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Emmen LU

LU dient als Kürzel für den Schweizer Kanton Luzern und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Emmen zu vermeiden.
Emmen
Basisdaten
Kanton: Luzern
Amt: Hochdorf
BFS-Nr.: 1024Vorlage:Infobox Ort in der Schweiz/Gemeinde
PLZ: 6020+6032
UN/LOCODE: CH EMM (Emmen)

CH EBC (Emmenbrücke)

Koordinaten: (665417 / 214412)Koordinaten: 47° 4′ 39″ N, 8° 18′ 0″ O; CH1903: (665417 / 214412)
Höhe: 427 m ü. M.
Fläche: 20.37 km²
Einwohner: 27'019Vorlage:Infobox Ort in der Schweiz/Stadt

(31. Dezember 2006)

Website: www.emmen.ch
Karte

Vorlage:Infobox Ort in der Schweiz/Pixel

Emmen ist eine politische Gemeinde im Amt Hochdorf des Kantons Luzern in der Schweiz.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Die Gemeinde ist ein Vorort von Luzern. Sie liegt zwischen (von West nach Ost) Littau im Südwesten, Luzern und Ebikon im Süden, Buchrain im Osten, Eschenbach LU und Rothenburg im Norden und Neuenkirch im Nordwesten.

Emmen besteht aus den beiden Ortsteilen Emmen-Dorf und Emmenbrücke. Der erstere liegt im Reusstal - der letztere grossteils in einer welligen Hochebene, minderheitlich (die unteren Quartiere) ebenfalls im Reusstal. Emmen-Dorf besteht aus den Teilen (Ober-)Dorf und Unterdorf (im Nordosten anschliessend). Zum Ortsteil Emmen, welcher der historische Siedlungsschwerpunkt ist, gehören noch die Weiler Rottertswil (452 m.ü.M.;2,6 km nördlich des Dorfs) , Waltwil (421 m.ü.M.;3 km nordöstlich) und Waldibrücke (422 m.ü.M.;3,9 km nordöstlich) - sowie das Industriegebiet Emmenfeld/Hasli/Buholz zwischen Emmen-Dorf und Waltwil. Wegen des Flugplatzes ist die Ebene Emmenfeld/Haslifeld, ausser den Industriezonen, unverbaut. Zwischen Buholz und der Reuss liegt ein grösseres Waldgebiet – der Obere Schiltwald – und zwischen Waldibrücke und der Reuss der Untere Schiltwald. Durch die industrielle Ansiedlung entstanden im Ortsteil Emmenbrücke die ersten grösseren Wohngebiete. Mittlerweile hat Emmenbrücke den Ortsteil Emmen in Sachen Einwohnern weit hinter sich gelassen, breitet sich weiter aus und schluckt ehemals landwirtschaftliche Zonen. Vor allem in den Gebieten westlich von Gerliswil entstanden am südwärts gerichteten Hang neue Wohnsiedlungen, die immer noch grösser werden (Erlen, Neuhof). Die Kleine Emme , die im Gebiet Ibach von links in die Reuss einmündet, bildet die Grenze zwischen dem Littauer Ortsteil Reussbühl und Emmenbrücke. Einziges grösseres Waldgebiet im Ortsteil Emmenbrücke ist der Riffigwald. Der gesamte Nordwesten der Gemeinde ist ländlich geprägt mit zahlreichen Häusergruppen und Einzelgehöften. Durch dieses Gebiet fliesst von West nach Ost der (Hellbühler-) Rotbach, welcher auf einigen Kilometern Länge die Nordgrenze zwischen Emmen und Rothenburg LU bildet. Von der gesamten Gemeindefläche von über 20 km² werden 46,6% landwirtschaftlich genutzt. Ausserdem bedecken Wald und Gehölz 18,2% der Ortschaft und ein Drittel (wachsend) ist Siedlungsfläche.

Nachbargemeinden

Emmen grenzt an Buchrain LU, Ebikon, Eschenbach LU, Littau LU, Luzern, Neuenkirch und Rothenburg LU.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1798 1'330
1837 1'513
1850 1'764
1860 1'832
1870 1'948
1880 2'235
1888 2'484
1900 3'162
1910 4'229
1920 5'024
1930 7'905
1941 8'716
1950 11'065
1960 16'856
1970 22'040
1980 22'392
1990 25'407
2000 26'885
2002 27'000
2004 26'895

Zwischen 1798 und 1870 wuchs die Einwohnerzahl zwar stetig, aber nicht in Riesenschritten. Danach folgte ein hundertjähriger starker Wachstumsschub. Bereits 1950 war die Marke von 10'000 Einwohnern überschritten. Zwischen 1970 und 1980 stagnierte die Bevölkerung. Der Grund ist in der Rückwanderung eines Teils der ausländischen Bevölkerung in ihr Heimatland infolge der Wirtschaftskrise nach dem Erdölschock zu sehen (viele Betriebe der starken Industriebranche bauten in dieser Zeit Stellen ab). In den 80-er-Jahren erfolgte der letzte grosse Bevölkerungsschub. Seit dem Jahr 2000 stagniert die Einwohnerzahl. Emmen ist nach der Stadt Luzern die Gemeinde mit den meisten Einwohnern im Kanton Luzern.

Sprachen

Die Bewohner benutzen als Umgangssprache eine hochalemannische Mundart. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 81,57% Deutsch, 5,01% Serbokroatisch und 3,91% Italienisch als Hauptsprache an. Weiter gibt es zahlreiche Personen, welche Spanisch, Portugiesisch, Türkisch, Tamilisch und Kurdisch besser oder gleich gut wie Deutsch beherrschen. Grosse Teile der Secondos (Kinder der Einwanderer) sind in verschiedener Reihenfolge dreisprachig (Muttersprache der Eltern, Standarddeutsch und Mundart).

Religionen - Konfessionen

Seit jeher gehört die Mehrheit der Einwohner von Emmen der römisch-katholischen Kirche an. Durch Kirchenaustritte und Zuwanderung aus anderen Regionen der Schweiz und dem Ausland hat sich dies etwas gemildert. Heute (Stand 2000) sieht die religiöse Situation folgendermassen aus: Es sind 64,17% römisch-katholische-, 12,71% evangelisch-reformierte- und 4,60% orthodoxe Christen. Daneben gibt es 6,87% Muslime, 6,52% Konfessionslose und 0,85% Mitglieder anderer nichtchristlicher Glaubensgemeinschaften.

Emmen und die Emigranten

In Emmen siedelten zahlreiche kleinere und grössere Industriebetriebe an. Bereits um die Jahrhundertwende entstand so ein bedeutendes Industriezentrum, dessen Wachstum ein immer grösserer Bedarf an Arbeitskräften erforderte, welcher erst durch Abwanderung der Landbevölkerung und später durch Emigranten gedeckt wurde. Ende 2006 waren von den 27'007 Einwohnern 18'864 Schweizer und 8'143 (=30,2%) Ausländer. Da in verschiedenen Quartieren der Ausländeranteil noch weit höher liegt - teilweise über 50% - kam es in den vergangenen Jahren zu Problemen zwischen Schweizern und Ausländern. So wurde Einbürgerungswilligen aus dem früheren Jugoslawien in Volksabstimmungen der Schweizer Pass verweigert. Emmen machte in der ganzen Schweiz negative Schlagzeilen mit dieser Einbürgerungspraxis und das Bundesgericht verurteilte sie in einem Entscheid aus dem Jahr 2003 als diskriminierend. Im Februar 2005 entschieden mit 68.4% Ja-Stimmen die Stimmberechtigten, dass in Zukunft eine Kommission über Einbürgerungsgesuche entscheiden soll.

Verkehr

Die Gemeinde Emmen liegt an einer europäischen Nord-Süd Achse, auf dem Gemeindegebiet kreuzen sich die Autobahnen A2/E35 und die A4. Der wichtigste Verkehrsknoten der Gemeinde, der Seetalplatz, ist durch den motorisierten Individualverkehr häufig überlastet.

Emmen ist durch die Linien S8 und S9 (Seetalbahn) der S-Bahn Luzern erschlossen. Verschiedene Busgesellschaften verbinden die Gemeinde mit der Stadt Luzern und dem Luzerner Hinterland. Innerhalb der Gemeinde verkehren Ortsbusse auf fünf verschiedenen Linien.

Wirtschaft

Einer der wichtigsten und grösster Arbeitgeber der Gemeinde Emmen ist der Militärflugplatz Emmen (ICAO Code LSME, IATA Code EML) der Schweizer Luftwaffe. Hier befindet sich neben dem Flugzeugwerk auch die Schweizer Kunstflugstaffel "Patrouille Suisse". Der Flugplatz bietet etwa 1400 Arbeitsplätze und wird im Rahmen des Stationierungskonzepts der Armee auch weiterhin als Ausweich-, Transport- und Werksflugplatz bestehen.

Geschichte

Emmen wird als Emau erstmals in einem Schreiben von König Lothar erwähnt. Darin bestätigte er die Unterstellung von fünf freien Männern unter die Herrschaft des Klosters im Hof in Luzern. Das Kloster Murbach im Elsass übte jahrhundertelang die Herrschaft aus. Im Jahre 1291 kam die Gemeinde unter die Herrschaft der Habsburger . Diese verloren Emmen nach der Schlacht bei Sempach im Jahr 1386. Seitdem gehört Emmen zu Luzern . Bis 1798 war die Gemeinde Teil des Amts Rothenburg. Auch die Emmer beteiligten sich am Bauernkrieg von 1653. Von 1798 bis 1803 gehörte Emmen zum Distrikt Luzern. Der heutige Ortsteil Rottertswil allerdings gehörte zum Distrikt Hochdorf. Seit 1803 ist Emmen dem Amt Hochdorf zugeteilt und dessen einwohnerstärkste Gemeinde. Der Gemeindeteil Rottertswil kam erst 1814 zu Emmen.

Berühmtheiten aus Emmen LU