auch bei gelegentlichem Hochwasser mehrere Tage ausharrten. Das Marktrecht wurde dem Ort bereits 1275 durch Herzog Johann I. von Lüneburg verliehen.

Infolge der strategisch wichtigen Lage wurde Gifhorn befestigt und wird schließlich 1332 als "opidum" (befstigter Ort) urkundlich erwähnt. 1364 wird erwähnt dass Gifhorn die Weichbildrechte ("wicbelde") erhalten hatte. Dies war etwa gleichbedeutend mit der Verleihung von Stadtrechte. 1428 gingen Schloss und Siedlung bei der Teilung des Welfenhauses an das Fürstentum Lüneburg über.

Während der Hansezeit entstanden viele Handwerksbetriebe: Die bereits ansässigen Ackerbürger, Müller, Bäcker, Fischer, Metzger, Schuster, Schneider und Schmiede wurden ergänzt durch Weber, Bleicher, Färber, Böttcher, Töpfer, Gerber, Sattler, Seiler, Hutmacher und Bierbrauer. Die wirtschaftliche Blütezeit gipfelte 1275 in der Verleihung des Marktrechtes.

Renaissance

Verheerende Kriege und Großbrände fügten dem Ort immer wieder schwere Schäden zu, insbesondere die Hildesheimer Stiftsfehde von 1519 bis 1523, bei der auch die Orte in der näheren Umgebung fast vollständig vernichtet wurden. Der Wiederaufbau wurde gekrönt mit der Neuerrichtung von Schloss Gifhorn im Stil der Weserrenaissance. Bauherren des 1547 fertiggestellten Schlosses waren die protestantischen Herzöge Ernst der Bekenner von Braunschweig-Lüneburg und sein Bruder Herzog Franz aus Celle. Es entstand eine äußerst wehrhafte Schlossanlage, die an den vier Ecken über Bastionen verfügte und von Festungswällen umgeben war. Zur Erweiterung der Schlossräumlichkeiten entstand etwas abgesetzt in der Stadt das Kavaliershaus im Renaissance-Stil mit einer prächtigen Steinfassade erbaut.

Nachdem das Schloss nach dem Tode von Herzog Franz 1549 kein fürstlicher Residenzort mehr war, wurde es zur Wohnung für einen Amtmann und Unterkunft für fürstliche Jagdgesellschaften. Die Befestigungsanlagen des Schlosses wurden ab 1781 beseitigt, da sie den wehrtechnischen Anforderungen dieser Zeit nicht mehr genügten.

Von 1539-1549 war Gifhorn unter Herzog Franz Residenzstadt des Herzogtums Gifhorn, welches dieser als Abfindung für seinen Regierungsverzicht im Fürstentum Lüneburg erhielt. Am 6. Dezember 1544 erließ der Herzog für Gifhorn eine "Reformatio und Ordnung", mit der für Jahrhunderte die Grundlage für die Durchführung von Bürgermeisterwahl und Stadtverwaltung gelegt wurde. Da Herzog Franz 1549 ohne männliche Nachkommen verstarb, fiel das Herzogtum nach nur 10 Jahren wieder an das Fürstentum Lüneburg in Celle zurück. Das Schloss diente fortan als Jagdresidenz von Fürsten und Herzögen aus der Umgebung oder als Verwaltungszentrum.

Aus der Zeit des Neuaufbaus sind zahlreiche Fachwerkhäuser heute noch erhalten. Bemerkenswerte Bauten sind das Alte Rathaus von 1562 (heute Ratsweinkeller mit Bücherei) und das Höfersche Haus von 1570.

Neuzeit

Während des Dreißigjährigen und Siebenjährigen Krieges und der Napoleonischen Feldzüge wurden die alten Handelswege nun auch zu Heerstraßen. Während der Truppendurchmärsche kam es immer wieder zu großen Schäden und Plünderungen. Hinzu kamen zwei große Flächenbrände 1669 im Süden und 1725 im Norden. Nach drei weiteren Bränden von 1872, 1876 und 1891 kam es zur baulichen Auflockerung des Stadtbildes. Wegen der räumlichen Enge wurden viele abgebrannte Häuser nicht wieder an der gleichen Stelle aufgebaut.

Von 1734 bis 1744 wurde die Sankt-Nicolai-Kirche errichtet. Der Barockbau befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Kavaliershaus und Alten Rathaus.

Nach dem Schleifen der Befestigungsanlagen des Schlosses um 1780 verloren auch die umliegenden Schutzwälle an Bedeutung. So kam es zur allmählichen Erweiterung des Stadtgebietes besonders ab 1845 nach Beseitigung der beiden Stadttore.

Industriezeitalter

Die Industrialisierung Gifhorns begann mit der großflächigen Torfgewinnung aus den umliegenden Moorgebieten. Der Rohstoff wurde in der Torfpressfabrik verarbeitet und lieferte zunächst die Energie für eine mechanische Wollspinnerei, zwei Zichorienfabriken und eine Ziegelei, die sich aber nicht lange hielten.

Wirtschaftlich bedeutsam wurden nur die Glashütte (ab 1873) und eine Konservenfabrik (ab 1890), die erst 1959 bzw. 1973 ihre Produktion einstellen mussten. Sie profitierten von der Vollendung des Bahnbaus um 1890.

1852 erhielt Gifhorn das Stadtrecht. 1924 wurde das Rathaus in die Ortsmitte verlegt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es über die nahe Grenze zu einer großen Zuwanderung von Flüchtlingen und Vertriebenen aus Mittel- und Ostdeutschland. Die größten Arbeitgeber waren damals wie heute die seit 1951 ortsansässige Maschinen- und Armaturenfabrik Alfred Teves (mittlerweile der Continental AG zugehörend) und das für Pendler nah gelegene Volkswagenwerk in Wolfsburg. Darüber hinaus gelang es, neue Gewerbegebiete anzusiedeln. Bereits 1959 zogen einige Staffeln des Bundesgrenzschutzes in das Zonenrandgebiet. Seit den 1960er Jahren zogen Arbeitskräfte aus südeuropäischen Ländern mit ihren Familien in das Wolfsburger Umland und damit auch nach Gifhorn. Es kam dabei zu national getrennten Siedlungsschwerpunkten: während Wolfsburg von Italienern dominiert wurde, bildeten in Gifhorn damals die Griechen die mit Abstand stärkste ausländische Bevölkerungsgruppe. Noch heute gibt es im Gifhorner Raum - inzwischen in der 3. Generation - eine ungewöhnlich starke griechische Gemeinde mit eigenen kulturellen und kirchlichen Aktivitäten.

Mit dem Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden im Raum Gifhorn vom 27. November 1973 wurden zum 1. März 1974 die Stadtteile Kästorf, Gamsen, Wilsche, Neubokel, und Winkel eingemeindet. Dadurch wuchs die Einwohnerzahl um etwa 7.000, die Fläche des Stadtgebiets verdreifachte sich.

Gifhorn behielt 1974 den Sitz des gleichnamigen Landkreises, nachdem zunächst eine Auflösung dieses Landkreises und Vereinigung mit dem Landkreis Peine und Verlegung des Kreissitzes nach Peine geplant war. Die Einwohner beider Landkreise hatten sich entschieden dagegen gewehrt.

Allerdings musste in Kauf genommen werden, dass Gifhorn vom Regierungsbezirk Lüneburg in den Regierungsbezirk Braunschweig umgegliedert wurde. Die Industrie wehrte sich gegen eine ähnliche Umgliederung erfolgreich vor Gericht, so dass Gifhorn auch heute noch unverändert zur Industrie- und Handelskammer Lüneburg gehört, nicht zur IHK Braunschweig.

Am 29. November 1984 wurde am Marktplatz das neue Rathausgebäude eingeweiht. Das vorherige wurde zum Haus des Handwerks.

Nach der deutschen Wiedervereinigung und den politischen Umbrüchen in Osteuropa und der damaligen UdSSR kam es in den 1990er Jahren zu einem großen Bevölkerungszuwachs, der vorwiegend auf den Zuzug von Russlanddeutschen aus der ehemaligen Sowjetunion zurückging. Diese stellen gegenwärtig etwa ein Zehntel der Gifhorner Bevölkerung.

Einwohnerentwicklung

  • 1821: 1.608
  • 1848: 2.410
  • 1871: 2.816
  • 1905: 3.857
  • 1925: 4.452
  • 1939: 5.673
  • 1946: 8.800
  • 1950: 10.283,
    davon 3.853 Vertriebene und Zugewanderte
  • 1956: 14.500
  • 1961: 17.677
  • 1965: 21.100
  • 1969: 23.001
  • 1974: 26.500
  • 1984: 34.357
  • 1989: 37.196
  • 1990: 38.884
  • 1991: 40.090
  • 1992: 41.444
  • 1995: 43.736
  • 1998: 43.291
  • 1999: 43.034
  • 2000: 42.943
  • 2001: 42.740
  • 2002: 42.689
  • 2003: 42.834
  • 2004: 42.634
  • 2005: 42.945

Der Zuwachs in den 1970er Jahren ist zum Teil "unechter" Zuwachs aufgrund von Eingemeindungen umliegender Orte.

Politik

Rat

Der Rat der Stadt Gifhorn besteht aus 34 Sitzen. Dazu kommt stimmberechtigt der Bürgermeister. Diese verteilen sich wie folgt:

(Stand: 25. Oktober 2006 (Quelle: Stadt Gifhorn))

Bürgermeister

Die Bürgermeister der Stadt Gifhorn

Nach Beendigung der Dienstzeit des letzten Stadtdirektors, Wilhelm Jans, am 14. Dezember 2004 kam auch in Gifhorn die neue niedersächsische Kommunalverfassung zum Tragen. Mit ihr endete die althergebrachte personelle Trennung zwischen Verwaltungschef und Repräsentanten, stattdessen wurde die "Eingleisigkeit" eingeführt. Der Bürgermeister wurde erstmals direkt von der Bevölkerung gewählt und ist Verwaltungschef und Stadtoberhaupt in einer Person. Dieses Amt bekleidet seit 15. Dezember 2004 Manfred Birth, der als parteiloser Kandidat am 13. Juni 2004 mit 52,1 % im ersten Wahlgang gewählt wurde. Birth ist weiterhin Mitglied der CDU.

Städtepartnerschaften

Xanthi in Griechenland
Korsun-Schewtschenkiwski in der Ukraine
Dumfries im Vereinigten Königreich (Schottland)
Gardelegen in Deutschland (Sachsen-Anhalt)
Hallsberg in Schweden

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke und Museen

Siehe Hauptartikel: Internationales Wind- und Wassermühlen-Museum

Freizeit und Naherholung

Im Verlauf der Nachkriegsjahre wurden um Gifhorn mehrere größere Flächen zu Naturschutzgebieten erklärt. Dazu gehört auch das im heutigen Stadtgebiet von Gifhorn liegende Gewässer "Heidesee", das auf natürliche Weise entstanden ist. Der See kam in den Geschichten und Gedichten des Heidedichters Hermann Löns vor. Hier befindet sich ein Gastronomiebetrieb unter dem Namen "Heidesee-Pavillon", dessen ausgedehnte und bewirtete Terrasse einen stimmungsvollen Blick auf den See ermöglicht. Der See ist ein gern besuchtes Naherholungsgebiet für Ausflügler aus Braunschweig und Hannover.

Auch gibt es im westlichen Bereich von Gifhorn größere Heideflächen (siehe auch Heidekrautgewächse). Bekannt sind die "Gifhorner Schweiz", der idyllische Ort Winkel und Flächen beim Ort Wilsche. Diese Heidegegend wurde durch die Literatur von Hermann Löns bekannt.

Durch Kiesschürfen entstanden mehrere Seen. Durch den Bau des Elbe-Seitenkanals, entstand im benachbarten Isenbüttel südöstlich der Stadt ein komplexes Naherholungsgebiet, der Tankumsee. Das gesamte Areal umfasst 222 ha. Der See selbst ist 62 ha groß und bietet einen 1.000 m langen Sandstrand. Daran grenzt direkt östlich das Feuchtgebiet Barnbruch an mit einem Waldbestand von etwa 1.500 ha.

Die Verlegung der Bundesstraße 4 machte es erforderlich, dass große Teile der Trasse erhöht werden mussten, und so entstand der "Waldsee" zwischen der Stadt und der "Gifhorner Schweiz".

Die Naturschutzgebiete - wie auch die Lüneburger Heide - haben Gifhorn zu einem beliebten norddeutschen Naherholungsgebiet gemacht.

Regelmäßige Veranstaltungen

Das älteste Gifhorner Volksfest ist das Schützenfest. Die älteste Ratsverordnung über das "Gifhorner Scheibenschießen" stammt von 1661. Seit 1706 sind die Listen der Schützenkönige überliefert. Die 1814 zur Armee eingezogenen Gifhorner waren fast alle 1815 in der Schlacht bei Waterloo gegen Napoleon eingesetzt. Zur Erinnerung daran wird das Schützenfest jedes Jahr in der Woche des 18. Juni gefeiert. Das Schützenfest beginnt am Donnerstag mit einem Umzug durch Gifhorn und dem im Laufe des Nachmittags unter kommunaler Aufsicht durchgeführten Königsschießen. Am Sonntag wird ein großer Umzug durchgeführt, bei dem auch viele Vereine aus der Stadt und dem Umland dabei sind. Die beiden Gifhorner Traditionsschützenvereine haben jeweils über 700 Mitglieder. Der Umzug gehört zu den grössten in Niedersachsen. Das Fest endet mit einem Feuerwerk, das jedes Jahr von den Schaustellen gesponsert wird.

Weitere regelmäßige Großveranstaltungen sind die Schlossfestspiele, Feuer & Wasser live, der Tag der Heide und in der Fußgängerzone das dreitägige Altstadtfest und der Weihnachtsmarkt.

Wirtschaft und Infrastruktur

Etwa 1,4 % der Beschäftigten sind in der Land- und Forstwirtschaft tätig, 38 % im Produzierenden Gewerbe und 60,6 % im Dienstleistungsbereich. Gifhorn hat deutlich mehr Aus- als Einpendler. Etwa 80 % der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten arbeiten außerhalb. Die Arbeitslosenquote im Kreis Gifhorn betrug im Juni 2004 8,7 %.

Größter Arbeitgeber Gifhorns ist die IAV GmbH (Ingenieurdienstleister für die Automobilbranche) mit ca. 1.500 Mitarbeitern vor Ort. Aufgrund der Nähe zu Wolfsburg (VW) sind viele Automobilzulieferer und -dienstleister in Gifhorn angesiedelt (z.B. Continental Teves, ArvinMeritor, Ruecker).

Verkehr

Gifhorn besitzt zwei Bahnhöfe: Den Bahnhof Gifhorn (früher Isenbüttel-Gifhorn) in dem sich die Hauptstrecke Hannover-Wolfsburg mit der Mühlenbahn von Uelzen nach Braunschweig kreuzt, sowie den Bahnhof Gifhorn-Stadt an der letztgenannten Bahnlinie.

Das Empfangsgebäude des Bahnhofs Gifhorn befand sich ursprünglich auf freiem Feld auf der Isenbütteler Seite der Gleise. Mit zunehmender Ausdehnung der Stadt Gifhorn nach Süden liegt der Bahnhof jedoch inzwischen am Rande Gifhorns. Das ehemalige Gebäude wurde daher durch einen Neubau auf der Gifhorn zugewandten Seite ersetzt, während das alte Gebäude von einer Jugendwerkstatt genutzt wird.

Der öffentliche Personennahverkehr wird hauptsächlich durch die Verkehrsgesellschaft Landkreis Gifhorn mbH (VLG) durchgeführt.


Bildung

Grund- und Hauptschulen

Realschulen

Gymnasien

Förderschule

Berufsbildende Schulen

Persönlichkeiten

Sonstiges

Zickenstadt

Die Bewohner umliegender Gemeinden bezeichneten Gifhorn in der Vergangenheit abfällig als Zickenstadt. Eine Ziege als Kuh des kleinen Mannes konnten sich seinerzeit auch die ärmeren Stadtbewohner leisten, so dass die Ziegenpopulation in Gifhorn vergleichsweise stärker war als in den umliegenden Bauerngemeinden.

Die Gifhorner Stadtwerbung münzte den Ausdruck Zickenstadt in einen positiven Begriff um und benutzte ihn einige Jahre lang für die Tourismuswerbung. Eine Ziege als Logo der Stadt wurde entworfen, und in der Gifhorner Innenstadt wurde sogar ein Zickendenkmal enthüllt. Während Bezüge zur Zickenstadt auch heute noch gelegentlich zu finden sind, z.B. der Zickenaugust als Maskottchen des alljährlichen Altstadtfests, musste sie in der Werbung dem Begriff Mühlenstadt sowie einem entsprechenden Logo weichen.

Literatur

 Commons: Stadt Gifhorn – Bilder, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Gifhorn – Nachrichten