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Omsk

Wappen Karte
Basisdaten
Staat: Russland
Föderationskreis: Sibirien
Föderationssubjekt: Oblast Omsk
Gemeindeart:
Fläche: 572 km²
Einwohner: 1.142.800 (2005)
Bevölkerungsdichte: 1997 Einwohner pro km²
Höhe: ~110 Meter ü. NN
Postleitzahlen:
Telefonvorwahl: +7-3812
Geografische Lage: 55,00° Nord, 73,40° Ost Koordinaten: 55,00° Nord, 73,40° Ost.
Kfz-Kennzeichen: 55
Stadtgliederung:
Adresse
der Stadtverwaltung:
Offizielle Website: www.omsk.ru
E-Mail-Adresse:
Politik
Oberbürgermeister: W.F. Schrejder
Liste der Städte in Russland

Omsk (russisch Омск) ist eine russische Stadt in Sibirien, Hauptstadt der Oblast Omsk und die siebtgrößte Stadt Russlands mit 1.142.800 Einwohnern (2005). Die Stadt liegt am Zusammenfluss von Irtysch und Om.

Inhaltsverzeichnis

Geographische Daten

Die Stadt ist in fünf Stadtteile (okrug/округ) eingeteilt, davon vier rechts des Irtysch:

Links des Irtysch liegt der Kirowski okrug (238.000 Einwohner).

Der Zeitunterschied zu Moskau beträgt drei Stunden (UTC +06:00), die Entfernung zu Moskau ist 2555 Kilometer. Es herrscht kontinentales Klima mit kurzem, heißem Sommer und kaltem Winter, durchschnittliche Temperaturen:

Geschichte

Omsk wurde 1716, vom Trupp des deutschstämmigen Oberstleutnants der Russischen Armee J. D. Buchholz, als Grenzfestung für den Schutz Russlands gegen Überfalle aus dem Südosten gegründet, aber auch als Stützpunkt für die weitere Erschließung Sibiriens. Unter Einfluss des Oberbefehlshabers Iwan Iwanowitsch Springer entstand auf dem rechten Ufer des Irtysch 1768 eine für damalige Zeit moderne Festung mit Mauerwerk. Diese verhalf Omsk dazu, als militärisch- strategisch wichtiger Stützpunkt fortzubestehen. Seit 1782 ist Omsk eine Stadt. Im 19. Jahrhundert war Omsk Verbannungsort für Dissidenten, wie zum Beispiel Dostojewski und die Dekabristen. Bis 1918 befand sich in Omsk der Regierungssitz der Sibirischen Kosakenheeres. 1918 bis 1919 war Omsk die Residenz der antikommunistischen Regierung Koltschak. Seit 1936 ist Omsk das administrative Zentrum des Oblast Omsk.

Anfang des 20. Jahrhundert kam es zu einem starken Wirtschaftswachstum durch die Eröffnung der Transsibirischen Eisenbahn im Jahre 1895. Omsk wurde eine wichtige Handelsstadt in Sibirien. Über den Hafen am Fluss Irtysch werden Städte in der Taiga nördlich von Omsk versorgt.

Während des zweiten Weltkrieges wurden unzählige Industriebetriebe aus dem europäischen Teil der Sowjetunion nach Sibirien umgelegt. Omsk wuchs dadurch innerhalb weniger Jahre auf das Dreifache. Im Gebiet rund um Omsk findet man bis heute viele Russlanddeutsche, zum Beispiel im Deutschen Nationalkreis Asowo, die in den Kriegsjahren aus der Wolgaregion nach Sibirien und anderen Teilen der Sowjetunion verbannt wurden. Zahlreiche Dörfer unweit von Omsk (vor allem im Rajon (Kreis) (Moskalenki) und Isilkulj) sind von Russlandmennoniten gegründet worden; dort lebt heute noch eine große Zahl dieser Plattdeutsch (Plautdietsch) sprechenden Mennoniten.

Sehenswürdigkeiten und Kultur

Omsk ist ein Kunst-und Kulturzentrum und besitzt eine sehenswerte Altstadt mit Fassaden aus mehreren Jahrhunderten. Die Nikolaus-Kathedrale (1838-40) von Wassili Petrowitsch Stassow sowie die Eisenbahn-Akademie von Frederik Lidwal, der in Sankt Petersburg das Grand-Hotel Europe errichtete, sind einige Beispiele einer durch und durch architektonisch interessanten Stadt. Beispiele moderner Architektur sind das Musiktheater in Form einer Sprungschanze oder das Handelszentrum aus den 80er Jahren.

Die Stadt Omsk hat 83 Bibliotheken, neun Museen und mehrere Theater. Das älteste, das Schauspielhaus, ist über 130 Jahre alt. Auch die Philharmonie und der russische Volkschor haben über die Grenzen Sibiriens hinaus einen guten Ruf.

Museen

Die Omsker Gemäldegalerie befindet sich im prächtigen Gouverneurs-Palast von 1859-1862. Die große Sammlung umfasst Werke von Ilja Jefimowitsch Repin, Iwan Konstantinowitsch Aiwasowski, Wassili Iwanowitsch Surikow und vieler Werke von Michail Alexandrowitsch Wrubel. Mit dieser und anderen Sammlungen steht Omsk an der Spitze der sibirischen Kunstmuseen.

Das große Archäologische und Völkerkundemuseum besitzt eine außerordentliche Sammlung, darunter ein Mammutskelett, archäologische Funde und Werke der Russischen Avantgarde.

Sport

Jährlich im Winter findet in Omsk der Siberian Ice Marathon statt. Es handelt sich um einen Halbmarathon, der bei Temperaturen um -20 °C gelaufen wird, was eine besondere Herausforderung an die Sportler stellt. Der kälteste Lauf fand im Winter 2001 am 6. Januar bei -42 °C statt. Der Journalist Tom Ockers nahm an diesem Lauf teil und veröffentlichte ein Buch darüber.

Mit Avangard Omsk stellt die Stadt einen Eishockeyverein in der höchsten russischen Liga, die Mannschaft war 2004 russischer Meister. Sie gehört wie auch der Fußballverein FC Chelsea dem Milliardär Roman Abramowitsch. Der Fußballverein heißt „Irtysch“. Aus Omsk kommen die Olympiasieger Aleksej Tischtschenko (Boxen), Irina Tschaschtschina (Gymnastik) und Dmitrij Lykin (Schießen).

Wirtschaft

Industrie

In den 1950er und 1960er Jahren entwickelte sich Omsk zu einem großen Zentrum der erdölverarbeitenden und der erdölchemischen Industrie im Osten des Landes. Die wichtigsten Industriezweige sind Maschinenbau, Gerätebau, Elektronik, Leicht- und Nahrungsmittelindustrie und holzbearbeitende Industrie. Die Produktion von Raumfahrzeugen, Motoren, landwirtschaftlichen Maschinen, Erdöl- und Gasapparaturen sowie Baumaterialien bestimmen ebenfalls die Industrie der Stadt.

Der Wirtschaftskraft nach steht die Stadt hinter Moskau, Sankt Petersburg und Jekaterinburg auf Rang vier in Russland. Im Ort sind folgenden Firmen vorhanden:

Verkehr

Der ÖPNV in der Stadt wird durch die städtische Verkehrsverwaltung abgewickelt. Die Hauptlast des öffentlichen Nahverkehrssystems tragen russlandtypisch Busse und Trolleybusse. Die Straßenbahn fristet ein Schattendasein. Die Metro Omsk ist noch im Bau, eine Eröffnung vor 2010 ist nicht in Sicht.

Über die Autobahn M5 ist Omsk mit dem europäischen Teil Russlands verbunden. Diese führt über die Uralmetropole Tscheljabinsk bis nach Moskau. Omsk besitzt weiterhin einen Flughafen, der von mehreren Gesellschaften angeflogen wird (darunter die Aeroflot via Moskau, S7 Airlines nonstop von Hannover) und auch der Hauptstützpunkt einer kleineren Gesellschaft (Omskavia) ist. Omsk ist weiterhin angeschlossen an die Transsibirische Eisenbahn, die von Moskau kommend durch die Stadt und ganz Sibirien bis nach Wladiwostok am Pazifik führt.

Auf dem Stadtgebiet gibt es vier Straßenbrücken über den Irtysch. Die "Leningrader Brücke" quert den Fluss im Stadtzentrum. Die "Brücke des 60-jährigen Sieges", liegt 2,5 Kilometer nördlich und wird in Zukunft auch von der Metro genutzt werden. Die "Brücke des 60. Jubiläums der sowjetischen Lenin-Jugendorganisation" liegt weiter 4 Kilometer nördlich und verbindet die Wohnviertel links des Irtysch mit den Industrievierteln im Norden. 12 Kilometer südlich der "Leningrader Brücke" quert eine Umgehungsstraße den Fluss. Dazwischen kreuzt die Eisenbahn den Fluss.

Bildung

Jeder vierte Einwohner in Omsk lernt an einer der 20 Hochschulen und Universitäten. 44 Forschungsinstitute, inklusive einer Filiale der russischen Akademie der Wissenschaften, sind in Omsk aktiv. Neben den vier Universitäten (Universität für Eisenbahnverkehr, Technische Universität, Klassische Universität und Pädagogische Universität) gehören vor allem die medizinische Akademie, die Sport-Akademie und die Juristische Akademie zu den führenden Fachhochschulen Russlands.

Folgende Bildungseinrichtungen sind in der Stadt angesiedelt:

Der Asteroid Nr. 3406, entdeckt von A. Burmaschowa, trägt den Namen "Omsk".

Söhne und Töchter der Stadt

Literatur

Quellen

  1. Geoklima 2.1
 Commons: Omsk – Bilder, Videos und Audiodateien