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Meister Eder und sein Pumuckl

Seriendaten
Originaltitel: Meister Eder und sein Pumuckl
Produktionsland: Deutschland
Produktionsjahr(e): 1979–1988
Länge pro Folge: etwa 24 Minuten
Anzahl der Folgen: 52 in 2 Staffeln
Originalsprache: Deutsch
Idee: Ellis Kaut
Genre: Kinderserie
Erstausstrahlung: ab 24. [26.] September 1982
auf BR 3/ARD
Besetzung

Meister Eder und sein Pumuckl ist der Titel einer deutschen Hörspiel-, Buch- und Fernsehserie.

Inhaltsverzeichnis

Figuren

Pumuckl

Der Titelheld „Pumuckl“ ist ein rothaariger Kobold, der beim Schreinermeister Franz Eder lebt, seit er an dessen Leimtopf kleben geblieben ist. Dadurch wurde der kleine Nachfahre der Klabautermänner für den Schreiner sichtbar und ist durch ein Koboldsgesetz verpflichtet, fortan bei ihm zu bleiben. Pumuckl liebt knisterndes Papier, glitzernde Gegenstände, Schokolade, Segelboote und Unordnung, hat eine starke Abneigung gegen Katzen und Käse ("faule Milch"), mag dafür aber Kleintiere wie Meerschweinchen und Mäuse recht gern. Seine Leidenschaften sind das Aushecken von Streichen und das Dichten.

Geschichte

1961: Hörspiele

Die Figur des Pumuckl wurde 1961 von Ellis Kaut für eine Hörspielserie beim Bayerischen Rundfunk erfunden. Der Name „Pumuckl“ entstand laut Aussage der Autorin bei einem Skiausflug. Sie sei von den Skiern gestürzt und kopfüber von Schnee bedeckt gewesen. Ihr Ehemann habe daraufhin gesagt: „Du schaust ja aus wira Pumuckl!“ (hochdeutsch: „Du siehst ja wie ein Pumuckl aus!“)

Die erste Hörspiel-Folge lief am 21. Februar 1962.

Die typische Pumuckl-Stimme stammte schon damals von Hans Clarin, also noch vor Buch-, Film- und Fernsehfassungen. Meister Eder wurde anfangs von Franz Fröhlich gesprochen, nach dessen Tod übernahm 1964 Alfred Pongratz die Rolle.

Die rheinische Hörspielvariante Immer dieser Fizzibitz wurde 1963 durch den WDR produziert.

Auch in der Schweiz existieren Hörspiele. Darin lieh Jörg Schneider seine Stimme dem Pumuckl und Meister Eder wurde von Paul Bühlmann gesprochen. In diesen Hörspielen sprechen alle Schweizerdeutsch.

1965: Bücher

1965 wurde die erste Pumuckl-Buchreihe veröffentlicht. Für diese Bücher schuf Barbara von Johnson die Illustrationen und damit das Aussehen von Pumuckl. Seit den ersten Fernsehproduktionen wurde Pumuckl von Ellis Kauts Schwiegersohn Brian Bagnall gezeichnet, der den Kobold mit den roten Haaren in eine grüne Hose und ein gelbes Oberhemd steckte.

1969: Schallplatten

Ab 1969 wurden die Pumuckl-Folgen für Schallplatten noch einmal neu aufgenommen – allerdings nicht in korrekter Reihenfolge herausgegeben. Insgesamt entstanden 39 Langspielplatten mit jeweils 2 Geschichten. Wie in der Rundfunkversion spielten prominente bayerische Volksschauspieler wie Erni Singerl, Karl Obermayr, Karl Tischlinger, Katharina de Bruyn und Alexander Malachovsky häufig in Gastrollen mit.

Als 1977 der Meister-Eder-Sprecher Alfred Pongratz starb, übernahm Gustl Bayrhammer den Part für die Hörspielfassungen. Später wurden neue Schallplatten und Kassetten produziert, in denen die älteren Geschichten von Gustl Bayrhammer neu gesprochen wurden.

1982: Spielfilm „Meister Eder und sein Pumuckl“

Zwischen 1979 und 1982 entstand unter dem Titel „Meister Eder und sein Pumuckl“ der erste Pumuckl-Kinofilm. Gustl Bayrhammer, der seit 1977 Meister Eder in den Hörspielen sprach, übernahm diese Rolle auch für die Verfilmungen. Pumuckl ist – wie auch in allen danach entstandenen Filmen und Serien – als Zeichentrickfigur zu sehen, die in eine reale Umgebung einkopiert ist. Diese Trickteile entstanden bei der Pannonia-Film in Budapest.

Der Film besteht aus einem Zusammenschnitt von vier Episoden der parallel produzierten Fernsehserie: „Spuk in der Werkstatt“, „Das verkaufte Bett“, „Das Schlossgespenst“ und „Das Spanferkelessen“.

Als Teaser zum kommenden Kinofilm wurden im Ersten die Werbepausen von kurzen exklusiv hierfür gedrehten Pumuckl-Sketchen unterbrochen.

1982–1988: Fernsehserie „Meister Eder und sein Pumuckl“

1982/1983 wurde die erste Staffel der Serie „Meister Eder und sein Pumuckl“ im Bayerischen Fernsehen (ab 24. September) und im Ersten (ab 26. September) mit 26 halbstündigen Folgen ausgestrahlt. Viele bekannte deutsche Schauspieler wie Willy Harlander, Erni Singerl, Toni Berger, Wolfgang Völz oder auch Helga Feddersen hatten in der Serie wiederkehrende Auftritte und auch die einmaligen Gastauftritte waren für eine Kinderserie mit bekannten Namen wie Lisa Fitz, Gisela Uhlen, Helmut Fischer, Barbara Valentin, Gaby Dohm, Klaus Schwarzkopf, Georg Thomalla, Barbara Rudnik, Iris Berben, Fredl Fesl und Karl Dall außerordentlich prominent besetzt. Drehort war eine fiktive Schreinerei im Anwesen Widenmayerstraße 2 Rückgebäude (Altstadt-Lehel in München). Das Gebäude wurde inzwischen abgerissen.

1983 hatte Pumuckl einen Gastauftritt in dem Fernsehspecial Wunderland. Hier wurde Pumuckl ausnahmsweise einmal nicht als Zeichentrickfigur gezeigt, sondern von einem realen Menschen im Pumuckl-Kostüm gespielt.

1988/1989 folgte die zweite Staffel mit weiteren 26 Folgen, erkennbar an der nun außen gelb gestrichenen Werkstatt und an dem Hintergrund, vor dem Pumuckl den Titel der Episode „hochwirft“.

Seit ihrer Erstausstrahlung war die Serie lange Zeit regelmäßig in verschiedenen Programmen der ARD zu sehen.

1994: Spielfilm „Pumuckl und der blaue Klabauter“

1993 verstarb Eder-Darsteller Gustl Bayrhammer. Zuvor hatte er noch ein letztes Mal diese Rolle für den 1994 erscheinenden Film „Pumuckl und der blaue Klabauter“ gespielt, in dem Eder nur kurz am Anfang und am Ende des Films auftrat. Aufgrund seines Todes vor der Fertigstellung des Films musste Bayrhammer nachträglich von Wolf Euba synchronisiert werden. In dem Film wirkten außerdem Heinz Eckner, Towje Kleiner und Wolfgang Völz (als Stimme des blauen Klabauters und als Steuermann des Kreuzfahrtschiffes) mit.

1995-2007: Fernsehsendung „Pumuckl TV“

1995 startete in der ARD die Fernsehsendung Pumuckl TV, in der alte Pumuckl-Folgen und andere Serien gezeigt wurden. Die Rahmenhandlung wurde unter anderen von Eva Habermann und Denise Zich moderiert. Hans Clarin spielte in dieser Serie anfangs den Bösewicht Silvio Kirsch.

1999: Fernsehserie „Pumuckls Abenteuer“

1999 versuchte man sich an weiteren 13 Folgen für den Kinderkanal unter dem Titel „Pumuckls Abenteuer“. Man verzichtete darauf, die Rolle des Meister Eders neu zu besetzen und griff Filmset und Protagonisten des letzten Kinofilms auf. Diese dritte Staffel erreichte jedoch bei weitem nicht die Popularität der ersten beiden Staffeln.

2000: Musical „Meister Eder und sein Pumuckl“

Am 21. Oktober 2000 fand die Uraufführung des Pumuckl-Musicals „Meister Eder und sein Pumuckl“ in München statt. Eine Tournee mit insgesamt über 250.000 Zuschauern folgte.

2003: Spielfilm „Pumuckl und sein Zirkusabenteuer“

Von 1999 bis 2003 entstand der Kinofilm „Pumuckl und sein Zirkusabenteuer“. Auch diesmal verzichtete man auf eine Neubesetzung des Meister Eder: Nachdem Pumuckl von der Schiffsreise aus „Pumuckls Abenteuer“ zurückkehrt, muss er feststellen, dass der Schreinermeister in der Zwischenzeit verstorben ist. Dafür trifft Pumuckl auf dessen Verwandten, den Restauratormeister Ferdinand Eder, gespielt vom ehemaligen Sprecher Pumuckls Hans Clarin. Im Film wurde diese Aufgabe aber von Kai Taschner übernommen, weil Clarin aus gesundheitlichen Gründen nach über 40 Jahren die stark stimmbänderbelastende (etwa zwei Oktaven höhere und leicht krächzende) Pumuckl-Stimme nicht mehr sprechen konnte. Auffallend ist im Film auch, dass Pumuckl immer erst in letzter Sekunde unsichtbar wird und nicht – wie früher – fast eine Minute vorher. Weitere Darsteller in dem Film sind unter anderem Christine Neubauer, Sunnyi Melles, Nikolaus Paryla, Erni Singerl, Patrick Lindner und Karl-Heinz Wildmoser.

Rechtsstreit

Im Sommer 2006 entwickelte sich ein Rechtsstreit zwischen den Produzenten der Pumuckl-Geschichten und der Zeichnerin Barbara von Johnson, die auf Grund des „Bestsellerparagraphen“ des Urheberrechts nun eine Abfindung im sechsstelligen Bereich einfordert. Johnson hatte dem Pumuckl in den 1960er Jahren als Studentin für die Plattencovers ein Gesicht verliehen und dafür nur eine geringe Summe erhalten. Als Folge dürfen seit Oktober 2006 der Spielfilm von 1979 und die Fernsehsendung „Pumuckl TV“ nicht mehr im Fernsehen ausgestrahlt werden; letztere ist in „Kobold TV“ umbenannt worden, darf allerdings die Serienfolgen ausstrahlen. [1]

Episoden der Fernsehserie

Erste Staffel (1982/1983)

Zweite Staffel (1988/1989)

Pumuckls Abenteuer (1999)

Trivia zur Fernsehserie

Literatur

Quellen

  1. Artikel in der FAZ zum Rechtsstreit, 14. September 2006