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Jung-Wien

Jung-Wien war eine Gruppe von Wiener Autoren im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert, deren Kopf Hermann Bahr war und die maßgeblich die Entwicklung weg vom Naturalismus hin zum Ästhetizismus - und damit zur literarischen Moderne - beförderte. Das wichtigste Organ der Gruppe war Bahrs Wochenschrift Die Zeit.

Die Gruppe entstand 1891 nach Bahrs Rückkehr nach Wien, wo er Kontakt zu jungen Autoren wie Hugo von Hofmannsthal, Arthur Schnitzler und Felix Salten aufnahm. Treffpunkt der Gruppe wurde das Café Griensteidl. Bahr wirkte dabei gleichermaßen als Mentor und als Vermittler ausländischer Literatur. Seine Kontakte zu Verlagen und Zeitschriften nutzte er, um junge, unbekannte Autoren zu fördern.

Auch wenn jüngere, moderne Autoren - am deutlichsten Karl Kraus - bald auf Distanz zu der Gruppe gingen, stimulierte sie doch ganz erheblich das Aufkommen der literarischen Moderne in Österreich und darüber hinaus im deutschen Sprachraum. Wichtige Autoren des frühen 20. Jahrhunderts wie Robert Musil, Joseph Roth und Ödön von Horvath wurden von Jung-Wien erheblich beeinflusst.

Mitglieder bzw. Umfeld der Gruppe