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WestLB

WestLB AG
Unternehmensform Aktiengesellschaft
Gründung 1. Januar 1969
Unternehmenssitz Düsseldorf, Deutschland
Unternehmensleitung

Heinz Hilgert (Vorstandsvorsitzender)

Mitarbeiter 5900 weltweit (Sept. 2007)
Bilanzsumme ca. 285 Mrd. Euro
Website www.westlb.de

Die WestLB AG ist eine international tätige Geschäftsbank mit Sitz in Düsseldorf und Münster. Mit einer Bilanzsumme von 285 Mrd. Euro (2006) ist sie die neuntgrößte deutsche Bank.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Westdeutsche Landesbank Girozentrale wurde am 1. Januar 1969 durch Fusion der Rheinischen Girozentrale und Provinzialbank, Düsseldorf und der Landesbank für Westfalen Girozentrale, Münster als Anstalt des öffentlichen Rechts gegründet. 1972 eröffnete die Bank eine Niederlassung in Luxemburg, 1973 in London und 1975 in New York City.

1996 übernahm die WestLB die Londoner Investmentbank Panmure Gordon Co. Ltd. und begann, unter dem Namen WestLB Panmure ein europäisches Investmentbanking-Geschäft im Aktienbereich aufzubauen. Darüber hinaus wurde die Präsenz in London massiv ausgebaut. Zeitweise arbeiteten rund 4.000 Mitarbeiter an der Themse. Nach riskanten Geschäften des Bereichs Principal Finance in London unter Robin Saunders ergab sich ein Bilanzverlust der Bank von 482,6 Millionen Euro, der unter anderem auf die wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Unternehmens Boxclever zurückzuführen war. In der Folge des Bekanntwerdens der Probleme in den Jahren 2002 und 2003 traten zuerst der zuständige Arbeitsdirektor Andreas Seibert und kurze Zeit später auch der Vorstandsvorsitzende Jürgen Sengera und dessen Nachfolger Johannes Ringel von ihren Ämtern zurück. Als Konsequenz aus den gescheiterten Plänen zum Aufbau einer internationalen Investmentbank wurden die risikoreichen Kreditengagements zurückgefahren und die Bankgeschäftsfelder neu ausgerichtet. Dabei wurden auch Teile des Investmentbankings aufgegeben und WestLB Panmure an Lazard verkauft.

Zum 1. August 2002 wurde die WestLB in die Landesbank NRW (heute: NRW.BANK) und in die WestLB AG aufgespalten. Die NRW.BANK betreibt als Anstalt des öffentlichen Rechts das so genannte „öffentliche Auftragsgeschäft“ für das Land Nordrhein-Westfalen (zum Beispiel Vergabe von Förderkrediten). Die WestLB AG betreibt in der Rechtsform der Aktiengesellschaft das sogenannte Wettbewerbsgeschäft als Geschäftsbank und als Zentralbank der rheinischen und der westfälischen Sparkassen.

Konzernstruktur

Anteilseigner der WestLB AG sind (Stand Januar 2007):

Aktuelle Entwicklungen

Nach Fehlspekulationen der Bank mit Aktien wurde der Vorstandsvorsitzende Thomas Fischer auf Druck der Bankenaufsicht im Juli 2007 abgelöst. Zu seinem Nachfolger wählte der Aufsichtsrat den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der HSH Nordbank Alexander Stuhlmann. Nach dem Abbruch von Verhandlungen zur Fusion mit der Landesbank Baden-Württemberg nahm die WestLB im Dezember 2007 Fusionsgespräche mit der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) auf. Für das Jahr 2007 musste die WestLB am 21. Januar 2008 einen voraussichtlichen Verlust von 1 Milliarde Euro und eine weitere als „nicht dauerhaft bezeichnete Wertminderung“ von ebenfalls 1 Milliarde Euro bekanntgeben. Um diese Verluste auszugleichen, haben die Anteilseigner, das Land Nordrhein-Westfalen, die nordrhein-westfälischen Sparkassenverbände und die Landschaftsverbände vereinbart, Risiken der Bank im Volumen von zwei Milliarden Euro abzuschirmen. Darüber hinaus hat das Land Nordrhein-Westfalen am 8. Februar 2008 eine weitere Risikoabschirmung von drei Milliarden Euro zugesagt. Beide Risikoabschirmungen sollen dergestalt erfolgen, dass risikobehaftete Wertpapiere der WestLB aus der Bank in eine Zweckgesellschaft (SIV) ausgegliedert werden, für die die beschlossenen Risikoschirme Anwendung finden. Gleichzeitig wurde eine Restrukturierung der Bank vereinbart, die unter anderem eine noch stärkere geschäftliche Zusammenarbeit mit den nordrhein-westfälischen Sparkassen, eine Fokussierung der Aktivitäten im investment banking und den Abbau von 1300 bis 1500 Arbeitsplätzen in der WestLB beinhalten soll.

Die Fusionsgespräche mit der Landesbank Hessen-Thüringen sind am 28. Februar 2008 gescheitert: Ihre Haupteigentümer, die hessischen und thüringischen Sparkassen, haben beschlossen die Fusionsüberlegungen nicht weiter zu verfolgen. Die Zukunft der WestLB bleibt damit ungewiss.

Vorstand

Derzeitige Mitglieder des Vorstands

Bisherige Vorstandsvorsitzende