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Koreischiten

Die Koreischiten (auch Quraisch, Quraish oder Quraysh, arabisch قريش‎) sind ein arabischer Stamm, von dem der Prophet Mohammed abstammt. Die Koreischiten führen ihre Abstammung auf Abraham zurück.

Während des frühen 6. Jahrhunderts übernahmen die Koreisch die Kontrolle über die Stadt Mekka und die schon in vorislamischer Zeit als Heiligtum verehrte Kaaba. Sie konnten sich vor allem als erfolgreiche Händler etablieren, durch Clanrivalitäten innerhalb des Stammes zerfiel dieser jedoch in Fraktionen.

Eine der bedeutenderen Fraktionen waren die Abu Shams, die anfangs Mohammed und seine Anhänger verfolgten, später jedoch den dritten Kalifen stellten und die Grundlage der Umayyadendynastie bildeten.

Mohammed selbst und Ali gehörten zu den rivalisierenden Hashim, aus ihnen bildeten sich später die Schiiten und die Abbasidendynastie, die noch über 100 Jahre nach Mohammeds Tod heftig mit den Umayyadenkalifen rivalisierten.

Die Abstammung vom Stamm der Koreischiten galt bei den islamischen Staatstheologen des Mittelalters (zum Beispiel al-Mawardi) als Bedingung für das Amt des Kalifen.

Der Stamm der Koreischiten umfasst die beiden Hauptzweige Banu Muttalib und Banu Haschim (Haschemiten). Das heutige Herrscherhaus Jordaniens (und die bis 1958 den Irak regierenden Monarchen) stammen von den Banu Hashim ab, weshalb Jordanien auch „Haschemitisches Königreich Jordanien“ heißt. Auch die irakische Monarchie war von ihrer Einsetzung durch die Engländer 1921 bis zu ihrem Sturz 1958 haschemitisch.

Nach Abschaffung des Osmanisches Kalifats im Jahre 1924 versuchte der Haschemit Hussein, König von Hedschas zu Mekka, im Jahre 1925 das Kalifat für sich zu erringen, ohne jedoch allgemeine Anerkennung zu finden. Als er 1926 das Gebiet des Hedschas, in dem die heiligen Stätten Mekka und Medina liegen, an die Saudis verlor, wurde dieser neue Kalif endgültig zur tragischen Gestalt, da er auch keine weltliche Macht mehr besaß. Seine beiden Söhne waren jedoch bereits von den Engländern als Könige des Irak und Transjordaniens eingesetzt worden. Auch Karim Agha Khan IV. stammt nach der Überlieferung der Nizaris über Ali ibn Abi Talib aus dem haschemitischen Zweig der Koreischiten.

In der islamischen Welt gilt die Abstammung vom Stamm der Koreischiten bis heute als ein Zeichen von Prestige. Hunderttausende, wenn nicht gar Millionen, von Moslems beanspruchen eine Abstammung aus dem Stamme der Koreischiten, was jedoch meistens nicht nachprüfbar ist. Bei den oben genannten Haschemiten scheint die Abstammung von den Koreischiten jedoch sehr wahrscheinlich.

Der Name Quraischi ist auch heute noch keineswegs selten. Bekanntester Namensträger ist heute wohl der pakistanisch-englische Schriftsteller und Drehbuchautor Hanif Kureishi.