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Alme (Brilon)

Alme
Stadt Brilon
Koordinaten: 51° 23′ N, 8° 34′ OKoordinaten: 51° 23′ 0″ N, 8° 34′ 0″ O
Höhe: 278–410 m ü. NN
Einwohner: 1889 (1. Jan. 2003)
Eingemeindung: 1. Jan. 1975
Postleitzahl: 59929
Vorwahl: 02964

Alme ist ein Ortsteil von Brilon im nordöstlichen Teil des Hochsauerlandkreises unmittelbar an der Grenze zum Paderborner Land. Die Grenzlage zwischen dem Herzogtum Westfalen und dem Fürstbistum Paderborn in den vergangenen Jahrhunderten und heute zwischen den Regierungsbezirken Arnsberg und Detmold hat die Entwicklung des Dorfes an den Quellen maßgeblich mit geprägt.


Inhaltsverzeichnis

Ortsgliederung

Bis ins 20. Jahrhundert hinein gab es im Gebiet der heutigen Gemeinde Alme drei selbstständige Orte. Dies waren Ober- und Niederalme, sowie die adelige Gutsgemeinde Alme. Im Jahr 1928 wurden daraus die heutige Gemeinde Alme gebildet. Im Zuge der kommunalen Neugliederung aufgrund von § 12 des Sauerland/Paderborn-Gesetzes wurde Alme zum 1. Januar 1975 ein Ortsteil der Stadt Brilon. Heute hat der Ort etwa 1870 Einwohnern und ist mit einer Gemarkungsfläche von rund 3.500 ha (davon bestehen 2.091 ha aus Wald) der größte Ortsteil der Stadt Brilon.

Geographie

Das Dorf liegt mitten in einem welligen Hügelland, nahe der Almequellen. Die Höhenlage zwischen 278 und 410 Meter trägt zu einem recht milden Klima bei. Ausgedehnte Laub- und Fichtenwälder in der unmittelbaren Umgebung laden Wanderfreunde zur Erholung ein. Das Mühlental, Quellgebiet der Alme, ist ein ganz besonderes Kleinod für Spaziergänger und Naturfreunde.[1]

Wappen

Das Almer Wappen wurde am 22. Januar 1955 genehmigt und zeigt nach der amtlichen Wappenbeschreibung in goldenem Feld unter rotem Sparren eine auf blauem gewellten Schildfuss schwimmende silberne Gans mit rotem Schnabel. Nach der Begründung führte das eng mit der Geschichte des Ortes verwachsene Geschlecht von Meschede den Sparrenschild im Wappen. Die Gans ist Sinnbild des Kirchenpatrons Ludgerus. Der gewellte Schildfluss deutet auf die Alme und die nahegelegene Almequelle hin.[2]

Geschichte

Der Name des Ortes Alme bedeutet nach Auffassung der Etymologen soviel wie „unter den Ulmen“. Die Bezeichnung für den Fluss Alme lautet damit „Ulmenwasser“.

Die wechselvolle Geschichte, auf die Alme zurückblicken kann, verläuft dreiteilig, da der heutige Ort erst seit 1928 besteht.

Mit dem Tod des Diedrich Adam von Meschede in 1768 erlischt das Geschlecht derer von Meschede zu Alme. Dietrich Adam hat seine zweite Frau, Franziska Dorothea von Bruch zur Universalerbin eingesetzt mit der Bedingung, dass nach ihrem Ableben der älteste Sohn seiner Tochter das Erbe übernehmen soll.[13]

Besonders markant in der Almer Geschichte ist die Dreiteilung in die Gutsgemeinde, die Gemeinde Oberalme und die Gemeinde Niederalme. Die Selbständigkeit wurde zwar 1928 beendet, aber noch heute finden sich in vielen topographischen Karten die Eintragungen Ober- und Niederalme. Das Entstehen der einzelnen Gemeinden lässt sich geschichtlich durch die Besitzungen der verschiedenen Adelsfamilien in Alme erklären.

Heutige Bedeutung

Alme ist als Unterzentrum zu bezeichnen. Wesentliche kennzeichnende Einrichtungen wie Kirche, Schule, Kindergarten, Selbstbedienungsgeschäft, Sportanlagen und ein praktischer Arzt versorgen nicht nur die Almer Bevölkerung, sondern werden zum Teil auch von den Einwohnern der Nachbarorte genutzt. Alme ist als Wohnsitzortschaft mit Landwirtschaft und Fremdenverkehr zu charakterisieren. Gewerbliche und handwerkliche Einrichtungen sowie Dienstleister spielen eine immer bedeutendere Rolle. 14 gut beschilderte Wanderwege mit einer Gesamtlänge von über 50 km laden zu ausführlichen und erholsamen Wanderungen durch die Almer Wälder ein.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Topografische Karte 1:25.000
  2. Eduard Belke, Alfred Bruns, Helmut Müller: Kommunale Wappen des Herzogtums Westfalen, Arnsberg 1986, S. 127 ISBN 3-87793-017-4
  3. StA Münster Fstm. Paderborn, Urk. 900, Nr. 10 / Anton Fahne, Urkundenbuch Meschede Nr. 78 und 95
  4. Reinhard Oberschelp, Die Edelherren von Büren, Münster 1963, S. 54
  5. StA Münster, Msc. II, 71, fol. 119 / G. Landau, Beiträge zur Geschichte der Schlösser und des niederadelichen Geschlechts von Padberg, in: Algemeines Archiv für die Geschichtskunde des Preusischen Staates, Band 17., Berlin 1835, S. 84f.
  6. Anton Fahne, Urkundenbuch Meschede Nr. 109
  7. Anton Fahne, Urkundenbuch Meschede Nr. 110
  8. Der ehemalige Solstätte Brookhof / Grafe S. 32
  9. Hömberg, Rittersitze IV, S. 7f.
  10. Hömberg, Rittersitze IV, S. 7f.
  11. Die Bezeichnung 'Tinne' ist erst 1701 belegt / Grafe, S. 23
  12. Anton Fahne, Bocholtz II, Urk. Nr. 641 / Hömberg, Rittersitze IV, S. 16
  13. Anton Fahne, Urkundenbuch Meschede Nr. 620