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Ralf Baptist Friedrich

Ralf Baptist Friedrich (* 30. November 1946 in Landsweiler-Reden) war von 1977 bis 1980 ein Mitglied der Rote Armee Fraktion (RAF).

Nach dem Abitur 1964 studierte Friedrich Volkswirtschaftslehre an der Universität Heidelberg. Ab 1975 arbeitete er in der Kanzlei des RAF-Anwaltes Klaus Croissant, der als RAF-Sympathisant und Agent des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR galt. Er war offenbar auch Mitglied des Sozialistischen Patientenkollektivs.

Bereits seit 1972 bewegte sich Friedrich in der Sympathisantenszene der RAF[1]. So beteiligte er sich am 30. Oktober 1974 an der Besetzung des Hamburger Amnesty International-Büros. An der selben Aktion beteiligten sich unter anderem auch Susanne Albrecht und Christian Klar. Viele der Teilnehmer der Besetzung schlossen sich später der RAF an, wo sie als sogenannte dritte Generation bekannt wurden.

1977 trat Friedrich der Rote Armee Fraktion bei. 1980 tauchte er in der DDR unter. Dort heiratete er Sigrid Sternebeck, die ebenfalls als RAF-Aussteigerin in der DDR lebte [2]. Noch vor der Wiedervereinigung wurde er am 15. Juni 1990 in Schwedt/Oder festgenommen. Nach einer ersten Freilassung wurde Friedrich am 19. November 1990 wegen des Verdachtes des versuchten Mordes, der Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion und anderer Straftaten erneut verhaftet. Er soll auch am versuchten Sprengstoffanschlag auf US-General Alexander Haig am 25. Juni 1979 in Belgien beteiligt gewesen sein[3]. 1992 wurde er zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt.

Friedrich wurde vorzeitig aus der Haft entlassen. Er lebt heute unter anderem Namen in Norddeutschland.[4]

Quellen

  1. http://www.ta7.de/txt/biografi/biog0030.htm
  2. http://www.rafinfo.de/bio/r-z/sternebeck.php
  3. http://www.rafinfo.de/archiv/vs/vs-90.php
  4. Lars-Broder Keil und Sven Felix Kellerhoff: Aufstieg und Fall der zweiten RAF-Generation
Personendaten
Friedrich, Ralf Baptist
ehemaliges Mitglied der Rote Armee Fraktion
30. November 1946
Landsweiler-Reden