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Rieselfeld

Dieser Artikel beschreibt Rieselfelder als abwasserttechnische Anlage. Für den Stadtteil von Freiburg im Breisgau, siehe Rieselfeld (Freiburg).

Rieselfelder sind Anlagen zur Reinigung von Abwässern.

Dabei erfolgt die Aufbringung des Abwassers, die Verrieselung, möglichst großflächig auf einen Bodenkörper (Sand, Kies etc.). Bei der Bodenpassage werden die Abwasserinhaltsstoffe durch mechanischen Rückhalt (Filtration) und biologischen Abbau entfernt. Der biologische Abbau erfolgt durch sessile (auf Bodenkorn aufgewachsene) Mikroorganismen.

Eine verwandte Technik ist jene der Pflanzenkläranlagen. Dabei ist der mit Abwasser beschickte Bodenkörper zusätzlich mit Pflanzen (z. B. Schilf) bewachsen. Diese Anlagen können horizontal oder vertikal durchflossen sein. Vertikal durchflossene und intermittierende Anlagen dürften sich insbesondere besser zur Oxidation von Stickstoffverbindungen (NH4-N zur NO3-N) eignen.

Die Rieselfeld-Technologie wurde im 19. Jahrhundert – aufbauend auf den Anschauungen Liebigs über den Stoffkreislauf – als eine frühe Form der Abwasserverwertung insbesondere durch Sozialreformer wie Edwin Chadwick und Georg Varrentrapp propagiert.

Stillgelegte Rieselfelder bieten zahlreichen Wat- und Wasservögeln einen relativ ungestörten Lebensraum bzw. Aufenthaltsplatz. Sehr bekannt ist beispielsweise das Europareservat Rieselfelder Münster, das neben unterschiedlichsten Dauerbewohnern auch Kranichen auf der Durchreise Unterschlupf gewährt.

Das frühere Freiburger Rieselfeld ist heute ein moderner Stadtteil mit selbigem Namen.

Rieselfelder in Deutschland