Oscar
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Oscar

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen werden unter Oscar (Begriffsklärung) aufgeführt.

Der Oscar (eigentlich Academy Award of Merit) ist ein Filmpreis. Er wird jährlich von der US-amerikanischen Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS) für die besten Filme des Vorjahres verliehen, ist aber wegen der Zulassungsprozedur bis auf wenige Ausnahmen auf die US-Produktion beschränkt. Die 80. Oscarverleihung für das Filmjahr 2007 fand am 24. Februar 2008 statt.

Inhaltsverzeichnis

Überblick

Die Auszeichnung wurde am 12. Februar 1929 vom damaligen Präsidenten der MGM Studios, Louis B. Mayer, ins Leben gerufen, fast neun Jahre nach der Verleihung des Photoplay Awards, der als erster Filmpreis der Welt gilt. Der Oscar wird jährlich in einer gemeinsamen Zeremonie in derzeit über 30 verschiedenen Kategorien in Form jeweils einer Statuette vergeben, die einen Ritter mit einem Schwert auf einer Filmrolle darstellt.

In die Auswahl zur Verleihung eines oder auch mehrerer Oscars kommen hauptsächlich amerikanische Spielfilme. In jeweils eigenen Kategorien werden Kurz-, Dokumentar-, Animations- und ausländische Filme prämiert. Für die Qualifikation eines amerikanischen Spielfilms zur Auswahl gilt die Bedingung, dass er im Vorjahr der Verleihung mindestens sieben Tage lang in einem öffentlichen Kino im Gebiet von Los Angeles County – dem Heimatbezirk von Hollywood – gegen Entgelt gezeigt wurde.

Eine Oscar-Statuette ist 34,3 cm hoch, goldglänzend und etwa 3,85 kg schwer. Abgesehen von Ausnahmen zu Kriegszeiten besteht sie an der Oberfläche tatsächlich aus reinem Gold. Der Entwurf zu der Statuette stammt von dem damaligen Filmarchitekt (Art Director) der Metro-Goldwyn-Mayer (MGM), Cedric Gibbons.

Die Führung der preisverleihenden Akademie wurde im August 2005 neu gewählt. Der Filmproduzent Sid Ganis übernimmt danach den Vorsitz der Akademie von Frank Pierson und wird Präsident; zu Vizepräsidenten wurden der Oscar-Preisträger Tom Hanks und der Filmkomponist Arthur Hamilton gewählt.

Die 78. Oscarverleihung fand am 5. März 2006 im Kodak Theatre in Hollywood (Kalifornien) statt. Die Akademie verschob das ursprünglich geplante Datum um eine Woche, damit die Verleihung nicht mit den Olympischen Winterspielen in Turin konkurrieren musste.

Geschichte

Gegen Ende der 1920er Jahre befand sich die amerikanische Filmindustrie in einer Krise. Neue Erfindungen – zum Beispiel das Radio – führten dazu, dass nicht mehr so viele Menschen in die Kinos strömten. Für die Mächtigen in den großen Studios brachen schwierige Zeiten an: Die Bildung von Gewerkschaften auch in der Filmindustrie führte dazu, dass sie sich nicht weiterhin ungehindert selbst einen Rekordlohn zahlen und die Arbeiter in ihren Studios mit einem Hungerlohn abspeisen konnten. Im Rahmen von Demonstrationen wurden mehr Lohn und die Einführung geregelter Arbeitsverhältnisse gefordert. Zudem saßen den Studios die Zensoren im Nacken. Die selbsternannten Großen hatten es nicht mehr leicht.

Der Leiter der damals sehr erfolgreichen und sehr einflussreichen Metro-Goldwyn-Mayer-Studios, Louis B. Mayer, traf sich mit zwei guten Freunden, um sich mit diesem Problem auseinanderzusetzen. Zusammen mit Conrad Nagel und Fred Niblo ersann er ein Instrument, das die Kunst des Filmemachens verkörpern würde und eine zentrale Steuerung der Interessen der Filmschaffenden gewährleisten sollte: Eine Akademie schien diese Anforderungen zu erfüllen.

Am 11. Januar 1927 wurde ein Gala-Dinner veranstaltet, bei dem sich 33 einflussreiche und namhafte Filmgrößen trafen, um die „Academy of Motion Picture Arts and Sciences“ zu gründen. Unter ihnen befanden sich Berühmtheiten wie etwa Douglas Fairbanks, Mary Pickford, Cecil B. DeMille, die Warner Brothers und andere. Beim ersten offiziellen Bankett der Akademie am 11. Mai 1927, bei dem über 250 Filmschaffende anwesend waren, feierten sich die Gründer der Akademie als Förderer von Filmkunst und Technik. Und tatsächlich schien die Idee regen Anklang zu finden: Die über 250 geladenen Gäste ließen sich nicht lange bitten und wurden sofort Mitglieder der neuen Akademie.

Man gab der Akademie Statuten. Es sollte festgeschrieben stehen, um welche Aufgaben sich die Akademie zu kümmern hatte. Von einem Preis war da noch gar nicht die Rede. Von einer Ehrung für herausragende Leistungen nur in einem Nebensatz in Absatz 7.

Anfang 1928 entschloss man sich, diesen Punkt 7 zu verwirklichen. Wie die Ehrung aussehen sollte, war bis dahin noch niemandem klar. Bis zum Jahresende nahm der Preis allerdings langsam Formen an: Mit einem goldenen Ritter, der auf einer Filmrolle stand, sollten besondere Leistungen gewürdigt werden.

Am 16. Mai 1929 wurde der Akademiepreis zum ersten Mal vergeben. Interessiert hat das damals aber kaum jemanden: Zwölf Statuen wurden bei einem geschlossenen Dinner vergeben und die Gewinner waren schon eine Woche vorher einem Zeitungsinserat zu entnehmen. Die erste „Beste Schauspielerin“ der Akademie, Janet Gaynor, brachte es Jahre später auf den Punkt: „Über die Begegnung mit Douglas Fairbanks habe ich mich damals viel mehr gefreut als über den seltsamen Preis.“

Der deutsche Schauspieler Emil Jannings war der erste Schauspieler, der mit dem „Academy Award of Merit“ ausgezeichnet wurde, als bester Hauptdarsteller im Film Der Weg allen Fleisches (1927), Regie Victor Fleming (vom Film sind heute keine Kopien mehr auffindbar und auch von der Übergabe der Auszeichnung ist kein Filmmaterial mehr zu finden). Diese Auszeichnung galt gleichzeitig auch für seinen ein Jahr später gedrehten Film Der letzte Befehl (1928), Regie Josef von Sternberg. Der Preis wurde ihm 1929 vorzeitig übergeben, da Jannings auf dem Weg zurück nach Deutschland war. Mit dieser Auszeichnung ist Jannings auch der erste und bisher einzige deutsche Schauspieler, der ihn in dieser Kategorie gewann. Als bisher einziger Österreicher konnte in dieser Kategorie im Jahr 1961 Maximilian Schell für Das Urteil von Nürnberg gewinnen

Das Interesse an der familiären Preisverleihung stieg zwar ein wenig, als man sie 1930 zum ersten Mal im Radio übertrug. Doch noch immer war der Akademiepreis eine Fußnote in der amerikanischen Filmindustrie, bis sich die Akademie 1941 einen geschickten Werbetrick einfallen ließ: Ein Film ist nur halb so interessant, wenn man schon weiß, wie er endet. Warum also sollte man die Gewinner schon im voraus bekanntgeben? Seit 1941 werden die Namen der Preisträger in versiegelten Umschlägen gehütet wie ein Schatz. Niemand außer den Notaren der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Price Waterhouse (jetzt PricewaterhouseCoopers) weiß bis zur Öffnung der Umschläge, wer den Goldkerl mit nach Hause nehmen darf.

Die Rechnung ging auf. Das Interesse stieg kontinuierlich. Auch die Tatsache, dass nicht mehr nur eine Handvoll Erlesener die Gewinner bestimmte, wie es in den früheren Jahren der Akademie der Fall war, sondern dass alle Mitglieder ein Stimmrecht hatten, machte den Oscar immer bedeutender.

1953 sollte der Oscar einen weiteren Schritt hin zum Publikum machen: Zum ersten Mal wurde die Verleihung im Fernsehen übertragen. Das Fernsehen vermochte etwas, das das Medium Radio nicht konnte: Die Zuschauer konnten sich endlich selbst ein Bild machen. Über die Dankesreden der Preisträger hinaus vermittelten nun auch Filmausschnitte einen Eindruck von den prämierten Leistungen. Die Zeremonie war von einem familiären Festbankett zu einer zuschauerwirksamen Show geworden.

Geschichten, Skandale und Skandälchen verhalfen den Oscars zu immer mehr Popularität. Heute stimmen mehr als 5500 Mitglieder der Akademie in den einzelnen Kategorien ab; die Verleihung wird weltweit übertragen und jährlich von etwa 800 Millionen Menschen verfolgt. Einen Oscar zu gewinnen, bedeutet heute für einen Film Umsatzsteigerung und für die Preisträger Prestige und Honorarsteigerung.

Die Trophäe

Die Gründer der Academy of Motion Picture Arts and Sciences beauftragten Conrad Nagel mit dem Design des Filmpreises. Mit einem Budget von $ 500 machte sich Nagel über das Design und die Art des Preises Gedanken. Eine schlichte Urkunde wurde als zu wenig befunden. Die Idee kam auf, den Preis durch eine entsprechende Statue zu symbolisieren. Nagel beauftragte den Produktionsdesigner Cedric Gibbons mit dem Design der Oscarstatue. Er sollte dem Filmpreis eine würdige Form verleihen. Er realisierte die Vorstellungen mit dem berühmten, goldenen Schwertträger, der auf einer Filmrolle steht. Das reduzierte und fließende Design des Ritters führte zu seiner klassischen, zeitlosen Schönheit.

Der begehrte Filmpreis besteht aus einem massiven Nickel-Kupfer-Silber-Körper, der mit einer 24-karätigen, dünnen Goldhaut überzogen ist. Der massive Kern des Oscar sorgt zudem für das stattliche Gewicht von ca. 3,85 kg, bei einer Größe von 34,29 cm. Der Materialwert einer Statue beträgt ca. $ 300. Die Akademie lässt die Oscars seit 1983 bei der R. S. Owen Company in Chicago fertigen. In den Sockel der Statue werden erst nach der Verleihung die Namen des Preisträgers, die dazugehörige Oscar-Kategorie und der Titel des Films eingraviert. Die Replikate, die in Hollywood überall als Souvenir verkauft werden, sind meist aus Plastik und halten einen Lorbeerkranz in den Händen.

In den ersten Jahren der Verleihung wurde die Trophäe noch ausschließlich als Academy Award of Merit bezeichnet. Wer letztendlich der Pate für den Namen Oscar war, ist heute nicht mehr mit Bestimmtheit zu klären. Fest steht, dass der prägnantere neue Name schon im Jahr 1931 weitgehend verwendet wurde. Vier Personen werden immer wieder als Taufpate genannt. Erstens ist hier die ehemalige Bibliothekarin der Akademie, Margaret Herrick zu nennen. Sie soll beim Anblick der Statue gesagt haben: „Der sieht ja aus wie mein Onkel Oscar!“. In den Büchern der Akademie wird sie oft als offizielle Namensgeberin angeführt. Zweitens ist Bette Davis zu nennen, die immer wieder betont haben soll, dass die Statue sie an ihren ersten Mann Harmon "Oscar" Nelson erinnere. Als dritter im Bunde gilt der Filmkolumnist Sidney Skolsky, der felsenfest behauptete, der erste Namensgeber gewesen zu sein. Als viertes heißt es, es soll der Filmemacher Walter Disney gewesen sein. Als die Akademie nämlich fieberhaft im Geheimen einen Namen für die Trophäe gesucht hatte, hatte ein Mann vorgeschlagen, die Trophäe "Oscar" zu nennen. Walter Disney hatte dies mitbekommen und geglaubt, es sei nun der Name der Trophäe und bedankte sich dann bei einer Verleihung in den 50er Jahren für seinen "Oscar".

Austragungsorte

Im Laufe der Jahre wurden die Academy Awards in verschiedenen Örtlichkeiten vergeben:

Die 25. bis 29. Verleihung fanden nicht nur in Los Angeles, sondern auch in New York statt:

Kategorien

Die Akademie stellt für jede Oscarverleihung neue Regeln auf und behält sich die Einführung neuer Kategorien bzw. die Abschaffung von bereits existierenden Kategorien vor.

Reguläre Auszeichnungen

Academy Awards werden jedes Jahr in den folgenden Kategorien vergeben:

Kategorie Originalbezeichnung(en) Zeitraum der Verleihung
Bester Film Best Picture seit 1929
Beste Regie Best Director seit 1929
Bester Hauptdarsteller Best Actor in a Leading Role seit 1929
Beste Hauptdarstellerin Best Actress in a Leading Role seit 1929
Bester Nebendarsteller Best Actor in a Supporting Role seit 1937
Beste Nebendarstellerin Best Actress in a Supporting Role seit 1937
Bestes Originaldrehbuch Best Writing, Original Screenplay
Best Writing, Screenplay Written Directly for the Screen
seit 1941
Bestes adaptiertes Drehbuch Best Writing, Adaptation
Best Writing, Screenplay
Best Writing, Screenplay Based on Material from Another Medium
Best Writing, Screenplay Based on Material Previously Produced or Published
Best Adapted Screenplay
seit 1929
Beste Kamera Best Cinematography
Best Cinematography, Black-and-White / Color
seit 1929
Bestes Szenenbild Best Art Direction
Best Art Direction – Interior Decoration, Black-and-White / Color
Best Art Direction – Set Decoration, Black-and-White / Color
Best Art Direction – Set Decoration
seit 1929
Bestes Kostümdesign Best Costume Design seit 1949
Bester Ton Best Sound, Recording
Best Sound
Best Sound Mixing
seit 1930
Bester Schnitt Best Film Editing seit 1935
Bester Tonschnitt Best Effects, Sound Effects Editing
Best Sound Editing
seit 1964
Beste visuelle Effekte Best Effects, Visual Effects
Best Visual Effects
seit 1940
Bestes Make-up Best Makeup seit 1982
Bester Song Best Music, Original Song seit 1935
Beste Filmmusik Best Music, Score
Best Music, Scoring of a Dramatic Picture / Scoring of a Musical Picture
Best Music, Score – Substantially Original / Scoring of Music, Adaptation or Treatment
Best Music, Original Dramatic Score / Scoring Original Song Score and/or Adaptation
Best Music, Original Score
seit 1935
Bester animierter Spielfilm Best Animated Feature seit 2002
Bester animierter Kurzfilm Best Short Subject, Cartoons
Best Short Subject, Animated
seit 1932
Bester Kurzfilm Best Short Subject, Comedy / Novelty
Best Short Subject, Two-reel / One-reel
Best Short Subject, Live Action Subjects
Best Short Subject, Live Action
seit 1932
Bester Dokumentarfilm Best Documentary, Features seit 1942
Bester Dokumentar-Kurzfilm Best Documentary, Short Subjects seit 1943
Bester fremdsprachiger Film Best Foreign Language Film seit 1947

Ehemalige Kategorien

Kategorien, die nicht mehr zum Programm der Academy Awards gehören:

Kategorie Originalbezeichnung(en) Zeitraum der Verleihung
Beste Regieassistenz Best Assistant Director 19341938
Beste Originalgeschichte Best Writing, Original Story
Best Writing, Motion Picture Story
19291957
Beste Tanzregie Best Dance Direction 19361938

Besondere Auszeichnungen

Diese Preise werden zum Teil nicht jedes Jahr verliehen bzw. nur nach Bedarf.

Name Originalbezeichnung verliehen für Zeitraum der Verleihung
Ehrenoscar Honorary Award Lebenswerk oder Dienste für die Academy seit 1929
"Irving G. Thalberg"-Preis The Irving G. Thalberg Memorial Award Filmproduzenten seit 1938
"Jean Hersholt"-Preis Jean Hersholt Humanitarian Award humanitäre Dienste im Bereich des Filmschaffens seit 1957
Sonderoscar Special Achievement Award außerordentliche, aus obigen Kategorien fallende Leistungen für einen einzelnen Film seit 1973
Miniatur-Oscar (Jugendpreis) Juvenile Award Kinderdarsteller 19351961
Studentenpreis Student Academy Award seit 1973

Auszeichnungen für Wissenschaft und Technik

Diese Preise werden zum Teil nicht jedes Jahr verliehen bzw. nur nach Bedarf.

Name Originalbezeichnung verliehen für Zeitraum der Verleihung
"Gordon E. Sawyer"-Preis Gordon E. Sawyer Award wissenschaftliche oder technische Errungenschaften im Filmschaffen seit 1982
John-A.-Bonner-Medaille John A. Bonner Medal of Commendation seit 1978
Academy Award of Merit Academy Award of Merit (Class I) Auszeichnung mit Oscar-Statuette seit 1931
Wissenschafts- und Entwicklungspreis Scientific and Engineering Award (Class II) Auszeichnung mit Oscar-Plakette seit 1931
Preis für Technische Verdienste Technical Achievement Award (Class III) Auszeichnung mit Oscar-Zertifikat seit 1931

Das Verfahren

Jeder Spielfilm, der zwischen dem 1. Januar und dem 31. Dezember eines Jahres im Gebiet von Los Angeles County erstmals mindestens sieben Tage lang in einem öffentlichen Kino gegen Entgelt gezeigt wurde, ist für die Oscars im darauffolgenden Jahr qualifiziert. Dabei wird der Begriff "Spielfilm" definiert als ein Film, der

Dabei ist es unerheblich, ob der Film US-amerikanischen oder ausländischen Ursprungs ist, sodass sich auch ausländische Filme außerhalb der Kategorie für den besten fremdsprachigen Film qualifizieren können. Am Ende eines jeden Jahres stellt die Akademie eine Liste der in Frage kommenden Filme zusammen.

In einem ersten Schritt wählen die Akademiemitglieder zunächst fünf Nominierungen aus. In dieser Phase der Wahl können nur die jeweiligen Mitglieder eines Akademiezweigs für ihre jeweilige Profession stimmen, d. h. Regisseure wählen Regisseure, Schauspieler wählen Schauspieler usw. Lediglich bei den Nominierungen für den besten Film sind alle Mitglieder stimmberechtigt. Das erklärt, warum es manchmal passiert, dass ein Film als Bester Film nominiert wird, der Regisseur aber nicht auf der Liste auftaucht.

Spezielle Regeln für die Nominierung

Die jeweils ersten fünf einer Kategorie, die die meisten Stimmen auf sich vereinen konnten, werden dann von der Akademie offiziell als Nominierte verkündet. Im Jahr 2005 verkündete Präsident Frank Pierson gemeinsam mit Oscar-Gewinner Adrien Brody die Nominierungen.

In der zweiten Wahlphase haben die Mitglieder der Akademie nun die Möglichkeit, sich im akademieeigenen Filmtheater alle nominierten Filme kostenlos anzusehen. Zudem werden besondere DVDs mit den Filmen versandt. Diese Praxis wird von der Akademie allerdings kritisch betrachtet, da im Jahr 2003 Kopien dieser DVDs in Internettauschbörsen aufgetaucht waren. Bei der eigentlichen Oscar-Wahl sind alle Mitglieder in allen Kategorien wahlberechtigt.

Alle Stimmzettel, die spätestens eine Woche vor der Verleihung bei der Akademie eingegangen sein müssen, werden von drei vereidigten Notaren der Anwaltsfirma PricewaterhouseCoopers ausgezählt. Der Oscar wird an denjenigen Nominierten verliehen, der die meisten Stimmen der Akademiemitglieder auf sich vereinen konnte. In dem Fall, dass zwei Nominierte die gleiche Stimmenanzahl erhalten, wird der Oscar an beide zu gleichen Teilen verliehen.

Höchstens zwei Ehrenpreise werden ohne vorherige Nominierung vom Board of Governors vergeben. Da mehr als zwei verschiedene Ehrenpreis-Kategorien existieren, werden nicht alle Ehrenpreise jedes Jahr vergeben.

Die Oscars für technische Verdienste werden ebenfalls ohne vorherige Nominierung durch besondere Auswahlkomitees verliehen. Diese Verleihung findet stets im Vorfeld der eigentlichen Oscar-Verleihung statt.

Die Nominierungen für die Oscarverleihung 2008 wurden am 22. Januar bekannt gegeben. [3]

Spezielle Regeln für die Vergabe

  1. vgl. ddp: Regelwerk für ausländische Filme geändert bei fr-online.de, 21. Juni 2008 (aufgerufen am 21. Juni 2008)
  2. a b vgl. Rules Approved for 81st Academy Awards bei oscars.org, 19. Juni 2008 (aufgerufen am 21. Juni 2008)
  3. Timetable der Oscarverleihung unter www.oscars.org

Die erfolgreichsten Filme

Lange Zeit war der Film Vom Winde verweht aus dem Jahr 1939 mit zehn Oscars der zahlenmäßig erfolgreichste Film in der Oscargeschichte; er wurde erst 1960 von Ben Hur mit elf Trophäen abgelöst. Mit Ben Hur wiederum konnte erst im Jahr 1998 Titanic mit ebenfalls elf Auszeichnungen gleichziehen. Nur sechs Jahre sollte es dauern, bis sich mit Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs ein weiterer Film mit elf Oscars in diese Riege einreihte. Letzterer war dabei einer der wenigen Filme, welche alle Nominierungen auch in Auszeichnungen umsetzen konnten. Die gesamte "Herr der Ringe" – Trilogie wurde insgesamt für 30 Oscars nominiert, von denen 17 errungen wurden.

Die fünf Sparten bester Film, beste Regie, bester Hauptdarsteller, beste Hauptdarstellerin sowie die Drehbuchsparten (bestes Originaldrehbuch bzw. Drehbuch nach einer Vorlage) gelten als die wichtigsten Oscar-Kategorien. Bislang sind erst drei Filme in jeder dieser Kategorien ausgezeichnet worden: Es geschah in einer Nacht (1934), Einer flog über das Kuckucksnest (1975) und Das Schweigen der Lämmer (1991).

Alles über Eva (1950) und Titanic (1997) teilen sich den Nominierungsrekord mit 14 Nominierungen gefolgt von Vom Winde verweht mit 13 Nominierungen

siehe auch: Liste der erfolgreichsten Oscar-Filme

Moderation

In den Anfangsjahren der Akademiepreise wurde die Verleihungszeremonie häufig vom jeweiligen Präsidenten der Akademie moderiert. Ende der 1950er Jahre gab es erstmals eine ganze Riege gleichberechtigter Moderatoren für eine Verleihung. Dieses wurde in den 1970er Jahren nochmals aufgegriffen.

Seit Ende der 1980er Jahre führt jeweils ein Moderator durch das Programm. Unterstützt wird dieser dabei von zahlreichen Co-Hosts. In den Darstellerkategorien sind dieses im Regelfall die Gewinner des Vorjahres (jeweils beim anderen Geschlecht). So überreichte beispielsweise 2007 Reese Witherspoon (beste Hauptdarstellerin im Jahr 2006) den Oscar an den besten Hauptdarsteller Forest Whitaker.

Der ungekrönte "König" der Moderationen ist sicherlich der Entertainer Bob Hope. Er moderierte die Veranstaltung 17 Mal. Billy Crystal hingegen wurde für seine Moderationen schon mehrfach mit dem Fernsehpreis Emmy ausgezeichnet. Auch die Moderationen von David Niven wurden legendär. In der langen Geschichte der Verleihung gab es bis heute lediglich zwei weibliche Moderatoren: Whoopi Goldberg (viermal seit 1994) und 2007 erstmals Ellen DeGeneres. Die 80. Oscar-Verleihung im Jahr 2008 wurde vom US-amerikanischen Entertainer Jon Stewart moderiert, der bereits 2006 durch den Abend führte.

Skandale und Kurioses

Interessante Fakten

Siehe auch

Literatur

 Wiktionary: Oscar – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik
 Commons: Oscar – Bilder, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. vgl. Sweet, Matthew: Olivia de Havilland : Memoirs Are Made Of This. In: The Independent, 5. November 2000, Features, S. 6 - 8
  2. Filmlisten, auf denen Citizen Kane den ersten Platz belegt: Editorial Jaguar, FIAF Centenary List, France Critics Top 10, Kinovedcheskie Russia Top 10, Romanian Critics Top 10, Time Out Magazine Greatest Films, Village Voice 100 Greatest Films.
  3. Sight & Sound: Top Ten 1952-2002
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