Tunceli (Provinz)
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Tunceli (Provinz)

Dieser Artikel behandelt die Provinz Tunceli, für die gleichnamige Stadt siehe Tunceli.

Tunceli

Nummer der Provinz: 62
Landkreise
Basisdaten
Koordinaten: 39° 13′ N, 39° 28′ OKoordinaten: 39° 13′ N, 39° 28′ O
Höhe: 560 m
Provinzhauptstadt: Tunceli
Region: Ostanatolien
Fläche: 7.774 km²
Einwohnerzahl: 84.022 (2007)
Bevölkerungsdichte: 10,8 Einwohner/km²
Politisches
Gouverneur: Mustafa Yaman
Sitze im Parlament: 2
Strukturelles
Telefonvorwahl: 0428
Kennzeichen: 62
Website
www.tunceli.gov.tr (Türkisch)

Tunceli (ehemals Dersim (kurdisch für Silerne Tür)) ist bevölkerungsmäßig nach Bayburt die kleinste Provinz der Türkei, mit der gleichnamigen Hauptstadt Tunceli.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Der geographische Raum Tuncelis hat eine Fläche von ca. 7.800 km² und bezeichnet ein Gebiet, in dem überwiegend Kurden leben.

Die meisten von ihnen sind Angehörige des Alevitentums. Schätzungen gehen von 95 Prozent der Bevölkerung aus. Es leben heute fast nur Kurden, und ein teil Lazen, Armenier und Tscherkessen in diesem Gebiet.

Früher waren Armenier zahlenmäßig stärker vertreten, aber nach dem Völkermord 1915 wurden die meisten von ihnen vertrieben oder ermordet. Andererseits fanden auch viele Armenier Zuflucht in Tunceli.

Tunceli liegt an einer Stelle, wo sich das anatolische Hochland, Obermesopotamien und die Berge des Schwarzen Meeres treffen. Nord-nordwestlich von Tunceli fließt der Fluss Euphrat von Osten kommend vorbei in Richtung Südwesten. Der Fluss Peri im Osten und der Berg Munzur (Koê Muzıri) - das Wahrzeichen von Tunceli - im Norden teilen das Land. Die Provinzhauptstadt Tunceli befindet sich genau dort, wo der aus dem Nordwesten kommende Fluss Munzur und sein aus dem Nordosten kommender Nebenarm Harcik (69 km Länge) sich treffen. Der Fluss Munzur hat eine Gesamtlänge von etwa 144 km und mündet in den Keban-Stausee. Das Flusswasser war früher so sauber, dass es von den Einheimischen auch als Trinkwasser genutzt wurde.

Die Provinz ist ein sehr bergiges Gebiet. Hier verlaufen die nördlichsten Ausläufer des Osttaurus- Gebirges von West nach Ost. Diese treffen hier die südlichen Ausläufer der Schwarzmeer-Berge an der Grenze zu Giresun, Gümüshane, Bayburt und Erzincan. Im Norden von Tunceli legt die kaum bewaldete Bergkette Munzur/Mercan mit Höhen von über 3300 Metern. In den höchsten Lagen liegt sogar im Sommer noch Schnee.

Nach Süden hin werden die Berge niedriger und bewaldeter. Besonders in den Flusstälern ist Waldbewuchs verbreitet. Ursprünglich war Tunceli viel bewaldeter, als dies heute der Fall ist. In Anatolien gehört Tunceli zu den bewaldetsten Regionen neben Igdir und Rize.

In der Region Tunceli herrscht Kontinentalklima. Die Sommerzeit ist heiß und trocken, der Winter ist kalt und sehr schneereich. In Pertek und Mazgirt ist das Klima etwas milder, was auf den in den 50er Jahren gebauten Keban-Staudamm zurückzuführen ist. Die Jahreszeiten mit den meisten Niederschlägen sind Frühjahr und Winter. In den hohen Bergen beginnt es schon sehr früh zu schneien.

Der Munzur-Nationalpark

Am 21. Dezember 1971 wurde Munzur unter Berücksichtigung aller notwendigen Kriterien von der UNESCO zum Nationalpark erklärt. Die bisher in bescheidenem Rahmen durchgeführten Forschungen zeigten, dass 1518 Pflanzen, von denen 227 endemisch sind, in diesem einzigartigen Nationalpark vorkommen. Die Vielfalt an Fauna und Flora in diesem Gebiet übertrifft jene anderer Länder bei weitem. Noch nicht entdeckte Schmetterlinge, Insekten und unterschiedliche Kräuter haben somit auch jetzt noch ein Zuhause in der unberührten Natur in Munzur.

Eine Region unter Naturschutz zu stellen, hat den Sinn, Leben und Lebewesen zu schützen und nicht zu gefährden. Umso unverständlicher erscheint es, dass in diesem Nationalpark die Errichtung von neun Staudämmen genehmigt wurde und Goldschürfarbeiten, bei denen hochgiftiges Zyanid in das Wasser des Flusses gemischt wird, durchgeführt werden.

Landkreise

Die Landkreise sind:

Bevölkerung

Die Hauptstadt hatte im Jahr 2004 ungefähr 33.000 Einwohner, derzeit (Stand 2007) leben rund 84.000 Menschen in der Provinz Tunceli, Anfang der neunziger Jahre waren es noch etwa 150.000. Zwischen 1993 und 1995 wurden viele Menschen aus ländlichen Gebieten vom türkischen Militär vertrieben. Tunceli ist die Provinz mit der zweitniedrigsten Bevölkerung in der Türkei. Bereits im Jahr 2007 lebte die Mehrzahl der gezählten Einwohner (64,7%) in Städten und viele der Dörfer waren entvölkert. Dieses Verhältnis dürfte sich durch weitere Vertreibungen noch verschärft haben.

Die Bevölkerung spricht größtenteils Zazaki (oder auch oft Dêsımki, Kirmancki, Zonê Ma, Şo-Bê genannt). In Pertek und Mazgirt wird hauptsächlich Kurmanci gesprochen.

Religion

Die Einwohner Tuncelis sind größtenteils Aleviten. In dem Landkreis Cemisgezek sind Sunniten in der Mehrzahl. Außerdem sind in den Landkreisen Pertek und Mazgirt vereinzelt sunnitische Dörfer zu finden. Alle anderen Landkreise sind fast rein alevitisch-kurdisch geprägt.

Kultur

Der Fluss Munzur und sein Tal hat für die Region Tunceli eine überragende Bedeutung. Neben der Versorgung mit Wasser, Fischerei und anderen wirtschaftlichen Aspekten besitzt der Munzur in den Augen der Menschen einen „heiligen” Stellenwert. Er nahm und nimmt über Jahrhunderte hinweg eine herausragende Stellung im kulturell-religiösen Leben ein. Bei den Aleviten sind Berge, Flüsse, Quellen, die Sonne und der Mond heilig. Sie sind Zeugen der göttlichen Wahrheit, aber nicht Gott selbst. deshalb wird der Fluss Munzur mit fast allen Mythologien, Sagen und Überlieferungen Dersîms in direkte Verbindung gebracht. Zusammen mit der Düzgün-Baba-Sage gehört die Munzur-Sage zu der bekanntesten Erzählung.

Die Munzur-Sage

Munzur Baba ist in der Mythologie Tuncelis ein Hirte. Er ist der Namensgeber des heiligen Flusses Munzur, einer der Quellflüsse des Euphrats.

Munzur war ein einfacher Hirte, der im Hause eines Aghas lebte. Eines Tages ging der Agha auf eine Pilgerfahrt, wo er den Wunsch verspürte, Helwa zu essen. Munzur fühlte den Wunsch des Aghas und teilte ihn der Frau des Aghas mit. Diese dachte zuerst: „Munzur möchte Helwa essen, aber er traut sich nicht, es mir zu sagen.“ Schließlich kochte sie Hewla und gab Munzur davon.
Als der Agha am Wallfahrtsort betete, wandte er sich zur Linken, da stand Munzur neben ihm und sagte: „Du wolltest Helwa. Bitteschön.“ Er überreichte ihm die noch ofenwarme Helwa. Verwirrt wandte sich der Agha kurz zur Rechten, und als er zurückblickte verschwand Munzur so, wie er aufgetaucht war.
Nach der Pilgerfahrt kehrte der Agha in sein Dorf zurück, wo ihm eine Menschenmenge entgegenkam, um ihn zu begrüßen und ihm ehrerbietig die Hand zu küssen. Der Agha jedoch sprach: „Erweist nicht mir die Ehre, sondern Munzur.“ Und er erzählte, was ihm in der heiligen Stätte zugestoßen war. Sofort begaben sich die Leute auf die Suche nach Munzur, der gerade eine Ziege molk. Als er die Menschenmenge kommen sah, sprang er vor Verlegenheit auf und rannte mit dem Melkeimer in der Hand davon. Die Leute aber liefen ihm hinterher. Auf seiner Flucht wurde die Milch verschüttet, und vierzig Tropfen fielen zu Boden, aus denen vierzig Quellen entsprangen. Munzur selbst verschwand.[1]

Sehenswertes

Geschichte

In Dersim haben die Meder unauslöschbare Spuren vor allem im Bereich der Religion hinterlassen. In dieser Phase wurde die Bevölkerung Dersims von der verbreiteten Religion Zarathustras stark beeinflusst. So haben große Teile der Bevölkerung bis heute noch viele ihrer Eigentümlichkeiten bewahrt und die Traditionen lebendig gehalten.

634-644 dehnten sich die arabisch-islamischen Eroberungszüge in Richtung Westarmenien nach Anatolien aus. Der armenische Gouverneur Sembat, der im byzantinischen Reich herrschte, unterlag den arabischen Eroberungszügen. Und somit wurden Dersim-Erzincan, Erzurum-Bayburt und Giresun-Gümüshane zu einer Provinz der Araber. Zwischen 653 und 699 geriet Dersim unter die Herrschaft der Byzantiner und wurde 699 vom Kalifen Abd al-Malik (685-705) wieder zurückerobert. In den Jahren 705-847 war Dersim eine Pufferregion zwischen byzantinischen Herrschern und arabischen Kalifen. Ein 847 für Dersim vom Kalifen ernannter Gouverneur wurde von Aufständischen in Tunceli getötet. Aufstände gegen die ständig wechselnden Herrscher spielten eine sehr große Rolle.

Gegen Mitte des 11. Jhs. fand eine Einwanderung der aus Mittelasien und der (Mongolei) stammenden türkischen Stämme der Göktürken nach Anatolien statt.

Ende des 14. Jh. wurde Dersim von Timur angegriffen und besiegt. Nach der Bezwingung des safawidischen Königs Schah Ismail I. 1514 durch die Osmanen im Caldiran-Krieg gewannen die osmanischen Eroberer einen erheblichen politischen und militärischen Einfluss im Gebiet von Kurdistan und fingen an, militärische Stützpunkte, Gefängnisse, Moscheen, Bildungszentren (Medressen) und amtliche Gebäude zu errichten. Als die einheimischen Aleviten gegen diesen Etablierungsversuch der Osmanen rebellierten, begann der militärische Konflikt zwischen beiden Seiten.

Für die Unterstützung der Osmanen gegen die Safawiden konnten die Kurden ihre Besitztümer als erbliches Lehen behalten. Das Fürstentum von Çemişgezek war auch eines dieser Kürt hükümetleri (Kurdische Regierungen).

In der neueren Zeit gab es militärische Auseinandersetzungen in den Jahren 1862-1866, 1877-1878, 1907, 1908, 1909, 1912, 1914 und 1916, von denen keine mit der Niederlage Dersims endete. Die Spannungen hielten auch danach an. So gab es einen Widerstand des Dersim-Anführer Said Riza 1924 mit der türkischen Armee.

Der Dersim-Aufstand

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Nach der Ausrufung der türkischen Republik 1923 kamen in der Region Unruhen auf. Die Bevölkerung forderte die Rechte, die Atatürk ihnen versprach und nicht einhielt. So kam es 1920 zum Aufstand von Koçgiri und 1925 zum Scheich-Said-Aufstand. Beide Aufstände spielten in unmittelbarer Nähe von Dersim, und Stämme aus Dersim unterstützen diese Aufstände materiell.

Auch nach der Niederschlagung des nach dem religiösen Anführer benannten Scheich-Said-Aufstandes 1925 in mehreren Regionen und der damit errungenen Kontrolle über weite Teile Südostanatoliens, war vor allem Dersim immer noch nicht beruhigt. Der Regierung in Ankara war klar, dass Dersim stets ein Unruheherd bleiben würde. Die dortige Kraft der Bevölkerung war noch nicht zerschlagen. Auch ein Vernichtungskrieg gegen die Bewohner des Südens von Dersim 1926 brachte nur einen sehr begrenzten Erfolg. 1930 wurden etwa 10.000 Menschen aus Nord-Dersim (Pılemoriye und Erzincan) in westliche Gebiete der Türkei deportiert. Ziel dieser Aktionen war es, Dersim Schritt für Schritt zu schwächen. Die Angst vor einer direkten Auseinandersetzung mit dieser Burg des Widerstandes war sehr groß.

So traf die Türkei Vorbereitungen, um die Stämme von Dersim zu entwaffnen und dort ihre militärische Präsenz aufzubauen. Nach dem Scheitern des Ararat-Aufstandes 1928-1932 wurde ein sorgfältig vorbereiteter Plan gegen Dersim entwickelt, der 1934 konkretisiert wurde, weil die bisherigen Handlungen kaum erfolgreich waren. Gegen die Bevölkerung wurde am 14. Juni 1934 das Gesetz Nr. 2510 (Tunceli Kanunu) herausgegeben, wonach die Bewohner Dersims zur Deportation freigegeben und den Kommandanten alle Rechte des Ministeriums übergeben wurden. Das Gesetz sah auch Regionen vor, die für türkischstämmige Neusiedler freigegeben werden sollten. Eine weitere Zone sollte vollständig evakuiert werden. Zur gleichen Zeit häuften sich die Überfälle der Armeeeinheiten auf die Dörfer in der Region Dersim. Unter dem Vorwand, Waffen zu suchen, wurden die Menschen zusammengetrieben, gefoltert, vertrieben und ihre Ernte vernichtet. Die Bevölkerung Dersims wehrte sich gegen die Türkisierung.

Alle Verhandlungsversuche seitens der Stammesführer wurden von der türkischen Regierung abgelehnt. Die Einwohner ihrerseits bereiteten einen Aufstand vor, um die Pläne Ankaras zu verhindern. Allerdings waren nur wenige Stämme bereit für einen Widerstand. Einige andere stellten sich später auf die Seite der Türken. Zum Führer des Widerstandes wurde Said Riza, der ein angesehener Stammesführer und ein geistiger Führer war.

Der Kampf begann mit einem Überfall von einigen Stämmen unter der Führung des zazasprachigen Yusufan (Usıvan)-Stammesführers Kamber Aga Ende 1936 kurz vor dem Winter. Infolgedessen wurden der türkischen Armee schwere Verluste zugefügt. Daraufhin wurde in der Türkei eine Mobilmachung ausgerufen und über 100.000 Soldaten nach Dersim verlegt. Mit dem Angriff der Aufständischen auf eine Polizeistation am 21. März 1937 brach der Widerstand aus. Im Frühling flammten schwere Kämpfe auf. Die ersten Invasionspläne scheiterten. Zerschlagen zog sich die Armee zum größten Teil für kurze Zeit nach Elazığ zurück, wo sie sich auf den neuen Feldzug vorbereitete.

Der Herbst 1937 war für die Einwohner Dersims sehr schwer. Mehrmalige Aufrufe der Widerstandsführer - unter ihnen war auch Alishêr und seine Frau Zarife, die am Widerstand 1921 in Kocgiri führend beteiligt waren - an die Weltorganisationen waren erfolglos. Said Riza schlug den türkischen Behörden wieder Neuverhandlungen vor, die vom türkischen Staat angenommen wurden. Als er für Verhandlungen nach Erzincan ging, wurde er festgenommen.

Noch im gleichen Jahr wurde er in Elazığ mit anderen Anführern gehängt. Seine letzten Worte lauteten: „Ich bin 75 Jahre alt. Ich werde auf dem Feld der Ehre fallen. Dersim ist unterlegen. Nieder mit den Unterdrückern! Nieder mit den Niederträchtigen und Verlogenen!“ Etwa zur gleichen Zeit wurde Alişêr durch einen Verrat des berühmtesten Verräters in Dersim, Raybero Qop, ebenfalls ermordet. Ohne Führung konnten die türkischen Truppen unter Einsatz der Luftwaffe gegen einen nicht koordinierten Widerstand vorgehen und Dersim vollständig zerstören. Die erste Kampfpilotin der Welt, Sabiha Gökçen, die gleichzeitig Atatürks Adoptivtochter gewesen ist, hat selbst Luftangriffe gegen Dersim siegreich durchgeführt und den Feind geschlagen, wie sie selbst auch später in ihrem Buch bezeugte. Jedoch lag zu dieser Zeit Atatürk schon im Sterben; so konnte bis zum heutigen Datum nicht widerlegt werden, dass es Atatürk war, der den Befehl zur Zerstörung Dersims gab. Atatürks Nachfolger, hatten zu dieser Zeit schon die Regierungsgeschäfte übernommen und somit auch die Befehlgewallt über die Türkische Armee.

Zunächst war der Westen Dersims das Zentrum des Aufstandes, während der Osten sich relativ ruhig verhielt. Als der Völkermord auch den Osten erreichte, entstand dort ein Aufstand, der ebenfalls blutig niedergeschlagen wurde. 1938 erreichte der Genozid seinen Höhepunkt. Nun wurde auch in Zentral-Dersim systematisch Dorf für Dorf mit seinen Bewohnern vernichtet. Viele Menschen flüchteten in die hohen Berge und Höhlen. Auch hier wurden sie durch verschiedene Verräter ausgeliefert. Manche Höhlen wurden zugemauert, manche mit Giftgas in einen Ort des Sterbens verwandelt. Fliehende Menschen warfen sich in tiefe Täler, um nicht gefangen genommen zu werden. Das Tal Laç ist hier sehr berühmt. Hier floss so viel Blut in den Munzur-Fluss, dass dieser tagelang blutgetränkt war.

Nach wenigen Monaten war der Aufstand niedergeschlagen und das schwer zugängliche Territorium schließlich von den Türken unter General Abdullah Alpdoğan erobert. Über 70'000 Menschen waren getötet und hundertausende in den Westen deportiert worden. Dieses Massaker hinterließ bei den Dersimern bis heute sehr einschneidende, deutliche Spuren. Nach 1938 lag eine Friedhofsruhe über Dersim, und wegen der Aufstände war es allen Journalisten verboten, nach Dersim zu kommen. Nachdem die türkische Regierung sich Dersim einverleibt hatte, wurde die alte Provinzhauptstadt Hozat durch Tunceli (Stadt) ersetzt. Tunceli wurde in einer leicht zugänglichen Gegend gegründet. Dahinter lag auch die Überlegung, die Stadt im Falle eines erneuten Aufstandes mit der Armee schneller zu erreichen.

Übersicht der Geschichte von Dersim

Vor Christus

Nach Christus

Söhne und Töchter der Provinz

Literatur

Einzelnachweise

  1. [1]