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Landkreis Waldeck-Frankenberg

Der Landkreis Waldeck-Frankenberg ist ein Landkreis im Regierungsbezirk Kassel in Nordwest-Hessen. Nachbarkreise sind im Westen und Norden der nordrhein-westfälische Hochsauerlandkreis, im Norden der ebenfalls westfälische Kreis Höxter, im Osten der Landkreis Kassel und der Schwalm-Eder-Kreis, im Süden der Landkreis Marburg-Biedenkopf und im Südwesten der westfälische Kreis Siegen-Wittgenstein. Die Bevölkerung des Kreises ist zu etwa 76 % evangelisch und zu etwa 15 % katholisch. Der Ausländeranteil beträgt ca. 5,1 %. Mit über 1848 km² ist er der flächenmäßig größte Landkreis in Hessen vor dem Schwalm-Eder-Kreis und dem Vogelsbergkreis.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Namensgebend für den Kreis ist das ehemalige Fürstentum Waldeck sowie die Stadt Frankenberg (Eder). In das westliche Kreisgebiet ragen die Ausläufer des Rothaargebirges. Ihm schließen sich östlich der Burgwald, der Nationalpark Kellerwald-Edersee und das Waldecker Tafelland an. Ein Großteil des Kreises ist mit Wald bedeckt. Höchste Erhebung des Kreises ist der Langenberg (843,2 m) im Upland. In der Mitte des Kreises befindet sich der Edersee, ein durch Stauung der Eder künstlich geschaffener See.

Geschichte

Der größere nördliche Teil des heutigen Kreisgebiets gehörte zum Fürstentum bzw. Freistaat Waldeck, der 1929 in den Staat Preußen eingegliedert und Bestandteil der Provinz Hessen-Nassau wurde. Der ehemalige Freistaat Waldeck war in die Kreise „Kreis der Eder“, „Kreis des Eisenbergs“ und „Kreis der Twiste“ gegliedert, die 1942 zum Kreis Waldeck (Kreissitz Korbach) vereinigt wurden.

Das südliche Kreisgebiet gehörte größtenteils zur Landgrafschaft Hessen, bzw. dessen Nachfolgestaat Hessen-Kassel, dem späteren Kurfürstentum Hessen. Eine Ausnahme stellen die Gemeinden des ehemaligen Amtes Battenberg im Oberen Edertal dar, die bei der hessischen Landesteilung zu Hessen-Darmstadt kamen und dort mit dem Amt Gladenbach den Kreis Biedenkopf bildeten. Die ehemalige Kreisgrenze gehört gleichzeitig auch zur Grenze der Evangelischen Landeskirchen Hessen-Nassau bzw. Kurhessen-Waldeck. Im Zuge einer Gebietsreform wurde das Amt Battenberg 1932 Teil des Kreises Frankenberg (Kreissitz Frankenberg (Eder)).

Im Rahmen der hessischen Kreisreform wurden die Landkreise Waldeck und Frankenberg am 01. Januar 1974 zum Landkreis Waldeck-Frankenberg vereinigt. Kreisstadt wurde Korbach.

Politik

Kreistag

Die Kommunalwahl am 26. März 2006 lieferte folgendes Ergebnis:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 35,1 25 34,2 24
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 36,0 26 39,0 27
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 6,0 4 5,5 4
FDP Freie Demokratische Partei 7,3 5 6,6 5
FWG Freie Wählergemeinschaft Waldeck-Frankenberg 11,6 8 10,9 8
REP Die Republikaner 2,3 2 3,8 3
Die Linke.PDS Linkspartei.PDS 1,7 1
Gesamt 100,0 71 100,0 71
Wahlbeteiligung in % 50,7 56,2

Wappen

Blasonierung: „Von Blau und Gold schräglinks geteilt; oben der wachsende, von Silber und Rot geteilte hessische Löwe, unten der schwarze achtstrahlige Waldecker Stern“ (Wappen-Verleihung 21. Juni 1974)

Der Löwe als Wappentier der Stadt Frankenberg und der Landgrafschaft Hessen bzw. deren Nachfolgestaaten symbolisiert den südlichen Teil des Kreises, den ehemaligen Landkreis Frankenberg. Der Stern ist das Wappensymbol des ehemaligen Fürstentums Waldeck und wurde bereits im Wappen des Altkreises Waldeck geführt.

Verkehr

Bis auf einen kleinen Abschnitt der A44 von Kassel nach Dortmund im nördlichsten Teil des Landkreises in der Gemeinde Diemelstadt hat der Landkreis Waldeck-Frankenberg keinen direkten Anschluss an das Autobahnnetz. Im Südosten verläuft die A49 in der Nähe des Kreisgebiets. Der geplante Lückenschluss der A4 zwischen dem westlichen und östlichen Teil soll durch den Südteil des Landkreises verlaufen. Bis in die 70er Jahre war zudem eine Verlängerung der A5 von Gießen nach Bremen im Gespräch, die den Landkreis in Nord-Süd-Richtung erschlossen hätte. Diese Aufgabe übernimmt heute die B 252, die Marburg über Frankenberg, Korbach und Bad Arolsen mit Warburg und Paderborn verbindet und dabei im Kreisgebiet, insbesondere im Vergleich zum weiteren Verlauf im Kreis Marburg-Biedenkopf, mit aktuell nur noch sechs Ortsdurchfahrten (Ernsthausen, Bottendorf, Herzhausen, Dorfitter, Berndorf und Twiste) auf dem gesamten Verlauf im Kreis verhältnismäßig gut ausgebaut ist. Weitere Bundesstraßen im Kreisgebiet sind die B 236, die von Münchhausen beginnend über Battenberg und Bromskirchen den Kreis durchquert, die B 251 von Kassel über Waldeck-Sachsenhausen, Korbach, Willingen nach Brilon, die B 253 von Bad Wildungen über Frankenberg, Battenberg nach Dillenburg, die B 450 von Fritzlar und Wolfhagen nach Bad Arolsen, die B 485 von Bad Wildungen nach Bad Arolsen.

Der Kreis wird durch die Bahnstrecken KasselBad Arolsen–Korbach–WillingenBrilon, FrankenbergMarburg und WabernBad Wildungen erschlossen. Die Strecke Korbach–Frankenberg soll gegebenenfalls Ende 2009 wieder in Betrieb genommen werden. Die Entscheidung darüber soll bis zu Beginn des Frühjahres 2008 fallen.

Städte und Gemeinden

(Einwohner am 31. Dezember 2006)

Städte

Gemeinden

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