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Bleiglas

Dieser Artikel beschreibt eine Glassorte. Für Fenster, die aus in Blei gefassten Einzelteilen bestehen, siehe unter Bleiglasfenster.

Chemische Zusammensetzung

Bei der Bleiglas genannten Sorte Glas ersetzt man die lange üblichen Erdalkalien wie Calciumoxid durch Bleioxid. Der Anteil für echtes Bleiglas muss dabei mindestens 18 % betragen. Geschliffenes Bleiglas wird oft auch als Bleikristall bezeichnet. Bleiglas ist auch in dickwandigen Gefäßen klar und lässt sich gut schleifen. Bleiglas zeichnet sich durch eine hohe Brechzahl, Farblosigkeit, Glanz und einen schönen Klang aus. Kennzeichnend ist auch das hohe spezifische Gewicht von 3,5-4,8 g/cm3.

Die Definition Bleiglas ergibt sich aus der Zschimmerschen Regel %K2O = (76% - %PbO) x 0,27 ! Wobei hier der überwiegende Alkalienanteil durch K2O eingebracht wird.

Anwendungen

Ein Bleiglas mit sehr hohem Bleioxidgehalt (> 40 %) ist das in der Optik verwendete Flintglas.

Der als Edelsteinersatz verwendete Strass ist ebenfalls ein besonderes Bleiglas.

Aufgrund der hohen Dichte werden Fenster mit Bleiglas zur Abschirmung von Strahlungsquellen in der Radiologie, Nuklearmedizin, der Technik und bei der Herstellung von Kathodenstrahlröhren (z.B. im Fernseher) verwendet, wo eine freie Sicht in den Strahlungsbereich bzw. auf das erzeugte Bild notwendig ist.

Bleiglas wird in der Kern- und Teilchenphysik als Nachweismedium und zur Energiebestimmung von schnellen, geladenen Elementarteilchen verwendet. Dabei werden Bleigläser in Form von typischerweise 20 bis 30 Zentimeter langen Blöcken zu Wänden geschichtet, an deren Rückseite die im Bleiglas entstehende Tscherenkow-Strahlung mit Fotovervielfachern (Photomultiplier) in elektrische Spannungssignale umgewandelt wird. Solche Bleiglaswände können aus einigen Tausend Blöcken bestehen und so Flächen von mehreren Quadratmetern überdecken. Aufgrund ihrer Verwendung zur Energiemessung von Elektronen, Positronen und Photonen werden Bleiglaswände auch den elektromagnetischen Kalorimetern zugerechnet. Ein Beispiel für einen Nachweisdetektor mit großen Bleiglaswänden ist der am CERN im Betrieb gewesene universelle Detektor des UA1-Experimentes zur Untersuchung von Proton-Antiproton-Stößen.