Heim

Berlin-Friedenau

Friedenau
Ortsteil von Berlin

Schöneberg Friedenau Tempelhof Mariendorf Marienfelde Lichtenrade
Koordinaten 52° 28′ 20″ N, 13° 19′ 40″ OKoordinaten: 52° 28′ 20″ N, 13° 19′ 40″ O
Höhe 40 m ü. NN
Fläche 1,68 km²
Einwohner 26.610 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte 15.839 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Okt. 1920
Postleitzahl 12159, 12161
Ortsteilnummer 0702
Verwaltungsbezirk Tempelhof-Schöneberg
Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg

Friedenau /ˌfriːdən'aʊ̯/ ist ein Ortsteil im Bezirk Tempelhof-Schöneberg von Berlin. Der zentrale und dennoch ruhige Charakter von Friedenau wird nicht nur durch die Rhein- und Hauptstraße als Einkaufsmeile geprägt, sondern besonders durch die vielen kleinen und teilweise engen Wohnstraßen mit ihren Vorgärten und zahlreichen Straßenbäumen sowie den alten Häusern mit einer vergleichsweise hohen Baudenkmaldichte mit umfangreichen Denkmalbereichen. Die Besonderheit des Ortsteils liegt in der seinerzeitigen Planung, bei der die Carstenn-Figur Grundlage der teilweise hufeisenförmigen Aufteilung von Straßen um den – als zentralen Anger konzipierten – Friedrich-Wilhelm-Platz war, die hierdurch eine verbindende Struktur zueinander bekamen.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Geografie

Friedenau liegt auf dem Teltow-Höhenzug südlich des Berlin-Warschauer Urstromtales mit einer mittleren Höhe von etwa 40 Metern über Normalnull auf einer Fläche von 168 Hektar. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt rund 1,4 Kilometer, in West-Ost-Richtung sind es in Höhe des Friedrich-Wilhelm-Platzes etwa 1,2 Kilometer, entlang der nördlichen Ortsgrenze circa 1,6 Kilometer.

Der Ortsteil grenzt im Norden parallel zur Ringbahnstrecke und im Westen entlang der Laubacher Straße an Wilmersdorf sowie im Süden entlang der Bornstraße an Steglitz. Die Ostgrenze Friedenaus zum Ortsteil Schöneberg verläuft entlang der Haupt- und Fregestraße.

Häufig werden auch die noch weiter östlich in Schöneberg gelegenen Gebiete fälschlicherweise zu Friedenau gezählt, beispielsweise der S-Bahnhof Friedenau, die denkmalgeschützte Anlage der Ceciliengärten und die Umgebung der Rubensstraße bis hin zum Auguste-Viktoria-Krankenhaus (AVK) an der Thorwaldsenstraße. Ursache hierfür ist die Tatsache, dass früher im Berliner Bereich die postalische Einteilung oft nicht den kommunalen Grenzen folgte. Die Gegend um den S-Bahnhof Friedenau und die Rubenstraße besaß bis zur Einführung der Postleitzahlen im Jahre 1962 Postadressen mit der Ortsbezeichnung „Berlin-Friedenau“, obwohl dieser Bereich verwaltungstechnisch nie zum Ortsteil Friedenau gehörte. Auch später – zwischen 1962 und 1993 – besaß diese Gegend dieselbe postalische Ortsbezeichnung wie das eigentliche Friedenau („1000 Berlin 41“).

Stadtbild

Geprägt durch die Struktur der Carstenn-Figur ist die Anordnung der einzelnen Plätze in Friedenau sowie die planmäßige Anlage des Straßensystems gut erkennbar. Der Zugang zu den Friedenauer Grundstücken ist über 64 Straßen und diverse Plätze möglich wobei in der Aufzählung eine ungewidmete Privatstraße enthalten ist. Die detaillierte Aufstellung und die historischen Bezüge hierzu sind in der Liste der Straßen und Plätze in Berlin-Friedenau dargestellt. Einige Umbenennungen der Friedenauer Straßennamen erfolgten unter anderem nach Flüssen in Elsaß-Lothringen, die dem Grundgedanken zur Namensgebung von Friedenau zur Erinnerung an den in dem Jahre seiner Gründung (1871) geschlossenen Frankfurter Frieden Ausdruck verleihen sollten.

Die Vielzahl der Gebäude in Friedenau stammen aus den Gründerjahren zu Anfang des 20. Jahrhunderts. Damit hat der Ortsteil einen fast durchweg einheitlichen Baubestand. 185 Objekte stehen unter Denkmalschutz (Stand: 2005) und verleihen dem Ortsteil ein entsprechendes Flair. Friedenau blieb im Zweiten Weltkrieg nicht von Bombardements der Alliierten verschont, die an verschiedenen Stellen Lücken in das Stadtbild rissen. Diese sind mittlerweile fast vollständig durch Neubauten gefüllt worden, wobei allerdings auch noch vereinzelt Baulücken zu finden sind. Die Neubauten stellen sich – im ansonsten sehr homogenen Stadtbild – teilweise als Fremdkörper dar, weil beim Wiederaufbau nach dem Krieg auf denkmalpflegerische Aspekte wenig Rücksicht genommen wurde.

Geschichte

Anders als viele der Außenbezirke Berlins geht Friedenau nicht auf einen historischen Dorfkern zurück, sondern wurde in Wilhelminischer Zeit neu gegründet. Der am 9. Juli 1871 ins Leben gerufene Landerwerb- und Bauverein auf Actien erwarb zwischen 1871 und 1875 insgesamt 550 Morgen Land des Ritterguts Deutsch-Wilmersdorf, um dort einen Villenvorort zu gründen. Den Namen, der auf das Ende des Deutsch-Französischen Krieges im Jahr 1871 hinweist, gab ihm Hedwig Hähnel, die Frau des Baumeisters Hermann Hähnel. Das Gelände wurde nach einem festen Siedlungsplan parzelliert. Bereits im gleichen Jahr entstand in der ehemaligen Ringstraße 3–5 (heute Dickhardtstraße) das erste Gebäude als Keimzelle des Ortes. Im Jahr 1874 wurde der Bebauungsplan amtlich anerkannt und Friedenau zur selbstständigen Landgemeinde des damaligen Landkreises Teltow erhoben. 1875 hatte Friedenau 1104 Einwohner in 258 Haushalten. Im Jahr 1912 waren es bereits rund 43.000 Menschen, die sich hier niedergelassen hatten.

Planung und Umsetzung

Ursprünglich ist Friedenau von dem Hamburger Kaufmann und Großgrundbesitzer Johann Anton Wilhelm von Carstenn als Villenvorort englischen Stils konzipiert worden. Er erwarb 1865 das Gebiet und die Planer nutzten die Situation, um eine Landhauskolonie am Reißbrett zu entwerfen, was sich an dem symmetrisch gestalteten Straßennetz gut erkennen lässt. Städtebauliches Merkmal Friedenaus ist die nach dem Planer benannte „Carstenn-Figur“ mit einem U-förmig verlaufenden Straßenzug (Stubenrauch- und Handjerystraße) und der Bundesallee (früher Kaiserallee) im Zentrum. Diese Struktur wird von vier Plätzen eingefangen: dem heutigen Perelsplatz (ehemals Berliner Platz und später Maybachplatz), dem heutigen Renée-Sintenis-Platz (früher Wilmersdorfer Platz), dem Schillerplatz (bis 1905 Schmargendorfer Platz) und dem ehemaligen Hamburger Platz, heute Teil des Friedhofs an der Stubenrauchstraße. Die ursprünglich erste Carstenn-Figur aus dem Jahr 1870 bildet die Stadtstruktur der Bundesallee in ihrem nördlichen Bereich im Ortsteil Wilmersdorf des heutigen Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf mit den Eckpunkten Fasanen-, Nürnberger, Prager und Nikolsburger Platz.

Friedenau-typisches Haus aus der Gründerzeit an der Kaisereiche

Die geografische Nähe zur Stammbahn, der heutigen Wannseebahn, und die Einbeziehung der alten Reichsstraße 1, die das Berliner Stadtschloss mit Potsdam verband, stellte ein ideales Terrain für die Gründung der Landgemeinde Friedenau dar. Gleichzeitig wurde durch die heutige Bundesallee eine weitere wichtige Verkehrsverbindung in die – seinerzeit sehr wohlhabende – City-West rund um den Kurfürstendamm hergestellt.

Der Bebauungsplan von Johannes Otzen aus der Zeit nach Gründung des Landerwerb- und Bauvereins (um 1871/1872) sah vor, dass sich die Grundbesitzer dazu verpflichten mussten, keine Mietshäuser, sondern nur Stadtvillen zu errichten. Einige der aus der Gründungszeit stammenden Landhäuser und Villen sind noch heute in der Nied-, Albe- und Handjerystraße zu sehen. Es handelt sich hierbei um bescheidene, meist einstöckige Häuser mit Keller und ausgebautem Dachgeschoss sowie einem sehr kleinen Garten. Seinerzeit stritten sich die Bauherren darum, ob die Häuser verputzt oder als Ziegelrohbau errichtet werden sollten. Der Volksmund sprach von den „Rohbauern“, die die Ziegelbauweise bevorzugten, im Gegensatz zu den „Putzbauern“, die – insbesondere im Bereich westlich der Kaisereiche – ihre Häuser in Putz ausführen ließen.

Aufgrund des Wohnraummangels in Berlin wurde 1887 eine neue Bauordnung erlassen. Viele Villen wurden abgerissen und stattdessen Mietshäuser errichtet. 1892 folgte eine weitere Bauordnung, die für den alten Teil Friedenaus die Höhe der Gebäude auf vier Geschosse (einschließlich Erdgeschoss) beschränkte. Hierbei ist zu erwähnen, dass der Bauunternehmer Georg Haberland im nördlichen Teil Friedenaus großen Einfluss auf die Planung der damals noch freien Flächen hatte: Als weitsichtiger Terrainentwickler plante er den Südwestkorso und die Errichtung des „Wagnerviertels“, bei dem der damalige Sportpark Friedenau mit seiner Radrennbahn weichen musste.

Die junge Landgemeinde wurde durch ein lebendiges Vereinsleben zusammen gehalten. Neben der Friedenauer Liedertafel, dem Haus- und Grundbesitzerverein sowie der Friedenauer Schützengilde trafen sich unter anderem der Friedenauer Lehrerverein, die Vereinigung selbständiger Schneidermeister und der Kegelverein Glatte Bahn regelmäßig. Im Jahr 1886 wurde ein Männer-Turnverein gegründet, der noch heute als Friedenauer TSC 1886 e. V. existiert. Der damals sehr beliebte Radsport wurde auf der Zementbahn des Sportparks Friedenau betrieben, die eigens für den im Jahr 1891 gegründeten Friedenauer Radfahrer-Verein erbaut wurde. Die Gewinner der Rennen erhielten das Goldene Rad von Friedenau in Form einer Medaille. Einer der ersten Stummfilme wurde 1904 unter dem Titel Auf der Radrennbahn in Friedenau gedreht, was für den Bekanntheitsgrad der Rennbahn sprach.

Das Zwanzigste Jahrhundert

In der Zeit nach der Jahrhundertwende wuchs die Bevölkerung der Gemeinde an und der westliche Teil Friedenaus wurde bebaut. Die Friedenauer Grundstücke wurden im Wesentlichen bis 1910, vereinzelt bis 1914 nahezu vollständig bebaut. Dabei wurden für die damalige Zeit gut ausgestattete Mietshäuser mit Vorgärten, Personenaufzügen und großen Wohnungen errichtet. Die aus anderen Teilen des heutigen Berlin bekannten Mietskasernen mit mehreren Hinterhöfen sind in Friedenau nicht zu finden.

Gedenktafel für die Comedian Harmonists in der Stubenrauchstraße 47
Tafel in der Handjerystraße 2 zur Erinnerung an einen Flugzeugabsturz während der Berliner Blockade

Typisch für die großzügigen Sechs-Zimmer-Wohnungen aus dieser Zeit ist das Berliner Zimmer, ein Durchgangszimmer mit relativ schmalem Fenster, das die Räume im Vorderhaus mit den Räumen in den Seitenflügeln verbindet. Weitere Merkmale dieser Wohnungen waren die Dienstmädchenkammer, ein eigener Dienstbotenaufgang vom Hof zur Küche und eine Zimmerrufanlage. Mit dieser Klingelanlage konnte das Dienstmädchen in jeden Raum gerufen werden; ein Signalklappenkasten war im vorderen Flur angebracht.

Friedenau erlebte in dieser Zeit einen Aufschwung und es entstanden zahlreiche Bauten des öffentlichen Lebens, unter anderem das zwischen 1913 und 1916 erbaute Rathaus Friedenau und das ehemalige Friedenauer Gymnasium. Hervorzuheben ist der in dieser Zeit seit 1906 als Gemeindebaurat tätige Architekt Hans Altmann (1871–1965). Unter seiner Planung entstand eine Vielzahl von öffentlichen Gebäuden in der damaligen Landgemeinde, darunter neben dem Friedenauer Rathaus das Reform-Realgymnasium (die heutige Rheingau-Oberschule), das Königin-Luise-Mädchenlyzeum (heute Paul-Natorp-Oberschule) sowie die Ruppin-Grundschule und die Bobertal-Oberschule. Diese mit verklärtem Figurenschmuck versehenen „Trutzburgen der Bildung“ trafen die bürgerlichen Vorstellungen der Friedenauer Bevölkerung.

1920 wurde die Landgemeinde Friedenau mit der – seinerzeit noch selbstständigen – Stadt Schöneberg als damals elfter Bezirk in das neu entstandene Groß-Berlin eingemeindet.

Zur Jahreswende 1927/1928 wurde das Vokalensemble Comedian Harmonists in der Stubenrauchstraße 47 gegründet. Die sechsköpfige Gesangsgruppe war international bekannt bis sie sich 1935 – politisch bedingt – auflösen musste.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Friedenau vom 29. April bis zum 30. Juni 1945 unter sowjetischer Besatzung und für diese kurze Zeit der eigenständige 21. Berliner Bezirk mit dem parteilosen Rechtsanwalt Georg von Broich-Oppert als Bezirksbürgermeister. Nach der Aufteilung der Berliner Bezirke unter den alliierten Siegermächten gehörte Friedenau als Teil des Bezirks Schöneberg zum amerikanischen Sektor. Enttrümmerung und Wiederaufbau setzten ein, wobei Friedenau im Vergleich mit den Bereichen in der Innenstadt relativ geringe Kriegsschäden aufwies.

In der Handjerystraße 2 stürzte während der Berliner Luftbrücke, die anlässlich der Blockade Berlins 1948/1949 eingerichtet wurde, am 25. Juli 1948 ein „Rosinenbomber“ ab und beschädigte das Gebäude schwer. Das Dach des gegenüberliegenden Friedenauer Gymnasiums wurde dabei ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Eine Gedenktafel am Haus Handjerystraße 2 erinnert an die beiden US-Piloten, die damals ums Leben kamen.

Die Beschaulichkeit, die Friedenau zunächst noch hatte, endete in den 1960er-Jahren mit der Umgestaltung der Bundesallee im Zusammenhang mit dem damit einhergehenden Bau der U-Bahn in Richtung Steglitz. Friedenau wurde damit entlang der Bundesallee gewissermaßen in zwei Hälften zerschnitten. Durch den schnellstraßenähnlichen Ausbau der Bundesallee (Straßentunnel an der Berliner Straße und am Bundesplatz, zugehörige Tunnelrampen und zusätzliche Fahrstreifen) nahm die Verkehrsbelastung auf dieser Nord-Süd-Achse stetig zu, gleichzeitig wuchs die Trennwirkung im Hinblick auf die benachbarten Wohnquartiere.

In der Hauptstraße 78 wurde in der Nacht vom 5. auf den 6. April 1986 auf die Diskothek La Belle ein Bombenanschlag verübt, bei dem zwei US-Soldaten und eine Türkin starben sowie zahlreiche Verletzte zu beklagen waren. Der Anschlag erregte weltweites Aufsehen. Als Auftraggeber des Attentats wurde später aufgrund umstrittener Indizien die Regierung Libyens identifiziert.

Friedenau heute

Die heutige Straßenstruktur Friedenaus

Der gesamte Ortsteil übt wegen der ruhigen Nebenstraßen und der zum Verweilen einladenden Plätze noch immer den Reiz eines etwas anderen Stadtquartiers aus, was sich in der Struktur der Bewohner niederschlug: Studenten, Akademiker, Künstler und junge Familien suchten die Ruhe, verbunden mit dem Umfeld der Großstadt. Auch heute noch zeigen sich diese Annehmlichkeiten in der guten Durchmischung der Altersstruktur Friedenaus. Die Menschen identifizieren sich stark mit ihrem Ortsteil und beteiligen sich intensiv an örtlich aktuellen Themen. So traten die Anwohner der mehrfach aufgeworfenen Diskussion, ob die historischen Gaslaternen in den Seitenstraßen durch modernere (elektrisch betriebene) Straßenlaternen ersetzt werden können, entschieden entgegen.

Die Mischung von einfachen Landhäusern und mehrstöckigen Mietshäusern prägt das Stadtbild Friedenaus noch heute nachhaltig. Mitte der 1980er-Jahre wurde der Ortsteil deshalb zum Erhaltungsgebiet erklärt. Hierzu zählen die typischen Vorgärten, die noch oft von den ursprünglichen schmiedeeisernen Gittern eingefriedet sind. Für Friedenau gilt neben der genannten Erhaltungsverordnung das Berliner Denkmalschutzgesetz vom 24. April 1994.

Seit der Bezirksreform von 2001 ist Friedenau einer von sechs Ortsteilen des neuen zusammengelegten siebten Berliner Verwaltungsbezirks Tempelhof-Schöneberg. Die offizielle Ortsteil-Nummer innerhalb der Berliner Verwaltung lautet 0702.

Kultur

Literarisches

Friedenaus „Literaturmeile“ ist die knapp 500 Meter lange Niedstraße, die zwischen Friedrich-Wilhelm- und Breslauer Platz liegt. Hier wohnten und wirkten unter anderem der Schriftsteller, Drehbuchautor und Kabarettist Erich Kästner, der zeitweilig eine Zweitwohnung im Büro seiner Sekretärin Elfriede Mechnig in der Niedstraße 5 hatte, der Schriftsteller und Philologe Max Halbe (Nr. 10), der Literaturnobelpreisträger von 1999 Günter Grass (1963 bis 1996 im kleinen Landhaus Nr. 13), der Schriftsteller Uwe Johnson (bis 1968 in Nr. 14), der expressionistische Künstler Karl Schmidt-Rottluff (in den 1920er-Jahren ebenfalls in Nr. 14) und der Schriftsteller und Dramaturg Günther Weisenborn (in Nr. 25). Die Kommune I um Fritz Teufel, Dieter Kunzelmann, Rainer Langhans und anderen entstand am 1. Januar 1967 durch die Besetzung der Wohnung des Schriftstellers Uwe Johnson in der Niedstraße 14. Sie war die erste politisch motivierte Wohngemeinschaft in Deutschland.

Das literarische Interesse der Friedenauer Bevölkerung spiegelt sich auch in den benachbarten Buchhandlungen und Antiquariaten wider: Die Nicolaische Buchhandlung hat sich seit 1929 in der Rheinstraße 65 als renommierte und traditionsreiche Institution etabliert. Kurze Zeit später wurde vom Enkel des russischen Buchhändlers Moritz Wolff im Jahr 1931 Wolff's Bücherei in der Bundesallee 133 gegründet, die heute von Moritz Wolffs Urenkelin Katharina Wagenbach-Wolff geleitet wird. Dort befand sich auch ab 1963 die Friedenauer Presse. Der seinerzeitige Gründer Andreas Wolff baute ab 1948 mit Peter Suhrkamp den Suhrkamp Verlag auf. Als dritter Friedenauer Spiegel des literarischen Schaffens existiert seit der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg die Buchhandlung Thaer in der Bundesallee 77. Erwähnenswert ist auch die – gerade bei den jüngeren Lesern wegen der vielen Kinderbücher und regelmäßigen Veranstaltungen beliebte – deutsch-englischsprachige Kinderbuchhandlung Storytime Books & Café in der Schmargendorfer Straße 36/37.

Kinos und Theater

Von den ehemals zahlreichen Kinos, die es bis in die 1970er-Jahre in Friedenau noch gab, sind nur noch das Cosima am Varziner Platz (Sieglindestraße 10) und das Cinema Bundesallee (Bundesallee 111) übrig geblieben. In das ehemalige Lichtspieltheater Roxy-Palast in der Hauptstraße 78–79 mit seinerzeit 1106 Plätzen zog Ende der 1970er-Jahre die Diskothek La Belle ein, auf die 1986 ein Bombenanschlag verübt wurde.

Aus dem früheren Korso-Kino am Südwestkorso 64 Ecke Taunusstraße hat sich mit seinen 99 Plätzen das Kleine Theater als kulturelle Institution seit 1973 etabliert. Hier wurde unter anderem über viele Jahre hinweg die musikalische Revue „Das Küssen macht so gut wie kein Geräusch“ mit sehr großem Erfolg gegeben. Darüber hinaus befanden sich in Friedenau noch die Kinos Baby-Lichtspiele (Stubenrauchstraße 21), Hohenzollern-Lichtspiele (Rheinstraße 21), Kronen-Lichtspiele (Rheinstraße 65) sowie die Rheinschloß-Lichtspiele (Rheinstraße 60 )

Wirtschaft

Zu Gründungszeiten ließen sich entlang der Grenze zu Steglitz an der Bornstraße und den benachbarten Nebenstraßen insgesamt 27 Fuhrunternehmen und Speditionen nieder. Hierunter fanden sich ganz große Unternehmen wie das Bahnamtliche Rollfuhrunternehmen für Wilmersdorf-Friedenau, die Friedenauer Gepäckfahrt Kopania & Co. oder das Fuhrgeschäft der Witwe Pählchen. Das wirtschaftliche Umfeld dieser Zeit stellte sich auch durch den zwischen den S-Bahnhöfen Innsbrucker Platz und Bundesplatz gelegenen Güterbahnhof Berlin-Wilmersdorf dar, der wegen der Inbetriebnahme des in den 1970er-Jahren neu eröffneten Containerbahnhofs in der Moabiter Heidestraße aufgegeben wurde. Nach Inbetriebnahme des Güterverkehrszentrums (GVZ) Großbeeren wurde auch dieser Containerbahnhof stillgelegt.

Traditionsunternehmen

Die ursprüngliche Konzeption Friedenaus war schwerpunktmäßig auf das Wohnen in diesem Ortsteil ausgerichtet. Durch die schnelle und gute Anbindung des Schienenverkehrs Ende des 19. Jahrhunderts entstanden kleine und mittlere Industriebetriebe, insbesondere im Bereich der Rheinstraße und der Bundesallee. Schwerpunkte der Industrialisierung Friedenaus waren die Bereiche Optik und Feinmechanik. Hierbei wurden die folgenden Traditionsunternehmen gegründet, von denen einige noch heute ihren angestammten Sitz in Friedenau behalten haben (chronologische Aufführung nach Gründung):

Die Firma Xaver Kirchhoff baute ab 1872 auf dem Gelände des heutigen Rathauses Friedenau Fahnenstangen und Blitzableiter (unter anderem 1894 für das Reichstagsgebäude). Das Unternehmen ist noch heute in Tempelhof ansässig.

Die Optische Werkstätte Paul Wächter erlangte ebenfalls ab 1872 in der Albestraße 21 und der Niedstraße 19 durch die Spezialisierung auf Mikroskope einen weltweiten Ruf.

Die Schraubstollenfabrik der Gebrüder Dähne belieferte ab 1873 von der Ringstraße 51 (der heutigen Dickhardtstraße) aus das Militär und deckte damit den Bedarf zur Beschlagung der Militärpferde des preußischen Heeres.

Der Uhrmacher und Juwelier Hans Lorenz gründete 1874 in der Rheinstraße 59 sein inzwischen traditionsreiches und stadtbekanntes Geschäft, das mittlerweile in der fünften Generation betrieben wird. Im Zweiten Weltkrieg überstand dort eine patentierte und prämierte Präzisionsuhr aus den 1920er-Jahren die Bombenangriffe im Luftschutzkeller. Wegen der enormen Ganggenauigkeit der Uhr wurde 1946 eine Direktleitung zwischen der Rheinstraße und dem in der Kufsteiner Straße in Schöneberg ansässigen Sender RIAS verlegt, um die Zeitansage für die Sendungen – insbesondere den Beginn der Nachrichten – zu steuern. In das Juweliergeschäft ist mittlerweile das Berliner Uhrenmuseum integriert. Diese öffentlich zugängliche Privatsammlung bietet einen Überblick zur Geschichte der Zeitmessung.

Loewe-Opta legte 1882 in der Niedstraße 5 durch die Entwicklung von Rundfunk-Frequenzen den Grundstein für die Entwicklung des späteren Volksempfängers.

Die Schriftdruckerei, Buchbinderei und Prägerei Kistenmacher, Schulz & Co. spezialisierte sich 1884 in der heutigen Wilhelm-Hauff-Straße 2 auf die Herstellung der „Friedenauer Seidenkarten“, die Weltruf genossen und in allen gängigen Sprachen geliefert wurden.

Die Optische Anstalt C.P. Goerz (später Zeiss-Ikon) befand sich seit 1886 in der Rheinstraße 45–46. Dieser weitläufige Gewerbehof wurde in mehreren Bauabschnitten zwischen 1897 und 1916 von den Architekten Paul Egeling, Waldemar Wendt, Emil Schmidt, Albert Paeseler und P. Mitnacht errichtet. Der Gewerbehof ist gut von der auf der Rückseite verlaufenden Holsteinischen Straße zu besichtigen, da von der Rheinstraße kein Gesamteindruck der Anlage zu bekommen ist. Vom Eingang Rheinstraße aus ist im zweiten großen Hof ein als Denkmal aufgestelltes großes Umlenkrad, das von einem Lastenaufzug stammt, zu sehen. Oben auf einem Gebäude im hinteren Teil des Gewerbehofes befindet sich eine große mit Stahlblech verkleidete und überdachte Bühne, die den Goerz-Werken gedient haben muss. Heute sind auf dem Grundstück mehrere Gewerbebetriebe und Büros tätig.

Der Mechaniker Paul Stückrath versorgte ab 1887 aus der Albestraße 11 seine Klientel mit Präzisionswaagen, darunter deutsche Bankhäuser mit automatischen Münzwaagen und Seismologen mit Geräten für die Erdbebenmessung.

Carl Bambergs Werkstätten für Präzisions-Mechanik und Optik wurden 1888 in der Bundesallee 86–88 (ehemals Kaiserallee 39) gegründet und nach dem Tod Bambergs 1892 von seiner Frau Emma weitergeführt. Die Firma baute erfolgreich Geräte der Wärmetechnik und fusionierte 1921 mit der Centralwerkstatt Dessau, in der heutigen Bundesallee einem Tochterunternehmen der Deutschen Continental Gasgesellschaft unter dem Namen Askania-Aktiengesellschaft. In der Stubenrauchstraße 72 ist noch heute das gut erhaltene Haus des ehemaligen Bamberg'schen Labors zu sehen. Das Unternehmen wurde in den 1960er-Jahren aufgelöst und im Jahr 2006 in der Roennebergstraße 3a (unweit des ehemaligen Stammhauses) als Askania AG neu gegründet. Es ist derzeit die einzige Uhrenmanufaktur in Berlin, in der hochwertige mechanische Armbanduhren nach klassischen Vorbildern gefertigt werden. Das Grundstück Bundesallee 86–88, ursprünglich von den Askania-Werken ausgebaut, ist wie sein Pendant, die Goerz'schen-Höfe in der Rheinstraße 45–46, ein großer Gewerbehof. Die Gebäude sind als Stahlbetonkonstruktion mit außen liegendem Vollmauerwerk und einer Stahlbetonstützenreihe in der Gebäudemitte ausgeführt. Die Straßenfront aus dem Jahr 1918 ziert eine aufwändig gestaltete Backsteinfassade mit expressionistischen Elementen, die vor einigen Jahren nach Vorgaben des Denkmalschutzes saniert wurde. Dabei wurde über dem Haupteingang der Schriftzug Askania Höfe angebracht. Auf dem Grundstück waren in den vergangenen Jahrzehnten die unterschiedlichsten Gewerbe ansässig, so z. B. während des Zweiten Weltkriegs eine Gasgeräteproduktion. Heute sind unter dieser Adresse mehrere Gewerbebetriebe, ein Dentallabor, ein Bauingenieurbüro und ein großes Softwareunternehmen tätig. Im Erdgeschoss befand sich lange Zeit ein stadtbekanntes Spezialgeschäft für Outdoorzubehör, heute hat dort ein großer Biosupermarkt einen relativ starken Zulauf.

Die Bildgießerei Hermann Noack besteht seit 1899 in der Fehlerstraße 8 (Hofeingang in der Varziner Straße 18). Hier entstanden unter anderem Werke von Käthe Kollwitz, Henry Moore, Georg Kolbe, Renée Sintenis und Ernst Barlach. Aus der inzwischen in der vierten Generation geführten Werkstatt stammen auch die Silbernen und Goldenen Bären (Preise der Berlinale) und deren großes Vorbild, die Bronzestatue am ehemaligen Grenzkontrollpunkt Dreilinden auf dem Mittelstreifen der A 115 sowie die Vergoldung der Viktoria mit Lorbeerkranz auf der Siegessäule, umgangssprachlich Goldelse genannt. 1958 wurde in der Werkstatt auch der zweirädrige Streitwagen mit vier Zugpferden auf dem Brandenburger Tor, die Quadriga, restauriert und nach ihrer zeitweiligen Demontage wieder auf den angestammten Platz nach – damals noch – Ost-Berlin gebracht.

Weitere Gewerbetreibende

In dem ab 1894 mehrmals wöchentlich erschienenen Friedenauer Lokal-Anzeiger wurde regelmäßig u. a. über Friedenauer Erfinder berichtet. Gleichzeitig diente das Blatt der Druckerei Leo Schulz aus der Rheinstraße 15 als Nachrichtenbörse für Werbe- und Familienanzeigen.

Rund um die Hauptverkehrsachsen der Bundesallee, der Rhein- und Hauptstraße sowie dem Südwestkorso entstand eine gesunde Infrastruktur von Gewerbetreibenden, die dem Ortsteil eine gewisse Anziehungskraft verlieh. Hierzu zählt der Wochenmarkt auf dem Breslauer Platz, der seit 1881 noch immer regelmäßig stattfindet. Die Attraktivität Friedenaus spiegelt sich nicht zuletzt in der Liste der prominenten Anwohner wider.

Friedenau besaß einige Kaufhäuser, von denen das letzte im Jahr 2005 geschlossen wurde (Kaufhaus Hertie in der Bundesallee/Bornstraße, vormals hieß es Kaufhaus Held). Auf dem Gelände des ehemaligen Kaufhauses befindet sich als neues Einkaufszentrum seit 2007 das Schloss-Straßen-Center. Ein weiteres Kaufhaus befand sich in der Hauptstraße 78–79 im ehemaligen Roxy-Palast, einem Gebäude aus dem Jahr 1929, das als Hauptwerk der Neuen Sachlichkeit des Architekten Martin Punitzer gilt. Weiterhin befand sich in der Rheinstraße 30 das Kaufhaus Kepa. Darüber hinaus hatte das Konfektionsgeschäft Ebbinghaus sein Stammhaus in der Lauter- Ecke Niedstraße am heutigen Breslauer Platz, bis es im Jahr 1962 in das damals neu errichtete Gebäude am Walther-Schreiber-Platz umzog.

Bevölkerung

Struktur

Die Gesamteinwohnerzahl Friedenaus (26.529 am 31. Dezember 2006) setzt sich aus folgenden Altergruppen zusammen:

   Altersgruppen    Einwohnerzahl am 31. Dezember 2006
bis 18 Jahre
4.007   =   15,1 %
18 bis 35 Jahre
4.953   =   18,7 %
35 bis 50 Jahre
7.576   =   28,6 %
50 bis 65 Jahre
6.291   =   23,7 %
über 65 Jahre
3.702   =   13,9 %

Damit hat der Ortsteil eine relativ gute Durchmischung aller Altersgruppen mit dem Schwerpunkt auf die Gruppe der 35- bis 50-Jährigen.

Prominente Anwohner

Friedenau hat immer wieder Künstler, Literaten, Wissenschaftler und Politiker angezogen. Zu den bekanntesten Anwohnern gehörten:

In Friedenau liegen auf dem III. Städtischen Friedhof Berlin-Schöneberg (Friedhof an der Stubenrauchstraße, ehemals Friedenauer Friedhof) zahlreiche Persönlichkeiten begraben, unter anderem

Verkehr

Durch die relativ zentrale Lage des Ortsteils (bis zum Brandenburger Tor sind es rund sechs Kilometer) ergeben sich gute Verkehrsanbindungen, sowohl in die innerstädtischen Bereiche als auch in die südwestlich gelegenen Außenbezirke und Vororte Berlins.

Schienenverkehr

Die S-Bahnzüge der Wannseebahn machen bereits seit 1874 Halt in der Nähe Friedenaus am – in Schöneberg gelegenen – Bahnhof Berlin-Friedenau. Ebenso halten an der nördlichen Ortsgrenze Züge der Ringbahn am Bundesplatz (von 1938 bis 1993 hieß dieser Bahnhof Berlin-Wilmersdorf, vor 1938 Berlin-Wilmersdorf-Friedenau). Dieser Bahnhof liegt im Ortsteil Wilmersdorf.

In Friedenau selbst liegt nur der S-Bahnhof der Ringbahn Innsbrucker Platz (S-Bahnlinien S41, S42 und S46). Dieser Bahnhof wurde 1933 an die bereits im Jahr 1910 eröffnete U-Bahn-Linie 4 angeschlossen.

Ebenso liegen in Friedenau die 1971 in Betrieb genommenen U-Bahnhöfe der Linie U9 Friedrich-Wilhelm-Platz und Walther-Schreiber-Platz. Der U-Bahnhof Bundesplatz liegt unmittelbar nördlich der Friedenauer Gemarkungsgrenze im Ortsteil Wilmersdorf.

Im Verlauf der Hauptstraße unter dem Autobahntunnel des Innsbrucker Platzes befindet sich ein in der sogenannten 200-km-Planung aus dem Jahr 1977 vorgesehener Bahnhofsrohbau für die ursprünglich projektierte U-Bahnlinie U10 (alte Bezeichnung Linie F). Näheres hierzu unter Geschichte der Berliner U-Bahn.

Individualverkehr

Friedenau ist mit einem fast symmetrischen Straßennetz durchzogen, bei dem der sich in U-Form um 180° verlaufende Straßenzug der Stubenrauch- und Handjerystraße eine verbindende Rolle zu den benachbarten Straßen spielt. Darüber hinaus sind die folgenden Hauptverkehrsachsen bedeutsam:

Die Bundesallee als wichtige Berliner Nord-Süd-Verbindung verläuft in Verlängerung der Jochimstaler Straße aus Wilmersdorf kommend und am Bundesplatz den Ortsteil Friedenau erreichend, bis zum Walther-Schreiber-Platz und teilt Friedenau als Symmetrieachse in eine Ost- und eine Westhälfte. Am Friedrich-Wilhelm-Platz wird der Hauptverkehrsstrom der Bundesallee südöstlich über die Schmiljan- und Saarstraße in Richtung Stadtautobahn A 103 zur Friedenauer Brücke (Anschlussstelle 3 – Saarstraße) beziehungsweise weiter über die Thorwaldsenstraße in die südlichen Bezirke Berlins geleitet.

Quer durch das südöstliche Friedenau verläuft die Hauptstraße vom Innsbrucker Platz bis zum Breslauer Platz, die vom Breslauer Platz bis zum Walther-Schreiber-Platz dann Rheinstraße heißt. Dieser Straßenzug bildet das geschäftliche Zentrum des Ortsteils mit zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten und einer gut entwickelten Infrastruktur. Ursprünglich verlief hier die alte Reichsstraße 1, die später die Bundesstraße 1 wurde. Zwischenzeitlich wurde die B 1 auf die rund 400 Meter entfernt parallel verlaufende Westtangente verschwenkt, um Friedenau und Steglitz vom Durchgangsverkehr zu entlasten.

Der Südwestkorso stellt im Nordwesten Friedenaus das ruhigere Pendant zur geschäftigen Haupt- und Rheinstraße dar und beginnt an der Bundesallee in Höhe der Varziner Straße. An der Kreuzung zur Laubacher- Ecke Wiesbadener Straße wechselt er von Friedenau nach Wilmersdorf in Richtung Dahlem. Mitte der 1980er-Jahre wurden als Modellversuch auf dem Südwestkorso im Zuge der Veloroute K die ersten Fahrradstreifen Berlins angelegt. Diese haben sich mittlerweile bewährt und sind noch heute vorhanden.

Öffentliche Institutionen

Kirchen und Glaubensgemeinschaften

Schulen in Friedenau

Grundschulen

Weiterführende Schulen

Botschaftsgebäude

Sonstiges

Um 1880 entstand die „Friedenauer Nationalhymne“, die seinerzeit gern gesungen wurde, heute allerdings kaum noch bekannt ist:

„Komm' mit nach Friedenau, da ist der Himmel blau,
da tanzt der Ziegenbock mit seiner Frau Galopp,
da lacht der lieben Kuh der Ochs' so freundlich zu.
Komm' mit nach Friedenau, da ist der Himmel blau. “

Verfasser und Komponist unbekannt


Carl Breer schrieb im Jahr 1924 eine kleine Friedenauer Ode unter dem Titel Kinder, war'n das Zeiten!:

„Am Sonntag ging's nach Friedenau,
da war der Himmel immer blau,
ganz langsam mit der Töff-Dampfbahn
kam man in gut zwei Stunden an.
Dann schrieb man Ansichtskarten
in einem Kaffeegarten.

Mein Friedenau, wie war's doch schön,
als du noch ledig und – alleen',
seit du mit Schöneberg getraut,
bist du schon etwas – abgebaut! “

Carl Breer (Auszug)

Siehe auch

Literatur

 Commons: Berlin-Friedenau – Bilder, Videos und Audiodateien


Dieser Artikel wurde in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.