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Togo

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen werden unter Togo (Begriffsklärung) aufgeführt.
République Togolaise
Republik Togo
Flagge Wappen
Wahlspruch: « Travail, liberté, patrie »
frz., „Arbeit, Freiheit, Vaterland“
Amtssprache Französisch
Hauptstadt Lomé
Staatsform Republik mit Mehr-Parteien-System
Staatsoberhaupt Präsident Faure Gnassingbé
Regierungschef Premierminister Komlan Mally
Fläche 56.785 km²
Einwohnerzahl 5.701.579 (Quelle: CIA 2007)
Bevölkerungsdichte 97 Einwohner pro km²
BIP/Einwohner 414 US-$ (2005)
Währung CFA-Franc BCEAO
Unabhängigkeit von Frankreich am 27. April 1960
Nationalhymne Salut à toi, pays de nos aïeux
Zeitzone UTC
Kfz-Kennzeichen RT
Internet-TLD .tg
Telefonvorwahl +228

Togo (dt.: [ˈtoːgo], frz.: [tɔˈgo]) ist ein Staat in Westafrika, am Golf von Guinea gelegen, und grenzt an Ghana im Westen, Benin im Osten und Burkina Faso im Norden. Bis zum Ersten Weltkrieg war das Gebiet Togos deutsche (siehe Togoland), danach französische Kolonie. Geprägt wurde das Land fast 40 Jahre lang vom autokratisch regierenden Präsidenten Gnassingbé Eyadéma. Nach dessen Tod wurde sein Sohn Faure Gnassingbé unter Missachtung der Verfassung zum neuen Präsidenten ernannt. Internationaler Druck und Unruhen im Lande führten zur Rückkehr zu verfassungsgemäßen Zuständen. Die folgenden Wahlen konnte Gnassingbé für sich entscheiden, wobei ihm jedoch die Opposition und auch die Europäische Union massiven Wahlbetrug vorwerfen. Nach wie vor befinden sich mehrere tausend Flüchtlinge im Ausland.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Togo hat eine Landesfläche von 56.785 km² und ist für afrikanische Verhältnisse ein Kleinstaat: nur 4 Länder haben eine noch geringere Staatsfläche. Es hat eine langgestreckte, schmale Form mit einer Ausdehnung in Nord-Süd-Richtung von etwa 550 km, in West-Ost-Richtung aber nur 50 bis 140 km. Davon sind 16 % bewaldet, 25 % Ackerland und 3,5 % Weideland.

Das Land liegt in Westafrika bei 8 Grad nördlicher Breite und 1° 10' östlicher Länge. Es ist in die fünf Regionen Centre, Kara, Maritime, Plateaux und Savanes aufgeteilt. Die Landesgrenze hat eine Länge von 1647 km. Davon entfallen 644 km auf die Grenze zu Benin, 126 km auf die Grenze zu Burkina Faso und 877 km auf die Grenze zu Ghana.

Topographie Togos

Von den palmengesäumten Lagunen und Sandstränden der 56 km langen Küste erstreckt sich das Ouatchi-Plateau bis ins höhere Tafelland. Das im Südwesten des Landesinneren bewaldete Togo-Gebirge verläuft nordostwärts bis nach Benin. In den niederen Lagen im Norden und Süden herrscht eine Savanne mit Antilopen und Elefanten.

Der höchste Berg in Togo ist der Mont Agou mit 986 m Höhe über dem Meeresspiegel. Der längste Fluss ist der Mono mit rund 400 km Länge. Er verläuft von Nord nach Süd und ist auf 50 km als Wasserstraße nutzbar.






Klima

Klimadiagramm von Lomé

Das Klima ist ganzjährig tropisch-feucht (im Norden fast Steppenklima) mit durchschnittlichen Temperaturen von 30 °C im Norden und durchschnittlich 27 °C an der Küste, nachts nur geringe Abkühlung. Am heißesten wird es im Februar und März, im Dezember und Januar weht der staubführende Harmattan aus dem Norden.

Im Norden gibt es eine Regenzeit von Mai bis Oktober mit Höhepunkt im August. Der August ist auch der kühlste Monat mit Mittagstemperaturen von etwa 30 °C. Im Januar kommt es zur niedrigsten Luftfeuchtigkeit mit etwa 22 Prozent. Die durchschnittlichen Temperaturen im Norden Togos liegen bei etwa 35 °C. Im März liegen die Temperaturen am höchsten (mittags um 39 °C).

Im Süden kommt es zu zwei Regenzeiten, von April bis Juni und von September bis November. Die regenreichsten Monate sind der Juni und der Oktober. Am wärmsten ist es im März mit Mittags 32 °C. Die Luftfeuchtigkeit im beträgt im Juni etwa 80 Prozent. Der trockenste Monat ist der Dezember, der kühlste Monat der August mit Temperaturen von etwa 27 °C.

Die größten Städte Togos sind (Stand 1. Januar 2005): Lomé 760.000 Einwohner, Sokodé 117.811 Einwohner, Kara 104.207 Einwohner, Kpalimé 95.974 Einwohner und Atakpamé 80.683 Einwohner.

Bevölkerung

Die Bezeichnung der Staatsangehörigen von Togo ist laut dem Ständigen Ausschuss für geographische Namen Togoer bzw. Togoerin. Der Duden verzeichnet aber auch noch die im süddeutschen/schweizerischen gebräuchliche Form Togolese bzw. Togolesin.

Ethnische Zusammensetzung

Soziales

Sprachen

Neben Ewe, Kabiyé und verschiedenen Kwa- und Gur-Sprachen wird auch die Amtssprache Französisch gesprochen. Dazu kommen noch die Sprachen der „Togo-Restvölker“, wie etwa die der Akebou und einiger weiterer. Deren Zugehörigkeit zu unterschiedlichen Sprachfamilien ist nicht restlos geklärt.

siehe auch: Liste der Sprachen Togos

Religion

Etwa die Hälfte der Bevölkerung praktiziert Naturreligionen, 20 % sind muslimisch (sunnitische Richtung), 29 % gehen einem christlichen Glauben nach.[1] In den Küstenregionen gibt es auch einige kleine jüdische Gemeinden.

Politik

Togo war seit 1967 eine Präsidialrepublik. Seitdem herrschte Präsident Gnassingbé Eyadéma diktatorisch. Im Jahr 1993 musste er allerdings nach internationalem Druck eine neue liberale Verfassung ausarbeiten, die zuerst von der Opposition bewilligt werden sollte. Diese wurde und wird jedoch oft missachtet und es wird bei Wahlen immer wieder der Vorwurf des Wahlbetruges laut.

Das Parlament (Assemblée Nationale) hat 81 Mitglieder und wird alle 5 Jahre neu gewählt. Der Staatspräsident wird in einer Direktwahl ebenso alle 5 Jahre bestimmt. Aktuell ist es Faure Gnassingbé, der ein Sohn des ehemaligen Diktators ist.

Im Parlament gingen bei der Parlamentswahl 2002 von den 81 Sitzen 72 an die Rassemblement du peuple togolais (RPT), die Partei des damaligen Präsidenten Gnassingbé Eyadéma.

2005 wurde Edem Kodjo zum Premierminister gewählt. Er ist Vorsitzender der Convergence Patriotique Panafricaine (CPP), die aus der Fusion der kleinen Oppositionsparteien PAD, UTD, UDS und PDU hervorging. Im September 2006 wurde er von Yawovi Agboyibo als Premierminister abgelöst. Am 3. Dezember 2007 ernannte Präsident Faure Gnassingbé den Politiker Komlan Mally als Premierminister.

Verwaltung

Der Staat gliedert sich in fünf Regionen:

Name Hauptstadt
Centrale Sokodé
Kara Kara
Maritime Lomé
Plateaux Atakpamé
Savanes Dapaong

Geschichte

Siehe Hauptartikel: Geschichte Togos

Vom 13. Januar 1967 bis Anfang Februar 2005 beherrschte Präsident Gnassingbé Eyadéma das Land. Verfolgung und Menschenrechtsverletzungen haben viele Menschen ins Exil gezwungen.

Nach dem Tod von Gnassingbé Eyadéma am 5. Februar 2005 ernannte die Armee des Landes seinen Sohn Faure Gnassingbé, bis dahin Minister für Telekommunikation, zum neuen Präsidenten. Die Afrikanische Union spricht von einem verfassungswidrigen Militärputsch. Die westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS suspendierte am 19. Februar als Reaktion auf die verfassungswidrige Machtergreifung die Mitgliedschaft Togos. Neben weiteren Sanktionen verhängte die ECOWAS unter anderem auch ein Waffenembargo.

Am 25. Februar trat Faure Gnassingbé aufgrund des internationalen Druckes und des Widerstandes der Opposition zurück. Die ECOWAS hob daraufhin die Sanktionen auf. Interimistisch wurde der Parlamentspräsident Abass Bonfoh Staatspräsident. Der neue Staatschef sollte innerhalb von 2 Monaten gewählt werden, was am 24. April geschah.

Die Opposition (Spitzenkandidat war der 74-jährige Emmanuel Bob-Akitani) warnte jedoch bereits vor dem Wahltag vor organisiertem Betrug und bezeichnete die Wahlen - unter anderem mit Verweis auf Unregelmäßigkeiten bei der Ausstellung von Wahlscheinen - deswegen schon am 23. April als nichtig. Auch ausländische Wahlbeobachter berichteten von massiven Unregelmäßigkeiten. Wahlurnen wurden vernichtet, Wahlbeobachtern die Überwachung der Auszählung verwehrt und anderes mehr.

Am 26. April wurde Faure Gnassingbé mit angeblich 60,22 % der Stimmen zum Wahlsieger erklärt. Auch der Oppositionskandidat Emmanuel Bob-Akitani rief sich aber zum Wahlsieger aus und erkannte das Wahlergebnis nicht an. Vorwürfe wegen Wahlbetrugs erhob auch der Oppositionsführer Gilchrist Olympio, der nicht zur Wahl antreten durfte. Während den Wahlen wurden etliche Wahlkabinen mit Stimmzetteln geklaut und Oppositionswähler verfolgt. In den der Wahl folgenden Tagen kam es zu Straßenkämpfen mit bis zu etwa 500 Toten und zahlreichen Verletzten, so die der Weltöffentlichkeit berichteten Zahlen. Unbestätigten Berichten zufolge fanden vor der Wahl auf dem Lande Massaker an Süd-Togoern statt. Es sollen 20 bis 30 Mal soviele getötet worden sein, wie in der Stadt, also etwa 15.000 Menschen. Aus der nordtogoischen Heimat des Präsidenten sollen Soldaten und einfache Bauern mit Waffen dorthin beordert worden sein. Auch schon vorher im Süden ansässige Nord-Togoer wurden angeblich für diese Zwecke am ihren direkten Nachbarn eingespannt. Um die 35.000 Menschen aus Südtogo flohen in den folgenden Wochen vor allem in die Nachbarländer Benin und Ghana.

Im Verlauf der Unruhen wurde am 29. April 2005 auch das Goethe-Institut in Lomé nach einer Vorankündigung von (vermutlich regierungsnahen) Personen beschossen, gestürmt und teilweise in Brand gesteckt. Niemand wurde verletzt. Die Regierung von Togo wirft Deutschland vor, auf der Seite der Opposition zu stehen. Das deutsche Auswärtige Amt verurteilte den Anschlag. Bundesaußenminister Fischer forderte ein Ende der antideutschen Hetze. Am 30. April 2005 folgten die ersten Deutschen dem Aufruf des Auswärtigen Amtes, Togo zu verlassen.

Am 10. Juni 2005 ernannte Präsident Faure Gnassingbé, der wegen seiner umstrittenen Wahl bis heute von der EU nicht anerkannt wird, den Anführer der gemäßigten Oppositionspartei Patriotic Pan-African Party Edem Kodjo zum Premierminister. Kodjo war bereits unter Gnassingbes Vater von 1994 bis 1996 Premierminister, davor von 1978 bis 1984 Generalsekretär der damaligen Organisation für Afrikanische Einheit (OAU), heute Afrikanische Union. Vor der Wahl hatte Kodjo die Einrichtung einer Wahrheits- und Versöhnungskommission nach dem Modell Südafrikas vorgeschlagen. (Literatur zu diesen Gegensätzen und der Rolle der BRD sowie Frankreichs dabei siehe Geschichte Togos.

Militär

Infrastruktur

Das Schienennetz Togos ist auf derzeit 517 km, das Straßennetz auf 7250 km, davon 2376 km befestigt, ausgebaut. Vor wenigen Jahren wurde der Bahnverkehr eingestellt. Lomé besitzt den einzigen Hochseehafen des Landes, über den fast der gesamte Im- und Export abgewickelt wird.

Togo verfügt über zwei internationale Flughäfen: Flughafen Lomé (IATA-Code LFW) und Niamtougou/Lama Kara (IATA-Code LRL).

Wirtschaft

Allgemeines

Togo ist hauptsächlich ein tropisches, regenabhängiges Agrarland. Fast zwei Drittel der Erwerbstätigen sind in der Landwirtschaft tätig. Zu den angebauten Grundnahrungsmitteln zählen Yams, Maniok, Mais, Hirse, Erdnüsse und Sorghum (Sorgho). Die Landwirtschaft trägt 38,6 % zum BSP bei, die Industrie 21 %. Das BSP liegt bei 225 Euro pro Kopf und die Auslandsschulden belaufen sich auf 1,318 Mrd. Euro (beides geschätzt 2003).

Außenhandel

Der Phosphatabbau, der 1985 noch 8,4 % zum BSP beigetragen hat, kam 2001 nur noch auf einen Anteil von 2,2 %. Importiert werden Industriegüter, Maschinen, Fahrzeuge, Nahrungsmittel und Brennstoffe. Die wichtigsten Exportgüter sind Calciumphosphat, verarbeitete Baumwolle (27 %), Kaffee (10 %), Tee, Kakao sowie Zement.

Weitere wirtschaftliche Anreize wurden durch die Schaffung einer Freihandelszone gegeben.

Staatsausgaben

Zwischen 1990 und 2000 lag der Anteil der Staatsausgaben für

Sport

Fußball

Siehe Togoische Fußballnationalmannschaft

Einzelnachweise

  1. CIA – The World Factbook: Togo. Stand 1. Mai 2008, abgerufen 15. Mai 2008
 Commons: Togo – Bilder, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Togo – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik
 Wikimedia-Atlas: Togo – geografische und historische Karten

Koordinaten: 8° 15' N, 1° 11' O