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Schahada

Die Schahada الشهادة‎ / aš-šahāda, aus dem Verb schahida / شهد ‎ / šahida /„bezeugen“ (auch im juristischen Sinne) abgeleitet, ist das Glaubensbekenntnis des Islams:

Der zweite Teil des Glaubensbekenntnisses ist die Bestätigung Mohammeds als Gesandten Gottes (Allahs Prophet):

Somit spricht man im islamischen Recht und in der Theologie von den zwei Glaubensbekenntnissen: asch-schahadatan الشهادتان‎ / aš-šahādatān

Die Schiiten fügen meist noch einen dritten Satz hinzu:

Beim Gebetsruf werden beide Teile dieser ursprünglich asyndetischen Konstruktion im Arabischen mit der Konjunktion wa و‎ („und“) verbunden und mit dem konjugierten Verb: aschhadu an أشهد أن‎ „Ich bezeuge, dass …“ eingeleitet.

Das islamische Glaubensbekenntnis, das jedem Gebet vorausgeht, lautet:

Aschhadu an lā ilāha illa ʾllāh(u) wa-aschhadu anna Muhammadan rasūlu ʾllāh(i): „ich bezeuge, dass es keinen Gott außer Gott gibt und dass Mohammed Gesandter Gottes ist“

Im profanen Leben erscheint die Schahada auf umayyadischen Münzen bereits gegen 705-714. Auf der Vorderseite (oder am Rand)steht: la ilāha illa ʾllāh …; auf der Rückseite: Muḥammad rasūlu ʾllāh; am Rand steht das Prägungsdatum. [3]

Manche Sufis (islamische Mystiker) lehnen die zwei zusätzlichen Teile ab und übersetzen den ersten Teil mit:

Die meisten Sufis sind allerdings der Ansicht, dass gerade der zweite Teil der Schahada sehr wichtig ist, weil Schaitan (arabisch für Satan) selbst ebenfalls den ersten Teil der Schahada akzeptiert. Schließlich weiß er selber sehr genau, dass es nur einen einzigen Gott gibt; Mohammed als Prophet lehnt er jedoch ab.

Die Schahada ist auch der Schriftzug auf der Flagge von Saudi-Arabien, des Staates, dessen Territorium die Heimat des Propheten Mohammed einschließt.

Einzelnachweise

  1. Übersetzung Rudi Paret
  2. William Montgomery Watt: Bell's Introduction to the Qurʾān. S. 149-150
  3. Gernot Rotter: The Umayyad fulūs of Mosul. In: The Amercan Numismatic Society. Museum Notes 19 (1974), S. 165-199

Literatur