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Fort Asterstein

Das Fort Asterstein in Koblenz war Teil der der preußischen Festung Koblenz. Es liegt im nach dem Fort benannten Koblenzer Stadtteil Asterstein unweit der Festung Ehrenbreitstein.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das Fort Asterstein wurde ebenso wie die benachbarte Festung Ehrenbreitstein in neupreußischer Manier errichtet. Die Bauzeit dieses auf der rechten Seite des Rheins liegenden Bauwerks fällt in die Jahre 1818 bis 1828. Seinen Namen erhielt das Fort 1847 zu Ehren des preußischen Generals Ernst Ludwig von Aster, der sich unter anderem als Inspekteur der preußischen Festungen im Rheinland während des Baus der Festung Koblenz Verdienste erworben hatte.

Mit anderen Werken auf dem Asterstein, der damals noch zur Pfaffendorfer Höhe gehörte, wie dem Fort Rheinhell, dem Werk Glockenberg und der Bienhornschanze, die im Laufe des 19. Jahrhunderts entstanden, sicherte das Fort die Städte Koblenz und Ehrenbreitstein gegen Beschuss und bildete einen südlichen Außenposten des Ehrenbreitsteins.

Den entscheidendsten Umbau erfuhr das Fort um 1870, als der Wall im Osten verlängert wurde und eine zweite Front entstand. Im Zusammenhang damit erhielt der Wall Traversen zur Deckung gegen seitlichen Beschuss. Außerdem wurde der das feindliche Feuer anziehende linke Flankenturm niedergelegt und durch ein niedriges Erdwerk ersetzt.

Vom Fort Asterstein sind wegen der 1927 erfolgten Entfestigung und späterer Veränderungen lediglich das Reduit, der Torbau (dessen südwestliche Kasematte 1944 bei einem Bombenangriff zerstört wurde), ein Teil der linken Flanke des Walles und das linke Flankierungswerk (Erdwerk) erhalten. Die Außenwerke sind beinahe vollständig verschwunden. Noch bis zum Ende der 1960er Jahre war das Fort von Koblenzer Familien bewohnt und wurde schließlich in den folgenden Jahren dem Verfall preisgegeben.

Seit 1996 kümmert sich ein Verein um den Erhalt und Restaurierung der Anlage. Erste Nutzungen wie Führungen, die Stadtranderholung der Arbeiterwohlfahrt Koblenz und bald auch Konzerte und andere Veranstaltungen sind seit einigen Jahren wieder möglich.

Der Bau

Das Fort bestand aus einem Wall mit einer Front und zwei Flanken und nach einem Umbau um 1870 aus zwei Fronten und zwei Flanken. Dem Graben war ein gedeckter Weg mit darunterliegendem Gegenminensystem vorgelagert. Zur Grabenverteidigung gab es eine Grabenwehr auf dem Grabenboden vor der Front sowie Stellungen in den Grabenmauern, die jeweils unterirdisch mit dem Reduit verbunden waren. In den Hof hinter dem Wall führte ein eigenes Torgebäude. Vom Hof liefen Rampen auf die Geschützstellungen, die nach vorn gedeckt waren und nach 1870 als seitliche Deckungen noch Traversen erhielten. Unterirdisch waren Munitionsräume eingebaut.

Das zweistöckige, kasemattierte Reduit lag in der Rückseite des Forts. Es besteht aus einem runden Bau auf der Basis eines Dreiviertelkreises und zwei an die Kehle anschließenden Traditoren auf rechteckigem Grundriss, die der Sicherung der Kehle dienten. Die Front des Reduits weist Geschütz- und Gewehrscharten auf. Auf dem erdbeckten Dach befanden sich weitere Geschützstellungen hinter einer Brustwehrmauer.

Die Kehle des Reduits war durch den um das gesamte Fort laufenden und um einen Graben des Reduits ergänzten Graben sowie eine Zugbrücke gesichert. Die Kehlmauer ist bewusst niedrig gehalten, damit in dem Fall, dass der Feind das Fort besetzt hatte, die Geschütze der Ostfront der Feste Ehrenbreitstein ins Fort wirken konnten.

Die Kasematten waren, wie in der Festung Koblenz und Ehrenbreitstein üblich, Geschützstellungen, die auch zu Wohnzwecken geeignet waren und dann auch bis 1918 als Kasernenstuben dienten. (Rheinisches Pionier Rgt. Nr. 30)

Die Kellerräume dienten als Magazinräume. Unter dem rechten Traditor liegt die Zisterne, die aus dem Blindtal heraufgepumptes und ab 1866 vom Riddelsorn bei Koblenz-Arenberg herübergeleitetes Trinkwasser speicherte. Von einem Rundgang im Untergeschoss des Rundbaus gingen Minengänge unter den Hof des Forts ab, von denen einer freigelegt ist.

Der kreisrunde Grundriss des Reduits, ähnlich jenem der leider zerstörten Bubenheimer Flesche, erklärt sich aus dem Bedürfnis, diesen als Rückzugsstellung hinter dem Wall des Forts gedachten Bau nach allen Richtungen verteidigen zu können. Kunsthistorisch gibt es in der Form vage Bezüge zur Revolutionsarchitektur, z.B. zu einem Entwurf eines runden Gefängnisses von August von Voit, das so genannten "panoptischen" Tendenzen um 1800 zur Gestaltung von Bauten wie Gefängnissen, Arbeitshäusern, Spitälern etc. folgt, wobei Voit selbst den Typus des Turmreduits zum Vorbild nahm. An eine Überwachung und Einschließung der Soldaten im Sinne eines Gefängnisses war im Fort Asterstein freilich nicht gedacht. Den Prinzipien der Heeresreform von 1808 folgend, bietet das Reduit eine fast heiter wirkende Innenansicht, deren Gestaltung mit rustizierter Blendarkarde und glatt geputzten Bogennischen Anklänge an barocke Fassaden wie die des Marstalls von Schloss Weißenstein bei Pommersfelden aufweist. Der Torbau zeigt eine rundbogige Durchfahrt und Fassaden mit Pilastern, einfach toskanischen Kapitellen, Architrav und Putzrustika. Zusammen mit den beiden Flügelbauten und dem Torbau verfügte die Anlage über insgesamt 51 Wohn- und Verteidigungskasematten.

Vom Fort sind nach der Zerstörung großer Teile insbesondere von Wall und Graben, infolge des Versailler Vertrags im Jahr 1927 nur das in der Rückseite gelegene Reduit, ein dreiviertelkreisförmiges und doppelstöckiges Gebäude mit kombinierten Geschütz- und Wohnkasematten, sowie Teile des Haupttors zur Wallanlage erhalten. Trotz der Substanzverluste und Jahren des Verfalls ist die Funktion der Anlage noch in vielen Details klar zu erkennen.

Literatur

Siehe auch

Koordinaten: 7º 36' 54" E, 50º 21' 16" N