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Schwertfisch (Sternbild)

Daten des Sternbildes Schwertfisch
Deutscher Name Schwertfisch
Lateinischer Name Dorado
Lateinischer Genitiv Doradus
Lateinische Abkürzung Dor
Rektaszension 3h 53m bis 6h 36
Deklination -48° 40’ bis -70° 05’
Fläche 179 Quadratgrad
Rang 72
Sichtbar auf Breitengraden 20° Nord bis 90° Süd
Beobachtungszeitraum
für Mitteleuropa
Nicht sichtbar
Anzahl der Sterne mit
Größe < 3m
keine
Hellster Stern,
Größe
α Doradus,
3,27m
Meteorströme
Nachbarsternbilder
(von Norden im
Uhrzeigersinn)
Grabstichel
Pendeluhr
Netz
Kleine Wasserschlange
Tafelberg
Fliegender Fisch
Maler
Karte des Sternbildes Schwertfisch

Der Schwertfisch (lateinisch Dorado) ist ein Sternbild des Südhimmels.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Schwertfisch ist ein unscheinbares Sternbild, bestehend aus mehreren Sternen, die in einer Linie angeordnet sind. Er kann leicht gefunden werden, da er südwestlich von Canopus liegt, dem zweithellsten Stern am Himmel.

Im Schwertfisch befindet sich der größere Teil der auffälligen Großen Magellanschen Wolke.

Aufgrund seiner südlichen Lage kann er von Europa aus nicht gesehen werden.

Der Himmelssüdpol wandert aufgrund der Präzession in 25800 Jahren einmal um den Südpol der Ekliptik, der in diesem Sternbild liegt. Der Himmelssüdpol bleibt somit immer in der Nähe dieses Sternbildes, weil er es im Laufe der Jahrtausende umkreist. Deshalb wird Dorado im Gegensatz zu vielen anderen Südsternbildern, wie z.B. Kreuz des Südens, Tukan oder Pfau auch in Jahrtausenden nicht in Europa aufgehen.

Geschichte

Der Schwertfisch ist eines der zwölf Sternbilder, die Ende des 16. Jahrhunderts von den niederländischen Seefahrern Pieter Dirkszoon Keyser and Frederick de Houtman eingeführt wurden. Ursprünglich hieß das Sternbild „Goldfisch“ und war auf einem mittlerweile verschollenen niederländischen Himmelsglobus abgebildet. Johann Bayer übernahm es in seinen 1603 erschienenen Himmelsatlas Uranometria.

Himmelsobjekte

Sterne

B F Namen o. andere Bezeichnungen Größe Lj Spektralklasse
α 3,30m 200 A0 III
β 3,5 bis 4,1m 8000 F8 Ia
γ 4,26m 70 F3 V
δ 4,34m
36 4,65m
ζ 4,71m
θ 4,81m
η2 5,01m
ν 5,06m
ε 5,10m
λ 5,14m
κ 5,28m
28 5,34m
π2 5,37m
π1 5,56m
η1 5,72m

α  Doradus, der hellste Stern im Schwertfisch, ist 200 Lichtjahre entfernt. Er ist ein weißlich leuchtender Stern der Spektralklasse A0 III.

Veränderliche Sterne

Stern Größe Periode Typ
β 3,5m–4,1m 9,842 Tage Cepheid

β Doradus ist ein veränderlicher Stern vom Typ der Cepheiden. Seine Helligkeit verändert sich mit einer Periode 9,842 Tagen. Obwohl er 8.000 Lichtjahre entfernt ist, kann er mit bloßem Auge deutlich wahrgenommen werden. Er ist damit einer der leuchtkräftigsten Sterne am Himmel.

NGC-Objekte

NGC sonstige Größe Typ Name
LMC 5m Galaxie Große Magellansche Wolke
1549 9,8m Galaxie
1553 9,4m Galaxie
1566 9,7m Galaxie
1672 9,7m Galaxie
1755 Kugelsternhaufen
1763 Emissionsnebel
1820 Offener Sternhaufen
1850 Kugelsternhaufen
1854 Kugelsternhaufen
1869 Offener Sternhaufen
1901 Offener Sternhaufen
1910 Offener Sternhaufen
1936 Emissionsnebel
1978 Offener Sternhaufen
2002 Offener Sternhaufen
2027 Offener Sternhaufen
2032 Emissionsnebel
2070 5,4m Emissionsnebel Tarantelnebel
2157 Offener Sternhaufen
2164 Kugelsternhaufen

Die Große Magellansche Wolke (englisch: Large Magellan Cloude (LMC)) ist das hellste und größte neblige Objekt am Nachthimmel. Sie besitzt eine Ausdehnung von 5 mal 6°. Es handelt sich um eine kleinere Begleitgalaxie unserer Milchstraße in ca. 160.000 Lichtjahren Entfernung. In ihr befinden sich mehrere Sternhaufen und Nebel, die bereits mit kleinen Teleskopen beobachtet werden können, wie der bekannte Tarantelnebel. Im Prismenfernglas oder Teleskop bietet die Große Magellansche Wolke einen fantastischen Anblick. Im Jahre 1987 flammte dort eine Supernova auf, sie war die erdnächste seit 383 Jahren.

Der Tarantelnebel (NGC 2070) ist ein Emissionsnebel in der Großen Magellanschen Wolke und somit ebenfalls 160.000 Lichtjahre entfernt. Er besitzt die 5.000fache Leuchtkraft des Orionnebels und ist das größte bekannte Objekt seiner Art im Universum. Im kleineren Fernrohr ist er als nebliges Fleckchen erkennbar. In größeren Instrumenten werden Strukturen sichtbar, die an eine Spinne erinnern und dem Nebel seinen Namen gaben.

Darüber hinaus befinden sich im Schwertfisch die sehr viel weiter entfernten Galaxien NGC 1549, NGC 1553, NGC 1566 und NGC 1672.

Siehe auch