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Messbuch

Das Messbuch (lat. missale, daher auch dt. gelegentlich Missal, Plural Missalien) ist das wichtigste liturgische Buch der katholischen Kirche abendländischer Tradition. Es enthält vor allem die Messordnung (lat. ordo missae) und die Gebete, die in der Messe vom Priester gesungen oder gesprochen werden: Tagesgebet, Gabengebet, Schlussgebet (= Gebet nach der Kommunion), Gebet über das Volk; Hochgebete einschließlich der Präfationen, und Begleitgebete zur Eucharistie; ferner die gleich bleibenden Texte (Ordinarium Missae) Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus, Vater unser, Agnus Dei. Außerdem beschreibt das Messbuch die liturgischen Handlungen weithin in roter (lat.: ruber) Schrift, daher die Bezeichnung „Rubriken“.

In den Evangelischen Kirchen wird das Messbuch als Agende bezeichnet, in den byzantinischen Kirchen als Euchologion, Hieratikon oder Leitourgikon.

Einzelne Diözesan- und Ordensliturgien besaßen oder besitzen ihr eigenes Messbuch (z.B. Missale Aboense, Missale Parisiense, Missale secundum ritum ecclesie Bremense).

Im Besitz der Christian-Weise-Bibliothek Zittau befinden sich die Zittauer Missalien.


Inhaltsverzeichnis

Missale Romanum

Das am meisten verbreitete Messbuch ist das Missale Romanum für den Römischen Ritus, früher in lateinischer Sprache, heute daneben auch in zahlreichen landessprachlichen Ausgaben. Die deutschsprachige Ausgabe des heutigen Missale Romanum führt den Titel „Die Feier der heiligen Messe“ und besteht (wie sein lateinisches Vorbild) aus zwei Teilen,

  1. dem Buch für die Hand des zelebrierenden Priesters (Sacerdos celebrans): „Meßbuch für die Bistümer des deutschen Sprachgebietes“: es enthält in der Großausgabe viele Texte auch in lateinischer Sprache.
  2. dem Buch mit den biblischen Texten für den Wortgottesdienst der Messfeier: „Meßlektionar für die Bistümer des deutschen Sprachgebietes“.

Das Missale Romanum (Erstdruck: Mailand 1474: Missale secundum consuetudinem Romane Curie), noch ohne Rubricae generales und Ritus servandus) geht auf das Missale curiae zurück, d. h. auf das um 1220 zusammengestellte Messbuch der päpstlichen Palastkapelle.

Die rubrizistischen Vorschriften beruhen ab 1501 auf dem „Ordo servandus per sacerdotem in celebratione Missae sine cantu et ministris“ des Johannes Burckard von 1498 bzw. 1502, also ursprünglich einem Ordo missae für Privatmessen.

Zur Geschichte des Missale Romanum vom Konzil von Trient bis 1969/70 siehe Tridentinische Messe#Geschichte.

Seit der vom Zweiten Vatikanischen Konzil angeordneten Liturgiereform ist dem erneuerten Missale Romanum (Erstausgabe 1970; vgl. Missale Romanum (Apostolische Konstitution)) die für Feier und Verständnis der Messfeier wichtige Institutio Generalis Missalis Romani (IGMR) vorangestellt (3. Ausgabe 2002). Ihre deutsche Fassung heißt bislang „Allgemeine Einführung in das Römische Messbuch“ (AEM), künftig „Grundordnung des Römischen Messbuches“ (GORM). Außerdem findet man darin die Normae universales de anno liturgico et de calendario, verdeutscht unter dem Titel Grundordnung des Kirchenjahres und des Römischen Generalkalenders.

Heutige Ausgaben

Literatur