Heim

Generalstab

Der Generalstab ist die höchste militärische Kommandobehörde vieler Streitkräfte. Ihr Leiter ist der Generalstabschef. Der Generalstab ist heute in den meisten Ländern dem Verteidigungsministerium nachgeordnet. Die entsprechende Kommandobehörde von Seestreitkräften ist in vielen Staaten der Admiralstab bzw. die Admiralität.

Inhaltsverzeichnis

Aufgaben

Der Generalstab setzt die Aufträge der politischen Führung in militärische Maßnahmen um. Zu den Aufgaben eines Generalstabs können gehören:

Entstehung und Bedeutung des Generalstabs in Deutschland

Preußen

Zu den preußischen Reformen, die nach der Niederlage bei Jena und Auerstedt 1806 eingeleitet wurden, gehörte auch die Schaffung eines Generalstabs. Dieser Stab unterstützte die oberste Heeresführung bei der Planung, Vorbereitung und Durchführung militärischer Operationen. Als geistige Väter des preußischen Generalstabs gelten Oberst Christian von Massenbach, Generalleutnant Gerhard von Scharnhorst und Generalfeldmarschall August Graf Neidhardt von Gneisenau.

Der preußische Generalstab hat sich in den Befreiungskriegen gegen Frankreich und in den Einigungskriegen hervorragend bewährt. Seine militärischen Planungen standen auf einer militärwissenschaftlichen Grundlage. Der Ausdruck generalstabsmäßig ist bis heute ein in der Umgangssprache verbreiteter Begriff für eine gründliche Planung, die nichts dem Zufall überlässt.
Er galt zu jener Zeit bei allen Armeen als vorbildlich. Viele Staaten sandten Offiziere nach Berlin, damit sie die Arbeit des Großen Generalstabes studierten, oder baten um Entsendung deutscher Generalstäbler als Instrukteure.

Die Entwicklungsgeschichte dieses Generalstabes stammt allerdings nicht aus Preußen. Jedenfalls organisierte der Große Kurfürst seinen Generalquartiermeisterstab Ende des 17. Jahrhunderts nach dem Muster der damals hochangesehenen schwedischen Armee. Die Aufgabe des Stabes war es, den Ingenieursdienst der Armee zu betreuen, die Marschrouten zu überwachen und Lager und befestigte Stellungen auszuwählen.
Zur selben Zeit entstanden ähnliche Einrichtungen in England unter Cromwell, in Österreich und anderen süddeutschen Staaten.
Die Heere waren im Laufe der Zeit so stark geworden, die Kriegsschauplätze so ausgedehnt, dass es für den Souverän schwierig wurde, im Kriege allein zu befehligen. Das Bild wandelte sich endgültig, als mit der Französischen Revolution der Krieg der Fürsten und Könige zum Volkskrieg wurde und Massenheere an verschiedenen, oft weit auseinander gelegenen Schauplätzen kämpften. Jetzt war es unmöglich geworden, dass ein Feldherr allein befehligte und jetzt war ein Feldzug, bei dem Millionen Soldaten zu mobilisieren waren, nicht mehr aus dem Augenblick heraus zu organisieren.

In Preußen blieb mit Blick auf die Erfolge Friedrichs des Großen die Wandlung der Situation und die damit einhergehende Notwendigkeit einer Anpassung unbeachtet, wohingegen Frankreich als erste Nation einen Stab von Fachleuten zusammenrief, den man einen Generalstab im Sinne der Neuzeit nennen konnte. Nicht zuletzt ihm verdankte Napoleon seinen Siegeszug durch Europa.
Erst durch die napoleonischen Erfolge wurde das schlafende Preußen geweckt. Die jungen revolutionären Kräfte, die sich vorher gegen die konservativen Kräfte nicht durchzusetzen vermocht hatten, fühlten ihre Ansichten durch den Lauf der Ereignisse bestätigt, und endlich konnten sie auch den König überzeugen. Weit reichten Scharnhorsts Pläne, mit denen er das in Jahrzehnten Versäumte innerhalb kurzer Zeit aufzuholen gedachte:

Es gelang Scharnhorst nicht, alle Forderungen durchzusetzen, und er musste manche Umwege gehen, um doch zum Ziel zu gelangen. Einen Plan aber setzte er durch: Der alte Quartiermeisterstab wurde aufgelöst, ein Kriegsministerium gebildet und in ihm der Generalstab. Und als Eingangsschule dazu gründete Scharnhorst auch die Kriegsakademie. Auf dieser Akademie sollten die Offiziere nicht zu sturen Befehlsempfängern, sondern zu gebildeten, selbständig denkenden und handelnden Führern erzogen werden.
Bereits wenige Jahre nach seiner Neubelebung, in den Befreiungskriegen 1813-15, trat der neue preußische Generalstab erstmalig in Aktion. Scharnhorst, der Chef dieses Generalstabes, hatte den Operationsplan für die preußische Armee entworfen, nach seinem Tod führte Gneisenau sein Werk fort.

Paris wurde 1814 nach Gneisenaus Plan genommen und auch der Schlacht bei Belle Alliance lag ein Entwurf des preußischen Generalstabes zugrunde. Diesmal verfiel man in Berlin nicht wie nach dem Tode Friedrichs des Großen in selbstzufriedenen Dämmerschlaf: Nach den Befreiungskriegen wurden die als richtig erkannten Grundsätze des Generalstabes weiter entwickelt. Die Kriegsgeschichte wurde erforscht, damit die jungen Offiziere aus ihr die Lehren ziehen konnten, Pläne für mögliche Kriege, entsprechend der politischen Lage, wurden erarbeitet, das Landkartenwerk vervollkommnet, Verwaltungs- und Nachschubfragen studiert, der Ausbau des Straßennetzes auch nach militärischen Gesichtspunkten überwacht. Der Generalstab erhielt die Aufgabe, alle Personalfragen des Heeres zu bearbeiten und die vielleicht eines Tages notwendige Mobilmachung vorzubereiten. Jeder Infanterie-Division wurde ein Generalstäbler als Verbindungsoffizier zugeteilt. Und stets folgte man der Lehre, dass jeder Offizier eine Persönlichkeit sein müsse, der zwar das Ziel befohlen wird, die aber über den Weg, der zu dem Ziel führt, selbst entscheidet.

In der Schlacht bei Königgrätz 1866 verstand es der damalige Generalstabschef Helmuth von Moltke, seine Generalstabsarbeit voll zur Wirkung zu bringen: Drei preußische Armeen rückten getrennt in Böhmen ein und trafen mit höchster Präzision erst auf dem Schlachtfeld zusammen, um das gegnerische Heer zu schlagen.

Generalstabschefs

seit der Einführung der dienstlichen Bezeichnung:

Deutsches Reich

Deutsches Kaiserreich

Schon in Preußen hatte der Generalstab seit Moltke eine besondere, auch politische Bedeutung. Der Generalstab wurde unterteilt in den zentralen, den „Großen Generalstab“ in Berlin und in die Truppengeneralstäbe bei den Korps-Kommandos bzw. Generalkommandos und die Generalstabsoffiziere bei den Divisionen. Der Chef des Großen Generalstabes nannte sich „Chef des Generalstabes“ und war gleichzeitig Fachvorgesetzter aller Generalstabsoffiziere. Er war äußerst einflussreich, da er seit 1883 zusammen mit den Kommandierenden Generalen und den Oberbefehlshabern Immediatrecht beim Kaiser als „Oberster Kriegsherr“ (Deutsches Reich) und „Chef der Armee“ (Preußen) und damit faktisch die Möglichkeit hatte, militärische Entscheidungen vorbei an Kanzler und Reichstag zu treffen. Das gilt als eine der Keimzellen der Katastrophe des Ersten Weltkrieges, da die militärische Planung damit nicht zwangsläufig einer politischen Kontrolle unterworfen war (siehe hierzu auch: Primat der Politik). So konnte sich der Schlieffenplan zum einzigen Kriegsplan und geradezu zum Dogma entwickeln, ohne dass maßgebliche Politiker des Reiches auch nur eingeweiht waren. Auch die Führung der Kaiserlichen Marine kannte diese Heeresplanung nicht.

Innere Gliederung

Der „Große Generalstab“ untergliederte sich in mehrere Abteilungen.

Weitere Abteilungen hatten die Politik und das Militär der anderen Staaten der Erde aus der Presse, Diplomatie sowie Militär- und Agentenberichten zu beobachten und auszuwerten und ihr Wissen stets auf dem aktuellen Stand zu halten.

Daneben gab es

Diese hatte das Land trigonometrisch und topographisch zu vermessen, Karten anzufertigen und auf dem neuesten Stand zu halten. Ebenso hatte sie Karten vom Ausland zu sammeln und zu vervielfältigen.

Die Verantwortung lag im Großen Generalstab außer beim Chef des Generalstabes selbst, bei dem alle Arbeiten zusammenliefen, beim Oberquartiermeister (OQ I). Dieser war Vorgesetzter aller Abteilungsleiter.

Während des Ersten Weltkrieges wurde die Arbeit des Generalstabes von der Obersten Heeresleitung (OHL) durchgeführt. Helmuth von Moltke d. J. und Erich von Falkenhayn waren die Chefs der Ersten bzw. Zweiten OHL. Nach der Ablösung Falkenhayns wurde die dritte OHL gebildet. Dies waren Hindenburg, dem als nahezu gleichberechtigtem Partner Ludendorff zur Seite stand. Daher wurde für Ludendorff die Bezeichnung Erster Generalquartiermeister eingeführt. Nach der Entlassung Ludendorffs folgte ihm Groener in diese Stellung.

Generalstabschefs

Weimarer Republik

Die Reichswehr durfte nach den Bestimmungen des Vertrags von Versailles keinen Generalstab besitzen. Artikel 160 des Vertrags bestimmte: „Der deutsche Generalstab und alle ähnlichen Formationen werden aufgelöst und dürfen unter keiner Gestalt neu gebildet werden.“ Die Rolle des Generalstabs übernahm das Truppenamt (eine Tarnbezeichnung) im Reichswehrministerium. Außerdem gab es eine Heeresleitung und die Marineleitung der Reichsmarine. Teile der kriegsgeschichtlichen Abteilung des Generalstabs setzten ihre Arbeit im neu gegründeten Reichsarchiv fort.

Chefs des Truppenamts

Zeit des Nationalsozialismus

Im Jahre 1935 wurde der Generalstab in der Wehrmacht offiziell wieder eingeführt. Chef des Generalstabes des Heeres wurde am 1. Juli 1935 Generalleutnant Ludwig August Theodor Beck, der schon seit dem 1. Oktober 1933 das Truppenamt im Reichswehrministerium leitete.

Chef des Generalstabes der Luftwaffe wurde am 1. März 1935 Generalmajor Walther Wever, der ebenfalls schon vorher, seit dem 1. September 1933, Chef des Luftwaffen-Kommando-Amts im Reichsluftfahrtministerium und damit Chef des getarnten Generalstabs der Luftwaffe war.

Zur gleichen Zeit wurde die Marineleitung in Oberkommando der Marine umbenannt, der bisherige Chef der Marineleitung, Admiral Erich Raeder, wurde Oberbefehlshaber der Marine (Ob.d.M.), die fortan als Kriegsmarine bezeichnet wurde. Die Marine kannte keinen Admiralstab, sondern nur die Seekriegsleitung, die 1938 eingeführt wurde. Der Inhaber dieser Kommandostelle hieß zunächst „Chef des Stabes der Seekriegsleitung“, ab Mai 1944 „Chef der Seekriegsleitung“.

Im Zuge der Blomberg-Fritsch-Krise im Februar 1938 erlangte Hitler den unmittelbaren Oberbefehl über die Wehrmacht, und schuf sich zugleich einen eigenen militärischen Stab - das Oberkommando der Wehrmacht (OKW) mit General Wilhelm Keitel als Chef des Oberkommandos der Wehrmacht an der Spitze.

Die eigentliche Stabsarbeit wurde dabei vom Wehrmachtführungsamt (WFA) im Oberkommando der Wehrmacht mit seinen verschiedenen Abteilungen geleistet. Das WFA (1940 umbenannt in Wehrmachtführungsstab (WFSt)) wurde, mit kurzer Unterbrechung 1939, bis zum Kriegsende von Alfred Jodl als Chef des Wehrmachtführungsstabes im Oberkommando der Wehrmacht geführt.

Das OKW bzw. der Wehrmachtführungsstab war aber entgegen dem, was der Name suggerierte, nicht der oberste militärische Stab für die gesamte Wehrmacht. Der jeweilige Hauptkriegsschauplatz, also ab 1941 die Führung des Krieges gegen die Sowjetunion, lag in den Händen des Oberkommandos des Heeres, lediglich die übrigen Kriegsschauplätze lagen in der Zuständigkeit des Wehrmachtführungsstabes.

Generalstabschefs des Heeres

Generalstabschefs der Luftwaffe

Chefs des Stabes (ab 1944 Chef) der Seekriegsleitung

Bundesrepublik Deutschland

siehe: Führungsstab der Streitkräfte

Nach 1945 war durch das Potsdamer Abkommen eine eigenständige deutsche Armee und der Generalstab verboten. Bei der Wiederbewaffnung am 5. Mai 1955 wurde der Begriff Generalstab in der Bundeswehr nicht mehr verwendet. Gleichwohl existieren die oben genannten Aufgaben eines Generalstabs auch in der Bundeswehr. Ihre oberste Führungsbehörde ist der Führungsstab der Streitkräfte (FüS) im Bundesministerium der Verteidigung (BMVg). An der Spitze des FüS steht der Generalinspekteur der Bundeswehr als höchster Soldat der Bundeswehr.

In der Zeit bis 1990 hatte Deutschland die operative Führung seiner Kräfte im Kriegsfall komplett der NATO übertragen, wobei dieser zum Teil rein deutsche Hauptquartiere unterstanden wie z. B. das Flottenkommando oder die deutschen Heereskorps (I., II., III.). Heutige Auslandseinsätze, die nicht unter der Führung der NATO oder einer anderen internationalen Organisation stehen, werden durch das BMVg und das Einsatzführungskommando oder in Ausnahmefällen das Führungskommando einer Teilstreitkraft geführt. Auch in diesen Dienststellen waren und sind Generalstabsaufgaben zu erledigen. Die übrigen, nicht operativen Aufgaben eines Generalstabs wurden und werden im FüS und in den Führungsstäben der Teilstreitkräfte im BMVg wahrgenommen.

Die Bezeichnung G1, G2, usw. ist aber auch heutzutage noch in den Divisionsstäben der Bundeswehr zu finden. Sie identifiziert den zuständigen Generalsstab und dessen Verantwortungsbereich. G1 steht z. B. für die Generalstabsabteilung, die für die Personalführung verantwortlich ist. Leiter dieser Abteilung ist meistens ein Offizier im Range eines Oberst i.G. oder Oberstleutnant i.G. Alle untergeordneten Dienstgrade in einer G Abteilung sind demzufolge S Offiziere, S Feldwebel, S Unteroffiziere oder S Soldaten. Der S1 DVVerbOffz wäre demnach der S1 DV-Verbindungsoffizier in der G1 Abteilung, verantwortlich für die elektronische Verwaltung der Personaldaten innerhalb der Division. In untergeordneten Bataillonen und Regimentern ist der Posten des Personalleiters durch einen S1 Offizier (Stabsoffizier für Personalführung) vertreten. Ein S1-Offizier ist meistens im Range eines Oberleutnant oder Hauptmann/Stabshauptmann.

Generalstabsoffiziere

Für den Dienst im Generalstab wurden von Beginn an besonders qualifizierte Offiziere benötigt. Diese Generalstabsoffiziere bedurften einer über den Bereich ihrer Truppengattung (anfangs Infanterie, Kavallerie, Artillerie) hinausgehenden Ausbildung, um die Streitkräfte in ihrer Gesamtheit zu verstehen. Zur Generalstabsausbildung wurden deshalb stets die besten Offiziere eines Jahrgangs ausgewählt und sie ist grundsätzlich die Voraussetzung zur Beförderung zum General. Es gibt nur wenige Ausnahmen davon, wie z. B. die Inspizienten der jeweiligen Waffengattungen.

Die Generalstabsausbildung in Deutschland war immer langwierig und aufwändig. In der Vergangenheit bestand sie zum Teil aus mehreren Phasen an der Generalstabsakademie, wissenschaftlichen Studien und zwischenzeitlichem Dienst in der Truppe. In der Bundeswehr werden die Generalstabsoffiziere des Heeres und der Luftwaffe und die Admiralstabsoffiziere der Marine seit 1957 in einem zweijährigen Lehrgang (Nationaler Lehrgang Generalstabs-/Admiralstabsdienst, LGAN) an der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) in Hamburg ausgebildet. Es hat sich gezeigt, dass die neuen Aufgaben der Bundeswehr im Rahmen ihrer Auslandseinsätze in immer größerem Umfang gemeinsame Einsätze aller Teilstreitkräfte (Joint) mit sich bringen. Deshalb genügt die traditionelle Ausbildung mit teilstreitkraftbezogenen Lehrgängen und gemeinsamen (joint) Ausbildungsanteilen nicht mehr den Erfordernissen. Seit 1. Oktober 2004 werden deshalb die Offiziere von Heer, Luftwaffe und Marine in einem gemeinsamen Lehrgang ausgebildet.

Bestimmte Dienstposten werden als Generalstabsdienstposten bezeichnet. In höheren militärischen Stäben – im Heer von der Brigadeebene an aufwärts – unterstützen Generalstabsoffiziere den Truppenführer als so genannte Führergehilfen. Sie dienen außerdem in vielen anderen leitenden Positionen des BMVg, an Akademien und Schulen oder als Militärattachés. Offiziere des Heeres und der Luftwaffe, die auf Generalstabsdienstposten dienen, führen bei ihrem Dienstgrad den Zusatz „i. G.“ mit der Bedeutung „im Generalstabsdienst“ (bis 1945 bedeutete i. G. „im Generalstab“) und sind durch äußerliche Zeichen an der Uniform (karmesinrote Kragenspiegel, karmesinrote Unterlegung der Schulterklappe) kenntlich. Die meisten von ihnen – aber nicht alle – haben an der Generalstabsausbildung teilgenommen. Die Marine kennt weder Dienstgradzusätze noch Kennzeichnungen von Admiralstabsoffizieren.

DDR

Nach der Gründung der NVA am 1. März 1956 wurden die Funktionen des Generalstabes vom Hauptstab ausgeführt. Die Bezeichnung Generalstab wurde auf Druck der Sowjetunion nicht verwendet. Die Generalstabsausbildung erhielten die Offiziere an der Militärakademie der NVA und der Generalstabsakademie der UdSSR. Der Chef des Hauptstabes war, ebenso wie die Chefs der Teilstreitkräfte, bis 1989 Stellvertreter des Ministers für Nationale Verteidigung.

Chefs des Hauptstabes

Österreich

Der Chef des Generalstabes in Österreich ist der oberste Berater des Bundesministers für Landesverteidigung in allen militärischen Angelegenheiten und repräsentiert die militärische Führung des Bundesheeres im In- und Ausland. Er ist beratendes Mitglied des Nationalen Sicherheitsrates und Vorsitzender des Arbeitsausschusses „M“ im Rahmen der Umfassenden Landesverteidigung und militärischer Berater der Bundesheer-Beschwerdekommission sowie Repräsentant des Bundesheeres im EU-Militärausschuss, im Koordinierungsausschuss der Euro-Atlantischen Partnerschaft sowie in einschlägigen multinationalen Gremien. Ihm obliegt die Dienst- und Fachaufsicht über die Streitkräfte und die Nachrichtendienste sowie die Akademien, die Waffen- und Fachschulen, die Militärmission, die Militärberatungen und die Büros der Verteidigungsattachés. Der Chef des Generalstabes bedient sich dabei seines Generalstabes, der im wesentlichen aus dem Führungs-, der Planungs- und der Rüstungsstab besteht. Im Österreichischen Bundesheer führen die Offiziere mit Generalstabsausbildung den Zusatz „dG“ (des Generalstabsdienstes, z.B. MjrdG). Alle Truppenoffiziere, werden frühestens fünf Jahre nach der Ausmusterung zum Leutnant einem mehrstufigen Auswahlverfahren unterzogen. Der Generalstabslehrgang umfasst sechs Semester. Eine Generalstabsausbildung für Milizoffiziere ist nicht vorgesehen.

Schweiz

In der Schweizer Armee lautet der entsprechende Zusatz „i Gst“ (im Generalstab), bzw. „EMG“ (État-major général) auf Französisch und „SMG“ (Stato maggiore generale) auf Italienisch. Die Möglichkeit einer Karriere im Generalstab steht sowohl Miliz- wie auch Berufsoffizieren offen. Generalstabslehrgänge werden von der HKA (Höhere Kader Ausbildung) der Armee durchgeführt und dauern in der Regel dreimal vier Wochen, in der Grundausbildungstufe und zweimal drei Wochen in der Weiterbildungsstufe. Die Kursdauer ist im Vergleich zu Stabslehrgängen anderer Armeen extrem kurz. Die Konzentration des Lehrinhalts auf die kurze Kursdauer wurde aber so optimiert, dass die Ausbildungsqualität mit dem Ausland mindestens ebenbürtig ist. Des weiteren wird durch die intensive Schulung bereits im Stabslehrgang simuliert, wie später im Einsatz ein Arbeiten mit wenig Schlaf noch möglich sein muss.

Generalstabssoffiziere tragen alle ein schwarzes Beret und als Abzeichen ein Edelweiss mit Schweizerkreuz. Als weiteres Erkennungsmerkmal sind die Bundfaltenhosen des Ausgangstenues (Tenue A) seitlich mit einem der Naht entlang laufenden, 5cm breiten schwarzen Streifen versehen. Bei allen anderen Angehörigen der Armee ist dieser Streifen nur sehr schmal gezogen.

Seit der Armeereform XXI bilden der Generalstabschef (GSC) sowie das Korps der Generalstabsoffiziere keine offiziellen organisatorischen Einheiten der Schweizer Armee mehr. Im Herbst 2005 wurde deshalb die Gesellschaft der Generalstabsoffiziere (GGstOf) gegründet.

Andere Staaten

Die USA haben einen Vorsitzenden des Vereinigten Generalstabs, den Chairman of the Joint Chiefs of Staff (CJCS). Zurzeit ist dies der Admiral Michael G. Mullen, United States Navy. Darüber hinaus hat jede der vier Teilstreitkräfte einen Generalstab, siehe Commandant of the Marine Corps, Chief of Naval Operations, Chief of Staff of the Army und Chief of Staff of the Air Force.

Die israelischen Streitkräfte (Tzahal) haben einen Generalstab, der vom dienstgradhöchsten Offizier geführt wird, zurzeit ist dies Raw Aluf Gabi Aschkenasi.

Japan hatte von 1878 bis 1945 einen unabhängigen Generalstab nach preußischem Vorbild, siehe Generalstab (Japan).

Zwischen 1908 und 1964 war der Chef des Imperialen Generalstabes der Chef des Generalstabes der British Army. Da es nach 1904 keinen Oberbefehlshaber mehr gab, war der Chef des Imperialen Generalstabes der militärische Kopf der Armee des British Empire. Seit 1964 wird die Funktion als Chief of the General Staff bezeichnet.

Siehe auch