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Ruandische Patriotische Front

Die Ruandische Patriotische Front, abgekürzt als RPF ist die derzeit regierende politische Partei Ruandas. Sie wird vom Staatspräsidenten Paul Kagame geführt. Sie regiert derzeit in einer Koalition mit anderen Parteien.

Die RPF wurde 1985 in Uganda gegründet. Nachfahren ruandischer Tutsi-Flüchtlinge hatten damals geholfen, die Diktatur des Milton Obote zu beenden. Einheimische Militärs jedoch behinderten das weitere Fortkommen der Tutsi in der neuen ugandischen Armee - daraufhin quittierten viele Tutsi ihren Dienst und schlossen sich der RPF an, mit dem Ziel, nun die Hutu geführte Regierung Ruandas zu stürzen.

Bei den letzten Parlamentswahlen am 30. September 2003 erzielte die RPF 33 von 53 Sitzen.

Die RPF als militärische Streitkraft 1990 - 1994

Am 2. Oktober 1990 startete die RPF von ihren Basen im südlichen Uganda eine Invasion Ruandas. Anfangs war die 5000 Mann starke Truppe gegen die zwar zahlenmäßig überlegene, jedoch schlecht ausgebildete Regierungsarmee FAR sehr erfolgreich. Allerdings wurde der Kommandeur der RPF, Fred Rwigema bereits nach einer Woche von einem Irrläufer getroffen und starb kurz darauf an den Folgen und die Invasionsarmee war kopflos. Am 7. Oktober startete die Regierungsarmee eine Konteroffensive. Die RPF, lediglich auf einen kurzen Einsatz vorbereitet, fiel immer weiter zurück, als klar wurde, dass sie der schweren Ausrüstung der FAR nichts entgegen zu setzen hatte. Major Paul Kagame, der sich zu diesem Zeitpunkt gerade in den USA befand, wurde informiert und kehrte unverzüglich zurück, um den Oberbefehl über die RPF zu übernehmen. Am 23. Oktober wurden mit Major Peter Banyingana und Chris Bunyenyezi darüber hinaus zwei weitere Befehlshaber der RPF bei einem Angriff aus dem Hinterhalt getötet. Am Monatsende war die RPF wieder nach Uganda zurück gedrängt bzw. hatte im Akagera-Nationalpark Schutz gesucht.

Direkt nach seiner Ankunft begann Paul Kagame damit, die Truppen neu zu organisieren und entschied sich dazu, im Norden des Landes einen Guerillakrieg zu führen. Er führte seine Truppen gänzlich nach Uganda zurück und führte sie dann in die Gegend der waldreichen Virunga-Vulkane. Dort blieb die RPF zwei Monate, ohne jeglichen Feindkontakt. Die Zeit wurde genutzt, um die Armee zu reorganisieren und neue Befehlshaber zu bestimmen. Außerdem wurden neue Leute rekrutiert, sodass die Truppenstärke von 5000 Mann im Frühjahr 1991 auf 12.000 Mann 1992 und letztlich 1994 zur Zeit des Genozid auf 25.000 Mann anwuchs.

Um den Guerillakrieg zu beginnen, plante Kagame einen kühnen Angriff gegen die Stadt Ruhengeri im Norden Ruandas. Er wollte damit sowohl den Norden treffen, der eine Hochburg des Habyarimana-Regimes darstellt, aber auch Unsicherheit in anderen Städten des Landes schüren. Am 23. Januar 1991 nahm die RPF Ruhengeri ein, befreite eine Vielzahl politischer Gefangener und erbeutete eine große Zahl Waffen und Ausrüstung, bevor sie sich am Abend wieder in die Wälder zurück zog.

Nach dieser Aktion zog sich die RPF zurück und begann einen klassischen Guerillakrieg. Nicht sehr intensive, dafür aber zermürbende Kämpfe wurden meist erfolgreich geführt. Während der nächsten Jahre kam es auch immer wieder zu Waffenruhen, jedoch bewirkten diese wenig, sodass letztlich bis zum 13. Juli 1992 gekämpft wurde. An diesem Tag unterzeichneten beide Seiten die Waffenruhe von Arusha. Während der kommenden Monate gingen die Verhandlungen weiter, führten jedoch zu keinem zählbaren Ergebnis, außer, dass die Emotionen auf beiden Seiten immer höher kochten. Nachdem es Berichte von Tutsi-Massakern gegeben hatte, begann die RPF am 8. Februar 1993 eine große Offensive.

Diese Offensive überrumpelte die Regierungstruppen völlig, so dass die RPF keine Mühe hatte, in kürzester Zeit die Stadt Ruhengeri einzunehmen, sich dann nach Süden zu wenden und sich in Richtung Hauptstadt zu bewegen. Dies verursachte Panik in Frankreichs Hauptstadt Paris (welches lange Zeit das Habyarimana-Regime unterstützt hatte) und umgehend einige hundert Mann Verstärkung sowie Munition für die FAR entsandte. Die Ankunft der französischen Truppen in Kigali veränderte die Situation drastisch; aufgrund des Eintretens für die Regierung und dem schnellen Auftauchen der Truppen befürchtete man, dass, sollte die RPF die Hauptstadt erreichen, diese gegen Franzosen und Regierungstruppen gleichermaßen würde kämpfen müssen. Am 20. Februar erklärten die Rebellen deshalb einen einseitigen Waffenstillstand.

Der ruandische Genozid und Bürgerkrieg

Am 6. April 1994 befand sich Präsident Juvenal Habyarimana auf der Rückreise von Dar Es-Salaam, als sein Flugzeug abgeschossen wurde und alle Insassen getötet wurden. In dieser Nacht begannen u.a. die Präsidentengarden damit oppositionelle Politiker und prominente Tutsi umzubringen. Nach ein paar Tagen wurde klar, dass die gesamte Tutsi-Bevölkerung, sowie auch einige moderate Hutu Ziel dieser Tötungen waren. Der Völkermord in Ruanda hatte begonnen und sollte drei Monate dauern und hunderttausende von Menschenleben fordern; nach Angaben der RPF mehr als 937.000.