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Geistiges Heilen

Geistiges Heilen (Synonyme: Geistige Heilung, Geistheilung, paranormale Heilung) bezeichnet verschiedene religiöse, magische oder esoterische Methoden zur Behandlung von Krankheiten oder Körperschäden. Beispiele für solche Methoden sind Handauflegen, Therapeutic Touch, Besprechen, Gesundbeten, Exorzismus, Krankenwallfahrten, Magnetopathie, Fernheilung, Heilenergetik, Schamanismus, Reiki, Prana-Heilung. Eine Wirksamkeit von Geistheilungen jedweder Form ist nicht nachgewiesen.

Religiös-magische Vorstellungen über die heilende Wirkung von göttlichen oder anderen übernatürlichen Kräften lassen sich bis in die Frühzeit der Medizingeschichte zurückverfolgen. Klassische Beispiele aus dem westlichen Kulturkreis sind der Asklepios-Kult bei den Griechen sowie der Heiligenkult und der Exorzismus im Christentum. In jüngster Zeit findet sich vermehrt spirituelles und esoterisches Gedankengut.

Verbreitet und begriffsprägend ist die Vorstellung, dass der „Geist“ eines menschlichen Heilers oder einer nichtirdischen Persönlichkeit beziehungsweise eines Gottes aktiv in Tätigkeit tritt, meist verbunden mit dem innigen Wunsch des Kranken um Heilung und seinem Glauben an die Wirkung dieses „Geistes“. Andere beschreiben das (geistige) „Heilen mit den Händen durch die Fähigkeit, das „Qi“ (Chi), die universelle Lebens- oder Bioenergie zu aktivieren, zu lenken und den jeweiligen Erfordernissen entsprechend anzuwenden, um Ausgewogenheit der körperlichen Energien wieder herzustellen und Heilung im ganzheitlichen Sinne zu fördern.“ Daneben gibt es die Vorstellung, dass sich „der Geist des Heilers mit dem Geist des Leidenden und gleichzeitig mit einem oder mehreren heilgebenden Geistern der jenseitigen Welt verbindet und durch gezielte Fürbitte Heilung des Leidenden erfolgen kann.

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Verbreitung

In den 1970er Jahren gab es in Österreich, der Schweiz und der Bundesrepublik Deutschland mindestens dreihundert Spruchheiler. Bei einer Umfrage von Volkskundlern in den 1980er Jahren gaben 70 Prozent der Befragten an, bei schweren Krankheitsfällen Hilfe im Gebet zu suchen. Nach den Ergebnissen einer weiteren Befragung können sich 22 Prozent der Befragten vorstellen, im Krankheitsfall Gesundbeter, Magnetiseure oder Geistheiler aufzusuchen. Der Kundenkreis dieser „Heiler“ setzt sich aus Menschen aller gesellschaftlichen Schichten zusammen. Bei den behandelten Beschwerden scheint es eine Spezialisierung auf bestimmte Gruppen zu geben (Beschwerden des Bewegungsapparates und des Nervensystems).

Bekannte Geistheiler

Populär wurde die Geistheilung in der Neuzeit zuerst in England. Vor allem durch Harry Edwards, der durch Demonstrationen angeblich erfolgreiche Heilungen zeigen konnte. Sein Ruf verbreitete sich von den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts an in alle Welt. Er organisierte die „Geistheilung“ als Erster auch in einem Verband.

Im deutschsprachigen Raum war Bruno Gröning in den 1950er Jahren ein bekannter „Geistheiler“.

In den 90ern des letztes Jahrhunderts machte sich Erika Bertschinger („Uriella“), als angebliche Geistheilerin einen Namen. Unter anderem wollte sie in direktem Kontakt mit Jesus stehen und prophezeite einen genau datierten Weltuntergang.

Literatur

Siehe auch